Zu Besuch im Taman Negara Nationalpark

In West-Malaysia liegt das älteste Waldgebiet der Erde. Auf kurzen Wanderungen oder mehrtägigen Touren kannst du dort die seit 130 Millionen Jahren wild wuchernde Natur erleben. Und der Dschungel bietet noch eine ganze Reihe weiterer Attraktionen.

Der Taman Negara Nationalpark gehört neben den Cameron Highlands zu den beliebtesten Reisezielen in Westmalaysia, die nicht an der Küste liegen. Wer noch nie im Dschungel war, findet hier den perfekten Einstieg. Alle Wanderwege sind gut markiert, so dass du auch auf eigene Faust losgehen kannst.

Auf einigen Strecken sind Holzstege installiert. Da kommt vielleicht nicht das klassische Wildnis-Feeling auf, dafür wird die Natur in diesem stark frequentierten Bereich geschützt. Bei Ausflügen, die tiefer in den Park hinein gehen, läufst du direkt auf dem Waldboden.

Taman Negara Nationalpark

Du solltest wissen, dass der Taman Negara touristisch sehr gut erschlossen ist und sich seit Jahren zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt hat. Vor allem an Wochenenden oder zur malaysischen Ferienzeit wird es hier sehr voll. Dementsprechend teilst du dein Naturerlebnis mit vielen anderen Besuchern. Wenn du es zeitlich einrichten kannst, solltest du besser unter der Woche hier sein.

Mir hat der Aufenthalt im Taman Negara Nationalpark sehr gut gefallen. Du bist dort mitten in der Natur. Rund um dich herum ist alles grün, und die riesigen Bäume sind beeindruckend. Generell lernst du mehr über Pflanzen als über Tiere, was sicherlich auch an den vielen Touristen liegt. Trotzdem habe ich eine Reihe bunter Vögel, Affen, Echsen und jede Menge interessante Insekten gesehen.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Die Auswahl an Aktivitäten, die du im Park unternehmen kannst, ist groß. Es gibt Bootsfahrten, Wanderungen, Höhlenbesichtigungen und sportliche Aktivitäten wie Rafting. Die meisten Gäste kommen für zwei Übernachtungen hier hin. Das reicht grundsätzlich, allerdings hast du dann auch volles Programm während deines Aufenthalts. Daher solltest du einen Tag mehr einplanen, wenn du dich nicht stressen willst.

Wanderungen

Die morgendliche Wanderung zu einem Aussichtspunkt war eine gute Einführung in die Pflanzenwelt des Taman Negara.

Der Weg hinauf auf den Berg lohnt sich. Auch wenn es etwas anstrengend ist, solltest du bis zum (schöneren) zweiten Aussichtspunkt gehen. Der ist noch mal 10 bis 15 Minuten weiter als der erste.

Tipp: Aufgrund der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit empfehle ich, ein Handtuch und ein Wechsel-T-Shirt mitzunehmen. Ich war in jedem Fall durchgeschwitzt.

Sehr beliebt ist die Nachtwanderung in den Nationalpark. Gegen 21 Uhr geht es mit Taschenlampen in den dunklen Dschungel.

Am Wochenende herrscht dort jedoch Hochbetrieb, da sehr viele Gruppen auf der selben Route unterwegs sind. Viele Tiere haben wir daher nicht gesehen. Immerhin hatten wir einen guten Guide, der im Unterholz ein paar Spinnen und Skorpione für uns entdeckte.

Taman Negara Canopy Walk

Definitiv ein Erlebnis ist der Canopy Walk, der vor einigen Jahren im Taman Negara Nationalpark installiert wurde. Über Hängebrücken gelangst du hoch in die Baumwipfel. Von dort bieten sich dir atemberaubende Ausblicke.

Doch Vorsicht: Wenn du nicht schwindelfrei bist, kann dir der Spaß schnell vergehen. Das erste Brückenstück ist noch harmlos und nur zehn Meter über dem Boden. Im Laufe des Rundgangs erhöht sich der Abstand zwischen der schwankenden Hängebrücke und dem Waldboden auf bis zu 45 Meter!

Auf den Bäumen sind jeweils kleine Plattformen eingerichtet. Dort kannst du dich ausruhen und Fotos machen. Nach etwa der Hälfte der 26 Brücken besteht die Möglichkeit, den Rundgang zu verlassen und hinab zusteigen.

Gut gefallen hat mir, dass auf den Plattformen Angestellte der Anklage sitzen und ein wenig aufpassen. Vor allem wenn viele Besucher unterwegs sind.

