Phnom Penh: Tipps für deine Reise

Phnom Penh - allein der Name weckt die Vorstellungskraft und klingt entweder nach grausamer Geschichte oder einem exotischen Reiseziel für echte Abenteurer. Dabei ist Kambodschas Hauptstadt vieles, aber oft nicht das, was man sich darunter vorstellt.

Aufgrund der rasanten Entwicklung Kambodschas verändert sich auch die Hauptstadt von Jahr zu Jahr rapide – schafft es aber, trotzdem authentisch und auf eine ehrliche Art lebendig und gleichzeitig gemütlich zu bleiben. Was dich in Phnom Penh erwartet, erfährst du hier. Viele weiterführende Tipps sind verlinkt. Viel Spaß!

Reisetipps für Phnom Penh

„Roher Charme“, „kleiner, ungezogener Bruder Bangkoks“ und „der Wilde Westen Südostasiens“ – das sind nur ein paar gängige Beschreibungen für Kambodschas Hauptstadt. Phnom Penh ist eine dieser Städte, in denen „alles geht“, und so hat sie ihren zwielichtigen Ruf vielleicht nicht ganz zu Unrecht. Statt Steuern zahlt man einer hier Bestechungsgeld, und wer die richtigen Leute kennt oder das nötige Kleingeld hat, kann es schnell weit bringen. Aber wo Schatten ist, ist auch Licht, und so machen es die geringen Auflagen möglich, z.B. schnell ein kleines Unternehmen zu gründen. Aus diesem Grund sind in den vergangenen Jahren nicht wenige Reisende als Expats in Phnom Penh geblieben und gestalten die vielseitige Stadt mittlerweile maßgeblich mit.

Diese „Alles kann, nichts muss“- Atmosphäre empfinden manche als beunruhigend, manche als inspirierend. So erlebt jeder Phnom Penh ein bisschen anders. Nur über eines ist man sich einig: An wenigen Orten kannst du so viel über Kambodscha lernen wie hier. Die grausame jüngere Geschichte des Landes ist omnipräsent, und doch wird deutlich, wie gut sich das Land seither entwickelt hat. Die Sehenswürdigkeiten, der vorbildliche Umgang mit der Geschichte, die Märkte, sowie der Mix aus Kultur und Moderne, machen Phnom Penh zu einem Reiseziel, das man wirklich nicht verpassen sollte.

Wissenswertes vorab

Phnom Penh (gesprochen „Nomm Penn“) hat seinen Namen vom Hügeltempel, dem Wat Phnom Daun Penh, der im Jahr 1372 auf einem künstlichen Hügel errichtet wurde, um Buddha-Statuen in sich aufzunehmen. Übersetzt bedeutet der Name also so viel wie „Hügel Penh“. Kambodscha hatte in seiner Geschichte einige Hauptstädte, darunter natürlich Angkor, danach Lovek und Udon bis schließlich König Norodom I. seinen Regierungssitz 1866 nach Phnom Penh verlegte – auf Drängen der französischen Kolonialverwaltung, die dort gern ihren Verwaltungssitz einrichten wollte. Die Franzosen, die in Sachen Stadtentwicklung damals schon etwas weiter waren, bauten die Stadt nach ihrem Gusto um, bis Kambodscha 1953 seine Unabhängigkeit ausrief und sie wieder gehen mussten. Der französische Kolonialstil hat das Stadtbild aber sehr geprägt.

Es folgten düstere Jahre. Nachdem der Indochina-Krieg gewütet hatte und zahllose Bauernfamilien aufgrund der schweren Bombardements der US-Luftwaffe nach Phnom Penh flohen, wurde die Hauptstadt am 17.April 1975 von den Roten Khmer erobert. Damit war das wohl dunkelste Kapitel der Geschichte Kambodschas eingeläutet. Die Roten Khmer, angeführt von Pol Pot, verfolgten die Idee eines autarken Bauernstaates, der die Vertreibung der Bevölkerung aus der Stadt umfasste und in einen Genozid mündete. Während also Phnom Penh als Wohnsitz den Eliten und hochrangigen Politikern vorbehalten war, wurde ein Großteil der Bevölkerung entrechtet, enteignet und zur Zwangsarbeit auf dem Land oder in Gefängnissen eingesetzt. Infolgedessen kamen Schätzungen zufolge zwei Millionen Menschen durch Hunger, Krankheiten oder Hinrichtung ums Leben. Dieser hässliche Teil der Vergangenheit wird heute durch Gedenkstätten aufgearbeitet.

