Perhentian Islands: Tipps für deine Reise

An der Ostküste Malaysias liegen die Perhentian Islands. Zwei kleine Inseln, die mittlerweile zu den beliebtesten Reisezielen in Malaysia gehören. Schöne Strände und eine attraktive Unterwasserwelt locken längst nicht mehr nur Backpacker an. In meinem Perhentian-Guide habe ich die wichtigsten Tipps und Infos zusammengefasst.

Jahrelang waren die beiden Inseln vor der Küste von Kuala Besut so etwas wie der Geheimtipp für Backpacking in Malaysia. Mit „geheim“ ist es mittlerweile jedoch vorbei. Mehr als 100.000 Touristen kommen jedes Jahr.

Perhentian Islands Tipps

Inzwischen werden die Perhentians von Reisenden recht unterschiedlich bewertet. Die einen sind begeistert und wollen unbedingt nochmal hin. Andere winken ab und sagen „einmal und nie wieder“. In der Tat zeigen sich die Inseln von zwei Seiten. Dass dort vieles sehr schön ist, wird sicher niemand abschreiten. Aber zu nennen sind leider auch Dinge, die negativ auffallen.

Was ist gut?

Die Perhentian Islands haben einige tolle Strände. Diese umgibt meist klares Wasser, in dem du prima Tauchen und Schnorcheln kannst. Auf den Perhentians herrscht zudem eine sehr entspannte Atmosphäre. Es gibt keinen Lärm durch Autos oder Motorräder, im Hinterland liegt unberührte Natur und die Tierwelt auf der Insel ist ein Erlebnis.

Was ist schlecht?

Leider sind die meisten Strände total zugebaut. Ein paar Baugenehmigungen weniger wären nicht schlecht gewesen. Das fällt zum Beispiel am Coral Bay auf Kecil sowie am Verbindungsstück zwischen den Buchten Pauh und Kikir auf Besar auf. Der Long Beach auf Kecil ist mit Plastikstühlen und Sonnenschirmen zugepflastert. Das ist sicher nicht jedermanns Sache.

Schlimmer ist, vor allem auf Kecil, das Müllproblem. Hinter dem Strand und besonders hinter den Bungalows stapeln sich die Abfälle. Zudem liegt vielerorts Bauschutt herum. Zwei andere Reiseblogger, Dennis von Lookin for Jonny und Sarah von Rapunzel will raus, haben sich in ihren Reiseberichten ausgiebig mit dem Müllproblem auf Perhantian Kecil auseinandergesetzt.

Zum Problem könnte auf Dauer werden, wenn die Veranstalter der Schnorcheltouren nicht besser darauf aufpassen, wie sich die Touristen an den Riffen verhalten. Idioten, die auf Korallen stehen oder ihren Müll ins Wasser schmeißen, habe ich mehrfach angemeckert. Schilder am Hafen erklären zwar, was man machen darf und was nicht. Wenn die Einhaltung jedoch niemand überwacht, können die Schilder auch wieder abmontiert werden.

Hin oder nicht?

Ich war jetzt zweimal dort und mir hat es – trotz der gerade aufgezählten Punkte – beide Male gut gefallen. Die Erlebnisse unter Wasser und die vielen Tierbegegnungen haben mich Müll und Plastikstühle vergessen lassen. Zudem gibt es an den Stränden einige sehr schöne Ecken.

Vielleicht kannst du dir durch das Lesen meines Guides einen besseren Eindruck verschaffen.

Pulau Perhentian Kecil

Die kleinere der beiden Inseln ist bei Backpackern beliebt, die sich vor allem am Long Beach (Pasir Panjang) treffen. Der lange Sandstrand ist eigentlich recht schön, es gibt jedoch keinen Schatten. Gegen Gebühr kannst du dir einen Sonnenschirm aufstellen lassen. Ungefähr 20 Minuten dachte ich, das sei nicht nötig. Dann ging ich mit gesenktem Kopf zu dem Typen, den ich kurz zuvor noch demonstrativ ignoriert hatte und nickte nur verlegen. Grinsend stellte er den Schirm auf, und ich zahlte den Preis.

