Bangkok: Khao San Road – alle Tipps und Infos

Hier findest du alles Wissenswerte zur Khao San Road. Nützliche Tipps zu Anreise, Hotels, Nachtleben und Sehenswürdigkeiten.

Kultige Backpackermeile oder furchtbares Touristenmoloch? An der Khao San Road in Bangkok scheiden sich die Geister. Unstrittig ist nur eines: Sie ist eine der berühmtesten Straßen der Welt.

Etwa Mitte der 1980er-Jahre avancierte die „KSR“ zu einem internationalen Treffpunkt für Aussteiger und Rucksackreisende – wie man sich vorstellen kann, waren die touristischen Dimensionen zu diesem Zeitpunkt noch ganz andere als heute.

Schon etwa 20 Jahre später war es vorbei mit der Backpackerromantik. Die gesunkenen Flugpreise und ein Hollywood-Blockbuster haben den Tourismus in Thailand dermaßen befeuert, dass einige Gegenden heute kaum noch wiederzuerkennen sind.

Treffpunkt nach Einbruch der Dunkelheit: die Khao San Road

Um die Jahrtausendwende war die Khao San Road sodann eher für eimersaufende Backpacker und gefälschte Ausweise bekannt, als für verträumtes Hippie-Flair und thailändische Herzlichkeit.

Ganz so extrem ist die Situation aus verschiedenen Gründen heute nicht mehr. Die Khao San Road genießt zwar einerseits noch immer einen zweifelhaften Ruf, zieht aber andererseits noch genauso viele Besucher an wie eh und je.

Es ist ein Phänomen – die Straße gehört mittlerweile selbst zu Bangkoks Sehenswürdigkeiten, und einmal hier gewesen zu sein, gehört irgendwie auch zum Bangkok-Besuch dazu.

Noch immer ist die Khao San Road so etwas wie das Base Camp für Reisende aus aller Herren Länder. So viele Sprachen wie hier hört man garantiert nirgends, und so leicht Anschluss wie hier findet man auch selten. Wo jeder fremd ist, sind alle gleich.

Heute sind auch die Parallel- und Nachbarstraßen sehr gefragt. Was du auf und neben der Khao San Road erleben kannst, erfährst du hier.

Ob schicker Anzug, Tattoo oder neue Frisur: auf der Khao San Road ist alles möglich.

Anreise zu Khao San Road

Die Khao San Road befindet sich im Viertel Banglamphu, in einer hervorragenden Lage nahe der Altstadt mit ihren bekannten Sehenswürdigkeiten und nur einen kleinen Fußweg vom Chao Phraya entfernt.

Flüge von Deutschland nach Bangkok bekommst du bereits unter 500 Euro (Hin- und Rückflug). Die Anreise dauert – ohne Umsteigen – gut elf Stunden.

Vom Flughafen Suvarnabhumi (BKK) hast du verschiedene Möglichkeiten, zur Khao San Road zu kommen. Mit dem Taxi zahlst du zwischen 350 und 400 Baht und kannst sofort losfahren. Die Fahrtzeit beträgt etwa 40 bis 60 Minuten, je nach Verkehrslage.

Deutlich günstiger ist es mit dem Bus S1, der von 6 bis 20 Uhr im Halbstundentakt von Ebene 1 (Gate 7) zur Khao San Road fährt. Preis: 60 Baht pro Person.

Bus vom Flughafen Bangkok Suvarnabhumi zur Khao San Road

Als dritte Option kannst du den Airport Rail Link bis zur Station Makkasan (35 Baht) oder Phaya Thai (45 Baht) nehmen. Von dort fahren jeweils Busse an der Khao San Road vorbei. Auf Google Maps kannst du dir anschauen, wo genau die Haltestellen sind. Hier erkläre ich alles zum Busfahren in Bangkok.

Vom Flughafen Don Mueang (DMK) fährt ein Taxi in etwa 30 Minuten zur Khao San Road (ca. 300 Baht). Mit dem Bus A4 benötigst du etwas eine Stunde. Preis 50 Baht.

Zudem gibt es zahlreiche weitere Busverbindungen vom Flughafen in die Altstadt (zum Teil mit Umsteigen).

U-Bahn-Haltestelle an der Khao San Road (MRT)

Die nächstgelegenen Haltestellen der Metro (MRT) sind Sanam Chai und Sam Yot. Bei sind etwa zwei Kilometer entfernt. Die Strecke kannst du auch mit dem Bus fahren.

Skytrain zur Khao San Road

Es gibt keine Skytrain-Station in der Nähe der Khao San Road.