1979 wurden die Roten Khmer durch vietnamesische Truppen vertrieben, doch trotzdem kam das zerrüttete Kambodscha lange nicht zur Ruhe. Bis weit in die 90er-Jahre hinein gab es Unruhen und Bürgerkriege, von 1992 bis 1993 wurde Kambodscha sogar unter die Aufsicht der UNO gestellt. Erst 1998 wurden die ersten freien Wahlen abgehalten und erst 2005 starteten die ersten Straftribunale gegen die Funktionäre der Roten Khmer. Seither erholt sich auch Phnom Penh langsam und präsentiert sich mittlerweile als vergleichsweise moderne Großstadt sowie als pulsierendes Zentrum des Königsreichs Kambodscha.

Orientierung und Stadtteile

Phnom Penh liegt im Süden Kambodschas, direkt am Tonle Sap Fluss bzw. am Zufluss des Mekongs. Der Phnom Penh International Airport liegt 10 Kilometer westlich der Innenstadt. Richtige Stadtteile gibt es nicht, man orientiert sich eher an Himmelsrichtungen. So liegt im Norden Phnom Penhs der Stadtteil rund um den Boeung Kak See, der mal als Backpackerviertel galt, sich aber auch stark im Wandel befindet. Im Süden, ab der 360. Straße, liegt u.a. der Russische Markt. Im Westen und Osten der Stadt befinden sich Wohn- und Industriegebiete, außerdem wird hier enorm viel gebaut und erschlossen. Für Reisende sind das Zentrum und die Riverfront am interessantesten. Hier liegen die meisten Hotels, Bars, Restaurants, sowie viele Sehenswürdigkeiten. Der Central Markt ist als Stadtzentrum ein guter Orientierungspunkt für Ausflüge.

Was du in Phnom Penh machen kannst

Phnom Penh bietet eine große Palette an Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, manche davon sind bedrückend, manche sind pures Vergnügen. Sich mit der Geschichte Kambodschas zu befassen, wenn man in der Hauptstadt ist, kann man jedem Reisenden nur ans Herz legen. Die Organisation aller Ausflüge ist denkbar unkompliziert: Du steigst ins Tuk-Tuk, man präsentiert dir eine laminierte Karte mit den gängigen Ausflugszielen, und du suchst aus. Fahrpreis unbedingt vorher verhandeln! Alles, was nicht auf der Karte steht, kann trotzdem in jedem Hotel und in jeder Reiseagentur organisiert werden.

Sehenswürdigkeiten in Phnom Penh

Choeung Ek (Killing Fields)

Choeung Ek ist das bekannteste von vielen Killing Fields in Kambodscha und mit absoluter Sicherheit einer der deprimierendsten Orte, die man besichtigen kann. Killings Fields waren jene Exekutionsplätze (und Massenfriedhöfe), wo die Roten Khmer ihrer Zeit Menschen ermordet haben, die sie als lästig oder unnütz angesehen haben. Allein in Choeung Ek, welches der Exekutionsplatz des S-21-Gefängisses war, wurden rund 17.000 Männer, Frauen und Kinder Opfer des Regimes. Heute wirkt das Gelände sehr idyllisch, wie ein Garten an einem See, aber die Besichtigung der Massengräber und des angrenzenden Museums machen es unmöglich, sich von dieser Idylle einfangen zu lassen. Es gibt dazu nicht viele Worte und es ist genau so schrecklich, wie es sich anhört. Aber ein Besuch der Killing Fields trägt dazu bei, das Land und seine Geschichte zu verstehen.

Auf dem Gelände kannst du dich von einem sehr guten Audioguide führen lassen, und dir Geschichten zu den einzelnen Gedenkstätten anhören. Die Fahrzeit beträgt von der Innenstadt aus ungefähr 30 Minuten mit dem Tuk-Tuk und der Besuch kann als Halbtagestour mit dem ehemaligen S-21-Gefängnis, dem heutigen Toul Sleng Genozidmuseum, kombiniert werden. Der Eintritt für Choeung Ek beträgt 2 Dollar, mit Audioguide 6 Dollar. Stille und respektvolles Verhalten auf dem gesamten Gelände sind selbstverständlich obligatorisch.

