Myanmar: die schönsten Ziele und Orte

In kaum einem anderen Land Südostasiens kannst du noch so viel entdecken wie im ehemaligen Burma. Orte wie Yangon, Bagan oder der Inle Lake sind bekannt, doch es gibt einiges mehr zu sehen. Hier findest du eine Auswahl der schönsten Ziele Myanmars.

Lange galt Myanmar als so etwas wie ein schlafender Riese unter den Reisezielen. Faszinierende Tempel, einsame Strände, unzählige Inseln und unberührte Natur, aber kaum Touristen. Im Jahr 2010 kamen rund 11.000 deutsche Urlauber ins Land. In Thailand waren es im selben Zeitraum etwa 600.000.

Ein Jahr später begann die herrschende Militärregierung jedoch, erste Reformen zuzulassen. Das war so etwas wie der Startschuss für viele – nach neuen Zielen suchende – Südostasien-Reisende (hier die schönsten Ziele für Backpacking in Südostasien).

Die meisten Touristen kommen bisher nur für etwa zwei Wochen ins Land und sehen sich in der Regel die »großen 4« an. Damit sind Yangon, Bagan, der Inle Lake und Mandalay gemeint. Doch es gibt noch viel mehr zu entdecken. Beachte jedoch die Hinweise am Ende des Artikels, bevor du mit der Planung beginnst. Nun geht es aber endlich los:

Die schönsten Ziele in Myanmar

Die Aufteilung in einzelne Regionen und Himmelsrichtungen ist aufgrund der Geographie des Landes etwas schwierig und wird auf Internetseiten und in Reiseführern nicht einheitlich gehandhabt.

Der Norden Myanmars

Die nördlichen Regionen Myanmars werden bisher nur selten von Reisenden besucht. Das liegt nicht nur daran, dass es dort kaum touristische Infrastruktur gibt, es ist zum Teil auch einfach verboten. Wegen Konflikten zwischen Militär und Separatisten ist der Zugang für Ausländer in einigen Gegenden nicht gestattet. Ansonsten benötigst du häufig eine Sondererlaubnis.

Zu den reizvollen Zielen gehören der Indawgyi Lake mit der auf dem See liegenden Shwe Myint Zu Pagode oder das für Trekking-Touren beliebte Putao.

Nahe der Grenze zu China befindet sich der fast 6.000 Meter hohe Berg Hkakabo Razi, der nur sehr schwer zu erreichen ist. In seiner Umgebung mit einer außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenwelt leben nur einige Bergvölker. Die Natur ist unberührt, es gibt kaum Industrie oder moderne Technik.

Der Osten (Shan Staat)

Der Shan Staat im Osten ist die größte Verwaltungseinheit in Myanmar und umfasst etwa ein Viertel der Fläche des Landes.

Das beliebteste Reiseziel dort ist der Inle Lake. Der zweitgrößte See Myanmars ist bekannt für die Stelzendörfer, die schwimmenden Gärten und die Einbeinruderer. Die meisten Unterkünfte findest du in Nyaungshwe. Eine Reise in die Gegend kannst du gut mit einigen Ausflügen zu tollen Zielen in der Umgebung verbinden.

Viele Touristen kommen beispielsweise für ein bis zwei Tage nach Kalaw. Der Luftkurort im Westen des Inle Lakes liegt in den Shan-Bergen auf rund 1.300 Metern Höhe. Im Ort hat sich eine ganz nette Backpacker-Szene mit einigen Bars, Restaurants und Unterkünften entwickelt. Trekking von Kalaw zum Inle Lake ist eine der populärsten Wanderrouten im Land. Du hast in der Regel die Wahl zwischen einem 2- oder 3-Tages-Trip.

Nördlich des Inle Lakes liegt der Pagodenwald Kakku (Kekku). Dort stehen dichtgedrängt rund 2.500 Pagoden und Tempel. Ein unglaublicher Anblick, der derzeit nur im Rahmen von geführten Touren zu ergattern ist.