Mit dem Boot zur Khao San Road

Wer mit dem Chao Phraya Express Boot zur Khao San Road möchte, sollte an der Haltestelle Phra Arthit aussteigen. Von dort sind es eta 10 bis 15 Minuten zu Fuß.

Wahrscheinlich zahlst du einen viel zu hohen Preis, doch ein Erlebnis ist die Fahrt mit dem Tuk-Tuk in jedem Fall.

Geschichte der Khao San Road

Bevor die Backpacker kamen, war der Name noch Programm. „Khao San“ bedeutet nämlich etwa „geschliffener Reis“, und der wurde hier einst verkauft.

Gebaut wurde die Straße irgendwann vor 1910, während der Regierungszeit von König Rama V.

Als jedoch einige Jahrzehnte später der allererste Thailand-„Lonely Planet“ zwei Gasthäuser in der Khao San Road erwähnte, die eine Nacht für unter zwei Euro anboten, wurde die Geschichte ein für alle Mal umgeschrieben.

In den 1980er-Jahren avancierte die ruhige Straße, die überhaupt niemand kannte, zum place to be für Backpacker, Aussteiger und Hippies. In der Straße befanden sich lediglich ein paar kleine Reiseagenturen, familiengeführte Gasthäuser mit supergünstigen Zimmern und authentische Garküchen.

Ein Portion Pad Thai gehört zum Besuch der Khao San Road einfach dazu.

In den folgenden Jahren wurde die Straße immer populärer und für viele Reisende Start- und Endpunkt eines Thailand-Besuchs.

In die Kinos schafft es die Straße im Jahr 2000 im Film The Beach. Dort stürzt sich Leonardo DiCaprio als junger Backpacker in das legendäre Nachtleben der Khao San Road.

Besucher aus aller Welt kamen fortan in nie dagewesenen Dimensionen nach Bangkok, um die 450 Meter lange Straße hautnah zu erleben.

Einer der Darsteller in „The Beach“ fasst die Situation sehr trefflich wie folgt zusammen: „You know, Richard, one of these days I'm going to find one of those Lonely Planet writers and I'm going to ask him, what's so fucking lonely about the Khao San Road?”

In Folge der neuen Beliebtheit passierte das, was allen beliebten Vierteln auf der Welt passiert: Gentrifizierung. Kleine Gasthäuser mussten moderneren Hotels – zum Teil mit Dachpool – weichen, die Pad-Thai-Garküchen stehen in unmittelbarer Konkurrenz zu globalen Fast-Food-Ketten, und statt lokalem Kunsthandwerk wird hier nur jede Menge „Made in China“ angeboten.

Die Khao San Road ist mittlerweile interessant für Investoren, weil sie sich gerade stark verändert und ein breiteres Publikum anzieht.

Damit steht die Khao San Road im Übrigen schon lang nicht mehr alleine da – das ganze Stadtviertel Banglamphu, in dem die Straße liegt, ist genauso gut besucht, wie die berühmte KSR selbst.

Ruhige Ecken mit guten und authentischen Restaurants, nette Bars und Clubs, sowie tolle Unterkünfte gibt es hier dennoch zahlreich.

Auch in den Nebenstraßen gibt es gutes und günstiges Essen.

Aktuelle Situation und Ausblick

Totgesagte leben länger, so viel ist sicher. Trotz aller negativen Medienberichte über die Khao San Road boomt die Gegend nach wie vor.

Das Publikum ist ziemlich gemischt, aber Touristen jeden Alters und aller Nationen dominieren klar das Bild.

Die Backpacker und Budgetreisenden werden allerdings weniger. Das kann vor allem die Tatsache zum Grund haben, dass die richtig günstigen Unterkünfte heute eher in anderen Stadtteilen zu finden sind.

Die Preisentwicklung für Hotels und Restaurants auf der Khao San Road ist die gleiche wie an jedem anderen Touristen-Hotspot: Mag mal der günstige Geheimtipp gewesen sein, wird aber eigentlich jedes Jahr teurer.

Quo vadis, Khao San Road?

Vor ein paar Jahren sorgten Schlagzeilen über das Verbot der beliebten Garküchen und anderen Straßenverkäufern international für großes Aufsehen. Ganz so dramatisch ist es am Ende des Tages nicht, aber in der Tat wird sich kurzfristig einiges auf der beliebten Backpackermeile ändern.

Das Problem: Die Khao San Road wird zwar von Touristen und fliegenden Händlern so behandelt wie eine Fußgängerzone, sie ist tatsächlich aber keine.