Toul Sleng Genozidmuseum

Nicht weniger bedrückend ist der meist anschließende Besuch des ehemaligen S-21-Gefängnisses. Als Museum erhalten, soll es heute der Opfer durch Folter und Ermordung unter den Roten Khmer gedenken und als Mahnmal bleiben. In dem Gefängnis wurden Menschen gefoltert, um von ihnen Informationen oder Geständnisse zu bekommen – darunter z.B. Regimegegner, Lehrer, Ärzte, Intellektuelle, Studenten, sowie deren Familien. Das Gebäude diente vor den Roten Khmer als Gymnasium und besteht entsprechend aus einigen mehrstöckigen Häuserblöcken mit einzelnen Räumen und einem Innenhof. Als Besucher kannst du selbstständig durch die Räume laufen und dir Ausstellungsstücke, Gedenktafeln und Bilder anschauen. Das Museum zählt heute zum Weltdokumentenerbe der UNESCO. Es liegt fast in der Innenstadt und ist damit schnell zu erreichen. Der Eintritt kostet auch hier 2 Dollar.

Königspalast und Silberpagode

Seit den späten 1930er Jahren ist der Königspalast in Phnom Penh wieder Residenz des Königs. Das Palastgelände ist zum Teil offen für Besucher, nur der Teil, in dem der König tatsächlich wohnt, ist gesperrt. Teil des Besuchs ist die 1962 errichtete Silberpagode, in der sich ein großer Smaragd-Buddha und viele Kunstschätze befinden. Fotografieren und filmen ist außer in der Silberpagode und im Thronsaal überall erlaubt, kostet aber extra – so beträgt der Eintritt inklusive Kamera rund 8 Dollar. Du erreichst den Königspalast und die Silberpagode über die 240. Straße, das ist in der Nähe der Riverfront und somit sehr zentral gelegen.

Wat Phnom

Ein älteres Relikt der Stadtgeschichte findest du ebenfalls zentral an der Riverfront: Den Wat Phnom. Eine Legende besagt, dass eine gewisse Frau Penh, die hier auch als Statue verewigt wurde, im Jahr 1372 vier Buddhastatuen im Mekong fand und ihnen zu Ehre den Hügel (Phnom) aufschüttete und den Tempel errichtete. Mit dem Hügel Penh war der Stadtname geboren. Heute kann der Tempel für einen Eintrittspreis von einem Dollar jeden Tag besichtigt werden.

 

Nationalmuseum

Der kunstvolle rote Sandsteinbau, in dem sich das Nationalmuseum Kambodschas befindet, beherbergt um die 5.000 Exponate, darunter z.B. antike Artefakte aus der Angkor-Ära und der Post-Angkor-Ära sowie archäologische Fundstücke. Das Museum liegt direkt beim Königspalast und ist täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Dollar, fotografieren ist nicht erlaubt.

Architektur

Eine schöne und kostenlose Aktivität kann es sein, einfach in der Stadt umherzuwandern und die geschichtsträchtige Architektur zu bewundern. Neben der traditionellen Khmer-Architektur des Königspalastes und des Wat Phnom finden sich französische Kolonialvillen (mal besser und mal schlechter erhalten), sowie der Zentralmarkt im Art-Deco-Stil der 20er-Jahre. Ein wilder Mix möchte man meinen, aber da nicht wenige der alten Bauten vom Abriss bedroht sind, ist jetzt noch die Gelegenheit, das Stadtbild mal ganz bewusst auf sich wirken zu lassen.

Hier findest du weitere Sehenswürdigkeiten in Phnom Penh.

Die besten Touren, Ausflüge und Aktivitäten in Phnom Penh

Von Phnom Penh aus lassen sich einige schöne Tagesausflüge organisieren, z.B. eine Mekong-Inseltour oder eine Streetfood-Tour.

Essen & Trinken: Restaurants in Phnom Penh

In Kambodscha ist Amok kein Grund zur Panik, sondern das Nationalgericht. Es handelt sich um ein Fischcurry, dass du an jeder Straßenecke bekommst. Darüber hinaus bietet Phnom Penh asiatische Gerichte aller Couleur, wie Curries, Frittiertes sowie Nudel-, Fleisch- und Reisgerichte. Die Küche Kambodschas ist ein Hybrid der französischen Kolonialvergangenheit und dem Einfluss der asiatischen Nachbarländer, eine eigene kulinarische Handschrift gibt es jedoch nicht wirklich.

In der Hauptstadt musst du nicht hungern, von Gourmet-Restaurants bis zu einfachen Garküchen hast du freie Auswahl. Speisekarten sind meistens auch in Englisch verfasst und zumindest bunt bebildert. Die meisten Restaurants findest du natürlich rund um die Märkte, sowie am Sisowath Quai, der Straße am Mekong-Ufer.

