Siquijor: Strände, Schnorcheln und Schamanen

Die philippinische Insel Siquijor ist ein äußerst abwechslungsreiches Reiseziel: traumhafte Strände, ein bergiges Hinterland mit schönen Wasserfällen, alte Kirchen und weiße Magie. Drei Tage dort waren viel zu schnell vorbei. Hier ist mein Reisebericht.

Es ist 8:30 Uhr am Morgen, als der Flieger sanft auf der Landebahn aufsetzt. Auf dem kleinen Airport von Dumaguete sind wir das einzige Flugzeug. Es ist nur ein kurzer Fußweg bis zum Flughafengebäude und kaum angekommen, entdecke ich bereits meinen Rucksack auf dem Gepäckband. Das erleichtert mich immer wieder.

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Hinter mir liegt eine lange Anreise. Von Düsseldorf über Abu Dhabi flog ich zuerst in die Hauptstadt Manila. Nach ein paar Stunden Schlaf ging es dann weiter Richtung Visayas. Die Inselgruppe gehört zu den beliebtesten Reisezielen im Land (siehe auch: Inselhopping auf den Visayas).

Bereits bei meiner letzten Philippinen-Tour hatte ich eigentlich nach Siquijor gewollt, zumal es von Bohol und Cebu nicht weit ist. Es lies sich damals jedoch leider zeitlich nicht einrichten. Um so mehr freue ich mich dieses Mal. Von Dumaguete im Süden von Negros sind es nur etwa 45 Minuten mit dem Schnellboot. Unterwegs bin ich dieses Mal mit dem Reiseveranstalter erlebe-philippinen, der den Siquijor-Trip organisiert hat, so dass ich mich zur Abwechslung um nichts kümmern muss. Auch mal ein schöner Luxus!

Schon bei der Ankunft am Hafen von Siquijor-Stadt prahlt die Insel mit ihrer Schönheit. Neben dem Anleger strahlt weißer Sand und Palmen schwanken leicht im Wind. Ein guter Start.

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Bereits aus einiger Entfernung kann ich das hochgehaltene Schild mit meinem Namen sehen. Ich lasse mich in den Minibus plumpsen und genieße die Fahrt zum Hotel an der Westküste. Die Ringstraße auf Siquijor ist recht gut ausgebaut, und es herrscht wenig Verkehr. Ideal, um mal mit dem Motorrad unterwegs zu sein.

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Am ersten Tag mache ich jedoch nicht mehr viel, sondern erhole mich von den Strapazen der Anreise. Am Strand gelingt das besonders gut. Vor allem, wenn Hängematten vorhanden sind.

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Siquijor Insel-Tour

Gut erholt starte ich am nächsten Morgen zu einer Entdeckungstour über die Insel. Fahrer und Guide erwarten mich schon an der Rezeption. Ich kann im Auto vorne sitzen und somit alles bestens sehen.

Und das lohnt sich, denn nachdem wir die Hauptstraße verlassen haben, geht es ab in die Berge. Rund 400 Meter erhebt sich das Land im Inneren von Siquijor.

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Alles grün!

 

Die Fahrt ist ein Erlebnis. Links und rechts der Straße gibt es schöne Ausblicke, mal auf das Meer am Horizont, mal auf die grüne Landschaft. Und immer wieder durchqueren wir kleine Dörfer. Einige Bewohner sitzen vor ihren Hütten und beobachten den Verkehr, andere arbeiten auf den Feldern. Kinder spielen auf den Wegen.

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Frischer Fisch wird geliefert.

 

Siquijor ist bekannt für die in den Bergen lebenden Heiler. Diese sammeln dort Pflanzen und Kräuter, aus denen sie dann nach traditionellen Rezepten Salben und Flüssigkeiten herstellen, die gegen allerhand gesundheitliche Probleme helfen sollen.

Jedes Jahr rund um Ostern kommen Heiler aus dem gesamten Land hierher, um am »Lenten Festival of Herbal Preperation« teilzunehmen, und selbst in den Wäldern nach Zutaten für ihre Rezepturen zu suchen.

Eine der Heilerinnen von Siquijor treffe ich an diesem Vormittag. Sie wohnt in einer kleinen Hütte und hat bereits eine ganze Reihe von Medikamenten aufgebaut. Sie zeigt mir, wo im Garten sie die Inhaltsstoffe sammelt.

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Anschließend werde ich auf einen Stuhl gesetzt, unter dem auf einem Grill Wurzeln und Kräuter verbrennen. Das Einatmen des Rauchs soll helfen, schädliche Stoffe aus dem Körper zu bekommen.

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»Bei manchen Problemen gehen wir zu einem modernen Arzt, bei anderen wiederum zu einem Heiler«, hatte mir der Guide auf dem Weg hierhin erklärt. Er sagte aber auch, dass man schon daran glauben müsse, dass es hilft.