Wer schon einmal dort war, der weiß, wie sehr sich Taxis, Lieferwagen, Roller, Tuk-Tuks und Fußgänger gegenseitig auf die Nerven fallen.

Die Pläne der Regierung sehen vor, die Khao San Road vollständig in eine Walking Street zu verwandeln. Im Jahr 2020 wurden Straßen und Gehwege saniert. Aus ein bisschen dreckig wurde schick.

Neuer Bodenbelag nach der Sanierung im Jahr 2020 (Foto entstand während des Lockdowns).

Und die Straßenhändler? Die wurden tatsächlich zwischenzeitlich zumindest tagsüber komplett vertrieben. Da der Verkauf von Touristenkitsch der Snacks für viele aber die Lebensgrundlage ist, setzten sie sich dagegen verständlicherweise zur Wehr.

Der aktuelle Stand der Dinge sieht vor, dass den über 300 Straßenhändlern und Garküchen zukünftig feste Plätze auf der Walking Street zugewiesen werden.

Das Gesicht der Khao San Road wird sich so oder so extrem verändern, so viel ist sicher. Ob zum Guten oder zum Schlechten, muss jeder für sich selbst bewerten.

Beliebt: Eine Massage auf der Khao San Road.

Die Nachbarschaft: Rambuttri Road

Wem die Khao San Road selbst eine Nummer zu hart, zu laut oder zu jung ist, der hat in der Nachbarschaft hervorragende Ausweichmöglichkeiten.

Eine davon ist die Soi Rambuttri. Man sagt über sie, dass sie an die Khao San Road von früher erinnert: Lokal betriebene Gästehäuser, authentische Garküchen, kleine Kneipen und eine Handvoll Reiseagenturen säumen sich entlang des Weges.

Der Lärmpegel ist deutlich niedriger, die Straße ist sauberer, und insgesamt ist die Atmosphäre angenehmer. Auch die Preise sind hier überraschenderweise niedriger, besonders bei Speisen und Getränken.

Entspannte Atmosphäre auf der Rambuttri Road. Hier gibt es viele Bars und Restaurants.
Alte VW-Busse wurden in Bars umgebaut.

Natürlich entwickelt sich auch die Rambuttri Road jede Minute weiter, es ist also gut möglich, dass diese Momentaufnahme nächsten Monat schon überholt ist.

Derzeit gilt sie aber als die entspannte Version der Khao San Road, weshalb viele Reisende sich gezielt hier ein Zimmer nehmen.

Die Soi Rambuttri verläuft teilweise parallel zur Khao San Road, ist aber etwa doppelt so lang. Sie erstreckt sich fast bis ans Ufer des Chao Phraya. Je weiter du dich auf einem Bummel von der Khao San Road Road wegbewegst, desto ruhiger geht es zu.

Gutes Streetfood gibt es auf der Rambuttri Road.

Übernachten an der Khao San Road: Hotel-Tipps

  • Günstig aber gut: Das Bed Station Hostel Khao San ist bei Reisenden mit wenig Budget sehr beliebt. Neben Bar und Restaurant gibt es dort auch eine Gemeinschaftslounge und einen Pool (Booking.com / Agoda).
  • Mehr Komfort: Das beliebte Hotel Villa De Khaosan hat eine Top-Lage. Königspalast, Khao San Road, Flussboot – alles ist zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen. Neben modern gestalteten Zimmern gibt es auch einen Pool (Booking.com / Agoda).

Nachtleben an der Khao San Road: Bars und Restaurants

Bars und Restaurants sind ein wesentlicher Bestandteil der Szene – ob man die Gegend aber als Szeneviertel bezeichnen möchte, hängt wohl davon ab, was man darunter versteht.

Natürlich trifft man hier auch ein paar Locals, wer aber auf der Suche nach dem heißen Geheimtipp, der superauthentischen Garküche und der hippen Restaurant-Neueröffnung ist, der ist hier definitiv falsch.

Aber: Auf der Khao San Road selbst gibt’s von Garküchen über kleine Imbisse bis hin zu Restaurants und Fast-Food-Ketten ein riesiges Angebot. Wie schon erwähnt kannst du in anderen Vierteln günstiger essen, dafür findest du hier unglaublich viel Angebot auf kleinstem Raum.

Auch Bars findest du hier in großer Zahl, die meisten bieten auch Essen an.

Auf der Khao San Road kann auf jeden Fall ein Besuch im Superflow Beach Club empfohlen werden. Die Preise bewegen sich eher auf mittlerem Niveau, hier sind aber gute Drinks, gutes Essen und gute Laune garantiert. Das Ambiente ist bunt und besonders abends stimmungsvoll, das Publikum ist natürlich eher jung. Hier kommt sofort Urlaubsstimmung auf.