Im Nordwesten des Inle Lakes liegt Pindaya. Die Kleinstadt ist etwas besser von Kalaw aus zu erreichen (ca. zwei Stunden mit dem Auto). Der Ort ist nicht nur aufgrund der schönen Landschaft ein beliebtes Ausflugsziel. Die meisten Besucher kommen wegen der Pindaya Caves (Shwe U Min Pagode). In einem Labyrinth aus Höhlen und Gängen stehen dort über 8.000 Buddha-Statuen.

Weit im Norden des Shan Staates liegt Hsipaw. Der kleine Ort ist recht gut von Mandalay zu erreichen. Er ist beliebt als Ausgangspunkt für Trekking-Touren in die Umgebung. Lohnenswert ist die Anreise mit dem Zug. Denn die Strecke beinhaltet den Gokteik-Viadukt, und damit die berühmteste Eisenbahn-Brücke des Landes.

Im Südosten des Shan Staates liegt die Stadt Kengtung (Kyaing Tong). Sie verfügt über einen Flughafen und ist für viele Reisende deshalb interessant, weil sich in der Nähe die Grenze zu Thailand befindet (Übergang Tachileik/Mae Sai). Zuletzt war der Grenzübergang für Ausländer geöffnet.

Hinweis: In einigen Regionen des Shan-Staates gibt es noch immer politische Spannungen. Daher dürfen diese nicht besucht werden. Auch das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in bestimmte Gebiete.

Mandalay und Umgebung

Mandalay ist die zweitgrößte Stadt des Landes und wirkt wuseliger als Yangon. Es gibt dort einige schöne Sehenswürdigkeiten wie das Shwenandaw-Kloster oder die Sandamani-Pagode. Einen tollen Ausblick hast du von der Tempelanlage auf dem Mandalay Hill. Im Umland findest du viele weitere interessante Ausflugsziele.

Die kleine Stadt Amarapura am Rande von Mandalay ist vor allem wegen der U-Bein-Bridge ein Anziehungspunkt für Touristen. Diese gilt als längste Teak-Holz-Brücke der Welt (1.200 Meter). Besonders zum Sonnenauf- und Sonnenuntergang ist sie ein beliebtes Fotomotiv. Darüber hinaus gibt es in Amarapura einige kleine Tempel und Pagoden.

Ebenfalls nicht weit ist es bis nach Awa (Inwa), die alte Hauptstadt des früheren Königreiches Ava. Wie in Bagan kannst du die Überreste der Stadt mit einer Pferdekutsche erkunden.

Im Westen von Mandalay liegt Sagaing. Die auf den Hügeln liegenden Tempel und Pagoden bieten vom Fluss einen fantastischen Anblick. Ein Tagesausflug lohnt sich in jedem Fall.

Gleiches gilt für Mingun, das noch etwas weiter nördlich liegt. Dort gibt es einige beeindruckende Pagoden und die riesige Mingun-Glocke.

Kaum bekannt aber ein tolles Reiseziel ist Monywa. Highlights sind die Thanboddhay Pagode, in der sich tausende kleine Buddha-Figuren befinden, und die Bodhi Tataung Pagode mit dem Lay Kyun Sat Kyar. Dabei handelt es sich um den größten stehenden Buddha des Landes (127 Meter).

Im Osten von Mandalay (70 Kilometer) liegt die Stadt Pyin U Lwin. Sie ist ein beliebtes Reiseziel angesichts ihrer Parks und Gärten, aber auch wegen einiger Bauwerke und der Wasserfälle in der Umgebung.

