Von Prominenz bis Geheimtipp: UNESCO-Welterbestätten in Thailand

Zu Thailand Sehenswürdigkeiten gehören derzeit sechs UNESCO-Welterbestätten, die wir hier ausführlich vorstellen. Zudem werfen wir einen Blick auf weitere Orte, die sich um eine Aufnahme als Weltkulturerbe oder Weltnaturerbe beworben haben.

Es gibt Dinge auf der Welt, deren Wert nicht in Geld auszudrücken ist. Unersetzliche und unschätzbare Güter für die gesamte Menschheit, die ganz besonders schützenswert sind. Die UNESCO hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese Güter zu erfassen und vor allem auch die Staaten bei der Erhaltung finanziell und organisatorisch zu unterstützen.

Seit 1978 können deshalb Länder ihre baulichen, kulturellen und landschaftlichen Kronjuwelen in das Welterbe aufnehmen lassen, um jegliche Zerstörung und Veränderung zu verhindern. Das bedeutet konkret, wenn eine Welterbestätte verändert oder gar entfernt werden soll, bedarf es der Genehmigung der Vereinten Nationen im Rahmen einer so genannten Welterbe-Verträglichkeitsprüfung. Die Genehmigung zu bekommen ist extrem aufwändig und, sofern es nicht extrem gute und nachvollziehbare Gründe für die Veränderung gibt, unrealistisch.

Das Welterbe umfasst also zum einen Weltkulturerbestätten, wie zum Beispiel besondere historische Bauten und Denkmäler, und zum anderen das Weltnaturerbe, also geologische Erscheinungsformen und Landschaften von außergewöhnlichem universellem Wert. Dazu zählen viele Nationalparks, die bedrohte Tierarten beherbergen.

UNESCO – den Begriff kennt man, aber wer ist das eigentlich? Hierbei handelt es sich um eine Organisation der Vereinten Nationen, die für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation zuständig ist – und somit auch für das Welterbe. Zu diesem zählen weiterhin auch das Immaterielle Kulturerbe, wie zum Beispiel Yoga oder Reggae, sowie das Weltdokumentenerbe.

Die UNESCO leistet wichtige und interessante Arbeit, von der man im Alltag viel zu selten Notiz nimmt. Wer sich für das Welterbe und die Arbeit der UNESCO interessiert, sollte unbedingt man auf der deutschen Website vorbeischauen.

Weltweit gibt es 1.154 UNESCO-Welterbestätten in 167 Ländern – dazu zählen auch besondere Highlights in Thailand. Zu Thailands Welterbe zählen derzeit (2022) sechs Stätten, darunter drei Stätten des Weltkulturerbes und drei Stätten des Weltnaturerbes. Darüber hinaus gibt es derzeit sieben „Bewerber“ für die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe. Welche das sind, und was sie so besonders macht, erfährst du hier.

Thailand: UNESCO-Welterbestätten

Historische Stadt Sukhothai

Das Weltkulturerbe in Sukthothai umfasst die Ruinenstädte Sukhothai, Kamphaeng Phet und Si Satchanalai. Sukhothai ist bedeutend, weil die Stadt vom 13. bis 14. Jahrhundert die Hauptstadt des ersten Königreiches Siam war und somit die Anfänge der thailändischen Architektur und des Städtelebens dokumentiert und zudem Erkenntnisse über Sprachentwicklung, Kunst und Rechtsverständnis liefert.

Im Sukhothai Geschichtspark – und drumherum – zeugen zahlreiche Tempelruinen von den Anfängen des siamesischen Königreichs und sind, neben ihrer kulturellen Bedeutung, sehr beliebte Ausflugsziele. Der Park ist viel größer, als ihn viele erwarten. Ein einfacher Rundgang zu Fuß ist zwar möglich, dauert aber viel zu lange.

Empfohlen wird, den Park mit Fahrrad, Roller oder mit einem Tuk Tuk zu besichtigen, um schneller herumzukommen. Eine geführte Tour bzw. ein Guide kann helfen, geschichtliche Zusammenhänge zu verstehen und die Bedeutung der einzelnen Tempel einzuordnen.

