Bangkok: Erawan-Schrein

Der Erawan-Schrein ist eine der Attraktionen Bangkoks. Erfahre hier, wo du den Erawan-Schrein findest und wie du dort einen ersten Blick in die Seele Thailands werfen kannst.

Im Jahr 2499 Buddhistischer Zeitrechnung hörte die Unfallserie schlagartig auf. Nach unserem Kalender entspricht das dem Jahr 1956. Auf der Baustelle des Erawan-Hotels stürzten keine Arbeiter mehr in den Tod und wo sich nebenan auf der Ratchaprasong Junction die Ratchadamri-Road die Phloen-Chit-Road kreuzen, rasten keine Autos, Motorräder, Fahrräder und Rikschas mehr ständig ineinander. Was war passiert?

Die Geschichte des Erawan Schrein

Kurz zuvor hatte der thailändische Astrologe Luang Suwicharnpat die Ursache für die nicht endend wollende Serie von Unfällen herausgefunden, zu der zu allem Überfluss auch noch der Untergang einer Schiffsladung feinsten italienischen Marmors für das im Bau befindliche Luxushotel gehörte.


Der Grundstein des Hotels war aus astrologischer Sicht am falschen Tag gelegt worden. Hinzu kam, dass das Gelände der benachbarte Ratchaprasong Junction in vergangenen Zeiten dafür genutzt worden war, Kriminelle an den Pranger zu stellen.

So viel schlechtes Karma auf so engem Raum ließ für die abergläubischen Arbeiter nur eine logische Schlussfolgerung zu: Hier waren Geister am Werk!

Am falschen Tag von ihrem angestammten Platz durch den Beginn der Baumaßnahmen des Erawan-Hotels vertrieben, irrten die in Thailand allgegenwärtigen Wesen der unsichtbaren Parallelwelt nun heimatlos umher und stifteten das unfallträchtige Chaos. Unterstützt wurden sie dabei noch von den ruhelosen Geistern der schon lange toten Mörder und Diebe von gegenüber.


Damit lag die Lösung des Problems auf der Hand. Es musste umgehend eine neue Heimat für die Geister her und so wurde nicht nur das Geisterhaus des Erawan-Hotels umgehend errichtet.

Bei so viel schlechtem Karma auf so wenig Raum kam zur Sicherheit gleich noch ein Schrein dazu: der Erawan-Schrein. Mit vollem Namen heißt er San Thao Maha Phrom Rongraem Erawan – übersetzt: der Schrein des Gottes Brahma am Erawan Hotel.


Am 9. November 1956 wurde die zentrale Brahmastatue des Erawan Schreins feierlich eingeweiht. Der Bau des Luxushotels verlief schon nach dem Beginn der Bauarbeiten für sein Geisterhaus und den Erawan Schrein ohne weitere nennenswerte Unfälle und die Crashs auf der Ratchaprasong Junction gegenüber gingen auf das für Bangkok normale Ausmaß zurück.

Heute befindet sich der Erawan-Schrein direkt nördlich des 1991 auf dem Gelände des ehemaligen Erawan-Hotels neu errichtetet Grand Hyatt Erawan Bangkok Hotels. Er liegt in einer Betonschlucht zwischen dem neuen Hotel und Bangkoks Skytrain Linien (BTS), die sich im Himmel über dem Schrein in Richtung der zentralen Siam Station vereinigen.


Einen guten Blick von oben auf den Erawan-Schrein hast du vom Skywalk direkt unterhalb der Sukhumvit Line des Skytrains.

Anschläge am Erawan-Schrein

In jüngerer Vergangenheit war der Erawan-Schrein Schauplatz von zwei Anschlägen. Am 21. März 2006 wurde die Statue des Erawan Brahma mit einem Hammer von einem angeblich geistesgestörten thailändischen Moslem zerstört, woraufhin der Mann von zwei Passanten erschlagen wurde. Die Polizei nahm beide Männer fest.

Die Brahmastatue wurde umgehend restauriert und zwei Monate nach dem Anschlag von vier Brahmanen gereinigt und dann zu einer zuvor astrologisch genau errechneten Uhrzeit wieder eingeweiht.

Im 17. August 2015 detonierte gegen 19 Uhr mindestens eine Bombe am Erawan-Schrein und tötete 20 Menschen, 125 weitere Menschen wurden verletzt. Unter den Toten und Verletzten waren sowohl einheimische als auch ausländische Besucher des Schreins. Zwei Verdächtige wurden verhaftet, der Prozess ist jedoch bis heute noch nicht abgeschlossen.