Neben den teilweise sehr touristischen Restaurants in der Straße gibt es hier entlang der Uferpromenade noch richtig was zu entdecken. Fliegende Händler und Garküchen bieten ihre Waren und Speisen an, oft findet man hier auch ganz bestimmte lokale Spezialitäten: Frittierte oder gegrillte Insekten, Würmer, Taranteln und Schlangen. Einige glauben, dass Schlangen und Spinnen in Kambodscha erst seit den Hungersnöten unter den Roten Khmer verzehrt wurden. Die Einheimischen sagen aber, dies gehöre zur Geschichte und wurde schon immer praktiziert. So richtig genau weiß man es nicht, aber Fakt ist, dass es in der kambodschanischen Küche kaum Tabus gibt.

Nur ein Foto vom Insekten-Stand schießen und dann weiterziehen geht nicht, denn davon können die Verkäufer nicht leben – daher nehmen sie für ein Foto meist einen Dollar, sofern du ihnen sonst nichts abkaufen möchtest.

Wenn du dein kulturell antrainiertes Ekelgefühl abschalten kannst und kein Vegetarier bist, solltest du dir eine kleine Probierportion anfertigen lassen. Die Insekten werden zur Zubereitung mit Gewürzen eingerieben, mit Mehl bestäubt, und dann in heißem Öl frittiert – dadurch haben sie meist keinen Eigengeschmack und schmecken maximal nach dem Gewürz, mit dem sie zubereitet worden sind. Die Konsistenz kann aber durchaus ungewohnt sein, denn die Beinchen einiger Tiere können im Mund piksen.

Weiterhin wirst du hier mit Sicherheit auf frittierte oder gegrillte Frösche stoßen, die an vielen Straßenimbissen am Stock zum Verzehr angeboten werden. Und wie schmeckt nun so ein Frosch? Klischeeantwort: Wie Hühnchen.

Entwarnung für alle, die nicht permanent kulinarische Herausforderungen suchen: Neben Fröschen und Insekten sind in Phnom Penh auch viele internationale Restaurants und Fast-Food-Ketten vertreten – wenn es dann doch einfach mal eine Pizza sein darf. Essen und Trinken sind hier allgemein wirklich sehr günstig, an Garküchen bezahlst du ein bis drei Dollar pro Gericht, in Restaurants etwas mehr. Aber insgesamt ist das Preisniveau sehr niedrig.

Nachtleben in Phnom Penh

Das Nachtleben hatte früher einen sehr zweifelhaften Ruf, da es im Prinzip nur aus Sextourismus bestand. Doch die Zeiten haben sich geändert. Heute findest du in der Hauptstadt Kambodschas das lebendigste und aufregendste Nachtleben des Landes. Vor allem an der Riverside trifft sich am Abend die halbe Stadt. Bist du auf der Suche nach Party? Dann schau mal in der Rue Pasteur (Street 51) vorbei. Hier befinden sich einige angesagte Nightclubs, wo sich vor allem Expats und Backpacker tummeln. In der Sharky Bar treten jedes Wochenende Bands auf.

Skybars in Phnom Penh

Wenn du einen schönen Sonnenuntergang bzw. die Stadt von oben erleben möchtest, dann probiere mal die Le Moon K-West-Bar, die Rooftop Bar Chow im Quay Hotel, die Eclipse Sky Bar oder die Cloud 9. Phnom Penh hat keine besonders aufregende Skyline, das muss man dazu sagen. Trotzdem hast du von hier natürlich alles perfekt im Blick.

Shopping: Einkaufstipps für Phnom Penh

Unzählige Warenhäuser und Märkte machen auch ausgedehnte Shopping-Touren möglich. Ein absolutes Muss ist der Russian Market, hier kannst du wirklich Schnäppchen jagen. Hauptsächlich gibt es dort Souvenirs, Kunsthandwerk und Textilien zu kaufen. Auch Gewürze, wie den berühmten Kampot-Pfeffer, bekommst du hier günstig.

Der bekannteste und schönste Markt ist der Phsar Thmey, der Central Market. Das große Gebäude mit der Kuppel im Art Deco Stil wurde 1935 erbaut und bietet Schuhe, Schmuck, Uhren, DVDs, elektronische Artikel und vieles mehr. Hier findest du eine große Auswahl und alles ist sehr sauber und gepflegt.

