Grüne Schokolade: die Chocolate Hills auf Bohol

Ein Naturschauspiel auf der philippinischen Insel präsentiert sich anders als erwartet. Das Motto lautet Grün statt Braun. Doch das ist noch nicht alles - die Gremlins sind zurück!

Es gibt Flecken auf der Welt, die nachhaltig in Erinnerung bleiben. Und meist handelt es sich um extravagante Ideen der Natur, die für diese besondere Atmosphäre verantwortlich sind. Einer dieser Orte sind die Chocolate Hills. Sie gehören zu den beliebtesten Reisezielen auf den Philippinen und liegen im Landesinneren der Insel Bohol.

Die Chocolate Hills auf Bohol

Dort gibt es auf einem Gebiet von etwa 50 Quadratkilometern mehr als 1.200 Hügel zu bestaunen, die sich in Form und Höhe ähneln. Am Ende der Trockenzeit nehmen sie eine braune Farbe an und erinnern an überdimensionale Schokoküsse. Daher gab man ihnen einst den Namen Chocolate Hills.

Als bei der Anfahrt von der Inselhauptstadt Tagbilaran die ersten Erhebungen am Horizont erschienen, ist das Bild ein anderes als erwartet: die Chocolate Hills erstrahlen in einem saftigen Grün.

Zuerst tauchen einzelne Hügel an beiden Seiten der Landstraße auf, dann werden es schlagartig immer mehr. Von einem Aussichtspunkt inmitten der bizarren Landschaft bietet sich ein faszinierender 360-Grad-Blick. Grün so weit das Auge reicht. Etwas Vergleichbares habe ich nie zuvor gesehen.

Legenden um die Entstehung

Über den Ursprung dieser seltsamen Naturformationen debattieren Geologen noch heute. Von Hebungen des Seebodens über Vulkanismus bis hin zur Verwitterung des Kalksteins erstreckt sich die Bandbreite der Erklärungen.

Und natürlich ranken Legenden um die Entstehung. Demnach hätten sich hier zwei Riesen bekämpft und mit Steinen und Sand beworfen. Die Chocolate Hills seien das Schlachtfeld, das sie zurückgelassen haben. Andere Berichte besagen, dass die Hügel aus Tränen einer nicht erwiderten Liebe hervorgingen. Wie dem auch sei, ein Besuch lohnt sich auch ohne genaues Wissen darüber, wie die Landschaft entstanden ist.

Die Chocolate Hills sind übrigens nicht das einzige Highlight auf Bohol. Denn die Insel verfügt über einige ganz besondere Bewohner. Sie sehen aus, als hätten sie für die putzigen Hauptdarsteller einer Horrorkomödie aus den 80er-Jahren Modell gestanden. Die Gremlins sind zurück!

Koboldmakis auf Bohol

Offiziell tragen sie den Namen Koboldmakis (Tarsier) und gehören zur Familie der Trockennasenaffen. Die kleinen Tiere sind nicht größer als eine Hand und kommen nur auf einigen Inseln in Südostasien vor. Herausragendes Merkmal sind ihre Glubschaugen.

Leider leben die Koboldmakis in Gefangenschaft nicht allzu lange, da diese für sie enormen Stress bedeutet. In Bohol hat man daher so etwas wie einen Kompromiss gefunden. Ein Teil der Tiere, die Postkarten und T-Shirts zieren und selbstverständlich auch als Schlüsselanhänger oder Stofftier erhältlich sind, wird vorgeführt. Sie gehören zu den Touristenhighlights auf der Insel. Mit den Einnahmen wird im Gegenzug ein Naturschutzprogramm gefördert, dass das Aussterben der Tarsier verhindern soll, die bisher zur Haltung in Privathaushalten gejagt wurden.



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