Raja Ampat: Tauchen in einem der letzten Paradiese auf Erden

Raja Ampat ist das Nonplusultra für Taucher und Schnorchler. Die Natur ist einzigartig und die Riffe intakt, artenreich und unberührt. Wer eine wilde, romantische und einsame Destination sucht, fernab der ausgetretenen Pfade, ist in Raja Ampat genau richtig. Hier findest du Informationen zu Hotels, Anreise und Reisezeit.

Reni und Marcel berichten auf ihrem Blog Swiss Nomads über ihr Nomadenleben. Seit 2007 reisen die beiden um die Welt, am liebsten auf vier Rädern. Im Moment leben und arbeiten sie im Tauchparadies Raja Ampat in Indonesien. Ich freue mich sehr, dass sie den nachfolgenden Beitrag für Faszination Südostasien verfasst haben.

Raja Ampat: Tipps für deine Reise

Raja Ampat ist eine Inselgruppe und gehört zu West Papua (ehemals Irian Jaya) in Indonesien. Der Name Raja Ampat heisst übersetzt »Vier Könige«. Mit den vier Königen sind symbolisch die vier Hauptinseln Misool, Salawati, Batanta und Waigeo gemeint.

Die Inseln in Raja Ampat sind total verschieden. Die einen sind gebirgig, manche verfügen über einen puderfeinen Sandstrand, andere wiederum haben eine felsige Küste und dann gibt es Inseln, die erinnern eher an eine typische Malediveninsel.

Wegen der isolierten Lage und schlechten Erreichbarkeit steckt der Tourismus noch in den Kinderschuhen. Die letzten Jahre hat sich jedoch einiges getan. Es gibt mehr private Resorts und auch die Anzahl an Homestays wächst ständig.

Tauchen, Schnorcheln, Kajaken und die Natur geniessen

Raja Ampat liegt im Korallendreieck und ist bekannt für die artenreichsten Riffe der Welt. Das Gebiet ist weit weg von der Zivilisation und es kommen noch keine Massen zum Tauchen her. Das hat den Vorteil, dass Taucher und Schnorchler die Riffe meistens ganz für sich alleine haben.

Getaucht wird im Normalfall in kleinen Gruppen an unberührten Riffen mit wunderschönem Korallenbewuchs. Auch die Fischvielfalt und der Fischreichtum sind beeindruckend. Vor allem Makro-Fans kommen an den Tauchplätzen in Raja Ampat voll auf ihre Kosten.

Regelmässige Begegnungen mit Schwärmen von Barrakudas, Makrelen, Schnappern, Füsilieren und Fledermausfischen aber auch mit Riffhaien, Mantas und Büffelkopfpapageienfischen sind die Regel.

Im Makrobereich sind es die Pygmäen-Seepferdchen und unzählige Nacktschnecken von denen Taucher schwärmen. Und für UW-Fotografen ist Raja Ampat sowieso ein Traum.

Es gibt aber auch ganz besondere Tiere, die es nur in dieser Gegend gibt. Dazu gehören Wobbegongs (Teppichhaie), Walking Sharks und Blauring Oktopusse. Egal, an welchem Tauchplatz wir bisher getaucht haben, jeder war superschön. Im Blogeintrag Tauchen am Hausriff Pulau Pef findest du Bilder zur Unterwasserwelt.

Im Vergleich zu anderen Tauchgebieten ist vor allem auch die Vielfalt der Hart- und Weichkorallen beeindruckend. An keinem anderen Ort haben wir bisher so farbenfrohe Riffe gesehen.

Auch über Wasser ist die Natur einzigartig: Dschungel, Mangroven, Sümpfe, Berge und Orchideen sind allgegenwärtig.

Besonders spannend sind auch Schnorchel- und Tauchgänge in den Mangroven. Eine mystische Welt.

Ein Ausflug zu den Fam Inseln ist ein Muss

Die Fam Inseln sollten unbedingt auf deinem Reiseplan stehen. Egal ob du deinen Urlaub in einem Resort, Homestay oder auf einem Safariboot verbringst, die Aussicht auf die Fam Inseln kannst du dir nicht entgehen lassen. Auf der Insel Penemu gibt es eine Plattform, die über eine Holztreppe erreichbar ist. Der Aufstieg ist kurz aber heftig, vor allem in der tropischen Hitze. Dafür wirst du mit einer Wahnsinnsaussicht belohnt.

Du kannst Trips nach Fam auch von Sorong oder Waisai aus machen. Einfacher ist es jedoch, ihn direkt über dein Resort oder Homestay zu buchen. Safariboote haben einen Stopp bei den Fam Inseln oft in der Route drin, da es dort geniale Tauchplätze gibt.

Auf unserem Blog findest du Infos und Fotos über den Tagesausflug nach Fam und zu den verschiedenen Tauchplätzen.

Paradies für Vogelbeobachter

Das tropische Klima und die waldreichen Dschungel-Inseln gefallen auch der Vogelwelt. So leben in Papua etwa 400 bis 600 Vogelarten und laut Recherche über 40 Arten von Paradiesvögeln. Ein Traum für Vogelbeobachter.

