Die Reisterrassen von Banaue

Im Norden der Philippinen wartet mit den Reisterrassen von Banaue (Batad) ein UNESCO-Weltkulturerbe auf dich. Sie gehören definitiv zu den Highlights des Landes, jedoch ist die Anreise mühsam. Hier findest du Tipps und zauberhafte Bilder.

Wenn man anfängt, von den Philippinen zu träumen, hat man relativ schnell ein ganz bestimmtes Bild vor Augen: Traumhafte Inseln wie Siquijor, strahlend weißer Sandstrand wie auf Boracay und türkisblaues Meer. Man sieht sich selbst umgeben von Kokospalmen und entspannt im Wasser plantschen.

So geht es mir zumindest. Oder besser gesagt ging es mir so, bis ich mir die Bilder im Reiseführer mal genauer angeschaut habe und etwas konkreter angefangen habe, meine Reise auf die Philippinen zu planen.

Da ich selbst keine Taucherin bin und noch nicht mal leidenschaftlich schnorchle, halte ich auch Ausschau nach etwas anderem. Und da ist es, das Bild von den Reisterrassen von Banaue – da muss ich hin!

Reisebericht Banaue/Batad

Hier meine Tipps für deine Reise:

Anreise nach Banaue

Aber wie genau kommt man dorthin? Ganz einfach, mit dem Bus natürlich. Nachdem ich noch am selben Nachmittag noch von Dumaguete zurück nach Manila fliege, will ich mit der Weiterfahrt nicht bis zum nächsten Tag warten. Stattdessen entscheide ich mich für den Nachtbus. Die Fahrt nach Banaue dauert ca. 8 Stunden und laut vorheriger Recherchen gibt es abends zwei Busse, einer fährt um 21 Uhr und der nächste dann um 23 Uhr. Normalerweise ist das wohl auch so, an diesem Abend ist es jedoch anders. Der Bus um 21 Uhr wurde gestrichen, aber dafür gibt es noch fünf Plätze für den 23-Uhr-Bus. In der Mittelreihe. Auf den Behelfsklappstühlen mit ca. 20 cm hoher Rückenlehne. Kein Discount. Okay, wie lange dauert die Fahrt nochmal?

Aber alles halb so schlimm, schließlich will ich ja zu diesen Reisterrassen. Und als es langsam hell wird, haben wir bereits vom Bus aus eine grandiose Aussicht auf die umliegenden Täler.

Von Banaue nach Batad

In Banaue angekommen, gönnen wir uns erst einmal ein Frühstück mit Ausblick. Ein gemütlicher kleiner Ort inmitten von nirgendwo, umgeben von Feldern, Reisterrassen und freundlichen Menschen.

An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass Banaue gar nicht der Ort ist, nach dem man sucht. Das eigentliche Ziel ist Batad. Und um nach Batad zu kommen, musst du noch eine Stunde mit dem Jeepney über eine holprige Straße bergauf fahren, um dann schlussendlich den sogenannten Saddel zu erreichen.

Der Saddel ist der höchste Punkt und hier hört die Straße dann auch auf. Ab hier aus geht man dann zwei Stunden bergab, um dann endlich das Dorf Batad zu erreichen.

Ein unvergesslicher Anblick

Batad ist genial und in echt ist es tatsächlich noch hundert Mal besser als auf den Fotos, die ich davor gesehen hatte. Vereinzelte Häuser am Hang auf der einen Seite, links davon die berühmten 2.000 Jahre alten Reisterrassen und unten im Tal dann noch ein paar traditionelle Häuser.

Der erste Eindruck ist der Wahnsinn! Du musst dir übrigens keine Sorgen wegen Übernachtungsmöglichkeiten machen. Es gibt zahlreiche Unterkünfte mit Homestay-Charakter quer über den Hang verteilt. Jede Einzelne hat eine unschlagbare Aussicht und bietet zudem gutes Essen an. Ich bin wunschlos glücklich.

Wasserfall und Viewpoint

Nach dem Mittagessen geht es dann auch gleich schon wieder los. Unsere Gästehausbesitzerin hat uns von einem Wasserfall, dem Tappyia Fall, auf der anderen Seite des Hügels erzählt und da wollen wir hin. Also marschieren wir – ausgerüstet mit ausreichend Trinkwasser und Regenschirm als Sonnenschutz – ein weiteres Mal an diesem Tag los. Ein kleiner Pfad führt aus dem Dorf quer durch die Reisterrassen auf die andere Seite. Von dort aus führen einige, teilweise auch recht hohe Stufen nach unten in ein Tal.