Der Mittelpunkt des Geschichtsparks ist der Wat Mahathat. Dies ist der Tempel, der eine Reliquie Buddhas beherbergt und daher eine ganz besonders hohe Bedeutung hat. Weitere Tempel auf dem Areal sind der Wat Sri Sawai, der Wat Chana Songkhram und Wat Tra Kuan, sowie das Denkmal für König Ramkhamhaeng.

Geöffnet ist der Sukhothai Geschichtspark täglich von 6 bis 18 Uhr. Der Eintritt selbst ist kostenlos, für einige Bereiche muss jedoch eine Einlassgebühr von 100-200 Baht gezahlt werden. Das Ticket ist den ganzen Tag gültig und muss öfter vorgezeigt werden, deshalb bewahre es daher gut auf.

Du erreichst Sukhothai per Bus und Zug aus Bangkok, auch gibt es die Möglichkeit, per Flugzeug anzureisen, da die Stadt einen eigenen Airport hat.

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Historische Stadt Ayutthaya

Ayutthaya war Thailands erstes offizielles UNESCO-Weltkulturerbe. Die Stadt bzw. der Geschichtspark ist vielen schon ein Begriff, da Ausflüge hierher zu den beliebtesten Tagesausflügen ab Bangkok zählen.

Ayutthaya wurde als Stadt 1350 gegründet und war viele hundert Jahre die Hauptstadt des Königreichs Siam. Bei einem Angriff der Birmanen 1767 wurde sie fast komplett zerstört und nie wieder aufgebaut.

Zu besichtigen sind also heute noch etwa 375 Tempelanlagen und Überreste der Stadt an sich. Der bekannteste Tempel ist der Wat Mahathat, in dem eine Reliquie Buddhas liegt, und dessen in einen Feigenbaum eingewachsenen Buddha-Kopf als Fotomotiv überall im Internet zu finden ist. Auch der Wat Ratchaburana und der Wat Phra Si Sanphet zählen zu den bekanntesten Tempeln Ayutthayas.

Nach Ayutthaya kommst du von Bangkok aus per Taxi (etwa 2500 Baht für den ganzen Tag, je nachdem, wie gut du verhandelst), per Zug und per Bus. Die Fahrtdauer beträgt so oder so 1,5-2 Stunden.

Wir empfehlen, Ayutthaya am besten direkt morgens mit einem Leih-Fahrrad zu erkunden. Zum einen steigen mittags die Temperaturen, was das Fahrradfahren beschwerlich macht, und zum andere treffen mittags die Reisebusse mit den Halbtages-Ausflüglern ein.

Im Übrigens gibt es auch geführte Radtouren, die sich deshalb sehr lohnen, weil du dabei viel mehr erfährst, als wenn du allein durch die Tempelruinen streifst. Geführte Touren kosten für einen halben Tag etwa 900-1000 Baht.

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Wildschutzgebiete Thung Yai-Huai Kha Khaeng

Die Wildschutzgebiete mit dem komplizierten Namen Thung Yai-Huai Kha Khaeng waren Thailands erstes UNESCO-Weltnaturerbe. Sie umfassen rund 257.464 Hektar im Westen Thailands, an der burmesischen Grenze.

Hier lebt die Mehrzahl der heute noch in Thailand wilden Elefanten und Tiger, sowie Nebelparder, Wasserbüffel und zahlreiche Affen- und Vogelarten. Der UNESCO-Bericht führt 120 Säugetier-, 400 Vogel-, 96 Reptilien-, 43 Amphibien- und 113 Süßwasserfischarten für das Schutzgebiet auf.

Es ist möglich, das Wildschutzgebiet zu besuchen und hier Wanderungen zu unternehmen. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es hierher allerdings nicht, du müsstest dir eine Tour buchen, in der die Anreise enthalten ist, oder aus Bangkok oder einem anderen Ort ein privates Taxi nehmen. Der Eintritt beträgt 200 Baht für Erwachsene und 100 Baht für Kinder, für ein eigenes Auto werden nochmal 30 Baht fällig. Geöffnet ist das Wildschutzgebiet täglich von 08:30 Uhr bis 16:30 Uhr.

Da ein Besuch früh morgens aufgrund der Tiersichtungen empfohlen wird, kommt man um eine Übernachtung meist nicht herum. Im Nachbarort Rabam gibt es einige kleine Homestays.

