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Vietnam mit Kind: Praktische Tipps, Routen & Erfahrungen aus erster Hand

Mit Kindern nach Vietnam? In diesem Ratgeber zeigen wir euch die schönsten Ziele für Familien, verraten die besten Verkehrsmittel vor Ort und geben wichtige Tipps zu Impfungen und Hygiene. Dazu erfahrt ihr, wie ihr als Familie am besten wohnt und worauf beim Essen zu achten ist

Ist eine Reise nach Vietnam für Familien eine gute Idee? Auf jeden Fall! Das Land ist vielfältig, es gibt viel zu entdecken und die Menschen sind sehr kinderfreundlich. Mit Kind oder Kindern im Schlepptau wirst du besonders herzlich willkommen geheißen. Und keine Sorge: Vietnam ist kein Entwicklungsland. Es gibt nahezu alles, was man brauchen könnte, auch vor Ort zu kaufen. Mit etwas Planung und vor allem Wissen, was dich erwartet, könnt ihr unbesorgt als Familie auf Reisen gehen.

Du möchtest dich noch mehr inspirieren lassen oder detailliert planen? Dann schau mal auf unserem Vietnam-Blog vorbei. Dort findest du jede Menge Anregungen und Infos für deine Reise.

Du träumst von einer Reise nach Vietnam, möchtest aber nicht selbst planen? Kein Problem, bei uns findest du auch geführte Vietnam-Rundreisen.

Ein kleiner Junge mit gelbem T-Shirt spielt mit einem Blechflugzeug am Straßenstand eines Blechspielzeugbastlers
Unterwegs in Vietnam – das macht ganz viel Spaß

Mit Kinder nach Vietnam – Das Wichtigste im Überblick

  • Welche Impfungen sind nötig? Neben den Standardimpfungen (inkl. Masern) werden oft Hepatitis A, bei längeren Aufenthalten auch Japanische Enzephalitis, Typhus und Tollwut empfohlen. Eine Beratung beim Tropenmediziner ist ratsam.
  • Wie wichtig ist Mückenschutz? Dengue-Fieber ist immer wieder ein Thema In Vietnam. Ein guter Mückenschutz (DEET-haltig) für den Tag und die Dämmerung sowie Moskitonetze für die Nacht sind essenziell.
  • Wann ist die beste Reisezeit für Familien? Das hängt von der Region ab. Vietnam ist klimatisch zweigeteilt. Norden: Oktober bis April ist es trocken und kühler (ideal zum Wandern). Süden: Hier ist es ganzjährig tropisch warm, die Trockenzeit von November bis April ist am angenehmsten. In Zentralvietnam kommt es zwischen September und Dezember oft zu Überschwemmungen und Taifunen.
  • Gibt es Essen für Kinder? Nach speziellen Kindertellern sucht man meist vergebens. Doch vietnamesisches Essen ist abwechslungsreich, frisch und gesund. Reis, Nudeln (Pho) und Obst gibt es überall. Bei Streetfood gilt: „Cook it, peel it or forget it“. Auch Pommes und Pizza gibt es – zumindest an touristischen Orten.
  • Gibt es Windeln und Babynahrung? In großen Städten (z. B. Ha Noi, Da Nang und Ho Chi Minh City) gibt es Supermärkte mit westlichen Produkten. In ländlichen Regionen solltet ihr Vorräte dabei haben.
  • Wie seid ihr als Familie am besten unterwegs? Wir empfehlen eine Kombination aus Grab-Taxi (für kurze Strecken), Bus (am besten Liegebusse), Zug (sehr schön über Nacht) und Flügen (bei langen Distanzen).

Vor allem bei Familienreisen gilt: Weniger ist oft mehr. Vietnam ist ein langgezogenes Land, der Transport kann viel Zeit fressen. Daher lieber eine Region entspannt erkunden und ggf. noch einmal wiederkommen.

Eine Mutter und ihr kleiner Sohn sitzen in den Sanddünen in Mui Ne und machen das V-Zeichen in die Kamera, während ihr etwas größerer Sohn von rechts mit einer Wasserflasche in der Hand auf sie zuläuft
Mit den Kindern nach Vietnam – und jeden Tag genießen

Vorbereitung und Reiseplanung

Zu einer Familienreise gehört eine gute Vorbereitung, aber das sind Familien ja von all ihren Aktivitäten gewöhnt. Wir sind selbst jahrelang mit unseren Kindern nach und durch Vietnam gereist und haben daher Erfahrungen gesammelt, die nahezu alle Jahre von Familienreisen abdecken (unsere Jungs reisten mit uns im Alter zwischen 1 und 18 Jahren).