Gleich um die Ecke befindet sich die Sorya Mall mit acht Etagen Modegeschäften, Supermärkten und Restaurants. Nördlich der Innenstadt, am Flussufer, befindet sich auch noch der Old Market, der Phsar Chas, auf dem es beschaulicher zugeht und der eher von Einheimischen besucht wird.

Das Markttreiben beginnt überall in den frühen Morgenstunden, wenn die Händler ihre Waren aufbauen und die Bewohner Phnom Penhs einkaufen gehen. Zur Mittagszeit ist es eher ruhig. Spät nachmittags reichert sich das Geschehen um Touristen, fliegende Händler und Garküchen an.

Phnom Penh mit Kind

Wenn es auch auf den ersten Blick nicht den Anschein haben mag, aber Phnom Penh bietet auch für Kinder einiges. Spaßig könnte z.B. ein Besuch des Phnom Penh Waterpark sein, eine weitere Empfehlung vieler Reisender ist das Kids Center, eine Mischung aus kindgerechtem Museum und Erlebnispark.

Phnom Penh hat einige Spielplätze, die jedoch meist in schlechtem Zustand sind. Für die etwas größeren Kinder gibt es auch eine Kartbahn, am besten fragst du im Hotel danach. Mekong-Flussfahrten sind ebenfalls ein nettes Erlebnis für die ganze Familie.

Ob du mit deinen Kindern die Killing Fields und das Genozidmuseum besuchst, musst du selbst entscheiden. Wenn ja, ist es sicher ratsam, Kinder vorzuwarnen und mit ihnen zu besprechen, was auf sie zukommt. Dazu gehören Schädel, Knochen und Folterinstrumente sowie Fotos und Bilder der Gräueltaten, die ausgestellt sind. Das muss man einfach vorher wissen.

Tipps für deinen Aufenthalt in Phnom Penh

Übernachten in Phnom Penh

Die Hotelpreise in Phnom Penh sind recht niedrig, du bekommst auch richtig schicke Hotelzimmer für vergleichsweise kleines Geld. Vom Mehrbettzimmer bis zum Luxushotel ist alles vorhanden, du musst nur wählen. Hier findest du mehr Tipps und Infos zu Hotels und Unterkünften in Phnom Penh.

Öffentliche Verkehrsmittel

Als Verkehrsmittel stehen dir in Phnom Penh Busse, Taxis, Roller und Tuk-Tuks zur Verfügung, wobei Letztere wohl das gängigste sind.

Da in Phnom Penh alles, was mit Transportdienstleistung zu tun hat, „Taxi“ heißt, musst du dich bei deinem gewünschten Verkehrsmittel exakt ausrücken – so oder so wird’s aber nicht teuer. Entfernungen werden in Dollar gemessen, für zwei bis drei Dollar kommst du innerhalb des Zentrums schon ein gutes Stück weit.

Möchtest du mit dem Tuk-Tuk fahren, hier zwei Tipps: Fahrpreis unbedingt vorher verhandeln und für längere Fahrten ein Tuch mitnehmen. Die Straßen sind extrem staubig, auf längeren Fahrten (z.B. zum Flughafen oder zu den Killing Fields) kann es angenehm sein, sich ein Tuch um Mund und Nase zu binden, sowie die Augen mit einer Sonnenbrille zu schützen. Mag blöd aussehen, noch blöder ist aber der ganze Staub in Nase und Augen. Bei kurzen Fahrten in der Innenstadt ist das nicht notwendig.

Eine etwas neuere Entwicklung ist das kambodschanische „Uber“. Mit der App „PassApp Taxi“. bestellst du einen privaten Fahrer, der dich für wenig Geld an dein Ziel bringt. Der Unterschied ist nur, dass nicht PKWs oder Tuk-Tuks, sondern Motorradrikschas zum Einsatz kommen. Die Tuk-Tuk Fahrer beklagen sich natürlich über diesen unliebsamen Wettbewerb, der leider genau in ihrem Preissegment stattfindet. Da die Motorradrikschas noch ein Stück kleiner als Tuk-Tuks sind, sind diese für Reisende mit viel Gepäck nicht zu empfehlen.

Öffentlichen Nahverkehr wie in Bangkok oder Singapur findest du hier noch nicht vor. Es gibt Pläne der Regierung, mit der Hilfe chinesischer Investoren einen Skytrain in Phnom Penh zu bauen, der dann auch den Flughafen mit der Innenstadt verbinden soll, aber das ist derzeit noch Zukunftsmusik. Im Moment kannst du als Tourist lediglich auf den Phnom Penh City Bus zurückgreifen, ein moderner öffentlicher Bus, der in der Nähe des Central Market hält. Die Linie 3 verbindet den Flughafen mit dem Stadtzentrum.

