Bali: die Reisterrassen von Jatiluwih

Die indonesische Insel Bali ist nicht nur für traumhafte Strände bekannt. Auch die spektakulären Reisterrassen sind beliebte Ausflugsziele. Wer diese abseits der Touristenmassen genießen möchte, sollte nach Jatiluwih fahren. Hier findest du einen Erfahrungsbericht mit vielen Infos und Fotos.

Wenn du an die Insel der Götter denkst, kommen dir wahrscheinlich unweigerlich Bilder von saftig-grünen, wunderschönen Reisterrassen in den Kopf! Und das völlig zurecht! Denn fast ein Viertel der Insel ist von Reisfeldern bedeckt.

Die Anbaugebiete auf Bali erstrecken sich vom Vulkankegel über tropische Wälder bis hin zu den Küsten! Seit 2012 sind die balinesischen Reisfelder und das damit verbundene Anbaussystem Subak sogar UNESCO Weltkulturerbe.

Der Reisanbau hat hier eine jahrtausendelange Tradition. Viele Menschen leben für, alle leben mit dem Reis. Er ist Grundnahrungs- und Zahlungsmittel, ja gar eine Art Kunsthandwerk zugleich.

Klar, dass dadurch eine emotionale Bindung zum Produkt entstanden ist, dass seit Generationen Familien die Lebensgrundlage bietet. Die Arbeit ist körperlich sehr anstrengend, die Entlohnung bescheiden.

Nichtsdestotrotz bauen die Balinesen ihren Reis mit einer riesigen Leidenschaft an, denn für sie ist Reis mehr als nur Nahrungsmittel. Daher gelten die Reisterrassen als die Himmelstreppen der balinesischen Götter.


Die Schönheit dieser Kulturlandschaften machen den Anbau von Reis, besonders für Touristen, zum absoluten Highlight. Fahrten durch die die traumhaften Reisterrassen, die sich vom Zentrum der Insel über Ebenen und Berghänge bis hin zur Küstenregion erstrecken, sind ein einmaliges Erlebnis für jeden Besucher.

Außerdem sind die Anbaugebiete gern besuchte Touristenziele. So findest du in der näheren Umgebung der bekannten Reisterrassen eine auf den Tourismus ausgelegte Infrastruktur mit Hotels, Restaurants, Cafés und Touranbietern.

Es werden auch in diesem Sektor Arbeitsplätze geschaffen, die eng mit dem Reisanbau auf der Insel der Götter zusammenhängen. Du siehst, welche Wichtigkeit die kleine Hülsenfrucht auf der hinduistischen Enklave Indonesiens genießt.

Viele der bekanntesten Terrassenkomplexe befinden sich in der Region um Ubud. Besonders populär sind die Provinz Tabanang im Südwesten und Tegallalang im Norden Ubuds.


Wenn du dich dem doch etwas entziehen möchtest, sind die Reisterrassen von Jatiluwih ein optimales Ziel. Sie sind sehr weitläufig, bieten traumhafte Aussichten, authentische Einblicke und laden zu einem ausgedehnten Spaziergang durch das Terrain ein.

Der Reisanbau auf Bali

Das besondere an der balinesischen Reiskultivierung ist sein hügeliges, gar gebirgiges Zentralland. Besonders beeindruckend ist das ausgeklügelte und komplexe, gleichermaßen unglaublich effektive Bewässerungssystem der Reisterrassen. Das Kanalsystem ist weit verzweigt und durchzieht die Felder wie Lebensadern.


Die Bewässerungs- und Anbautechnik der balinesischen Reisbauern gilt bis heute als kaum erreicht und unübertroffen. Über künstliche Kanäle wird das Wasser aus dem Bergland von einer Terrasse zur nächsten geleitet.

Das Wasser ist also ständig in Bewegung. Dadurch ist es den balinesischen Reisbauern möglich, bis zu drei Ernten pro Jahr einzufahren. Nichtsdestotrotz muss zusätzlich Reis importiert werden, da die Eigenproduktion, auf Grund von steigender Bevölkerungs- und Touristenzahlen, nicht mehr gänzlich ausreicht.


Die Arbeit für die Bauern ist hart und der Verdienst eher gering. Trotzdem leben sehr viele balinesische Familien vom Reisanbau. Die meisten Reisbauern gehören der Bewässerungsgemeinschaft Subak an, die den rechtlichen und praktischen Rahmen zum Nassreisanbau sichert.

Bereits im 11. Jahrhundert schlossen sich Bauern zusammen, da es für den einzelnen Reisanbauer schwierig war, das hügelige Gebiet mit genügend Wasser zu versorgen.

Subak bedeutet so viel wie „verbundenes Wasser.“ Damit sind die unzähligen Kanäle gemeint, die sich aus den Wasserläufen der Umgebung, von Flüssen, Bächen und Quellen, speisen.

Die ersten Subaks wurden wohl an Quellen angelegt und da diese häufig mit einem Tempel versehen waren, hatten die agrawirtschaftliche Gemeinschaft und der Reisanbau in gewisser Weise einen religiösen Bezug.


Die Rispen stehen, je nach Sorte, zwischen drei und neun Monaten im künstlich gestauten Wasser. Nach der Blütezeit werden die Dämme geöffnet und das Wasser fließt ab.

