Krabi/Ao Nang: die Phi Phi Islands Tour

Die Inselgruppe Ko Phi Phi war mal so etwas wie das Paradies auf Erden. Doch davon ist nicht viel geblieben. Hier erfährst du, was du bei der Tour dorthin zu erwarten hast.

Im Jahr 2000 suchte Leonardo DiCaprio in The Beach den perfekten Strand und fand ihn auf Ko Phi Phi. Im Film benötigte er dafür die Hilfe einer geheimen Landkarte und musste schließlich noch einen Wasserfall hinunterspringen, um sein Ziel zu erreichen.

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Die Realität sieht jedoch wie folgt aus: Jeden Morgen startet von Phuket, Koh Lanta und Krabi (Ao Nang) eine Armada aus unzähligen Speedbooten. Sie liefern sich ein Wettrennen mit Ziel Ko Phi Phi. Dass die Inselgruppe genau zwischen drei touristischen Hotspots liegt, trägt noch viel mehr als der Hollywood-Streifen dazu bei, dass es im einstigen Paradies zugeht wie im Containerhafen Rotterdam.

Ich habe kein grundsätzliches Problem mit touristisch hoch entwickelten Orten. So kann ich problemlos einige Tage auf Koh Lanta oder Koh Samui verbringen und mich dabei wohl fühlen. Aber Ko Phi Phi ist an den meisten Stellen einfach unerträglich geworden, weil die Insel gnadenlos vermarktet wurde und ihre Kapazitätsgrenzen tagtäglich um ein Vielfaches überschritten werden.

Ich wundere mich jedes Mal, wenn ich auf meinen Reisen Backpacker treffe, die mir mit strahlenden Augen erzählen, dass sie auf dem Weg zu den Phi Phi Islands sind, aber bei meiner Frage, ob sie auch nach Phuket fahren, mit der Nase rümpfen. Allerdings klingen die Berichte von denen, die gerade von Ko Phi Phi kommen, dann meist weniger euphorisch.

Ko Phi Phi besteht aus zwei Inseln. Auf Ko Phi Phi Don befinden sich die Unterkünfte. Hier war es mal traumhaft. Zwei mit Dschungel bewachsene Berge, die durch eine Landzunge miteinander verbunden sind. Auf beiden Seiten davon liegen mit dem Ao Ton Sai (nicht verwechseln mit dem Ao Ton Sai an Krabis Küste) und dem Ao Lo Dalam schöne Strände. Früher war dazwischen alles voller Palmen. Doch dann begann die Bauwut, und später kam der Tsunami und machte alles platt. Im Anschluss daran wurden noch mehr Hotels gebaut, Palmen gibt es kaum noch. Den erschreckenden Unterschied zwischen früher und heute dokumentieren zwei Bilder bei Nomadic Matt.

Noch etwas ruhiger geht es zum Beispiel am Hat Yao Beach (Long Beach) und am Laem Tong Beach zu.

Die Nachbarinsel Ko Phi Phi Leh ist unbewohnt. Dort liegt Postkartenmotiv an Postkartenmotiv. Versteckte Buchten, tolle Strände, Schnorchel- und Tauchplätze und die bekannte Maya Bay locken die Touristen in Scharen hierher. Phi Phi Don und Phi Phi Leh liegen nur wenige Minuten auseinander.

 

Alle Infos zur Phi Phi Islands Tour

Die Anbieter unterscheiden sich ein wenig bei der Auswahl der Stopps. Folgende Punkte werden am häufigsten angefahren:

 

Maya Bay (Phi Phi Leh)

Am einstigen Traumstrand aus dem Film The Beach fotografierst du heute in der Regel nur noch Boote, die Touristen ausspucken. Nur früh morgens und spät am Nachmittag ist es hier ruhiger.

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Pi Leh Lagoon/Pi Leh Cove (Phi Phi Leh)

Alle Boote drehen eine Runde durch diese Lagune. Hier hast du eine wirklich tolle Aussicht.

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Loh Samay Bay/Lohsamah Bay (Phi Phi Leh):

Die meisten Boote stoppen hier zum Schnorcheln. Vom Maya Bay kannst du über einen kleinen Weg hierhin laufen.

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Viking Cave (Phi Phi Leh)

In der Höhle sind Schwalbennester, deren Eier eingesammelt und als Delikatesse verkauft werden. Hier stoppen alle Boote kurz, die Touristen verrenken die Hälse und machen ein paar Fotos, dann geht es weiter.

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Ton Sai Bay (Phi Phi Don)

Der einstige Strand ist heute ein Hafen. Die meisten Anbieter bringen ihre Passagiere hier in ein Restaurant, in dem es das Mittagessen (Buffet) gibt. Zudem ist Shopping möglich. Zu Fuß kannst du zum Ao Lo Dalam laufen. Der Strand liegt auf der anderen Seite der Landzunge.

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Ton Sai Bay

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Ao Lo Dalam

 

Monkey Beach (Phi Phi Don)

Der Sandstrand im Westen der Insel wird angefahren, weil es dort dem Namen entsprechend Affen gibt. Diese werden von den Besuchern gefüttert, weshalb sie angerannt kommen, sobald ein Boot ankert.

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Bamboo Islands

Die schöne und unbewohnte Insel liegt nördlich von Phi Phi Don und bietet neben dem weißen Sandstrand auch Möglichkeiten zum Schnorcheln.

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Hin Klang

Die kleine Insel wird ebenfalls von einigen Anbietern für Schnorchelstopps angefahren.