Nachdem ich eine Zeit auf dem Stuhl sitze, fühlt die Frau meinen Puls. Ob ich Rückenschmerzen habe, fragt sie mich plötzlich. Damit liegt sie richtig. Der lange Flug hat Spuren hinterlassen. Sie holt eine wärmende Paste, mit der sie den Rücken einreibt. Anschließend erhalte ich eine kurze Massage. Nach zehn Minuten sind die Schmerzen weg. Ich bin zufrieden.

Im Anschluss an die Behandlung gibt es zur Erfrischung noch eine Kokosnuss direkt von der Palme.

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Eingeschränkte Aussicht

Anschließend fahren wir zum höchsten Punkt der Insel. Dort wurde extra ein Aussichtsturm errichtet, um einen 360-Grad-Blick auf Siquijor zu ermöglichen. Leider sind die Bäume während der letzten Regenzeit ordentlich gewachsen, so dass Blätter die Sicht in einige Richtungen versperren. Der Ausblick müsste sonst gigantisch sein.

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Noch vor der Mittagspause geht die Tour weiter zum Dorf Campalans. Am Ortsrand steht ein 400 Jahre alter Balete-Baum. Er ist beeindruckend groß.

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Vor ihm befindet sich ein Becken, das durch eine Quelle mit Wasser gefüllt wird. Einige Besucher lassen ihre Beine darin baumeln.

Seit ein paar Jahren wird in immer mehr Touristen-Orten Fisch-Spa angeboten. Dabei tauchst du die Unterschenkel in ein Aquarium, und dann knabbern Fische an deinen Füßen und entfernen so alte Hautreste. Ich habe das noch nie gemacht, hier besteht die Möglichkeit, es kostenlos zu testen.

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Ich will nicht, der Guide nickt mir jedoch aufmunternd zu. Na gut, aber nur ganz kurz. Ein Fehler. Ich hatte vergessen, wie kitzelig ich bin.

Ich mache ein lautes Geräusch, als der erste Fisch an meinem Fuß andockt. Kurz darauf ein Zweites. Alle lachen und schauen mich an. Die Füße sind längst wieder aus dem Wasser. Ich setze sie noch mal rein. Das gleiche Ergebnis. Erneut Gelächter. Damit ist das Thema nach einer Minute durch.

Die anderen Besucher scheint das Geknabber rund um ihre Zehen nicht zu stören. Sie haben die Beine weiter im Wasser und nicken freundlich, als ich mich wieder auf den Weg mache.

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Kurze Pause

Nun folgt das Mittagessen. Die Pause kommt wie gerufen. Während des Essens erfahre ich im Gespräch mit dem Guide viel über das Leben auf der Insel.

Eigentlich gibt es ein Fisch-BBQ, doch weil ich Vegetarier bin, wurde noch schnell auf dem Markt Gemüse gekauft, das nun zu frisch zubereitet auf dem Tisch dampft.

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Jeepney-Fahrer auf Siquijor – für einen Moment begeisterte mich diese Idee.

 

Abkühlung am Wasserfall

Die Stärkung kam genau zur richtigen Zeit. Denn nach kurzer Weiterfahrt heißt es Treppen steigen. Über 130 Stufen geht es hinunter zu den Cambugahay Falls. Dabei handelt es sich um drei Wasserfälle. Die blaugrünen Seen davor bieten die Möglichkeit zur Erfischung. Mit einem Seil kannst du dich hinein schwingen. Das macht Spaß, erfordert jedoch ein wenig Mut. Ins Wasser kommst du aber auch unspektakulär vom Ufer aus.

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Im Anschluss an die Abkühlung fahren wir weiter nach Lazi. Die dortige San Isidro Labrador Church wurde mit Korallen-Steinen erbaut und im Jahr 1891 fertiggestellt. Sie ist als UNESCO Weltkulturerbe nominiert.

In erster Linie beeindruckt die Kirche durch ihre Größe. Unübersehbar nagt der Zahn der Zeit an ihr. Trotzdem ein imposantes Bauwerk.

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Vor der Heimfahrt zum Hotel stoppen wir an einem Aussichtspunkt. Vom Larena Triad gibt es einen tollen Blick auf die Nordküste der Insel. Der perfekte Ort, um am späten Nachmittag einen Kaffee zu trinken.

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Anschließend fahren wir zurück zum Resort. Ein interessanter Tag und eine tolle Tour gehen zu Ende.

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Gruppenbild mit Fahrer und Guide

 

Apo Island Tour

Der nächste Morgen beginnt mit einem ausführlichen Frühstück im Strandrestaurant. Nachdem ich gestern viel Natur und Kultur erlebt habe, liegt der Schwerpunkt heute auf einem anderen Highlight der Region, nämlich der Unterwasserwelt.