Bagan und Umgebung

Die alte Königsstadt Bagan ist das Highlight Myanmars und zu vergleichen mit den Tempeln von Angkor in Kambodscha. Rund 4.400 religiöse Gebäude stehen dort auf einem Gebiet von etwa 40 Quadratkilometern. Diese lassen sich mit dem Fahrrad oder per Pferdekutsche erkunden. Beliebt, aber nicht preiswert, ist der Flug mit dem Fesselballon am frühen Morgen. Die meisten Touristen kommen im Ort Nyaung U unter.

Südöstlich von Bagan liegt der Mt. Popa Nationalpark. Der namensgebende Berg ist ein erloschener Vulkan und hebt sich steil aus der Landschaft empor. Bestiegen wird meist nur der halb so hohe Popa Taung Kalat, auf dessen Spitze sich eine Pilgerstätte befindet.

Die Westküste: von der Grenze Bangladeschs bis zum Irrawaddy-Delta

Zu den archäologisch bedeutendsten Städten in Myanmar gehört Mrauk U. Sie war einst Hauptstadt des Arakan-Königreichs. Von den Palästen sind nur Ruinen geblieben. Aber viele Tempel und Pagoden sind noch erhalten. Im Gegensatz zu Bagan kommen bisher nur wenige Touristen hierher, was auch an der etwas beschwerlichen Anreise liegt. Der nächste Flughafen befindet sich in Sittwe.

Der Ngapali Beach ist einer der schönsten Strände des Landes. Es werden zudem Touren zu vorgelagerten Inseln sowie zum Schnorcheln angeboten. Der Flughafen von Thandwe befindet sich nur einige Kilometer entfernt.

Der Chaung Tha Beach war lange weniger bei ausländischen Touristen als vielmehr bei den Burmesen beliebt, die mit dem Bus aus Yangon für ein paar Tage hierhin kamen. Doch inzwischen gehören auch immer mehr internationale Gäste zu den Besuchern. Ich erfüllte mir dort vor einigen Jahren den Traum vom einsamen Sandstrand.

Etwas weiter südlich liegt der beliebte Ngwe Saung Beach, der ebenfalls mehr und mehr Touristen lockt. Hier hast du die Möglichkeit, in der Umgebung zu tauchen oder zu schnorcheln.

Yangon und Umgebung

Yangon, die größte Stadt des Landes, ist meist auch die erste Station für Myanmar-Reisende. Dort lohnt sich ein Aufenthalt für mehrere Tage, denn Yangon hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Absolutes Highlight ist die Shwedagon Pagode.

Der geschichtsträchtige Ort Bago liegt etwa 80 Kilometer von Yangon entfernt. Er lockt mit riesigen Buddha-Statuen und großen Pagoden. Noch stoppen hier erst wenige Touristen auf dem Weg zum Goldenen Fels oder nach Hpa-an. Doch Sehenswürdigkeiten wie die Shwemadaw-Pagode, die vier sitzenden Buddhas von Kyaikpun und der liegende, mehr als 50 Meter lange Shwethalyaung Buddha sind in jedem Fall ein Besuch wert.

Die Westküste: von Kyaikhtiyo bis zum Myeik-Archipel

In der Nähe der Stadt Kyaikhtiyo liegt einer der wichtigsten Pilgerorte in Myanmar: der goldene Felsen. Die Anreise ist auf den letzten Kilometern allerdings etwas mühsam. Du kannst mehrere Stunden wandern, oder dich auf einer vollbeladenen LKW-Pritsche den Berg hinauf fahren lassen. Übrigens darf der Felsen nur von Männern berührt werden. Frauen müssen auf einer nahegelegenen Aussichtsplattform bleiben.

Weiter südlich liegt die Stadt Hpa-An. In der attraktiven Umgebung gibt es viele Höhlentempel und Kloster. In der Kwat Gon Höhle befinden sich unzählige kleine Buddha-Figuren an den Wänden.

Mawlamyaing ist die drittgrößte Stadt des Landes. Dort befindet sich nicht nur die größte Brücke Myanmars, du kannst auch einige schöne Pagoden besichtigen.

