Ein Tag auf Phuket

Bei meinem letzten Thailand-Aufenthalt buchte ich statt Bangkok einen kostengünstigeren Rückflug von Phuket. Die Chance, mir die Insel genauer anzusehen, ließ ich mir dabei nicht entgehen. Dank guter Hilfe war es ein Tag voller Überraschungen.

Vor sechs Jahren war ich schon einmal dort gewesen und hatte die Zeit an drei Stränden verbracht. Dieses Mal wollte ich, zumal der Besuch in der Regenzeit stattfand, etwas anderes sehen. Das klappte auch sehr gut, denn ich bekam kurzfristig Unterstützung von einem der besten Reiseführer von Phuket. Und das kam so:

In den Wochen vor meiner Ankunft hatte ich ein paar Informationen mit Sebastian von Phuketasic ausgetauscht. Seit etwa einem Jahr betreibt er diesen wirklich interessanten Reiseblog über Thailands bekannteste Insel. Darauf gibt er wertvolle Tipps rund um Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte, Restaurants und Ausflugsziele. Zudem räumt er mit dem Vorurteil auf, dass Phuket nur für Pauschal- und Sextouristen attraktiv sei. Er hat  mittlerweile zwei interessante Reiseführer geschrieben, nämlich „Phuket auf eigene Faust erkunden“ und das „Handbuch für den ersten Phuketurlaub“. Wer die Insel richtig entdecken will, kommt daran eigentlich nicht vorbei. Sebastian spricht übrigens fließend Thai! Wenn du das auch können möchtest, schau dir doch mal seinen Online-Kurs „Thailändisch für Anfänger“ an!

Als ich ihn nach ein paar Geheimtipps fragte, bot er mir an, gemeinsam zu ein paar schönen Orten zu fahren. Da habe ich natürlich nicht Nein gesagt. Sebastian wohnt seit Jahren mit seiner Familie auf Phuket und kennt die Insel wie nur wenige Farangs. Und hier ist der Bericht:

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Los geht es morgens um 10 Uhr. Die erste Station ist der Khao Rang Hill im Nordwesten von Phuket Town. Als wir oben angekommen, bietet sich eine schöne Aussicht auf die Stadt und die Chalong Bucht. Außer uns ist niemand dort, so dass wir die absolute Ruhe genießen können. Die Thais kommen nachmittags und am Wochenende hier her. Einige kleine Restaurants haben sich an diesem Ausflugsziel angesiedelt, zudem gibt es einen Trimm-dich-Pfad.

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Blick auf Phuket Town

Auf dem Parkplatz steht die Statue von Ratsada Korsimbi Na Ranong. Der ehemalige Gouverneur wird von vielen Thais verehrt, weil er für den wirtschaftlichen Aufschwung Phukets vor rund 100 Jahren verantwortlich war. Durch kleine Opfergaben erhoffen sich die Menschen eigenen finanziellen Erfolg.

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Auf dem Weg zum Auto erscheint eine Horde Affen am Rande des Parkplatzes. Während die einen die Mülleimer nach Lebensmittelresten durchsuchen, macht sich das größte Tier auf dem Weg zur Statue, klettert hinauf und trinkt genüsslich die dort als Opfergabe abgestellte Fanta. Ob der Affe sich damit wohlmöglich die Zukunft verbaut hat?

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Wat Khao Rang Tempel und God of Death

Lachend fahren wir weiter zur nächsten Station. Der Wat Khao Rang Tempel liegt in unmittelbarer Nähe. Auch hier sind wir bis auf zwei Thailänderinnen alleine. Eine riesige goldene Buddha-Statue überragt die gesamte Anlage. Rund um die Aufgänge gibt es viele Figuren zu bestaunen, zum Beispiel den God of Death, der eine Totenkopf-Kette trägt. Weitere Tempelwächter stehen entlang der Treppe. Ich habe wirklich schon viele buddhistische Tempel besucht, größere und architektonisch beeindruckendere. Aber die Statuen, die es hier zu sehen gibt, sind etwas Besonderes.

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God of Death

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Koh Sirae-Halbinsel

Weiter geht es zur Koh Sirae-Halbinsel, die durch eine kurze Brücke mit Phuket verbunden ist. Sie befindet sich im Nordosten von Phuket Town. Sind uns bis eben wenig Touristen begegnet, so sehen wir jetzt gar keine mehr.

Vor uns liegt ein Dorf von Seenomaden. Um ihre Geschichte zu dokumentieren, wurde ein Museum gebaut. Die Architektur des Gebäudes hat die Form der traditionellen Fischfallen. Ob der mit einem nationalen Designpreis prämierte Bau jedoch jemals eröffnet, ist fraglich. Aktuell steht er leer.

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Toller Ausblick vom Wat Koh Sirae

Einige hundert Meter entfernt geht es rauf auf einen Hügel zu einem wahren Geheimtipp, dem kaum besuchten Wat Koh Sirae. Beim fünfminütigen Aufstieg werden wir – trotz Regenschirm – ordentlich nass. Als wir oben sind, ist der Schauer jedoch schon wieder vorbei.