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Siquijor hat eine ganze Reihe schöner Tauch- und Schnorchelplätze. Mancherorts kannst du direkt vom Strand in eine bunte Korallenwelt eintauchen. Trotzdem fahren wir heute mit dem Boot.

Denn nach knapp anderthalb Stunden erreichen wir die kleine Insel Apo Island, die ohne Frage zu den besten Tauch- und Schnorchelplätzen auf den Philippinen gehört. Das liegt vor allem daran, dass riesige Schildkröten den Bereich in Ufernähe lieben.

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Nachdem wir uns am Hauptstrand angemeldet und die Schnorchelguides ein wenig die Verhaltensregeln im Wasser erklärt haben, hüpfen wir schon ins Meer. Sage und schreibe 30 Sekunden dauert es, bis ich die erste Schildkröte erblicke. Kurz darauf folgen die Zweite und die Dritte. Und alle sind wirklich riesig. Zudem sehe ich eine Seeschlange sowie viele bunte Fische. Auch die Korallenwelt ist hier noch recht intakt.

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Mein absolutes Highlight erlebe ich wenige Minuten später. Kein anderer Schnorchler weit und breit, dafür aber vier große Schildkröten, die den Meeresgrund nach Nahrung absuchen. Ein unvergesslicher Anblick.

Es liegt an Momenten wie diesen, dass ich das Reisen so sehr liebe. Hier, im klaren Wasser der Sulu See, mehr als 10.000 Kilometer von Zuhause entfernt, stehen mir vor Glück Tränen im Auge. Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

Nach einer Mittagspause in einer kleinen Bucht folgt noch ein zweiter Sprung ins Meer. Und wieder warten die Schildkröten bereits auf ihre Fans. Und auch dieser Schnorchelgang ist super.

Später an Bord blicke ich in die leuchtenden Augen der Taucher. Auch sie schwärmen vom Erlebten.

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Noch eine Runde um die Insel

Der letzte Morgen steht zur freien Verfügung. Bevor ich am Nachmittag mit der Fähre zurück nach Dumaguete übersetze, möchte ich noch etwas mehr von der Insel sehen. Das geht auf eigene Faust recht einfach. Entweder du leihst dir ein Motorrad (300 bis 500 PHP pro Tag), oder du vereinbarst mit einem Tricycle-Fahrer einen Festpreis (1.000 – 1.500 PHP für ca. 6 Stunden). Dann kannst du dich nach und nach zu den Plätzen auf Siquijor bringen lassen, die dich interessieren.

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Ich nutze den letzten Vormittag, um mir noch einige tolle Strände anzusehen. Besonders gut gefallen haben mir dabei der Sandugan Beach, der Salagdoong Beach und der Paliton Beach. Mehr dazu bald in meinem Bericht über die schönsten Strände auf Siquijor.

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Nach der Inselrundfahrt bringt mich der Minibus vom Hotel zum Hafen. Von der Fähre blicke ich noch ein Weilchen etwas wehmütig auf die am Horizont immer kleiner werdende Insel. Hier hat es mir gut gefallen.

 

Weitere Bilder von meinem Aufenthalt auf Siquijor:

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Offenlegung: Ich wurde von erlebe-philippinen zu dieser Tour eingeladen. Auf meine Berichterstattung wurde kein Einfluss genommen.

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 20. Dezember 2015. Zuletzt aktualisiert am 22. Dezember 2015.

Kommentare (2)

  1. Lieber Stefan,

    ich habe gerade deinen tolle Bericht über Siquijor entdeckt. Wir sitzen gerade in Chiang Mai am Flughafen und warten auf unseren Flug nach Bangkok. Von dort geht es dann am 7. Januar nach Cebu.

    Der eigentliche Plan war zuerst auf Siquijor ein wenig zu entspannen und in einer Hängematte die Seele baumeln zu lassen. Jetzt haben wir aber gelesen, dass die Strände zwar wunderschön sind, man aber gar nicht so richtig baden kann, da der Strand viel zu flach ins Wasser abfällt. Und jetzt überlegen wir unseren Plan einfach komplett umzuschmeissen :).

    Siquijor machen wir aber so oder so, die Frage ist nur wann und wie lang. Hast du einen tollen Übernachtungstipp für uns? Warst du während deiner Reisen noch auf einer anderen tollen Insel, die du uns empfehlen kannst? Wir freuen uns auf jeden Fall über jeden Tipp! Liebe Grüße aus Thailand!

  2. Toll geschrieben! Ich denke die Phillipinen werden ganz sicher ein nächstes Ziel von uns werden!! :))

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