Verschiedene Resort-Inseln und Homestays bieten Tagestouren an. Von Sorong aus gibt es auch die Möglichkeit, an mehrtätigen Touren teilzunehmen. Das Abenteuer beginnt zum Beispiel in den Wäldern ausserhalb von Sogong, mit dem Boot geht es weiter auf die bergige Insel Waigeo und Batanta. Vögel beobachten ist verbunden mit teils anspruchsvollem Trekking. Eine gute Fitness ist Voraussetzung für die Teilnahme an einer Tour.

Entdecke Raja Ampat auf einer Tauchsafari

Die beste Möglichkeit, Raja Ampat und deren Riffe zu erkunden, ist für Taucher ein Safariboot. Der Tagesinhalt ist klar: Tauchen, Essen, Schlafen. Eines der bekanntesten Safariboote ist die Pindito.

Der grosse Vorteil einer Tauchsafari ist: Es können weit entfernte Tauchspots angefahren werden, und man hat die Flexibilität, die richtigen Strömungsverhältnisse abzuwarten. Das Equipment steht immer bereit und vier bis fünf Tauchgänge am Tag sind normal. Das heisst aber nicht, dass du jeden Tauchgang mitmachen musst. Du bestimmst selbst, wie oft du in die Tiefen des Meeres abtauchst.

Hotels/Unterkünfte: Aufenthalt auf der Resort-Insel oder im Homestay

Mit weniger als 10 Resorts auf verschiedenen Inseln hält sich die Anzahl noch in Grenzen. Das wird sich vermutlich in den nächsten Jahren ändern. Wer lieber festen Boden unter den Füssen hat und neben dem Tauchen gerne auf der Terrasse relaxt, ist in einem Resort gut aufgehoben. Auch für Reisende mit einem nicht-tauchenden Partner hat ein Resort viele Vorteile. Denn auf den Inseln gibt es auch andere Aktivitäten als Tauchen und Schnorcheln. Bei Raja4Divers auf Pulau Pef können Gäste zum Beispiel die Inselwelt mit dem Kajak erkunden, am einsamen Strand die Ruhe geniessen oder durch den Dschungel wandern.

Tauchen und Schnorcheln steht jedoch bei den meisten, die nach Raja Ampat kommen, an oberster Stelle. Resorts sind entsprechend ausgerüstet und ein Hausriff gibt es häufig auch gleich vor der Haustür.

Wer sich für die günstigere Variante, nämlich den Aufenthalt in einem Homestay entscheidet, muss auf Luxus verzichten. Da für die Einheimischen der Tourismus noch neu ist, ist vieles improvisiert. Eine gute Recherche vor der Anreise und das Lesen von Empfehlungen anderer Reisenden sind hilfreich, um Enttäuschungen zu vermeiden. Auf den Webseiten Raja Ampat Lodges und Stay Raja Ampat findest du die verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten in Homestays.

Tipps zum Tauchen in Raja Ampat

  • In Raja Ampat sind starke Strömungen keine Seltenheit und dadurch kann das Tauchgebiet sehr anspruchsvoll sein. Erfahrung im Tauchsport ist empfehlenswert.
  • Die Hauptsaison für Tauchsafaris ist zwischen November und April.
  • Wer sein eigenes Equipment besitzt, sollte es mitnehmen. Mietequipment ist relativ teuer.
  • Eine Tauchversicherung abzuschliessen ist äusserst empfehlenswert. Der Transport und die Behandlung bei einem Tauchunfall sind teuer.

Anreise: So kommst du nach Raja Ampat

Der Ausgangspunkt für Reisen nach Raja Ampat ist Sorong.

Gäste aus Europa reisen am besten über Jakarta oder Singapur via Makassar nach Sorong. Für die Hin- und Rückreise aus Europa musst du mit etwa drei Reisetagen rechnen.

Bist du bereits in Indonesien unterwegs? Raja Ampat lässt sich gut mit einem Aufenthalt in Bali, Ambon (Molukken), Manado oder der Lembeh Strait (Nordsulawesi) verbinden.

Die teuren Resorts holen ihre Gäste im Normalfall in Sorong ab. Die günstigeren Homestays holen die Gäste je nach Absprache in Sorong oder Waisai ab, in der Regel jedoch in Waisai. Die Fahrt mit der öffentlichen Fähre von Sorong nach Waisai dauert etwa zwei Stunden.

Für wen ist Raja Ampat die richtige Destination?

Wer fernab der Touristenströme den Urlaub verbringen, ein touristisch noch wenig erschlossenes Gebiet bereisen, intakte Riffe betauchen und die Schönheit der Natur erleben möchte – für den ist Raja Ampat genau das Richtige.

Willst du virtuell in die Unterwasserwelt von Raja Ampat eintauchen?

Hier geht’s zu zwei ganz speziellen Plätzen: Tauchen und Schnorcheln in der Hidden Bay und Passage

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