Wann geht's los, wohin soll die Reise gehen, was wollen wir erleben und wie bewegen wir uns von A nach B? All diese Fragen sind bei einer Reise mit Kindern den meisten noch wichtiger als bei einer Reise allein oder „nur“ mit Freunden und Partner.

Und ja, es gibt einiges zu bedenken. Mehr als anderswo ist es wichtig, dass Familien sich selbst hinterfragen: Was wollen wir erleben, was trauen wir uns und unseren Kindern zu? Wie viel wollen oder was müssen wir vorplanen? Und was können und sollten wir spontan entscheiden? Jede Familie tickt und funktioniert da anders. Wir wollen mit diesem Text Anstöße und Hinweise liefern – wenn Fragen offenbleiben, meldet euch, dann ergänzen wir unsere Tipps gerne mit weiteren Informationen.

Eine Mutter mit ihren 2 Kindern vor einem Flugzeug von Vietnam Airlines
Alles easy! – Mit der richtigen Vorbereitung könnt ihr unterwegs ganz entspannt reisen

Visum und Einreise

Die gute Nachricht: Wahrscheinlich braucht ihr gar kein Visum. Deutsche und Schweizer (sowie Angehörige vieler anderer Nationen; Österreich ist allerdings eine Ausnahme) bekommen derzeit bei Einreise einfach eine 45-Tage-Aufenthaltserlaubnis in den Pass gestempelt. Nur wer länger bleibt, muss ein Visum beantragen (mehr Infos dazu in unserem Artikel zum Thema Visum).

Beachte unbedingt: Kinder benötigen einen eigenen Reisepass.

Wenn du über den Tan-Son-Nhat-Flughafen in Ho Chi Minh City einreist, musst du vorab online eine „Pre-arrival Declaration“ ausfüllen. Mehr dazu in unserem Artikel zum Thema Digitale Einreisekarte.

Allein mit Kind: Wenn ein Elternteil allein mit dem Kind/den Kindern unterwegs ist, braucht man oft eine Erlaubnis des anderen Elternteils für diese Reise (um Kindesentführungen vorzubeugen). Bist du alleinerziehend mit alleinigem Sorgerecht? Dann solltest du den Nachweis dafür bereithalten.

Und nach der Ankunft? Ein Klima- und Kulturschock sowie die Zeitverschiebung können vor allem mit Ruhe leicht überwunden werden. Es ist empfehlenswert, die großen Städte schnell zu verlassen und sich für drei bis fünf Tage an einen ruhigen Ort zurückzuziehen (z. B. Mui Ne, Phu Quoc oder Mai Chau).

Passagiere an einem Flughafen in Vietnam
Einreise ohne Stress: mit einer guten Vorbereitung gar kein Problem

Die schönsten Reiseziele

Beziehe deine Kinder am besten direkt in die Planung mit ein, um die Vorfreude auf Abenteuer wie Bootsfahrten, Kajaktouren, Strandtage oder Höhlenbesuche zu wecken. Erfahrungsgemäß ist ein Aufenthalt von drei bis fünf Tagen pro Ort ideal, bevor der Drang nach neuer Abwechslung wieder steigt. Besonders beliebt bei Familien sind Reiseziele wie Phu Quoc, Mui Ne, Nha Trang, Hoi An, Sa Pa und die Ha-Long-Bucht.

Einen aufregenden Tag verspricht ein Ausflug von Da Nang nach Hoi An, unterwegs geht’s durch die Marmorberge.

Mit größeren Kindern, die bereits auf TikTok oder Instagram nach Highlights suchen: Auf nach Ba Na zur bekannten Brücke, die auf Händen getragen wird.

Da Nang Golden Bridge: eine Brücke, die von einer großen Hand gehalten wird
Beeindruckt auch Kinder: die Golden Bridge in den Ba Na Hills bei Da Nang

Beste Reisezeit für eine Tour mit Kindern

Die beste Reisezeit für eine Tour durch ganz Vietnam sind die Monate Januar bis April. Für Schulkinder eignen sich daher die Osterferien besonders gut. Die Herbstferien sind nur für Reisen in den Norden eine gute Wahl. Die Weihnachtsferien eignen sich hingegen für den Süden, da es im Winter im Norden oft noch wirklich sehr kalt ist und vor allem die Halong-Bucht sich dann oft sehr unwirtlich präsentiert.