Wir resümieren: Die Anreise ist relativ aufwändig und im Park gibt es keinerlei Übernachtungsmöglichkeiten oder sonstige Einrichtungen wie Restaurants. Das erfordert einen höheren Organisationsaufwand, bedeutet aber vor allem auch: Ein Besuch des Thung Yai-Huai Kha Khaeng Wildschutzgebietes ist trotz des UNESCO-Status ein Geheimtipp.

Hierher verirren sich nicht viele Touristen. Es wird unbedingt empfohlen, einen Ranger für die Wanderung anzuheuern. Diese werden direkt am Parkeingang vermittelt (kostenlos, aber ein Trinkgeld sollte gegeben werden).

Beachte weiterhin: Du bist hier wirklich richtig in der Natur. Das bedeutet, dass du den Mückenschutz sehr ernst nehmen solltest. Für Tierbeobachtungen eignen sich die Monate März und April am besten.

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Archäologische Stätte von Ban Chiang

Bei der Archäologischen Stätte von Ban Chiang handelt es sich um eine prähistorische Siedlung mit großer Bedeutung. Die Funde zeugen von der frühen Landwirtschaft und der Verwendung von Metallen.

Sie lassen darauf schließen, dass sich hier vor 8000 Jahren erste Menschen niedergelassen haben. Somit ist die Ausgrabungsstätte Zeugnis einer wichtigen Entwicklungsstufe der Menschheit.

Ausgegraben wird die Stätte seit ihrer Entdeckung im Jahr 1966. Nebenan befindet sich das Ban Chiang National Museum, in dem die Fundstücke ausgestellt werden.

Es hat täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 150 Baht. Ban Chiang liegt im äußersten Nordosten Thailands, nahe der Provinzhauptstadt Udon Thani. Diese hat einen Flughafen.

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Waldkomplex Dong Phayayen-Khao Yai

Den Khao Yai Nationalpark kennt man als geneigter Bangkok-Besucher, denn er zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Zielen für einen Tagesausflug ab Bangkok.

Der ganze Waldkomplex Dong Phayayen – Khao Yai wurde 2005 Teil des UNESCO Weltnaturerbes. Er beherbergt über 800 Tierarten wie Elefanten, Bären, Rehe, Weißhandgibbons, Otter und Nashornvögel. Er erstreckt sich über 230 Kilometer bis hin zur kambodschanischen Grenze.

Dong Phaya Yen ist übrigens eine Bergkette, in der zahlreiche einzelne Nationalparks liegen – deshalb spricht man hier von „Waldkomplex“. Neben dem Khao Yai gibt es noch den Ta Phraya, den Thap Lan und den Pang Sida Nationalpark sowie das Wildschutzgebiet Dong Yai.

Im Rahmen von geführten Touren kannst du all die Nationalparks besuchen. Hier werden auch Aktivitäten wie Camping, Nachtwanderungen und Trekking angeboten. Am einfachsten zu erreichen ist, wie bereits erwähnt, der Khao Yai Nationalpark.

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Waldkomplex Kaeng Krachan

Ein weiterer Nationalpark gesellt sich zu Thailands Weltnaturerbe: Der Kaeng Krachan Waldkomplex ist mit seinen fast 3000 km² der größte Nationalpark Thailands. Er liegt in der Provinz Provinz Phetchaburi, direkt an der burmesischen Grenze.

Auch er beheimatet eine Vielzahl von (teils sehr gefährdeten) Tierarten, z.B. Elefanten, verschiedene Bärenarten, Wildhunde, Schabrackentapire, Leoparden, Siam-Krokodile und sogar Tiger.

Darüber hinaus sind hier diverse Affenarten und seltene Vögel zu Hause. Durch den Park fließen die Flüsse Pranburi und der Phetchaburi, deren Stausee ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Direkt am See gibt es viele kleine Unterkünfte, du kannst also auch hier übernachten. Weiterhin ist der Thortip Wasserfall mit seinen 9 Kaskaden ein beliebtes Ziel für Dschungelwanderungen.

Der Kaeng Krachan Nationalpark ist etwa 2,5 Fahrstunden von Bangkok entfernt, du kannst also bequem Ausflüge von der Hauptstadt aus buchen. Auch die gleichnamige Provinzhauptstadt Phetchaburi ist einen Besuch wert.