Bist du einfach auf der Suche nach richtig gutem Thai-Essen ohne Schnickschnack, schau im Baan Khaosan vorbei – ein echtes Juwel unter den vielen Touristenfallen. Hier gibt’s tolles Thai-Essen, frische Fruchtshakes und dazu noch freundlichen Service.

Der Vollständigkeit halber wollen wir noch die The One Streetbar erwähnen. Die Küche ist woanders besser, aber das „The One“ bietet durch seinen treppenartigen Aufbau einen tollen Blick auf das nächtliche Treiben der Khao San Road – als säße man im Theater.

Abends gehen hier einige Kaltgetränke über den Tresen und man kommt schnell mit anderen Reisenden in Kontakt.

Prost! Nachtleben auf der Khao San Road.

Nach einiger Zeit kann man der Khao San Road vielleicht überdrüssig werden – in dem Fall verlasse die sie einfach in eine beliebige Richtung, bis du weniger Touristen siehst. Nette Bars und Restaurants gibt’s hier überall, wie bereits erwähnt besonders in der Rambuttri Road.

Weiterhin ist der Banglamphu Markt zum Beispiel ist ein echtes Streetfood-Paradies, aber auch abseits der gängigen Empfehlungen wirst du sicherlich fündig. Das Problem mangelnder Auswahl besteht in ganz Banglamphu sicher nicht.

Einkaufen: von Souvenirs bis Kitsch

Konsum ist der Daseinszweck der Khao San Road, und damit ist nicht nur Bierkonsum gemeint. Schon bevor du die Straße überhaupt betrittst, wirst du vom Angebot an Kleidung und Souvenirs förmlich erschlagen.

Auf der Khao San Road selbst siehst du manchmal die Läden vor lauter T-Shirts nicht. Auf den zweiten Blick stellt man schnell fest, dass das Angebot sich ständig wiederholt (und wo so mancher Backpacker seine Uniform kauft): Neonfarbene Muskelshirts für die Herren, Haremshosen mit Elefantendruck für die Damen – man kennt das.

Shopping-Highlight auf der Khao San Road

Auch die Souvenirs sind immer „same same“, und dazu noch oft überteuert. Kurzum: Für eine Shoppingtour gibt’s bessere Adressen in Bangkok, mit originellerem Angebot und niedrigeren Preisen.

Berühmt-berüchtigt ist die Khao San Road aber für ihre Kuriositäten, wie zum Beispiel die oft einigermaßen schlecht gefälschten Studentenausweise (die aber trotzdem eine hohe Akzeptanzquote in Südostasien haben).

Irgendwie hübsch sind auch die Läden, die gebrauchte Bücher in allen möglichen Sprachen verkaufen.

Fazit: Ein Bummel lohnt sich sicherlich, und wenn es nur zum Schauen ist – vielleicht entdeckst du in den Untiefen der Khao San Road ja etwas, was wir noch nicht entdeckt haben.

Auch beim T-Shirt-Kauf solltest du gut über den Preis verhandeln.

Sehenswürdigkeiten rund um die Khao San Road

Die Lage im Zentrum von Bangkok macht die Khao San Road zu einem hervorragenden Ausgangspunkt, um sich einige der besten Sehenswürdigkeiten von Bangkok anzuschauen.

Nur gut anderthalb Kilometer südlich befindet sich der Königspalast mitsamt dem faszinierenden Wat Phra Kaeo.

Einige weitere schöne Tempel stehen in Nachbarschaft zum Palast wie zum Beispiel der berühmte Wat Pho und auf der anderen Seite des Flusses der Wat Arun, der Tempel der Morgenröte.

Ebenfalls nicht weit von der Khao San Road – nur jeweils in eine andere Richtung – ist es bis zum Golden Mount oder zum Standing Buddha/Wat Intharawihan.

Golden Mount

Hier findest du eine Übersicht der schönsten Tempel in Bangkok.

Zu Fuß erreichst du von der Khao San Road zudem das Phra Sumen Fort.

Es befindet sich in der Nähe der Bootshaltestelle Phra Athit. Von dort erreichst du mit dem Chao Phraya Expressboot bequem und ohne Stau die besten Sehenswürdigkeiten am Flussufer. Dazu gehören Tempel, der Stadtteil China Town, Shoppingmalls, Promenaden und vieles mehr.

In Bangkok werden zudem viele Touren und Ausflüge angeboten. Selbstverständlich wirst du hierfür auch an der Khao San Road abgeholt.

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