Wenn ihr nur in den Sommerferien reisen könnt, dann solltet ihr euch auf Regen im Norden und Süden einstellen. Die gute Nachricht: In Zentralvietnam ist oft richtig gutes Wetter, denn hier ist noch bis in den August Trockenzeit. Es gibt daher viel Sonnenschein, es ist heiß (30–35°C) und das Meer ist ruhig und klar.

Von Reisen in der heißen Jahreszeit (Mai bis August mit Spitzentemperaturen bis über 40 °C) ist vor allem mit ganz kleinen Kindern abzuraten. Und in der Regenzeit im Süden (Mai-Okt.) sind Ausflüge in das Mekong-Delta keine so gute Idee.

Wie lange reisen?

Unserer Erfahrung nach sind drei bis vier Wochen ideal. Im Idealfall zieht man alle 3 bis 5 Tage weiter und am besten plant ihr immer mal wieder einen Tag Nichtstun ein. Das lohnt sich sowohl am Strand als auch in der Stadt. Einfach „nur“ am Pool liegen oder „nur“ Essen und Herumstromern entspannt und gibt Kraft, um am nächsten Tag wieder voller Tatendrang etwas zu unternehmen.

Ein Junge sitzt am Rand eines Hotelpools in Vietnam, im Hintergrund ist ein weiteres Kind im Wasser
Der Hotelpool ist ein perfekter Rückzugsort und verspricht zudem Abkühlung an heißen Tagen

Mit Kindern unterwegs in Vietnam

Mit Babys auf Reisen

In größeren Städten oder Touristenzentren kannst du Windeln und Milchpulver problemlos kaufen. Sei jedoch vorsichtig bei Produkten, die als „ungesüßt“ deklariert sind, da diese oft Süßstoff enthalten, der in größeren Mengen Durchfall verursachen kann. Wenn verfügbar, greifst du am besten zu pasteurisierter Frischmilch in kleinen Tetrapacks.

Fertige Nahrung im Glas ist selten zu bekommen. Du kannst dir aber nahezu immer Möhren oder anderes Gemüse zubereiten und pürieren lassen. Besonderes Wasser für Babys gibt es nahezu nie. Neben Wasser mit Mineralien ist aber vor allem Wasser ohne jegliche Inhaltsstoffe im Angebot – zu viele Mineralien sind dann nicht zu befürchten.

Unterwegs mit Kleinkindern

Eine Rückentrage mit Hüftgurt ist sehr praktisch, kann aber bei tropischem Klima recht heiß werden. Ergänzend empfiehlt sich ein Buggy mit Liegefunktion – perfekt für den Mittagsschlaf im Restaurant oder um die Eltern zu entlasten, wenn diese bereits schweres Gepäck tragen.

In den wuseligen Städten Vietnams sind die Gehwege oft so vollgestellt (Motorroller, Garküchen), dass man den Buggy  öfter mal ein Stück tragen muss. Ein leichtes Modell ist dort daher Gold wert!

Hier findest du unsere Empfehlung für einen guten Reise-Buggy und hier für die Packliste.

Warnung und Hinweis: In Vietnam führt die große Kinderfreundlichkeit oft zu ungefragter körperlicher Nähe wie Tätscheln oder Knuffen. Eltern sollten hier frühzeitig durch ein klares Statement Grenzen setzen und besonders wachsam sein, wenn ältere Menschen durch direktes Anfassen das Geschlecht von Kleinkindern feststellen wollen. Da betroffene Kinder zwischen zwei und fünf Jahren ihr Unbehagen oft noch nicht selbst ausdrücken können, müssen Eltern diese Übergriffe sofort unterbinden und die Situation anschließend einfühlsam mit ihrem Kind besprechen.

Ein Mann mit Rucksäcken auf einem Gepäckwagen und einem Kleinkind im Buggy
Beim Buggy auf gutes Handling achten

Die Wahl des besten Transportmittels

Von grundlegender Bedeutung ist die Frage, wie ihr reisen wollt. Flüge sind für viele eine gute Wahl. Wir persönlich bevorzugen Überlandbusse, gerne auch Schlafbusse. Hier ist man zwar länger unterwegs, aber gerade für Kinder ist es sehr aufregend und sie sehen etwas vom Land. Sehr schön sind auch Fahrten mit dem Zug. Vor allem die Strecke zwischen Da Nang und Hue ist beliebt. Und auch wer längere Strecken fahren will, ist mit dem Zug gut unterwegs – eine Nachtfahrt von Hue bis Hanoi ist für alle entspannter als im Bus.