Der Einlass ist täglich von 5 bis 17 Uhr. Als Tagesbesucher darf man den Park bis 19 Uhr verlassen oder muss über Nacht bleiben.

Der Eintritt beträgt 300 Baht für Erwachsene und 150 Euro für Kinder. Beachte, dass der Park jedes Jahr von August bis Oktober geschlossen hat, damit sich die Natur regenerieren kann. Und auch hier gilt natürlich: Mückenschutz beachten.

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Welterbe-Kandidaten: Thailands Tentativ-Liste

Neben den bereits durch die UNESCO ernannten Welterbestätten gibt es auch noch jene auf der so genannten Tentativliste. Das heißt nichts anderes, als das Thailand weitere Stätten zur Ernennung als Welterbe vorgeschlagen hat – welche sich auf dieser Liste finden. Über die Aufnahme entscheidet das Welterbekommittee. Die sieben Bewerber (Stand 2022) für Thailand sind:

Geschichtspark Phu Phrabat

Phu Phrabat ist ein weiterer Geschichtspark in Thailand, in dem sich alte Tempelanlagen und Felszeichnungen finden, die von einer sehr frühen Besiedlung dieser region zeugen (vermutlich 6000 v.Chr.) Phu Phrabat liegt etwa 50 Kilometer nördlich von Udon Thani.

Wat Phra Mahathat Woramahawihan

Der buddhistischer Tempel Wat Phra Mahathat Woramahawihan liegt in Nakhon Si Thammarat im Süden Thailands. Er beherbergt eine Zahnreliquie Buddhas und ist damit ein königlicher Tempel erster Klasse.

Monumente, Gedenkstätten und die Kulturlandschaft von Chiang Mai

Wer schon einmal dort war, wird die Bewerbung verstehen, denn Chiang Mai ist einfach voll von wunderschönen Tempeln wie dem berühmten Wat Phra That Doi Suthep, dem Wat Phra Singh, dem Wat Chiang Man, und viele, viele mehr.

Wat Phra That Phanom, die historischen Gebäude und seine Kulturlandschaft

Der buddhistische Tempel Wat Phra That Phanom ist einer der bedeutendsten Tempelanlagen des Isaan im Nordosten Thailands. Der zugehörige Chedi soll ebenfalls eine Reliquie Buddhas (ein Schlüsselbein) beherbergen. Die Anlage wurde im Laufe der vergangenen Jahrhunderte mehrfach restauriert und ist heute hoch verehrt.

Ensemble der Phanom Rung, Muang Tam and Plai Bat Heiligtümer

Auch den Namen Phanom Rung könnte man schon einmal gehört haben. Es handelt sich um einen Tempelkomplex, der auf einem erloschenen Vulkan liegt. Optisch erinnert er nicht nur an Angkor in Kambodscha, sondern stammt auch aus der gleichen Zeit (10.-12.Jahrhundert) und ist sogar den Khmer zuzuordnen.

Die antike Stadt von Si Thep

Die Siedlung Si Thep liegt in der Provinz Phetchabun, etwa 250 Kilometer nördlich von Bangkok. Die Grundmauern stammen ebenfalls aus der Angkor-Zeit und die Siedlung war mit ihren Wasserbecken und Bauwerken ganz ähnlich aufgebaut. Heute ist Si Thep ein Geschichtspark.

Die Naturschutzreservate der Andamanensee in Thailand

Das Meer vor den Küsten Myanmars und Thailands, also der nordöstliche Indische Ozean, wird als die Andamanensee bezeichnet und findet sich aufgrund seiner Schönheit in diversen Reisekatalogen und auf zahlreichen Postkarten wieder.

Die Küstenorte und Inseln der Andamanensee zählen zu den beliebtesten Urlaubsregionen. Doch auch unter Wasser erwartet den Besucher viel Schönheit, weshalb die Region auch bei Tauchern und Schnorchlern extrem beliebt ist.

Was beliebt ist, muss besonders geschützt werden – deshalb befinden sich die Naturschutzreservate der Andamenensee (Ko Ranong, Laem Son, Ranong Mangrove, Surin Islands, Similan Islands, Khao Lampi-Hat Thai Mueang, Sirinat) heute auf der Bewerberliste des Weltnaturerbes.

 

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