Mandalay: Tipps für deine Reise

Der Sitz des letzten Königs, die zweitgrößte Stadt Myanmars, Frank Sinatras Song „On the road to Mandalay“, große spirituelle Bedeutung ... über Mandalay lässt sich erst einmal viel Beeindruckendes sagen. Den Realitätscheck gibt es hier.

Mandalay gehört zu den schönsten Zielen in Myanmar und ist definitiv einen Besuch wert, aber du darfst nicht zu viel erwarten. Du wirst eine ganz normale burmesische Stadt vorfinden, die sowohl schöne als auch unschöne Ecken hat, und sich höchstens durch ihre sehr sehenswerte Umgebung von anderen Städten Myanmars abhebt. Auf jeden Fall wirst du aber sehr herzliche und aufgeschlossene Einwohner kennenlernen und erleben, welch enormen Stellenwert die Spiritualität in Myanmar hat. Viele weiterführende Tipps sind verlinkt. Viel Spaß!

Reisetipps für Mandalay

Wie bereits angedeutet, darfst du dir unter Mandalay keinesfalls eine urbane und tropische Metropole vorstellen. Städtische Strukturen gibt es nicht, trotz der rund 1,5 Millionen Einwohner. Du wirst hier kein Zentrum, keine Bar- oder Kulturszene, und nur wenige asphaltierte Straßen vorfinden. Die Stadt wirkt auf den ersten Blick extrem chaotisch, konzeptlos und irgendwie unfertig.

Dennoch lohnt es sich, hier einen mehrtägigen Aufenthalt einzuplanen, denn aufgrund der Vielzahl an Tempeln, Klöstern und Pagoden in der Region, sowie der hohen Bedeutung dieser religiösen Bauwerke, kann Mandalay getrost als spirituelles und kulturelles Zentrum Myanmars bezeichnet werden. Darüber hinaus sind die Bewohner Mandalays unglaublich freundlich und auf eine sehr positive Weise neugierig, so dass Begegnungen entstehen werden, die du dein Leben lang nicht vergisst. Mit anderen Worten: Machst du hier nicht Halt, verpasst du einiges. Generell ist es aber so, dass Mandalay neben Bagan, dem Inle-See und Yangon Bestandteil der üblichen Touristenroute in Myanmar ist, und daher auch nicht oft verpasst wird. Ganz zu Recht, denn insbesondere die Region rund um Mandalay ist einzigartig und überaus interessant.

Wissenswertes vorab

Gesamtgeschichtlich gesehen war Mandalay nur kurz die Hauptstadt des dritten und letzten burmesischen Königreichs, aber da sie die letzte Königsstadt ist, klingt dieser Beiname stets mit. 1857 wurde Mandalay von König Mindon gegründet und löste damit Amarapura als Hauptstadt ab – um dann 1885 im Zuge der Besatzung dem Britische Empire zum Opfer zu fallen, die auch gleich den letzten König Myanmars Thibaw Min samt Familie ins indische Exil schickten. Die burmesisch-britischen Kämpfe haben leider von der einst Goldenen Stadt, wie Mandalay auch genannt wurde, nicht viel übrig gelassen, die Kämpfe zwischen Japanern und Briten im Zweiten Weltkrieg gaben dem Stadtbild den Rest.

Traditionelle Teakholzhäuser, der Königspalast sowie unzählige Klöster, Tempel und Pagoden wurden vollends zerstört. Heute stehen nur noch vereinzelte Teakholzbauten in Mandalay sowie einige Häuser im Kolonialstil. Schmucklose Betonbauten dominieren in vielen Teilen das Stadtbild. Den zerstörten Königspalast ließ die burmesische Militärregierung, die in der Zwischenzeit das Regiment übernommen hatte, Ende der 1990er-Jahre durch den Einsatz von Zwangsarbeit wieder aufbauen.

