Cameron Highlands Tour: Zwischen Teeplantagen und Regenwald

Die vielfältige Natur, interessante Wanderwege und das angenehme Klima haben die Cameron Highlands zu einem beliebten Reiseziel in Malaysia gemacht. Auch mich konnte die Landschaft überzeugen, lediglich die viel gepriesene Rafflesia enttäuschte.

Reisebericht Cameron Highlands

Das erste Aha-Erlebnis gibt es bereits bei der Anreise von Penang. War die Strecke bis Ipoh noch unspektakulär, geht es nun auf einer kurvenreichen Straße rauf in die Highlands. Der Fahrer des Minibusses gibt alles und rast, als gäbe es kein Morgen mehr. Daher gilt: MP3-Player an, Landschaft betrachten, und bloß nicht auf die Straße schauen.

Zwischen den Gemüseplantagen werden auf großen Werbetafeln frische Erdbeeren beworben, die sich am Folgetag jedoch als Enttäuschung entpuppen. Sauer statt süß, endlich mal eine Obstsorte, die zuhause besser schmeckt.

Doch dafür lassen andere Gaumenfreuden nicht lange auf sich warten. In Tanah Rata, wo wir schnell eine preiswerte Unterkunft finden, gibt es einige indische Restaurants, die leckere Speisen servieren. Mein Favorit: Thali auf Bananenblatt – großartig!

Nach heißen Tagen an der Küste oder im Nationalpark bieten die Cameron Highlands auf bis zu 2.000 Meter Höhe eine erfrischende Abwechselung. Grüne Wälder, grüne Gärten und noch grünere Teeplantagen. Dazu angenehme Temperaturen, die abends und nachts auch schon als frisch bis kühl bezeichnet werden können. Der Pullover, bei dem ich mich seit Beginn der Reise gefragt habe, warum ich ihn überhaupt mitgenommen habe, wird zum liebsten Kleidungsstück.

Alle machen die gleiche Tour

Viele Backpacker legen auf ihrer Reise durch Malaysia einen Zwischenstopp in Tanah Rata oder einem Nachbardorf ein. Der Großteil bleibt jedoch nicht lange. Obwohl es ein umfangreiches Angebot an Wanderstrecken gibt, und sich die Highlands gut zum Entspannen eignen, sitzen die meisten nach zwei Tagen schon wieder im Minibus.

Zwar dauert mein Aufenthalt eine Nacht länger, jedoch muss ich gestehen, dass sich auch meine Aktivitäten dieses Mal auf das Standardprogramm beschränken. Und dabei handelt es sich um eine Tour, die man – leicht variierend – in allen Gästehäusern buchen kann.

Auf der Suche nach der Rafflesia

Um zumindest etwas individuell unterwegs zu sein, versuchen wir, mit sechs Personen eine private Tour zu organisieren. Das gelingt trotz „yes, yes, no problem!“ nur halb. Zwar haben wir morgens beim Abholen einen Geländewagen für uns alleine, kurz darauf schließen sich uns aber zwei weitere Wagen derselben Agentur an, so dass wir doch in einer großen Gruppe unterwegs sind.

Dafür macht die Fahrt mit dem Jeep Laune. Über Schlammpisten geht es die Berge hinauf. Der Fahrer versteht sein Handwerk und wir werden durchgeschüttelt wie auf einem Kirmeskarussell. Das erste Ziel der Reise ist eine Blume.

Sie heißt Rafflesia und existiert nur in einigen Teilen Südostasiens. Das Besondere ist ihre Größe. Mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter hat sie von allen existierenden Pflanzen die größten Blüten.

Trotzdem ist es gar nicht so einfach, eine vorzeigbare Rafflesia zu finden. Denn besagte Blüte bildet sie nur alle drei bis vier Jahre und ist dann nur für maximal eine Woche zu bewundern. Anschließend zerfällt sie zu einer schleimigen, stinkenden Masse. Daher müssen auch die Tourguides immer wieder suchen, wo gerade eine Pflanze blüht.