Wenn du dich traust, kannst du mit einem internationalen Führerschein theoretisch auch Roller und Autos mieten. Die Straßen sind aber wirklich hektisch und sehr unübersichtlich und die Unfallrate ist hoch, deshalb ist es nicht unbedingt ratsam, aktiv am Verkehr teilzunehmen.

Das Zentrum und die Riverfront Phnoms Penhs lassen sich auch perfekt zu Fuß erkunden. Die Fußwege sind meist gut passierbar.

Budget: Wie teuer ist Phnom Penh?

Das Preisniveau in Phnom Penh ist sehr niedrig, egal ob bei Unterkünften, beim Shoppen, beim Feiern oder beim Essen.

Geldautomaten/Geld abheben in Phnom Penh

Geldautomaten in Kambodschas Hauptstadt zu finden, ist überhaupt kein Problem. Sie sind überall, funktionieren in der Regel und akzeptieren alle gängigen Karten. Große Banken sind zum Beispiel die Canadia Bank, die Cathay United Bank, die Cambodia Public Bank oder die ANZ Royal Bank. Die Geldausgabe mit ausländischen Karten erfolgt grundsätzlich in Dollar, den kambodschanischen Riel bekommst du als Tourist nur als Wechselgeld zu Gesicht.

Transaktionsgebühren fürs Abheben werden in jedem Fall fällig (4-6 Dollar), dazu kann noch die Gebühr der Hausbank kommen. Geld sparen kannst du, wenn du eine gute Reise-Kreditkarte für Kambodscha hast, die dir gebührenfreies Abheben im Ausland erlaubt.

Direkt mit Kreditkarte zahlen kommt in Phnom Penh immer mehr in Mode, auch wenn es derzeit noch eher in Hotels und internationalen Geschäften und Restaurants akzeptiert wird. Es kann von Vorteil sein, im Vorfeld einmal der Hausbank Bescheid zu geben, dass du dich in Kambodscha aufhältst, damit die Karte nicht aufgrund ungewöhnlicher Aktivitäten gesperrt wird.

Medizinische Versorgung in Phnom Penh

Phnom Penh ist so gut wie frei von Malaria und Dengue-Fieber – insbesondere während der Regenzeit besteht aber ein minimales Restrisiko. Auf jeden Fall ist in Phnom Penh das Risiko von Cholera oder Magen-Darm-Infekten gegeben, übertragen durch verunreinigte Nahrungsmittel oder Wasser.

Eher gering, aber durch herumstreunende Tiere nicht ganz auszuschließen, ist auch das Tollwut-Risiko. Lass dich zu Risiken, Impfungen und Hygiene-Maßnahmen vor deiner Reise von einem ausgebildeten Reisemediziner beraten – der weiß, was zu tun und zu lassen ist.

Die ärztliche Versorgung in Phnom Penh ist mittlerweile okay. Es gibt einige moderne Krankenhäuser und gut ausgestattete Privatkliniken, z.B.:

Für sehr schwere und komplizierte Fälle besteht die Möglichkeit eines Krankentransportes nach Bangkok, wo eine erstklassige medizinische Versorgung auf jeden Fall gewährleistet ist.

Ein absolutes Kuriosum ist die wirklich enorme Anzahl von Zahnärzten – die aber nicht unbedingt auf dem neuesten Stand sind, was Behandlungsmethoden angeht. Die oben erwähnte International SOS Clinic bietet auch zahnärztlichen Notdienst auf internationalem Standard.

So oder so muss eine Behandlung im Ausland immer sofort bezahlt werden. Hast du eine Auslandskrankenversicherung, kannst du dir die Kosten später erstatten lassen. Dafür unbedingt alle Behandlungsnachweise und alle Belege sorgfältig aufbewahren!

Brauchst du Medikamente, kein Problem, in Phnom Penh gibt es viele gut sortierte Apotheken. Eine einfache Grundversorgung an Medikamenten dabeizuhaben, kann aber definitiv nicht schaden. Hier findest du Tipps für die eigene Reiseapotheke.

Packliste für Phnom Penh

Manchmal kann eine kleine Checkliste nicht schaden – hier findest du einen Vorschlag für eine Packliste für Kambodscha, bei der dann wirklich an alles gedacht ist. Und natürlich kannst du vor Ort fast alles nachlaufen, wenn du etwas vergessen hast. Mach dir bloß nicht zu viele Sorgen über das Gepäck. Solange du an deinen Reisepass, Geld und ggf. lebenswichtige Medikamente denkst, wird sich der Rest finden.