 

Dauer der Phi Phi Islands Tour:

Los geht es in der Regel morgen um 8 Uhr mit dem Pick up vom Hotel. Die Fahrt mit dem Speedboot dauert ungefähr 45 – 60 Minuten pro Strecke. Gegen 16 Uhr bist du wieder am Hotel.

 

Preis für die Phi Phi Islands Tour:

Für den Ausflug nach Ko Phi Phi musst du schon etwas tiefer in die Tasche greifen, da die Tour wegen der Entfernung nur per Speedboot angeboten wird. Es gibt ein unüberschaubares Angebot an Veranstaltern. Es lohnt sich zu vergleichen, wie hoch der Preis ist und was im Rahmen der Tour angeboten wird. Insgesamt ist aber alles sehr ähnlich. Bei meiner Recherche lagen die Kosten zwischen 1.500-2.100 Baht. In der Hochsaison ist es teurer als in der Nebensaison.

Im Preis enthalten sind in der Regel:

  • der Transfer zum Boot (hin und zurück)
  • Eintrittsgebühren für den Nationalpark
  • das Schnorchelequipment
  • Getränke (Softdrinks)
  • Mittagessen

Vegetarisches Essen solltest du direkt bei der Buchung bestellen.

 

Wo buchen?

In Ao Nang und Krabi steht an jeder Ecke ein Reisebüro. Einfach ein bis zwei Tage vorher hingehen und buchen.

Der Ablauf der Tour kann etwas abweichen, da es eine ganze Reihe von Anbietern gibt. Einige haben inzwischen die Möglichkeit der Online-Buchung* im Programm. Das ist oft ein wenig teurer als vor Ort. Dafür kannst du jedoch die Kritiken andere Reisender lesen. Und du hast deinen Platz im Boot sicher.

 

Alternativen zur Phi Phi Islands Tour:

Es gibt ein großes Angebot an Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten rund um Krabi und Ao Nang. Dazu gehören weitere Touren und Ausflüge wie zum Beispiel die 4 Islands Tour, die Hong Islands Tour (5 Islands) oder die 7 Islands Tour (Sunset Tour). Mehr Infos findest du auch in meinem Guide zu Krabi und Ao Nang.

Um Ko Phi Phi heute zumindest noch ein wenig genießen zu können, führt wohl kein Weg daran vorbei, auf der Insel zu übernachten und die Buchten privat am frühen Morgen oder am späten Nachmittag anzusteuern, wenn die Speedboote weg sind. Zum Beispiel besteht die Möglichkeit, am Maya Bay zu campen. Maya Bay Tours bietet das für nicht gerade günstige 3.000 Baht an. Patrick von 101 Places beschreibt das Erlebnis auf seiner Seite.

 

Fazit zur Phi Phi Islands Tour:

Insgesamt habe ich die Tour bereits dreimal gemacht. Das erste Mal 2006, da wollte ich selbst die Insel sehen. In den Folgejahren noch zweimal, weil meine jeweilige Reisebegleitung Ko Phi Phi sehen wollte. Von Jahr zu Jahr wurde die Tour schlechter. Auch wenn der Maya Bay zu den schönsten Stränden Krabis gehört, kann ich diesen Tagesausflug heute beim besten Willen nicht mehr empfehlen. Wenn du unbedingt mal dort gewesen sein willst, meide die Tagestouren, übernachte auf der Insel und organisiere eine individuelle Fahrt.

-> Hier findest du Hotels auf Koh Phi Phi*.

 

Weitere Bilder von der Phi Phi Islands Tour:

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Wie ist deine Meinung zu Ko Phi Phi?


 

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Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 15. August 2014. Zuletzt aktualisiert am 29. November 2016.

Kommentare (4)

  1. Also ich habe vor drei Jahren auf der Insel übernachtet und es war die beste Nacht meines Lebens!
    Es ist im Vergleich zu den anderen Touren vielleicht nicht ganz so günstig wie man es von Thailand gewohnt ist, aber für deutsche Verhältnisse ist es dann doch ein Witz sich von diesem Preis abschrecken zu lassen.
    Ich war zu fünft auf der Insel, saß am Lagerfeuer und wusste nicht, ob ich lieber in den von Sternschnuppen überfluteten Himmel oder in das von leuchtende Meer zu schauen.
    Ich würde dafür Hunderte von Euro bezahlen, um das nochmal zu erleben, von daher war der Preis nun wirklich sehr fair 😉

    • Hallo Jasmin,

      Danke für deine Eindrücke.
      Es spricht wirklich alles dafür, nicht mit den Touren hinzufahren. Sondern eher wie du dort zu übernachten und sich ein schönes Fleckchen zu suchen.

  2. Ich kann PhiPhi Don leider auch nicht mehr so ganz empfehlen. Zu überlaufen mittlerweile. Wer es sich trotzdem ansehen möchte, dem empfehle ich den Leamtong Beach. Der ist auch nur per Boot von Tonsai zu erreichen und hat wenn ich es recht im Kopf habe ca 3 Hotels (Natural, Holiday Inn und Erawan). Ein tolles Restaurant welches von Gipsys betrieben wird (Jasmin Restaurant) mit super Essen und anständigen Preisen für PhiPhi. Ein paar Locals bieten Bootstouren auf Moskito und Bamboo Island an zum Schnorcheln. Echt cool! Leider halten auch immer mehr Tagestouren am Leamtong beach, war bei unserm ersten Aufenthalt nicht so…Denke aber, wer doch noch ein bisschen mehr Inselflair sucht ist am Leamtong besser aufgehoben als am TonsaiBeach!

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