30 Kilometer südlich von Mawlamyaing in Mudon wurde in den letzten Jahren ein weiteres gigantisches Bauwerk fertiggestellt, ein liegender Buddha mit einer Länge von über 180 Metern.

Im tiefen Süden des Landes befindet sich mit dem Myeik-Archipel (Mergui-Archipel) ein bisher fast völlig unerforschtes Paradies aus mehr als 800 Inseln. Nur zwei davon (Thatay Kyun und Kayin Kwa) beherbergen derzeit ein Resort, beide jedoch in der Luxus-Kategorie. Zudem werden von Thailand (u.a. Phuket) mehrtägige Bootsfahrten in die Region angeboten. Aktuell gibt es auch noch nicht viele Berichte. Hier findest du ein paar Infos zu Stränden und Inseln.

Die zukünftige Entwicklung der Inselwelt mit ihren erstklassigen Tauchplätzen wird mit Spannung erwartet. Gelingt es, einen sanften Tourismus aufzubauen und so zumindest Teile der unberührten Natur zu erhalten? Oder erfolgt eine weitere Ausbeutung der Inseln, die wirtschaftlich bereits begonnen hat. Stichworte sind hier die zunehmende Überfischung und der Sandabbau.

Weitere Ziele in Myanmar

Wie du vielleicht gemerkt hast, fehlt in der Aufzählung Nay Pyi Taw, die Hauptstadt Myanmars. Diese liegt etwa auf der Hälfte der Strecke von Yangon nach Mandalay. Sie wurde ab dem Jahr 2000 mehr oder weniger heimlich erbaut. Ihre zum Teil achtspurigen Straßen wirken oftmals leer und überdimensioniert. In der Mitte der riesigen Kreisverkehre befinden sich Springbrunnen. Zudem wurde eine Pagode gebaut, die stark an die Shwedagon-Pagode in der alten Hauptstadt Yangon erinnert. Ich bin dort einmal mit dem Bus durchgefahren und wusste nicht so recht, was ich davon halten soll.

Hinweise zum Reisen in Myanmar

Noch immer dürfen manche Regionen des Landes von Ausländern gar nicht oder nur mit Sondergenehmigung bereist werden.

Außerdem solltest du bei deiner Planung berücksichtigen, dass die Hotelsituation deutlich schlechter als in den Nachbarländern ist. An Orten, die bisher nur wenig von Touristen besucht wurden, gibt es auch meist nur sehr wenige Unterkünfte, die Ausländer aufnehmen dürfen. An den Hotspots wie Bagan oder dem Inle Lake ist das Angebot größer, jedoch ist die Nachfrage dort während der Hochsaison immens. Daher musst du dann deutlich mehr für die Zimmer zahlen, als sie eigentlich wert sind. An einigen Orten empfiehlt es sich daher, das Zimmer vorab zu buchen. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Unterkünften bei Agoda und Booking.

Und ein letzter Punkt: Reisen in Myanmar erfordert Zeit. Abgesehen von einigen wenigen sehr gut ausgebauten Straßen, geht es oft nur über holprige Wege voran, die vor allem bei Regen schlecht zu befahren sind. Inlandsflüge in Myanmar können eine Alternative sein, das langsame Reisen bietet dir jedoch viele, oft interessante oder wunderschöne Einblicke in das Land und sein alltägliches Leben.

Nicht ohne Reiseführer!

Abgesehen von den touristischen Hotspots sind meist nur sehr wenige Informationen zu den verschiedenen Zielen im Internet zu finden. Und diese sind dann oft veraltet, in einer anderen Sprache oder unzureichend. Daher empfehe ich für Myanmar in jedem Fall die Mitnahme eines Reiseführers, zum Beispiel die im Oktober 2017 veröffentlichte Neuauflage des Stefan Loose Reiseführers Myanmar.

Hier findest du Tipps zum Klima und der besten Reisezeit für Myanmar.

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