Klima, Wetter, beste Reisezeit

Der Vorteil einer Großstadt ist, dass man sie unabhängig von Regen- oder Trockenzeit besuchen kann, hier gibt es immer etwas zu sehen und zu erleben. Hier findest du Details zu Klima und Reisezeit für Kambodscha.

Phnom Penh: Events, Feste und Feiertage

Feiertage sind in Kambodscha ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität und werden teilweise mehrtägig und mit feierlicher Ernsthaftigkeit begangen. Es gibt 27 Feiertage in Kambodscha, hier eine Auswahl der bedeutendsten:

Tag der Befreiung (07. Januar)

An diesem Tag wurde Kambodscha durch die Vietnamesen von den Roten Khmer befreit.

Chinesisches Neujahr (Mitte Februar)

Auch wenn dies kein offizieller Feiertag Kambodschas ist, wird vor allem in Phnom Penh und anderen größeren Städten kräftig mit den Chinesen gefeiert.

Meak Bochea (März)

Meak Bochea ist der zweitwichtigste buddhistische Feiertag und wird am Vollmond des dritten Monats des Mondkalenders gefeiert. Es wird dem Tag gedacht, an dem sich 1250 Mönche einst versammelten, um die Predigten Buddhas zu hören.

Khmer Neujahr (April)

Im April feiern neben Thais und Burmesen auch die Kambodschaner ihr mehrtägiges Neujahrsfest. Viele haben zu dieser Zeit frei und fahren zu ihren Familien, um gemeinsam mit spirituellen Zeremonien und Tempelbesuchen das neue Jahr willkommen zu heißen – das produziert jedoch ein nicht unerhebliches Verkehrsaufkommen.

Visak Bochea (Mai)

Der wichtigste buddhistische Feiertag, da es Buddhas Geburtstag ist.

Geburtstag des Königs (13.-15. Mai)

Kambodschas König Norodom Sihamoni wurde am 14. Mai 1953 geboren und feiert selbst seinen Geburtstag recht bescheiden. Es finden keine Paraden oder große Festivitäten statt, aber am Mekongufer gibt es immerhin ein Feuerwerk. Rund um den königlichen Geburtstag hat die Bevölkerung drei Tage frei.

Pchum Ben (Oktober)

Im Oktober wird zum Gedenken an die Verstorbenen das Pchum Ben Fest gefeiert.

Wasserfestival (November)

Das Ende der Regenzeit wird im November festlich begangen, zu diesem Zeitpunkt ändert der Mekong auch wieder seine Fließrichtung.

Daten und Fakten

Wie ist die Zeitumstellung?

Phnom Penh (GMT/UTC +7) ist Deutschland, Österreich und der Schweiz während der Sommerzeit fünf Stunden voraus, zur Winterzeit sind es sechs Stunden.

Wie ist die Währung?

Die offizielle Währung in Kambodscha ist der Kambodschanische Riel. Beim Bezahlen in Kambodscha für Touristen spielt der Riel nur als Wechselgeld eine Rolle, ansonsten lautet die Währung US-Dollar.

Der Grund für den Dollar als Parallelwährung ist in allen Ländern mit diesem System der gleiche: Mangelnde Wertstabilität und wenig Vertrauen in die eigene Währung. Unter den Roten Khmer vorübergehend ganz abgeschafft, hat sich der Riel bis heute noch nicht als einzige Währung durchsetzen können. Fun fact: Mangelende Wertstabilität ist eigentlich kein Problem. Bis auf ganz geringe Schwankungen ergibt ein US-Dollar 4.000 Riel.

Welche Sprache wird gesprochen?

Die Amtssprache Kambodschas ist Khmer, welche von 95 % der Bevölkerung gesprochen wird. Weitere Sprachen sind Vietnamesisch und Chinesisch sowie verschiedene andere Minderheitensprachen. Vereinzelt wird man auch Kambodschaner treffen, die exzellentes Französisch sprechen, dies war aufgrund der Kolonialvergangenheit lange Zeit die beliebteste Fremdsprache. Mittlerweile wird Französisch mehr und mehr von Englisch abgelöst, und die Verständigung auf Englisch in Kambodscha wird immer besser, insbesondere in Phnom Penh und Siem Reap.

Wie groß ist Phnom Penh?

Phnom Penh ist circa 376 km² groß.

Wie viele Einwohner hat Phnom Penh?

