Zum Entspannen und Abnehmen nach Sri Lanka

Vielleicht hast du auch schon mal über eine Ayurveda-Kur nachgedacht. Doch was genau machen die da eigentlich? Und lohnt sich das überhaupt? Antworten findest du in diesem Erfahrungsbericht.

Leider fand die Reise an den wunderschönen Barberyn Beach, etwa 140 Kilometer südlich von Sri Lankas Hauptstadt Colombo, ohne mich statt. Dafür wagte Anna Butterbrod, Reise-Journalistin aus München, den zweiwöchigen Selbstversuch.

Ich kenne Anna bereits seit vielen Jahren und konnte sie glücklicherweise überzeugen, auf Faszination Südostasien von ihren Erlebnissen zu berichten.

Hier ist ihr Artikel:

Barberyn Beach – ein Reisebericht

Hat sie das wirklich gerade gefragt? Nach nur fünf Minuten mit Dr. Pushpa merke ich, dass diese Ayurvedakur nichts mit der Art von Weicheier-Wellness zu tun hat, die ich von zu Hause kenne. Nachdem meine Ärztin Puls, Augen und Zunge gecheckt hat, löchert sie mich über meine Lebensweise – und dazu gehört auch die Verdauung. Wie oft? Welche Konsistenz? Schwimmt „es“ oben oder unten?

Der Wundertrank

Willkommen im Barberyn Beach Ayurveda Resort am südlichsten Zipfels Sri Lankas. Fernab vom deutschen Alltagsstress – und allen üblichen gesellschaftlichen Konventionen. Völlig normal ist zum Beispiel diese Szene: Ich sitze laut lachend mit einer britischen Hutmacherin und einer französischen Fundraiserin beim Abendbrot. Fast wie eine Szene aus „Sex and the City“. Aber statt Cosmos trinken wir frisch gepressten Mandarinensaft und statt Männern ist unser Thema das Abführmittel, das uns tags zuvor in aller Herrgottsfrühe verabreicht wurde. Ein brauner, sauer-bitterer Sud, nach dessen Genuss sich meine Zunge anfühlte wie der Boden eines Vogelkäfigs. Natürlich endet unser Gespräch nicht bei der Einnahme des Wundertranks, sondern erst bei dessen Wirkung. Schöne Grüße an Dr. Pushpa! Dank der Prozedur sind wir alle jeweils rund zwei Kilo leichter…

Schließlich ist das auch einer der Gründe meiner Reise: Ich will abnehmen, entspannen, die Stressfalten um die Augen herum sollen genau so weg wie die unschönen Dellen am Oberschenkel. Aber ist das alles für rund 2200 Euro (inkl. Flug, Unterkunft und allen Mahlzeiten/Getränken) in nur 14 Tagen möglich? Um es vorwegzunehmen: Ja! Und zwar nicht nur mit Hilfe von Horror-Drinks.

Verwöhnprogramm

Alle paar Stunden muss ich zwar irgendwelche Pülverchen, handgedrehten Pillen oder Kräuterdrinks zu mir nehmen, die meinem Körper helfen, zu entgiften. Aber es gibt auch den Ich-will-hier-niemals-wieder-weg-Teil – bestehend aus täglich zweieinhalb Stunden Verwöhnprogramm pur. Erst massieren vier geübte Frauenhände meinen ganzen Körper, dann genieße ich eine ausgedehnte Kopf- und Schultermassage. Danach geht’s zum Schwitzen in eine Art Holzsarg: Nur mein Kopf guckt raus und innen öffnet heißer Dampf alle Poren.

Auf einer Liege mit Blick auf den Kräutergarten kühle ich ab, während zwei Angestellte meine verspannten Schultern und das schmerzende Knie mit heilenden Packungen belegen und eine giftgrüne Maske auf meinem Gesicht verteilen. Zum Abschluss darf ich in eine Wanne mit einem rötlichen Kräutersud steigen, den mir eine alte lächelnde Frau mit rhythmischen Bewegungen gegen die Oberschenkel schippt. Plötzlich fühle ich mich wieder wie eine Dreijährige: Mami kümmert sich um dich, alles wird gut!

Yoga und Anwendungen

Dieses Gefühl bleibt. Denn während ich zu Hause täglich gefühlte tausend Entscheidungen treffen und Aufgaben zu erfüllen habe, sind die Anforderungen hier minimal: Ich muss täglich nur pünktlich im Ayurveda-Zentrum erscheinen für meine „Treatments“, die durch Akupunktur abgerundet werden. Wenn ich will, kann ich an Yogastunden teilnehmen, kleine Ausflüge in die Umgebung machen, mit einem Mönch meditieren. Wenn. Ich. Will.

Die erste Woche aber will ich gar nicht. Nach den Behandlungen und zwischen den Mahlzeiten schlafe ich fast nur in meinem riesigen hölzernen Himmelbett, in dem ich das nahe Meer rauschen höre. Lesen, schlafen, Massagen, essen, schlafen… Daran kann man sich gewöhnen. Doch plötzlich macht es „Klick“ und der Neustart-Knopf in meinem Körper scheint von irgendwem gedrückt worden zu sein. Ich bin so gut gelaunt wie lange nicht, ich habe Energie für zwei und streiche überrascht über meine glatten, rosigen Wangen. Meine Klamotten schlackern – auch dank der „Diät-Polizistin“, die immer am Buffet stand und genau beobachtete, was ich mir auf den Teller löffelte.

Das Ergebnis lässt sich sehen

Zwei Wochen mit viel „ohne“ liegen hinter mir (kein Kaffee, kein Alkohol, kein Fleisch). Und doch habe ich nichts vermisst. Drei Kilo bin ich los und um ein paar Facebook-Freunde in aller Welt reicher. Mein Mann, der Ayurveda vor meinem Abflug noch als Quatsch abtat, empfängt mich am Flughafen mit einem erstaunten Gesichtsausdruck. Sein erster Satz: „Wann können wir da mal zusammen hin?“

Wenn du mehr von Anna lesen möchtest, empfehle ich dir ihr Buch LOVE, LOVE, LOVE – 33 wahre Geschichten von der großen Liebe.

Weitere Bilder

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