Das Meer ist hier ziemlich flach. Schnorcheln lohnt sich – wenn überhaupt – nur beim Jetty. Die meisten Leute, die nicht mit dem Boot rausgefahren sind, liegen tagsüber faul rum, lesen oder spielen im Wasser Frisbee.

Den mittleren Bereich haben die Restaurants mit ihren Plastiktischen und -stühlen in Beschlag genommen. Auf den freien Flächen werden abends Decken ausgelegt. Es gibt dann Musik, Cocktails und eine Feuershow.

Das Hinterland ist wie bereits beschrieben ziemlich zugemüllt. Über einen kleinen Weg kannst du von hier einmal quer über die Insel zum Coral Bay (Teluk Aur) laufen. Das dauert etwa eine Viertelstunde. Auf halber Strecke – oben auf dem Berg – liegt das Perhentian Tropicana Inn. Dort habe ich mal für ein paar Tage gewohnt. Die Unterkünfte waren recht einfach, aber – verglichen mit einigen Bungalows ähnlicher Preisklasse unten am Strand – sehr sauber. Für Reisende mit wenig Budget gibt es auch noch einen günstigen Schlafsaal. Die Betreiber-Familie kochte uns zudem gutes indisches Essen.

Der Coral Bay auf der anderen Seite ist ruhiger, und hier findest du tagsüber auch ein wenig Schatten. Einige Leute kommen vom Long Beach zum Schnorcheln hierher. Der Name des Strands weckt dabei sicher etwas höhere Erwartungen, denen die Unterwasserwelt jedoch nicht ganz gerecht wird. Bei guter Sicht kann es aber Spaß machen.

Pulau Perhentian Besar

Die größere der beiden Inseln hat einen Hauptstrand, an dem sich die meisten Anlagen befinden. Wie schon beschrieben, wurde hier leider sehr eng gebaut. Lediglich das Perhentian Island Resort hat einen Strand für sich alleine. Am Ende des Teluk Pauh, so heißt der Strand, beginnen die anderen Unterkünfte, die sich – ein wenig wie auf einer Perlenkette aufgereiht – die Küste entlang ziehen.

Bei meinem Aufenthalt dort war ich im Coral View Island Resort, einer Anlage mit unzähligen Bungalows. Da sonst alles ausgebucht war, oder mir nicht gefallen hat, musste ich eine Hütte am Berghang für 41,- Euro die Nacht nehmen. Ehrlich gesagt war es das von der Ausstattung des Bungalows nicht wert.

Doch im Nachhinein erwies sich die Unterkunft als Glücksfall. Auf halber Höhe zwischen Erdboden und Baumwipfel gelegen, war die Terrasse mit einsetzender Dämmerung ein Freiluftkino. Riesige Fledermäuse erwachten zum Leben und flogen knapp über unsere Köpfe. Malaien Gleitflieger, die ich noch nie zuvor gesehen hatte, kletterten wenige Meter entfernt die Bäume hoch, um sich dann hinunterzustürzen und zum nächsten Baum zu schweben. Eines dieser Tiere hatte sogar Nachwuchs dabei. Das war schon sehr beeindruckend, wir haben es jeden Abend genossen. Putzig war auch das Eichhörnchen, das – gar nicht scheu – zu Besuch kam und versuchte, mir den hingehaltenen Kugelschreiber aus der Hand zu reißen.

 

Zudem kannst du hier sehr gut schnorcheln. Ein Riff befindet sich am südlichen Ende der Bucht Teluk Pauh, also direkt vor meinem Resort. Darüber hinaus hast du die Möglichkeit, von dort zu einer Stelle hinauszuschwimmen, an der regelmäßig Schildkröten zu sehen sind. Einige weitere gute Schnorchelplätze liegen südlich der Hotelanlagen.

Auf der anderen Seite der Insel liegt der Flora Bay (Teluk Dalam). Der lange, halbrunde Sandstrand gehört sicher zu den ruhigsten auf den Perhentians. Die Unterkünfte sind noch preiswerter, allerdings ist hier recht wenig los.