Tipp: Morgens kann es schon mal recht voll werden und zu langen Wartezeiten kommen. Auch auf dem Canopy Walk entstehen dann regelrechte Staus. Später, kurz vor der Mittagspause, ist meist weniger los. Dann schaukeln die Brücken auch nicht so.

Danke an Nicole, die weiter ging, als die Knie weich wurden. 😉

Orang Asli

Zum festen Programm gehört ein Besuch der Orang Asli. Die Ureinwohner leben in kleinen Dörfern entlang des Flusses. Ein Programmpunkt, der mir nicht so gut gefällt. Das Ganze hat etwas von Freiluftkino mit den Einwohnern als Darstellern. Tag für Tag laden Boote Touristen ab, die dann zwischen den Wohnhäusern der Menschen hin und her laufen und wild Fotos machen.

Trotzdem kannst du hier viel über das Leben des Orang Aslis lernen. Die Jagdtechniken sind ebenso beeindruckend wie die Fähigkeit, mit einfachen Methoden ein Feuer zu entfachen.

Stromschnellen

Auf dem Sungai Tembeling gibt es einige Stromschnellen, durch die du mit dem Boot fahren kannst. Das macht Spaß, auch wenn du nass wirst, und ist daher Teil des Angebots. Nach längerer Trockenzeit ist das Ganze jedoch nicht ganz so spektakulär.

Lata Berkoh Tour

Am besten gefallen hat mir die Bootstour zu einem kleinen Wasserfall. Um dorthin zu gelangen, fährst du etwa 40 Minuten den Sungai Tahan hinauf. Das war klasse. Um dich herum ist alles grün und abgesehen vom Knattern des Motorboots herrscht absolute Stille.

Riesige Bäume stehen am Ufer, einige sind in der Regenzeit umgekippt. Hin und wieder sind bunte Vögel am Wegesrand zu sehen. Das Wort Idylle passt hier gut. Ich habe jede Minute der Fahrt genossen.

Den letzten Kilometer mussten wir aufgrund Niedrigwassers zu Fuß zurücklegen. Die Belohnung dafür gab es dann beim Schwimmen im erfrischenden Pool des Wasserfalls.

Anreise

Fahrten in den Taman Negara Nationalpark kannst du problemlos in Reisebüros in Kuala Lumpur oder in anderen Orten mit touristischer Infrastruktur buchen. Dabei werden dir meistens auch Unterkünfte und Touren angeboten.

Die einfache Fahrt von Kuala Lumpur kostet pro Person etwa 70,- Ringgit (ca. 16,- Euro). Darin enthalten sind sowohl die dreistündige Fahrt mit dem Minibus nach Kuala Tembeling als auch die anschließende Bootsfahrt über den Sungai Tembeling nach Kuala Taha. Diese dauert ebenfalls rund zweieinhalb bis drei Stunden und ist nicht sehr aufregend. Nimm dir neben Sonnencreme daher auch ein Kissen und etwas zum Lesen mit ins Handgepäck. An die großen Rucksäcke, die hinten auf dem Boot gestapelt werden, kommst du während der Fahrt nämlich nicht mehr dran.

Es gibt auch eine Straßenverbindung zwischen Kuala Tahan und Kuala Tembeling.

Für den Nationalpark, der ganzjährig geöffnet ist, benötigst du eine Eintrittserlaubnis. Diese kostet einen Ringgit und ist in Kuala Tahan erhältlich. Die Fotoerlaubnis kostet 5 Ringgit. Beide Bescheinigungen solltest du im Taman Negara immer bei dir tragen, da Kontrollen durchgeführt werden.

Tipp: In Kuala Tahan gibt es keinen Geldautomaten. Bring daher genügend Bargeld mit.

Von Kuala Tembeling fahren übrigens auch Minibusse zu anderen Zielen, zum Beispiel nach Kuala Besut (Perhantian Islands) oder in die Cameron Highlands.

Der Besuch der Parks wird übrigens auch als Tagestour von Kuala Lumpur angeboten.

Unterkünfte

In Kuala Tahan, dem Ausgangspunkt für die Touren, gibt es eine ganze Reihe von Unterkünften in verschiedenen Preisklassen. Das Mutiara Taman Negara ist das einzige Hotel, das direkt im Nationalpark liegt. Alle sonstigen Unterkünfte befinden sich auf der anderen Seite des Flusses. Die Überfahrt kostet jedoch nur einen Ringgit.

Hier findest du die Hotelübersicht auf

Bilder aus dem Taman Negara Nationalpark

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