Kanchanaburi: Tipps und Sehenswürdigkeiten

Die kleine thailändische Stadt Kanchanaburi wirkt auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht sehr spektakulär, doch ist dieses Fleckchen historisch, landschaftlich sowie kulturell ein interessantes Reiseziel. Hier einige Tipps für deinen Aufenthalt.

Der am River Kwai gelegene Ort ist touristisch nicht sehr erschlossen, was mir sehr gut gefallen hat. Hier bist du mittendrin im thailändischen Kleinstadtleben und es ist fast eine Seltenheit »Westler« oder andere Reisende anzutreffen. Mein Freund und ich fuhren mit dem Bus von Bangkok nach Kanchanaburi und kamen dort auch erst gegen Mitternacht an.

Zu dieser Uhrzeit war die Stadt fast schon am Schlafen. Nur ein paar Garküchen und 7-Eleven-Supermärkte hatten noch geöffnet. Wir hatten jedoch noch keine feste Unterkunft gebucht und nach langer und vergeblicher Suche nach einem Taxi fanden wir einen einzigen – leider alkoholisierten – Tuk-Tuk-Fahrer, der uns in Richtung Guesthouse fuhr. Gott sei Dank kamen wir heil an und fanden dann auch direkt eine superschöne Unterkunft.

Kanchanaburi: die besten Sehenswürdigkeiten

Um die Gegend besser erkunden zu können, solltest du dir einen Roller mieten (ca. 150 Baht/Tag), denn die Stadt und das Umland Kanchanaburis haben so Einiges zu bieten:

Die River Kwai-Brücke

Die Stadt ist bekannt für die River Kwai-Brücke, die im 2. Weltkrieg von asiatischen und westlichen Kriegsgefangenen unter Aufsicht der japanischen Besetzungsmacht erbaut wurde. Mehr als 100.000 Zwangsarbeiter starben damals beim Bau der Eisenbahnstrecke. In den 1950er Jahren erlangte der Ort durch den Roman sowie die Verfilmung von »Die Brücke am Kwai« größere Bekanntheit.

Ein Besuch dieser Brücke gehört, trotz ihrer traurigen Geschichte, zu einem Aufenthalt in Kanchanaburi dazu. Viele thailändische und ausländische Touristen kommen hierher – meist jedoch lediglich im Rahmen von Tagesausflügen aus Bangkok.

Nicht weit von der Brücke entfernt befindet sich das Kriegsmuseum (»World War II Museum«). Dort kannst du Relikte aus dem 2. Weltkrieg besichtigen und dich über die Geschichte der River Kwai-Brücke informieren. Das Museum kostet 30-50 Baht Eintritt.

Im Zentrum Kanchanaburis gibt es einen Soldatenfriedhof sowie zwei weitere informative Museen, das »JEATH War Museum« im Wat Chai Chumphon und das »Thailand Burma Railway Centre«.

Chinesischer Tempel

Direkt hinter der River-Kwai Brücke gibt es einen chinesischen Tempel. Die wenig besuchte Anlage ist ebenfalls eine Besichtigung wert. Durch seine bunten Farben sowie die vielen Drachen und Blumen kommst du dir vor wie in einer Märchenwelt.

Wat Tham Sua

Der Wat Tham Sua gehört zu den schönsten Tempeln, die ich in Thailand je gesehen habe. Doch nicht nur der Tempel an sich ist beeindruckend, sondern auch seine Lage und der Weg dorthin. Der Umkreis des Tempels ist dicht besiedelt, kleine schlichte Behausungen schmücken die Straßen, wo die Einheimischen ihrem einfachen Leben nachgehen. An Freundlichkeit fehlt es ihnen nicht, da sie immer bereit sind, dir den richtigen Weg zu zeigen.

Der Wat Tham Sua ragt schon aus der Ferne hervor und man kommt kaum noch aus dem Staunen heraus. Nach oben auf die erste Plattform kannst du dich mit einer Gondel fahren lassen. Wer allerdings genug Kraft hat, kann sich zu Fuß auf den anstrengenden Weg begeben. Oben angekommen erwartet dich eine tolle Aussicht.

Wat Tham Ban

Der Wat Tham Ban ist nur wenige Kilometer vom Wat Tham Sua entfernt. Um den Tempel zu erklimmen, musst du durch das weit geöffnete Maul eines Drachens laufen, was den Tempel zu etwas Besonderem macht.

Im Inneren der Drachenhöhle weisen dir Wandmalereien den Weg. Die Aussicht, die du von ganz oben auf das Land hast, ist auch hier alles andere als bescheiden. Grüne landwirtschaftliche Flächen, kleine Straßen, die sich durchs Land schlängeln und vorbeiziehende Tierherden sind nur einige Eindrücke, die ich dort oben sammeln durfte.

Erawan Nationalpark

Ein beliebtes Ausflugsziel ist der Erawan Nationalpark mit seinen schönen Wasserfällen.