Kecil oder Besar?

Auch wenn es Backpacker und junge Leute eher nach Kecil zieht, würde ich Besar vorziehen. Dort ist der Altersdurchschnitt zwar etwas höher und die Unterkünfte sind etwas teurer, dafür hast du hier meines Erachtens die schöneren Strände. Zudem kannst du besser vom Strand aus schnorcheln.

Auf Besar liegt nicht so viel Müll rum und auf Plastikstuhl-Orgien wie am Long Beach wird glücklicherweise verzichtet. Wenn dir das Backpacker-Feeling mit abendlichen Strandpartys und Feuershow wichtiger ist, bist du auf Kecil besser aufgehoben. Du kannst übrigens auch tagsüber mit dem Boot von einer Insel zur anderen fahren. Das dauert nur wenige Minuten. Achte jedoch darauf, dass sich nach Einbruch der Dunkelheit die Preise verdoppeln.

Tauchen und Schnorcheln

Rund um die beiden Insel gibt es mehr als 20 Tauchplätze, darunter auch Schiffswracks. Sowohl auf Besar als auch auf Kecil gibt es eine ganze Reihe von Tauchschulen, die zum Teil deutschsprachige Kurse anbieten.

Schnorchler kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. An einige Stellen kannst du vom Strand aus starten. Zudem werden Touren angeboten, die entweder um die Inseln fahren, oder die nahgelegene Rawa Island ansteuern.

Auch wenn die Riffe zum Teil beschädigt und die Folgen der Korallenbleiche unübersehbar sind, macht es hier noch wirklich Spaß. Der Grund dafür ist die hohe Anzahl an Fischen, die rund um die Perhentians zu sehen sind. Darüber hinaus musst du im Gegensatz zu vielen anderen Orten nicht extra tauchen, um eine gute Chance auf „etwas Größeres“ zu haben. Sowohl Schildkröten als auch Haie und Büffelfischen (Humphead Parrotfish) kannst du bei fast jeder Schnorchel-Tour sehen. Um die Korallen zu schützen, ist es übrigens meist verboten, Flossen zu tragen.

Es lohnt sich, in kleinen Gruppen private Boote für Tagesausflüge zu chartern, und dann einige schöne Stellen anzusteuern.

Die Tierwelt

Auf beiden Inseln gibt es wirklich viel zu entdecken. Zeitweise hast du den Eindruck, mitten im Zoo zu wohnen. Da sind zum einen die Warane, die regelmäßig auf der Insel zu sehen sind und hin und wieder auch zwischen den Bungalows umherlaufen.

Weiter oben in den Bäumen ist einiges los. Riesige Fledermäuse werden gegen Abend aktiv und fliegen von Baum zu Baum. Darüber hinaus gibt es Affen, unter anderem die niedlichen Brillenlanguren, sowie jede Menge Echsen, Eichhörnchen und als besonders Highlight die bereits erwähnten Malaien Gleitflieger.

Klima und Reisezeit

Wenn du in den europäischen Sommerferien nach Südostasien möchtest, bietet sich die Ostküste Malaysias an. Denn im Gegensatz zur Westküste geht die Trockenzeit hier von März bis Oktober. Dieser Zeitraum gilt auch als die beste Reisezeit. Zu Ferienzeiten wird es allerdings recht voll.

In der Regenzeit sind einige Unterkünfte geschlossen. Zudem fahren die Boote wetterbedingt nicht regelmäßig.

Hotels und Unterkünfte

Auf den beiden Inseln hat bereits manch einer eine böse Überraschung erlebt. Denn mal hinfahren und schauen kann hier nach hinten losgehen, vor allem in der Hauptsaison von Juli bis August, an Wochenenden und in malaysischen Schulferien.

Die verfügbaren Zimmer und Bungalows werden sehr knapp und die meisten Resorts sind ausgebucht. Ich sah schon mehrfach, wie Leute mit Booten ankamen und dann ewig suchen mussten. Viele fuhren später zu einem anderen Strand weiter oder nahmen ein Hotel, das ihnen eigentlich nicht gefallen hat bzw. zu teuer war. Daher empfehle ich für die Hochsaison, eine Unterkunft vorab zu buchen. Die besten Suchmaschinen dafür sind Agoda und Booking.