Frage bei der Buchung eines Busses, ob ein WC an Bord ist. Die Busse machen zwar häufig Pausen (auch zum Essen), aber manche Kinder müssen ja „jetzt“ und nicht „später“. Hat der Bus eine Toilette, dann wähle am besten einen Sitzplatz weiter vorne, um dem Geruch aus dem Weg zu gehen. Die WCs im Zug sind übrigens meist sauber – auch in den 2.-Klasse-Abteilen.

Ein westliches Kind wird von einem vietnamesischen Mann an Bord eines Schiffes über die Reling an einen weiteren Mann am Anleger hinübergereicht
Unterwegs in Vietnam – jeden Tag ein neues Abenteuer

Für kurze Strecken eignen sich Taxis von Grab – ganz einfach per App zu buchen. Manche Familie mietet sich für längere Fahrten ein Auto mit Fahrer. Selbst fahren ist noch sehr wenig verbreitet und auch nicht wirklich ratsam. Das Schöne an dieser Art des Reisens: Ihr könnt anhalten, wenn es euch irgendwo gefällt oder das Kind ganz unbedingt etwas zu Essen möchte oder eine Pipipause braucht.

Die wenigsten Anbieter bieten allerdings einen Kindersitz. Wer sicher reisen will, sollte sich einen eigenen Sitz mitnehmen. Für ganz kleine Kinder ist das ein schwieriges Unterfangen, Sitzerhöhungen gibt es zum Glück aber schon als aufblasbare Modelle.

Idee für alle, die mit Teenagern unterwegs sind: An manchen Orten, etwa am An-Bang-Strand bei Hoi An oder in Da Nang, kann man Elektro-Mopeds leihen. Für diese ist kein Führerschein nötig. Sofern man sich nun nicht auf die großen Straßen begibt oder nachts fährt, kann man damit schöne Ausflüge unternehmen.

Viele weitere Informationen zu den Transportmitteln findest du bei uns im Blog; zum Beispiel zu den Themen Unterwegs im Bus, Zugfahren und Tickets buchen, Unterwegs mit dem Booten und Fähren sowie zu Inlandsflügen in Vietnam.

Tipps für den Langstreckenflug mit Baby/Kleinkind.

Ein blonder Junge liegt in einem Bett in einem Schlafwagen der vietnamesischen Eisenbahn und schaut auf ein Tablet
Geht gut: Im Schlafwagen der Eisenbahn ganz gechillt durch's Land gondeln

Kosten für Kinder in Vietnam: Rabatte und mehr

Für Kinder gibt es einige Ermäßigungen. Flüge sind billiger und sie können in fast allen Hotels bis zum Alter von sechs, in manchen Hotels sogar bis 14 Jahren, kostenlos bei den Eltern im Bett schlafen. Extrabetten kosten für Kinder ab sechs Jahren etwa US$10. Kinderbetten für Babys haben wir nie gefunden, aber wir schließen nicht aus, dass sich diese finden lassen. Üblich sind sie in Vietnam nicht, denn hier wohnen alle sehr eng beieinander und Kinder haben selten früh ein eigenes Bett oder Zimmer.

Kinder zahlen manchmal weniger oder keinen Eintritt – z. B. in Museen. Sofern sie noch als Baby durchgehen, zahlen sie nichts (meist über das zweite Lebensjahr hinaus). Manchmal gilt auch die Größe als Indikator: Ab 1 Meter bis etwa 1,40 Meter gelten sie als Kinder.

Fahrt ihr mit dem Bus oder im Zug und wollen alle einen eigenen Sitzplatz, dann zahlt man mindestens die Hälfte des normalen Preises. Kleinere Kinder teilen sich in Vietnam meist den Platz mit den Eltern – das ist dann kostenlos. Fluggesellschaften im Inland berechnen meist 75 % des regulären Preises bei Kindern über zwei Jahren. Billigairlines wie AirAsia kosten immer den vollen Preis. Reiseagenturen vor Ort berechnen für Kinder von zwei bis sechs Jahren den halben, danach den vollen Preis für Ausflüge.

Für Kinder ab 6 Jahren macht es Sinn, einen Schülerausweis dabei zu haben, denn auch damit gibt es Rabatt.

Übernachtung

Unterwegs mit Anhang – da solltest du dir vorher ein paar Extra-Gedanken machen, welche Hotels und Resorts du buchst. Im Folgenden einige Überlegungen die nützlich sein könnten.