Das ganze nimmt bei uns skurrile Formen an. In einem irren Tempo werden wir bei 30 Grad schmale Waldwege hochgescheucht, klettern über umgestürzte Bäume und balancieren über rutschige Steine, um nicht mit Schuhen im Fluss zu landen. Nur mit Mühe gelingt es der ungeübten Wandergruppe, Anschluss zu halten. Im Rafflesia-Fieber bleibt keine Zeit, die wirklich schöne Landschaft zu bewundern. Den bunten Schmetterlingen, den kleinen Wasserfällen und den riesigen Bäumen würde ich gerne mehr Beachtung schenken – doch der Guide hat kein Erbarmen.

Als wir dann die erste Rafflesia erreichen, macht sich ungläubiges Staunen breit. Jeder Kuhfladen ist schöner und dafür hat sich die Wanderung sicher nicht gelohnt. Der Guide bemerkt die Enttäuschung und ist schon wieder 100 Meter den Berg hinauf geeilt und ruft „Come, come!“.

So finden wir wenig später ein weiteres Exemplar, das etwas schöner aussieht und den Verwesungsprozess scheinbar noch nicht eingeleitet hat. Auch wenn der eine oder andere Botaniker jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, das hätte ich mir schenken können. Die Natur am Wegesrand, für die leider keine Zeit blieb, hat mich deutlich mehr beeindruckt.

Zu Besuch im Orang Asli Village

Wieder am Auto angekommen geht es schnurstracks zum nächsten Ziel unserer Reise. Dabei handelt es sich um einen Besuch in einem kleinen Dorf, das von Orang Asli bewohnt wird. So werden hier die Ureinwohner bzw. die indigenen Völker bezeichnet.

Ich bin bereits vor der Ankunft skeptisch. Eigentlich mag ich das nicht. Diese Besuche von so genannten ursprünglichen Dörfern sind in der Regel ab dem Zeitpunkt, wo täglich dutzende Touristengruppen angekarrt werden, reine Showveranstaltungen.

Und auch hier erweckt es den Anschein, dass das traditionelle Leben in dem Moment begonnen hat, als wir mit dem Geländewagen um die Ecke gebogen sind. Trotzdem ist es gar nicht mal so schlecht. Es wird viel über die Geschichte der Orang Asli in den Cameron Highlands erzählt, über Jagdtechniken und das Leben in der Gemeinschaft. Wie so oft waren es die jungen Männer und Frauen, die mit Traditionen brachen und sich von der Dorfgemeinschaft lösten. Viele zogen weg, um sich in den Städten ein neues Leben aufzubauen, das weniger mühsam ist, als das im Urwald.

Zum Abschluss des Dorfbesuchs darf jeder Tourist mit einem traditionellen Blasrohr einen Pfeil auf eine Zielscheibe schießen. Erst will keiner, dann machen doch alle mit. Ich bin gleich doppelt überrascht. Einerseits, weil ich aus 10 Metern ins Schwarze treffe, viel mehr jedoch über die Geschwindigkeit, mit der die Pfeile aus dem Rohr geschossen kommen.

Trotz dieses kleinen Erfolgs müssen wir uns das Mittagessen anschließend nicht selbst jagen. Stattdessen halten wir an einem schlechten Restaurant und machen für eine Stunde Pause.

Ausflug in den Regenwald

War der Vormittag doch eher durchwachsen, wird es nach dem Essen richtig gut. Wir bekommen einen neuen Fahrer und ein neues Auto und ab geht es in die Teeplantagen. Der Anblick der grünen Landschaft ist überwältigend. Dazu eine gute Luft und absolute Ruhe. Minutenlang stehen wir da und genießen die Aussicht.

Anschließend fahren wir noch ein paar Meter höher und unternehmen einen Ausflug in den Regenwald. Die Wolken hängen förmlich in den Baumwipfeln und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Es geht zu einigen Aussichtspunkten, die zum Teil über Holzstege zu erreichen sind. Wir sehen komplett bemooste Stämme und viele unbekannte Pflanzen, zum Beispiel die fleischfressenden Kannenpflanzen.

Der Guide spricht perfekt Englisch und hat auf jede Frage eine Antwort. So endet der Tag doch noch mit interessanten Eindrücken und beim abendlichen Thali sind alle mehr oder weniger zufrieden.

Sollte ich noch mal in die Cameron Higlands kommen, werde ich mir mehr Zeit für die Teeplantagen nehmen und eine längere Wanderung durch die Wälder organisieren. Denn eigentlich ist es hier ganz schön.

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