Nach einer kleinen Spende betreten wir den Tempel. Ein liegender goldener Buddha erwartet uns. Dazu der Duft von Räucherstäbchen. Durch eine Glastür gelangt man auf eine Terrasse, über die man von drei Seiten des Tempels eine tolle Aussicht genießen kann. Neben Koh Sirae sieht man einige Inseln der Phang Nga Bucht, den Hafen von Phuket und bei gutem Wetter sogar die Phi Phi Islands. Ein schöner und ruhiger Ort, der einem daran zweifeln lässt, ob man sich gerade wirklich auf einer der touristischsten Inseln Thailands befindet.

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Bei etwas besserem Wetter sieht man hier Phi Phi Island.

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Der Hafen von Phuket

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Mittagspause in Phuket Town

Gegen Mittag fahren wir zurück nach Phuket Town, um etwas zu essen. Der Ort hat Charme, vor allem die Altstadt mit Häusern im sino-portugiesischen Stil, Villen und chinesischen Tempeln. Dazwischen finden sich gute Restaurants und schicke Cafés. Bei Künstlern boomt die Stadt und auch Backpacker wagen sich immer häufiger hier her.

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Ein Stausee auf Phuket?

Nach einem hervorragenden Mittagessen geht es weiter zum Bangwad Dam. Der Stausee liegt im Landesinneren, ziemlich genau zwischen Phuket Town und Patong. Ein idyllischer Ort. Die Straße, die rund um das Gewässer führt, ist fast gar nicht befahren und eine vor allem bei Einheimischen beliebte Jogging-Strecke.

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Wieder sehen wir keine anderen Touristen. Das ändert sich jedoch später dramatisch, als sich Sebastian verabschiedet und uns in Patong absetzt. Der Strandort hat zusammen mit Pattaya wahrscheinlich den schlechtesten Ruf in ganz Thailand. Wir wollen dort vor der Heimreise noch einmal richtig einkaufen. Neben den vielen kleinen Shops, die in erster Linie Kitsch oder Souvenirs oder beides verkaufen, gibt es hier die Jungceylon Shopping Mall, ein riesiges Einkaufszentrum mit rund 300 Läden. Zwischen Cafés und Restaurants ist eine Promenade, auf der abends ein Showprogramm gezeigt wird.

Innerhalb der Gebäude reiht sich Modeboutique an Modeboutique. Wir steuern jedoch zuerst den Big C an. Dabei handelt es sich um einen großen Supermarkt. Wir kaufen Utensilien und Zutaten für die heimische Küche.

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Patong Beach – der alltägliche Wahnsinn

Anschließend gehen wir zum Strand. Vom Baden wird aufgrund der in dieser Jahreszeit gefährlichen Strömungen abgeraten, trotzdem sind die Liegestühle gut besucht. Jetski-Anbieter werben um Kunden, und auch sonst ist hier viel Trubel. Auf der anderen Seite der Straße findet sich die typische Mischung aus kleinen Läden, Schneidereien, Massage-Salons und Restaurants.

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Etwas weiter beginnt das sündigste Stück Phukets, die Bangla Road. Im Licht der Nachmittagssonne wirkt sie fast friedlich. Hier reiht sich Bar an Bar. Nach Einbruch der Dunkelheit wird allabendlich das Tor zu einem Paralleluniversum aufgestoßen. Doch jetzt fühlt es sich an wie die Ruhe vor dem Sturm.

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Zwei Stunden später, nach dem Abendessen, sind wir noch einmal hier. Die Musik wummert, bunte Lichter glitzern und das Leben hat sich in einen Kinofilm verwandelt. Das Spektakel ähnelt ein wenig dem auf der Khao San Road in Bangkok. Doch das Publikum hier ist anders und neben Alkohol und Party steht unverkennbar käuflicher Sex im Mittelpunkt des Geschehens.

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Männer und Frauen, Alte und Junge, Asiaten und Europäer sitzen in Bars oder spazieren durch das Viertel. Dazwischen Souvenirhändler, Bettler, Künstler und Schlepper („Ping Pong Show?!“). Ab und an auch die Polizei, die patrouilliert und die jungen Männer in die Flucht schlägt, die einem ungefragt einen Leguan, einen Affen oder irgendein anderes Tier, das definitiv nicht hierher gehört, für ein Foto auf die Schulter setzen. Wir halten es zwei Stunden aus, dann gehen wir ins Bett.

 

Fazit

Ein toller Tag. Dank Sebastian sahen wir viele schöne Orte auf Phuket. Und meistens waren wir alleine dort. Die Insel ist definitiv eine Reise wert und bietet für fast jeden Geschmack das passende Programm. Man muss sich nur vorher gut informieren und ggf. bereit sein, etwas mehr als an anderen Orten zu bezahlen.

Patong haben wir uns freiwillig angesehen, und es war wie erwartet. Auch das ist Thailand. Um einen Abend Bauklötze zu staunen, sicher eine Option, für einen längeren Zeitraum würde ich jedoch einen anderen Ort wählen.

Tipp: Auf Phuketastic hat Sebastian eine Liste mit 105 Ausflügen, Tagestouren und Sehenswürdigkeiten in Phuket und Umgebung zusammengestellt.

 

 

Weitere Bilder:

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Typisch Thailand: Eine Minute nach Beginn des Regenschauers kam der Schirm-Händler.

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Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 25. September 2013. Zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2015.

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  1. Der Wat Chalong - Pflichtziel auf Phuket - […] eine Tagestour zu diesen beiden Tempeln und einigen anderen sehenswerten Flecken hat Stefan von faszination-südostasien.de geschrieben, dem ich vor…

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