Wie wohnt ihr am besten?

Wir finden: Besonders angenehm für Familien sind kleinere Unterkünfte, die von einer Familie betrieben werden. Hier werden Kinder und Jugendliche besonders herzlich behandelt. Vor allem kleine Kinder werden dann schnell in die Familie integriert, was den Eltern nicht immer ungelegen kommt. Denn dann passen alle mit auf, die Eltern haben Zeit das Gepäck auszupacken und sich mal entspannt zurückzulehnen, da die Kinder oft umhergetragen und mit kleinen Snacks beglückt werden.

Ein Familienzimmer nehmen?

Familienzimmer sind meist recht teuer und wenn dein Kind/deine Kinder noch klein sind, auch eigentlich nicht nötig. Für uns als Familie mit vier Personen haben sich Zimmer mit einem großen und einem kleinen Bett über Jahre bewährt. Je größer und eigenständiger die Kinder wurden (und je mehr Privatsphäre sie brauchten), desto sinnvoller wurde es, zwei Zimmer zu buchen. Manchmal gibt es sie mit Verbindungstür, das ist natürlich eine besonders gute Wahl.

Ausstattung und Umgebung

Je nach Reiseart ist die Ausstattung der Zimmer und deren Umgebung mehr oder weniger wichtig. Reist ihr schnell weiter, dann muss die Unterkunft nicht unbedingt alles bieten, was es so gäbe. Ein Pool kann nett sein, doch wenn man erst abends ankommt und am nächsten Tag direkt weiterfährt, dann kann man ihn sowieso nicht nutzen. Bleibt ihr länger an einem Ort, dann wird die Qualität des Zimmers und die Umgebung immer wichtiger. Ein nutzbarer Schrank wird schließlich erst dann wichtig, wenn man auch auszupacken gedenkt und nicht nur schnell das Waschzeug aus dem Koffer nimmt.

Je länger ihr also an einem Ort bleibt, desto sorgfältiger solltet ihr bei der Auswahl sein: Ist das Zimmer groß genug und gibt es genug Betten und Ablageflächen? Hat es einen Balkon (was nicht jeder mit kleinem Kind möchte), wird die Sauberkeit auf Buchungsportalen gelobt oder bemängelt?

Zwei kleine Jungen an der Matratze eines Bettes in einem Doppelzimmer eines vietnameischen Hotels
Unser Kinderbett halten wir mal schön selbst in Ordnung – so wie Mama und Papa nebenan

Unser Fazit zum Thema Übernachtung mit Kindern

Wir raten zu einem Mix aus einfachen und besseren Unterkünften. Mal spartanisch, mal luxuriös, mal mit AC und Pool, mal nur mit Moskitonetz und Ventilator. Denn nur wer alles kennt, kann sagen, was er lieber mag. Kinder sind meist sehr offen für neue Erfahrungen und eine einfache Unterkunft hat uns als Familie oftmals besser gefallen als eine Luxusherberge. Nicht zuletzt deshalb, weil wir dank des familiären Umfelds das reale Vietnam kennenlernen konnten. Und wurde diese Nähe dann zu viel, dann war eine teurere Unterkunft in einem großen Hotel genau das Richtige, um wieder Abstand zu gewinnen, sich in der Anonymität zurückzuziehen und am Pool unbehelligt zu entspannen.

Last but not least: Ob sogenannte Familienhotels lohnend sind? Das entscheiden Eltern und Kinder am besten selbst. Wir haben eine Kinderbetreuung oder Bespaßung nie gebraucht, aber das stellt sich für andere Familien möglicherweise ganz anders dar.

5 Hoteltipps für Familien

Hier ein paar ausgewählte Hoteltipps einmal quer durchs Land:

1. Ho Chi Minh City: Norfolk Mansion Luxury Serviced Apartments

Dieses Hotel bietet großzügige Apartments statt kleiner Hotelzimmer, was besonders für Familien mit Kindern ideal ist. Es gibt eine voll ausgestattete Küche, einen Außenpool, einen Spielbereich für Kinder und einen exzellenten Service. Die zentrale Lage ermöglicht es euch, die Stadt bequem zu erkunden, während ihr am Abend einen privaten Rückzugsort habt.

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2. Hoi An: Allegro Hoi An Hotel & Spa

Ein wunderschönes Boutique-Hotel, das für seinen herzlichen Service bekannt ist. Es bietet geräumige Familien-Suiten und ist nur einen kurzen Spaziergang von der historischen Altstadt entfernt. Besonders toll für Kinder: Der Pool ist oft weniger überlaufen als in großen Resorts, und das Hotel bietet kostenlose Fahrräder (auch mit Kindersitzen) an, um die Reisfelder oder den Strand zu erkunden.