Kanchanaburi Shopping

Großartig einkaufen, wie du es aus anderen Orten des Landes kennst, wirst du nicht können, jedoch ist Kanchanaburi ganz groß in Sachen Schmuckherstellung. Es gibt unzählige Läden und Stände, die Schmuck verkaufen. Von Haarspangen und Ketten bis zu kleinen Figuren ist alles mit dabei. Und ich muss sagen, dass man dort auch wirklich schöne Stücke findet.

Es gibt in Kanchanaburi auch ein Shoppingcenter, das aber nicht viel zu bieten hat. Zudem befindet sich dort ein kleiner Nachtmarkt. Das Highlight dort ist definitiv das große Angebot an thailändischen Köstlichkeiten, es gibt aber auch eine sehr überschaubare Auswahl an Kleidung, Spielzeug und anderem Kleinkram. Einmal über den Nachtmarkt zu schlendern ist eine schöne Angelegenheit, um den Abend ausklingen zu lassen, jedoch hat mich der Markt nicht sehr überzeugt, da habe ich in Thailand schon schönerer Märkte gesehen.

Kanchanaburi: Anreise

Um von Bangkok aus nach Kanchanaburi zu kommen, gibt es drei Möglichkeiten:

  • Vom Southern Bus Terminal (Sai Thai) fahren stündlich Busse nach Kanchanaburi. Die Fahrt dauert ca. 2-3 Stunden und die Tickets kosten 100-125 Baht.
  • Von Bangkoks Thonburi Train Station kannst duzweimal täglich mit Zügen nach Kanchanaburi fahren. Die Fahrtdauer beträgt ca. 3-4 Stunden und die Karte kostet ca. 100 Baht.
  • Du buchst eine Fahrt mit dem Mini-Bus in einem der zahlreichen Reisebüros auf der Khaosan Road. Dies ist meistens die teuerste Variante und du zahlst zwischen 250-400 Baht.

Tickets gibt es übrigens auch online bei 12go.

Kanchanaburi: Hotels & Unterkünfte

Wir haben im Noble Night Guesthouse übernachtet und ich kann es nur empfehlen. Wir hatten ein riesiges Zimmer mit Kühlschrank und einer süßen Terrasse. Das Guesthouse überzeugt außerdem durch seinen wunderschönen Garten und einen Pool. Direkt am River Kwai gelegen hast du eine tolle Aussicht. Für unser Zimmer haben wir 650 Baht die Nacht bezahlt. Es gibt auch günstigere Zimmer, die waren aber leider nicht frei, als ich dort war.

Weitere Hotels findest du in der Übersicht bei Agoda.

Essen in Kanchanaburi

Das Essen in Kanchanaburi ist der Wahnsinn. In der Nähe des Busbahnhofs eröffnen täglich zwischen 17 und 18 Uhr viele Garküchen, die dich dazu verleiten, viele verschiedene Dinge zu kosten. Thailändische Salate, Suppen und süße Leckereien lassen dich nicht hungrig nach Hause marschieren. Alles ist immer frisch zubereitet und vor allem sehr günstig.

Beim Schlendern durch die Stadt kommst du an einigen kleinen Bäckereien vorbei, die vorwiegend süße Brötchen herstellen, die mit allerlei gefüllt sein können. Sowohl mit Schokolade oder Vanille als auch deftig mit Fleisch oder Gemüse.

Mein absolutes Lieblingsrestaurant war das Zeb Zeb. Ich hätte dort jeden Tag essen und mich durch die Speisekarte probieren können. Das Restaurant ist bei den Thais sehr beliebt und zu jeder Tageszeit voll besetzt. Zurecht, denn jedes Gericht war superlecker.

Empfehlen kann ich Pad Pak Kana Muh Krob. Das ist gebratenes Gemüse mit Chili und viel Knoblauch und knusprigen Schweinebauch, der das Highlight bei dem Gericht ist. Denn nicht in jedem Restaurant bekommst du das Fleisch so knusprig und dennoch so zart und saftig. Dazu solltest du den frittierten Papaya Salat Som Tham Thod probieren. Das ist eine Abwandlung des typischen Papaya Salats und somit eine Eigenkreation des Restaurants. Der Salat ist so natürlich etwas mächtiger aber dennoch unglaublich lecker. Das Zeb Zeb ist ein guter Ort, um die gute thailändische Küche kennenzulernen.

Fazit Kanchanaburi

Kanchanaburi ist eine süße kleine Stadt mit freundlichen und hilfsbereiten Bewohnern. Nicht weit von Bangkok entfernt, lässt sich der Ort auf einfachem Wege erreichen. Wer Interesse daran hat, ein Stück thailändischen Lebens näher kennenzulernen, sollte Kanchanaburi in seine Reiseliste aufnehmen.

Mir persönlich hat der Trip sehr gut gefallen und ich kann dir empfehlen, die Stadt auf deiner Thailandreise zu besuchen.

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