Die Brahmafigur im Erawan-Schrein

Dem Gott Brahma als erschaffende Kraft des Hinduismus gewidmet, blickt die zentrale Statur des Erawan-Schreins mit vier freundlichen Gesichtern in alle vier Himmelsrichtungen. Alle Gesichter tragen einen Spitzbart und eine mit Lotusblättern verzierte Krone; über der ganzen Statue sitzt noch einmal eine zentrale Krone. Die mit einem angewinkelten Bein sichtlich entspannt auf ihrem anderthalb Meter hohen Sockel sitzende Figur ist nach Norden ausgerichtet.

Besonders an dieser vierköpfigen Darstellung Brahmas im Erawan-Schrein ist, dass der Gott hier mit acht anstelle der sonst üblichen vier Hände dargestellt wird. Jede Hand steht durch ein Objekt darin oder eine spezielle Haltung für eine besondere symbolische Bedeutung.

Der Erawan-Schrein ist kein Tempel und damit auch keinem Kloster zugeordnet. Er wird von Laien gereinigt und wenn nötig ausgebessert.

Die Verehrung des Erawan-Schreins

Von sechs Uhr morgens bis zehn Uhr abends ist der Erawan-Schrein der Ort in Bangkok, den alle aufsuchen. Egal ob Taxifahrer oder Tagelöhner, Gauner oder Geschäftsmann, Polizist oder Prostituierte; hierher kommen alle und bitten um Geld, Liebe, beruflichen Erfolg, Gesundheit oder Erleuchtung.


Dazu decken sich die bittstellenden Besucher an den zahllosen Ständen rund um den Erawan-Schrein vor allem mit Blumengebinden ein, die sie dann am Schrein niederlegen und Gott Brahma bei der Erfüllung des Wunschs ein Opfer versprechen.

Ist die Bitte dann erfüllt, müssen die Bittsteller zum Schrein zurückkehren, Brahma danken und das versprochene Opfer darbringen. Das kann alles sein, gerne nimmt Brahma neben gegrillten Schweinsköpfen auch kleine bis mittlere Geldbeträge an.

Für die Erfüllung größerer Wünsche steht für größere Geldbeträge auch eine traditionelle thailändische Tanzgruppe nebst Orchester bereit, um dem Gott im Schrein zu danken.

Beste Besuchszeit für den Erawan-Schrein

Die besten Zeiten zum Besuch des Schreins sind morgens und abends jeweils zwischen sieben und acht Uhr. Dann soll Gott Brahma am empfänglichsten sein für die Wünsche. So sagen es die Astrologen.

Praktischerweise liegen diese Zeiten außerhalb der normalen Arbeitszeiten der Bevölkerung. Aberglaube und Pragmatismus sind in Thailand kein Widerspruch, sondern bilden seit je her eine Einheit.


Entsprechend groß ist vor allem abends der Andrang am Schrein des Gottes Brahma am Erawan-Hotel. Damit ist das auch die beste Besuchszeit für dich! Setz dich einfach auf eine Bank am Rand des Erawan-Schreins, sieh dir das Treiben an, lass es in Ruhe auf dich wirken und staune bei deinem ersten Blick in die Seele Thailands.

Die Musik und die Menschenmassen werden vor deinen Augen hier zu Alltag gewordenem Aberglauben verschmelzen.

Aber bleib nicht zu lange. Denn nach vielleicht 30 Minuten umgeben von Musik und den Abgasen der Ratchaprasong Junction fängst du an, das Treiben am Schrein für normal zu halten. Dann ist es nicht mehr weit, bis auch dir vielleicht etwas einfällt, was du dir sehnlichst wünschst, und es ist nicht abwegig, dass es sich dabei bei um Geld, Liebe, beruflichen Erfolg, Gesundheit oder sogar Erleuchtung handeln könnte.


Nach weiteren 30 Minuten wunderst du dich dann schon nicht mehr, nun selbst mit Blumengebinden vor den Erawan-Schrein zu knien und um Geld, Liebe, beruflichen Erfolg, Gesundheit oder sogar Erleuchtung zu bitten.

Wenn du dann nach zwei Wochen zum Erawan-Schrein zurückkehrst, um dein versprochenes Opfer zu bringen und dich mit Blumengebinden – den gegrillten Schweinskopf und die Tanztruppe samt Orchester lassen wir jetzt mal außen vor – für die Erfüllung deines Wunsches zu bedanken, dann findest du das bereits völlig normal. Das war dann schon dein zweiter Blick in die Seele Thailands.

Erawan Schrein: Adresse und nächste Skytrain Station

Erawan Schrein, 494 Ratchadamri Road, Lumphini, Pathum Wan, Bangkok 10330, Thailand

​​Öffnungszeiten täglich von 6 –22 Uhr, Eintritt frei

Skytrain, Station Chid Lom der Sukhumvit Line (Exit No. 8 → 350 Meter zu Fuß in westlicher Richtung)

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