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3. Da Nang: Hyatt Regency Danang Resort and Spa

Das absolute Highlight für Strandliebhaber. Dieses Resort verfügt über eine riesige Poollandschaft mit Wasserrutsche, einen weitläufigen Sandstrand und den „Camp Hyatt“ Kids Club mit vielen Aktivitäten. Die Unterkünfte reichen von Zimmern bis hin zu Villen mit drei Schlafzimmern, sodass jede Familiengröße Platz findet.

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4. Hue: Silk Path Grand Hue Hotel

Dieses Hotel kombiniert kaiserliche Eleganz mit moderner Familienfreundlichkeit. Es gibt einen großen Außenpool und weitläufige Gartenanlagen, in denen Kinder herumlaufen können. Das Hotel ist bekannt für sein familienfreundliches Frühstücksbuffet und die zentrale Lage, von der aus ihr die Zitadelle von Hue schnell erreicht.

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5. Hanoi: Aira Boutique Hanoi Hotel & Spa

In der quirligen Hauptstadt ist dieses Hotel eine ruhige Oase. Es bietet spezielle „Deluxe Family Rooms“ mit einem großen Doppelbett und zwei Einzelbetten im selben Zimmer – eine Seltenheit in Hanoi. Der Pool im schattigen Innenhof ist perfekt für eine Abkühlung nach der Sightseeing-Tour durch das Old Quarter, und der nahe gelegene Lenin-Park bietet Platz zum Spielen.

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Essen

In Vietnam wird niemand Hunger leiden. Auch Kinder, die eher wenig experimentierfreudig sind, werden sicher satt. Zumindest an touristischen Orten gibt es nämlich überall westliche Gerichte wie Pommes und Pizza. Auch Nudeln und zahlreiche leckere Reisgerichte schmecken den meisten Kindern. Bekömmlich ist Reissuppe mit Huhn. Selbst wenn „chao ga“ nicht auf der Karte steht, bekommt man sie für die Kinder auf Anfrage meist zubereitet. Unsere Kinder lieben den Start in den Tag mit einer leckeren Pho.

Rückansicht zweier westlicher Kinder, die an einem vietnameischen Straßenstand jeweils eine Schale Pho essen
Immer gut: eine Schale Pho am Straßenstand

Was ist bei Obst zu beachten?

Frisch geschältes Obst von lokalen Händlern, wie Ananas oder Pomelo, ist nach einer kurzen Eingewöhnungszeit meist gut verträglich. Äpfel werden ebenfalls angeboten, sind jedoch vergleichsweise teuer – und sie müssen unbedingt geschält werden. Bei Wassermelonen sollten Kinder nur zugreifen, wenn diese ganz frisch aufgeschnitten wurden, um Durchfälle durch die schnell verderblichen Früchte zu vermeiden. Damit Proviant keine Ameisen oder anderes Ungeziefer anlockt, sind fest verschließbare Plastikdosen für die Reise absolut empfehlenswert. Bewährt haben sich auch Gefrierbeutel mit Zip-Verschluss.

Eine sehr leckere Süßigkeit sind die klebrigen Kokosbonbons (wir nennen sie scherzhaft Plombentester), die aus Kokosmilch und Zucker hergestellt werden. Besonders an Tet erfreuen sich eingelegte oder kandierte Früchte großer Beliebtheit, seien es kandierte Ananas, Erdbeeren, Sternfrüchte, Papaya, Guaven, Zitronen oder Orangen. Auch Tamarinde und sogar Tomaten und Kürbis werden zur Süßigkeit.

Die getrockneten gezuckerten Erdbeerbonbons aus Da Lat sind bei uns besonders begehrt. Man kann sie heute nahezu in jedem Supermarkt für wenige Dong bekommen. Eine Geschmacksprobe wert sind auch die weniger zuckrigen und teureren gefriergetrockneten Erdbeeren, die erst seit ein paar Jahren auf dem Markt sind.