Zurzeit leben circa 1,5 Millionen Menschen in Kambodschas Hauptstadt.

Post

Kambodscha verfügt über kein funktionierendes Postsystem, das muss man leider konstatieren. Briefkästen sind nirgends zu finden, Preise für Briefmarken variieren je nachdem, wen man fragt. Am sichersten ist es, Postkarten oder Briefe persönlich zum Cambodia Post Office zu bringen. Die Abgabe von Post an der Hotelrezeption ist, so berichten viele Reisende, ein Glücksspiel.

WLAN /SIM-Karte

Die meisten Unterkünfte haben freies WLAN, dessen Schnelligkeit und Verfügbarkeit meist durchaus gut ist. Darüber hinaus finden sich am Sisowath Quay einige Internet-Cafes.

Natürlich kannst du vor Ort für umgerechnet ca. 5 € eine kambodschanische Prepaid-SIM-Karte kaufen, diese gibt fast an jeder Ecke in Phnom Penh. In Kambodscha ist der Wettbewerb unter Mobilfunkanbietern sehr groß, weil es davon so viele gibt. Um nur einige zu nennen: Metfone, Smart by Axiata, Seatel und Cellcard. Die Netzabdeckung in Kambodscha ist gut und wird immer besser, in Phnom Penh solltest du in 4G/LTE-Geschwindigkeit surfen können.

Reiseführer für Phnom Penh

Hilfreiche Reiseführer sind immer wieder die altbewährten von Stefan Loose und Lonely Planet. Diese behandeln das ganze Land, aber natürlich sind hier auch viele Tipps zu Phnom Penh enthalten.

Phnom Penh: Anreise und Weiterreise

Um dir selbst einen Überblick zu verschaffen, schau dir die Stadt ruhig einmal bei Google Maps an, das hilft der Orientierung ungemein.

Die Anreise nach Phnom Penh gestaltet sich als recht einfach.

Mit dem Flugzeug

Von Deutschland aus bekommst du je Saison einen Hin- und Rückflug nach Phnom Penh bereits ab 600 Euro. Wenn du bereits in Asien unterwegs bist, kannst du auch sehr günstig von Thailand, Malaysia, Vietnam, Singapur, Taiwan, Hongkong, China oder Indonesien anreisen. Ein Taxi vom Flughafen in die 10 Kilometer entfernte Innenstadt kostet ca. 7 Dollar.

Möchtest du Bus fahren, steig in die Linie 3, die bringt dich für ein paar Riel Richtung Zentrum. Wie bereits erwähnt, gibt es im Moment Pläne für einen Skytrain in Phnom Penh, der dann auch den Airport anfahren soll – das kann aber noch ein paar Jahre dauern.

Darüber hinaus bietet sich Phnom Penh neben An- und Abreise auch für eine Weiterreise innerhalb des Landes an, von hier aus erreichst du praktisch jeden Flecken Kambodschas. Mehr Infos zu Inlandsflügen findest du hier.

Für jeden Zweck sind als Flugsuchmaschinen Momondo und Skyscanner zu empfehlen.

Mit dem Boot/der Fähre

Über den Hafen von Phnom Penh kannst du theoretisch auch mit dem Boot anreisen, der Tonle Sap fließt wunderbar einmal quer durchs Land. Wenn du aktuelle Informationen zu Verbindungen per Boot suchst, frage am besten vor Ort in deinem Hotel oder in Reiseagenturen. Die Aussagen im Netz widersprechen sich und sind oft veraltet. Zwischen Siem Reap und Phnom Penh verkehrt mal und mal nicht das Unternehmen Mekong Express Tours, die Bootsfahrt von und nach Siem Reap soll dort 35 Dollar kosten.

Mit dem Bus/Minibus

Diverse Linienbusse und Minibusse verkehren regelmäßig zwischen Phnom Penh und den größeren Städten des Landes, wie z.B. Sihanoukville, Siem Reap, oder Kampong Thom. Tickets kannst du online bei 12go.asia suchen oder vor Ort bei Reiseagenturen oder im Hotel nachfragen.

Privater Transfer

Natürlich kannst du dir auch ein privates Taxi chartern, wenn das aufgrund der Entfernung möglich ist. Von Phnom Penh an die Südküste nach Kep oder Kampot kommst du z.B. in ca. 3 Stunden für ungefähr 50 Dollar. Hierzu erkundigst du dich am besten im Hotel oder bei Reiseagenturen, oder du verhandelst selber mit den Taxifahrern vor Ort.

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