Wenn der Reis nun voll ausgereift ist, wird er geerntet und zum Trocknen in die Sonne gelegt. Ist er schlussendlich trocken genug, wird er gedroschen um die Reiskörner aus den Ähren zu lösen.

Das ist dann das finale Produkt, das du beim Bestellen von Nasi Campur oder Nasi Goreng auf dem Teller vorfindest.

Was den Reisanbau besonders begünstigt, sind das feuchte Monsunklima und die fruchtbaren Vulkanböden. Diese eignen sich ideal zur Pflanzung von Nassreis, schwarzem, braunen oder weißem Reis.

In den Reisterrassen von Jatiluwih werden jedoch nur weißer und roter Reis angebaut. Letztgenannter profitiert besonders vom Höhenklima im Schatten des Berges Batukaru.

Die Reisterrassen von Jatiluwih

In Jatiluwih angekommen, passierst du einen Kontrollpunkt, wo ein geringes Eintrittsgeld von 25.000 Rupien erhoben wird. Die herzlichen Damen am Einlass winken dich mit einem einladenden Lächeln durch. Natürlich erst nach Bezahlung.


Danach geht es bergauf über eine kurvenreiche Straße, die bereits durch die Anbaufelder führt. Nach ca. 5 Minuten entdeckst du auf der rechten Seite einige Warungs, Restaurants und kleine Shops.

Dort gibt es überall Möglichkeiten, den Roller kostenlos abzustellen. Auf der linken Seite befindet sich der „Eingang“ zum Trekkingpfad, der durch die Reisfelder führt.

Der Pfad ist gepflastert und lässt sich bequem absolvieren. Verschiedene Routen führen durch das gesamte Gebiet. Auf einer Karte am Eingang kannst du dir den passenden Weg aussuchen.

Die einzelnen Wegstrecken sind unterschiedlich lang und mit verschiedenen Farben gekennzeichnet.


Du kannst auch über kleine Pfade direkt durch die Reisfelder spazieren und hautnah miterleben, wie die Reisbauern arbeiten. Im Gegensatz zu anderen Orten, wird hier authentisch gearbeitet und nicht nur für die Touristen posiert.

Manch einer der Reisbauern freut sich aber, ein bisschen zu plaudern und wenn du nett fragst, darfst du sicherlich auch ein Erinnerungsfoto schießen.

Mit ein bisschen Proviant im Gepäck gibt es auch diverse Möglichkeiten, bei einem kleinen Picknick zu verschnaufen.


Besonders schön sind die Lage unterhalb der Berge und das weitläufige Areal. Dieses gewährt dir unzählige tolle Ausblicke und abwechslungsreiche Fotomotive.

Meine Empfehlung ist, die Reisterrassen morgens oder am Vormittag zu besuchen, da der Himmel dann meist noch nicht so wolkenverhangen ist.

Es ist auch am Nachmittag noch wunderschön, allerdings sinken die Chancen auf Sonnenschein etwas.

Jatiluwih: Lage und Anreise

Jatiluwih liegt am Fuße des Gunung Batukaru, ca. 40 Kilometer nordwestlich von Ubud und nördlich von Canggu. Der Batukaru ragt bis auf 2200 m Höhe hinauf.

Die Reisterrassen hingegen befinden sich auf ca. 700m über dem Meer. Mit dem Roller benötigst du von beiden Ausgangspunkten eineinhalb Stunden.

Je mehr du dich Jatiluwih annäherst, umso besser ist die Ausschilderung. Alleine schon die Anreise durch die traumhafte Landschaft Zentralbalis ist den Ausflug wert.

In Ubud, Canggu oder auch Kuta kannst du bei diversen Touranbietern Tagestrips dorthin buchen. Oder du springst einfach in ein Taxi und lässt dich ans Ziel bringen.

Sofern du Erfahrung hast, empfehle ich die Tour auf eigene Faust, mit Motorrad oder Roller zu machen. So kannst du unterwegs auch mal an einem Tempel, einer Garküche oder an einem Aussichtspunkt anhalten.

Alleine die Anreise ist schon ein Erlebnis, da du dich nicht ausschließlich in Gebieten bewegst, in denen der Tourismus die Landschaft gänzlich prägt.

Es geht durch kleine Ortschaften, die von Reisbauern oder Landarbeitern bewohnt werden. Fröhliche Kinder in Schuluniformen winken freundlich vom Straßenrand, wo kleine Garküchen zu einer kurzen Suppenpause oder einer aus Palmblatt geformten Pyramide gefüllt mit Nasi Campur einladen.

Es bietet sich zudem an, sich an einem der kleinen Dorfläden mit etwas frischen Obst einzudecken. Dieses ist hier auf jeden Fall günstiger, als in den Shops und Restaurants direkt an den Reisterrassen.

Jatiluwih-Touren

Wenn du nicht auf eigene Faust anreisen möchtest, kannst du auch eine Tour buchen. Zum Beispiel bei:

Fazit

Jatiluwih bedeutet so viel wie „wunderschön“, und das ist es wahrlich. Im Gegensatz zu den Terrassen bei Tegalalang findest du hier Ruhe und eine authentische Ursprünglichkeit vor.

Besonders beeindruckend ist die Weitläufigkeit der Reisterrassen. Ein toller Tagesausflug, von dem du mit Sicherheit wahnsinnig viel tolle Bilder mitbringen werdet.

Hier findest du weitere interessante Bali-Sehenswürdigkeiten.


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