Abgepackte getrocknete Früchte an einem Marktstand in Da Lat
Lecker und gesund: Getrocknete Früchte sind ein perfekter Snack für zwischendurch

Ein besonderer Feiertag für Kinder und Jugendliche

Es gibt ein Fest, bei dem Kinder gefeiert werden: Das Trung Thu, dem Mittherbstfest, ist den Kindern gewidmet und wird daher auch Tag der Kinder genannt. Gefeiert wird am 15. Tag des 8. Mondmonats (im gregorianischen Kalender meist im September oder Oktober). Alle Eltern nehmen sich Zeit für ihren Nachwuchs. Es werden alte Mythen erzählt, die den Kinder wichtige Werte wie Fleiß und Achtsamkeit lehren sollen. Wie etwa die Geschichte der Monddame Ba Nguyet: Weil sie unbedacht an einem heiligen Baum urinierte, schoss dieser so rasant in die Höhe, dass sie fortan auf dem Mond leben musste.

Zum Mittherbstfest basteln Kinder Laternen und ziehen singend für den Mondmann Nguyet Lao und seine Dame in lauten Prozessionen durch die Straßen. Kulinarisch wird das Fest durch den Klebreis-Kuchen Banh Trung Thu begleitet, der entweder rund als Mondsymbol (Banh Nuon) oder rechteckig als Symbol der Erde (Banh Deo) geformt ist. Gefüllt wird die Spezialität mit einer Mischung aus Lotussamen, kandierten Früchten, Sesam und gewürfeltem Schweinefleisch.

Feiernde, fröhliche jugendliche Vietnamesen auf einem Festwagen beim Mittherbstfest
Jede Menge gute Laune: das Mittherbstfest ist besonders für junge Leute ein Höhepunkt des Jahres

Gesundheit: Impfungen und Verhaltenstipps

Wichtig sind eine gründliche ärztliche Untersuchung und alle notwendigen – auch gegen Kinderkrankheiten.

Die folgenden Tipps sind nur Hinweise und ersetzen keine ärztliche Beratung.

Du beginnst mit der medizinischen Vorsorge für eine Reise nach Vietnam (nicht nur mit Kindern) idealerweise 6 bis 8 Wochen vor deiner Abreise. Sprich am besten mit einem Kinderarzt oder noch besser mit einem Tropenmediziner und lass eure Impfpässe checken.

Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Empfehlungen (basierend auf STIKO und CRM):

1. Basis-Check: Routine-Impfungen

Stelle sicher, dass alle Standardimpfungen gemäß dem deutschen Impfkalender aktuell sind. Besonders wichtig für Vietnam sind:

  • Masern (MMR): In Südostasien gibt es immer wieder Ausbrüche. Kinder sollten zweifach geimpft sein.
  • Keuchhusten (Pertussis) & Tetanus: Wichtig bei kleinen Verletzungen oder engem Kontakt.
  • Polio (Kinderlähmung): Die STIKO empfiehlt oft eine Auffrischung, wenn die letzte Impfung länger zurückliegt.

2. Reise-Impfungen (dringend empfohlen)

  • Hepatitis A: Schutz vor der „Reise-Gelbsucht“, die über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen wird. Für Kinder ab 1 Jahr (in Ausnahmefällen ab 6 Monaten) möglich.
  • Tollwut: Vietnam gilt als Hochrisikogebiet. Da Kinder oft neugierig auf Hunde oder Affen reagieren und Bisse im Spiel nicht immer sofort melden, ist diese Impfung für Kinder besonders ratsam. Wichtig: Im Ernstfall ist modernes Immunglobulin vor Ort nicht immer leicht und schnell zu bekommen. Da der Impfstoff auch in Deutschland nicht immer vorrätig ist, frage direkt danach, wenn ihr euch für eine Reise nach Vietnam entscheidet, und warte nicht länger als nötig.

3. Impfungen bei speziellem Risiko

  • Japanische Enzephalitis: Eine durch Mücken übertragene Gehirnentzündung. Empfohlen bei längeren Aufenthalten, Reisen in ländliche Gebiete oder während der Regenzeit (Mai bis Oktober).
  • Typhus: Übertragen durch verunreinigte Lebensmittel. Sinnvoll bei Abenteuerreisen oder wenn ihr viel Streetfood probieren wollt (meist erst für Kinder ab 2 Jahren).
  • Dengue-Fieber: Eine Impfung ist seit kurzem verfügbar, wird aber aktuell primär für Personen empfohlen, die bereits einmal an Dengue erkrankt waren.