Aufgrund der hohen Nachfrage sind die Preise für die Übernachtungen auf den Perhentians häufig etwas höher, als es angemessen wäre.

Party/Nachtleben

Am meisten los ist abends am Long Beach auf Perhentian Kecil. Allerdings hält sich das auch alles sehr im Rahmen. In der Regel verteilen sich die Urlauber nach Einbruch der Dunkelheit auf die Restaurants, bleiben nach dem Essen noch etwas sitzen und gehen früh zu Bett. In einigen Resorts gibt es keinen Alkohol. Diese Lücke schließen jedoch kleine Geschäfte, die von Bier bis Schnaps alles im Angebot haben.

Geld & ATM

Es gibt keinen Geldautomaten auf den Perhentians. Dementsprechend solltest du ausreichend Bargeld vom Festland mitnehmen. Damit das Geld abheben kostenlos ist, findest du hier alle Infos zur besten Reise-Kreditkarte.

In einigen Hotels und Tauchschulen kannst du die Rechnung direkt mit deiner Kreditkarte bezahlen. Dafür werden allerdings oft Zusatzgebühren von bis zu drei Prozent berechnet.

Internet auf den Perhentians

Es gibt WLAN, meist jedoch nur in den Restaurants und nicht in den Bungalows. Und es ist seeehr laaangsam.

Anreise

Der Küstenort Kuala Besut ist das erste Ziel bei der Anreise zu den Perhentians. Von vielen anderen touristischen Orten fahren Minibusse hier hin, zum Beispiel vom Taman Negara Nationalpark, von den Cameron Highlands und auch von Kuala Lumpur.

Vom Hafen aus starten mehrmals täglich Schnellboote zu den beiden Inseln. Der Preis für ein Ticket beträgt 70 RM und beinhaltet die Hin- und die Rückfahrt. Den Rückreisetermin kannst du offen lassen. Du musst lediglich am Tag vorher in deinem Resort Bescheid geben, dann wirst du am nächsten Tag abgeholt.

Wenn du die Termine schon weißt, kannst du das Ticket auch bequem online bei easybook buchen (nicht erschrecken, der Preis wird standardmäßig in Indonesischen Rupien angezeigt. Du kannst einfach oben auf Malaysische Ringgit wechseln).

Neben den Kosten für die Fahrt werden zusätzlich 5 RM für den Eintritt in den Marine Nationalpark fällig. Des Weiteren fahren die Boote wegen Niedrigwasser oft nicht bis direkt an den Strand. Du steigst daher gut 100 Meter vor dem Ufer auf kleine Longtail-Boote um. Dieser Taxiservice kostet etwa 2 RM.

Auf ihrer Reise von und nach Kuala Besut fahren die Boote übrigens recht schnell, auch bei hohen Wellen. Wem dabei häufig schlecht wird, oder wer die Erschütterungen nicht gut erträgt, sollte sich besser hinten hinsetzen. Zudem sind die gepolsterten Bänke oft nass. Bei Regen solltest du dein Gepäck entsprechend schützen.

Die nächsten Flughäfen sind Kota Bharu und Kuala Terengganu. Infos zu Inlandsflügen in Malaysia habe ich in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

Bustickets für die Reise nach Kuala Besut und Fährtickets für die Überfahrt gibt es auch online, zum Beispiel bei Easybook.

Fazit

Ich hoffe, dass ich dir einen ungefähren Eindruck vermitteln konnte. Die Perhentians bieten Licht und Schatten. Meines Erachtens sind sie noch immer eine Reise wert. Du solltest dich jedoch auf viele andere Touristen, ungelöste Umweltprobleme und etwas höhere Preise einstellen. Mich haben die Natur-Erlebnisse dafür entschädigt.

Weitere Bilder von den Perhentian Islands

Wie hat es dir auf den Perhentians gefallen?

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