Der Weg endet dann am berühmten Wasserfall. Erschöpft von der Hitze aber doch fasziniert von der Umgebung gehen wir erst einmal eine Runde schwimmen. Auch wenn der Wasserfall eigentlich gar nicht so hoch ist, so ist er doch einer der schönsten, die ich bislang besucht habe. Du kannst dich direkt vor den Wasserfall auf die Steine setzen. Er ist umringt von ca. 30 Metern hohen und mit leuchtend grünem Moos bewachsenen Steilwänden. Ein magischer Moment.

Auf dem Rückweg entscheiden wir uns dann gleich noch für den View Point. Ein absolutes Muss, auch wenn dieser Weg nochmal mit gefühlten tausend Stufen in der prallen Sonne verbunden ist.

Die Aussicht auf das Dorf in der Mitte des Tals von verschiedenen Seiten ist einfach unglaublich und auch das Laufen bzw. teilweise Balancieren auf dem Weg durch die Terrassen ist ein Erlebnis für sich.

Wettlauf mit der Zeit auf unbekannten Wegen

Nachdem die Sonne dort oben verhältnismäßig früh hinter den Bergen verschwindet und es doch recht zügig dunkel wird, müssen wir dann bald zurück Richtung Dorf. Und auch wenn du es eigentlich direkt vor dir hast und du genau siehst, wohin du möchtest, stellt sich der Rückweg als ziemlich knifflig heraus.

Den ursprünglichen Weg finden wir nicht wieder und biegen auf dem Weg nach unten einfach irgendwann rechts ab. Manche Ränder der Terrassen sind sehr stabil und du kannst auch ohne Weg sehr gut darauf laufen, manche allerdings überhaupt nicht. Und somit müssen wir viele Wege vor und wieder zurück und teilweise klettern, bis wir eine einheimische Frau entdecken, die uns – inzwischen ist es dunkel – netterweise zurückführt.

Laut Aussage der Einheimischen kannst du es zum Wasserfall und wieder zurück in ca. zwei Stunden schaffen. Dies setzt vermutlich voraus, dass du den Weg kennst und keine zusätzlichen Stopps oder Umwege einlegst, um Pause zu machen oder die Aussicht zu genießen.

Wir waren an diesem Tag ca. sechs Stunden unterwegs und durften lernen, dass »kurz noch da hoch« nicht nur zeitaufwendig, sondern auch sehr anstrengend sein kann, zumindest wenn du es wie wir nicht gewohnt bist, stundenlang Treppenstufen auf und ab zu gehen.

Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass ich im Juli dort war und es zu dieser Zeit wahnsinnig heiß ist. Zudem waren wir sehr unter Zeitdruck, da wir im südlichen Teil der Philippinen spüren durften, dass man den Beginn der Taifun Saison durchaus ernst nehmen sollte, und uns bereits einige wertvolle Tage aufgrund schlechten Wetters verlorengegangen sind.

Zeitpuffer einplanen!

Wer also ein bisschen mehr Zeit hat und besser plant, dem würde ich empfehlen, am ersten Nachmittag vielleicht nur zu den traditionellen Häusern in der Mitte des Tals zu gehen und dann am nächsten Morgen, wenn es noch ein bisschen kühler ist, den großen Ausflug zum Wasserfall und zum View Point zu machen. Das ist eindeutig entspannter.

Und auch der Weg zurück nach Banaue hat es nochmal in sich, nachdem du die ersten zwei Stunden bergauf zurück zum Saddel auch wieder laufen musst, natürlich beladen mit Rucksack und ausreichend Wasser. Als ich dort war, haben sie gerade die Straße vom Saddel in Richtung Batad ausgebaut (Mitte 2014). Ob oder wie weit man im Moment selbst laufen muss, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Damals hatten sie uns für den Rückweg auch Träger angeboten. Diese haben wir zwar nicht in Anspruch genommen, aber es besteht natürlich auch hier die Option, sich das Leben ein bisschen einfacher zu machen.

Fazit Batad/Banaue

Trotz aller Anstrengung und vielem Schwitzen war Banaue eines der Highlights der Philippinen für mich und ich würde jederzeit wieder dort hinfahren.

Im Juli waren wir gerade noch rechtzeitig vor der Ernte da, sprich die Reisfelder waren entsprechend hochgewachsen, sehr trocken und bereits grün-gelblich. Zu anderen Jahreszeiten sind die Becken dann entweder voll Wasser oder noch ganz leuchtend grün, solange der Reis noch jung ist. Direkt in der Regenzeit solltest du vielleicht nicht fahren, da Batad nur Sinn macht, wenn auch die Möglichkeit besteht, durch die Reisterrassen zu laufen. Aber ich bin davon überzeugt, dass alle Gesichter Batads ihren Reiz haben und eine Reise dorthin lohnt sich in jedem Fall. Viel Spaß! 

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