4. Wichtige Vorsorge ohne Impfung

Gegen zwei der häufigsten Risiken gibt es keine klassische Impfung für Touristen:

  • Malaria: Das Risiko ist in den touristischen Küstenregionen gering, in abgelegenen Grenzgebieten jedoch vorhanden. Meist reicht ein guter Mückenschutz aus (Stand-by-Medikamente nur nach ärztlicher Rücksprache).
  • Dengue-Fieber: Übertragung durch tagaktive Mücken. Ein konsequenter Mückenschutz (DEET-haltig) ist die wichtigste Schutzmaßnahme für Kinder.

Nehmt den Impfpass eurer Kinder im Original oder als Kopie/Foto mit.

Achtet vor Ort strikt auf die bewährte Tropen-Regel: Cook it, peel it or forget it! (Koch es, schäl es oder vergiss es!). Das schützt nicht nur vor Montezumas Rache.

Hygiene

Wasser aus der Leitung darf nicht getrunken werden! Auch Zähne sollte man mit Trinkwasser putzen.

Kinder und Eltern sollten sich öfter als daheim die Hände waschen. Geeignet sind für ein Saubermachen zwischendurch antibakterielle Toiletten-Feuchttücher, die auch in einigen Supermärkten in Vietnam zu bekommen sind. Zu empfehlen ist die Mitnahme von ein paar Sagrotan-Tüchern. So ist man vorbereitet, wenn die Toiletten oder die Kühlschränke (Minibars) nicht so sauber sind wie gewünscht.

Erwähnenswert ist auch die Restbelastung aus dem Amerikanischen Krieg, sodass vor allem für kleine Kinder und schwangere Frauen ein Risiko durch in dem Entlaubungsmittel Agent Orange enthaltene Dioxine besteht. Diese Gruppe sollte unbedingt vom Baden in Flüssen und Seen absehen.

Unser Fazit

Vietnam mit Kindern zu bereisen ist ein Erlebnis voller Farben, Begegnungen und kleiner Abenteuer, die lange in Erinnerung bleiben. Wer mit etwas Geduld, guter Planung und offenem Blick unterwegs ist, entdeckt nicht nur ein faszinierendes Land, sondern sammelt als Familie Geschichten, die noch lange nach der Rückkehr verbinden. Wir wünschen eine gute Reise!

Ein Junge, der auf einem Felsen am Meer vor einem Sonnenuntergang steht, winkt mit erhobener Hand in die Kamera
Bis bald in Vietnam!

FAQ – Fragen & Antworten

Vietnam gilt als sehr sicheres und gastfreundliches Land. Die Einheimischen begegnen Kindern mit großer Herzlichkeit und Aufmerksamkeit. Wenn du grundlegende Hygieneregeln beachtest, auf frisches Trinkwasser achtest und eine gut ausgestattete Reiseapotheke mitnimmst, erwartet dich ein entspannter Familienurlaub voller unvergesslicher Abenteuer und kultureller Entdeckungen.
Für eine entspannte Reise empfiehlt sich eine klassische Route von Nord nach Süd oder umgekehrt. Sehr beliebt sind Stationen wie Hanoi, die Halong-Bucht, das charmante Hoi An sowie Strandtage auf der Insel Phu Quoc. Um Überforderung zu vermeiden, solltest du weniger Zwischenstopps einplanen und stattdessen jeweils drei bis vier Nächte an einem Ort bleiben.
Neben den Standardimpfungen werden für Asienreisen oft Hepatitis A, Typhus und Tetanus empfohlen. Lass dich dazu unbedingt rechtzeitig vor der Abreise von einer Tropenmedizinerin oder einem Kinderarzt beraten. Ein konsequenter Mückenschutz ist besonders wichtig, um Krankheiten wie Dengue-Fieber vorzubeugen. Nimm zudem ausreichend Sonnenschutzmittel und Elektrolytlösungen für dein Kind mit.
Da Vietnam zwei verschiedene Klimazonen besitzt, hängt die ideale Reisezeit stark von deiner genauen Route ab. Die Monate von Dezember bis April gelten generell als sehr angenehm, da es im Süden warm und im Norden nicht zu heiß ist. In den deutschen Sommerferien bietet sich vor allem Zentralvietnam mit Regionen wie Hoi An an, da dort trockenes Badewetter herrscht.
Die vietnamesische Küche ist frisch, mild und extrem vielseitig. Für Kinder eignen sich milde Reis- und Nudelgerichte wie die berühmte Pho-Suppe, gebratene Nudeln oder frisches Obst hervorragend. Falls deine Kinder Heimatgefühle bekommen, findest du in allen touristischen Orten auch westliche Gerichte wie Pizza, Pasta oder Pommes. Achte stets darauf, dass Speisen durchgegart serviert werden.

 

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