Seit der politischen Öffnung Myanmars im Jahr 2011 spekuliert die burmesische Regierung auf wachsende Besucherzahlen, im gesamten Land waren es zuletzt etwa 200.000 Touristen pro Jahr. Um diese Entwicklung auszubauen, setzen die Politiker auf infrastrukturelle Maßnahmen. So wurde z.B. in Mandalay ein enormer Bahnhof erbaut. Es bleibt zu vermuten, dass die Touristenzahlen tatsächlich steigen werden. Ob das an der sich allmählich bessernden Infrastruktur liegt, oder an der Tatsache, dass Myanmar erst seit wenigen Jahren überhaupt als potenzielles Reiseziel bekannt ist und die Menschen einfach neugierig auf das am wenigsten erschlossene Land Südostasiens sind, kann jeder für sich selbst entscheiden.

Orientierung und Stadtteile

Mandalay liegt im Herzen Myanmars direkt am Irrawaddy-Fluss, rund 716 Kilometer nördlich von Yangon. Die Orientierung in Mandalay fällt leicht, da die Straßen wie ein Gitternetz angelegt und durchnummeriert sind. Eine Eigenheit der traditionellen Handwerksstadt Mandalay ist, dass die Stadtteile nach Handwerkszünften aufgeteilt sind. Im Süden der Stadt finden sich zum Beispiel Gold-, Silber- und Marmorwerkstätten, im Westen wird eher Holz verarbeitet und so weiter. Das hilft Touristen wenig bei der Orientierung, ist aber ein interessanter Fakt. Ansonsten hat Mandalay keine Stadtteile in dem Sinne, und die wenigen Sehenswürdigkeiten in der Stadt selber liegen nicht sehr nah beieinander. Die Stadt zu Fuß zu erkunden, ist deshalb auch nicht so schön. Am besten heuerst du dafür einen Fahrer an oder mietest dir ein Fahrrad.

Was du in Mandalay machen kannst

In und um Mandalay steht Kultur, Kultur und nochmal Kultur auf dem Programm – deshalb kommt man hierher. Neben wirklich unzähligen Tempeln, Pagoden und Klöstern kannst du unter anderem Handwerksbetriebe und den ehemaligen Königspalast besichtigen.

Sehenswürdigkeiten in Mandalay

Fort Mandalay / Königspalast

Der Königspalast in Mandalay wurde in der Zeit zwischen 1857 und 1859 errichtet, in der Folge durch einige Kriege zerstört und anschließend in den 1990er-Jahren wieder aufgebaut. Das Areal umfasst ungefähr 4 km² und wird von Wassergräben umschlossen. Auf dem Gelände befinden sich der Palast, verschiedene kleinere Pagoden und ein Aussichtsturm. Erwarte aber nicht zu viel Pomp, im Wesentlichen handelt es sich um eine Ansammlung hübscher Teakholzbauten; und der Blick vom nahegelegenen Mandalay Hill ist auch um einiges besser als der vom Aussichtsturm. Du kannst das Gelände ganzjährig besuchen, der Eintritt kostet 10.000 Kyat und beinhaltet auch noch freien Zutritt in anderen Pagoden Mandalays. Erreichen kannst du das recht zentral gelegene Fort Mandalay zu Fuß, mit dem Rad, oder im Rahmen einer Tagestour mit Fahrer.

Mandalay Hill

Ein Must-see in Mandalay ist der Mandalay Hill. Es handelt sich um einen etwa 240 Meter hohen Berg in der Nähe des Fort Mandalay, auf dessen Gipfel die wunderschöne die Su Taung Pyi Pagode steht (übersetzt: Wunscherfüllungs-Pagode). Um dorthin zu gelangen, kannst du entweder die 1.700 Stufen zu Fuß gehen, oder dich bis zu einem Parkplatz nahe des Gipfels fahren lassen, und den Rest per Rolltreppe zurücklegen. Entscheidest du dich für den Fußweg, solltest du wissen, dass hiermit Barfuß-Weg gemeint ist! Der Mandalay Hill ist heilig, das Tragen von Schuhen ist dort, wie in jedem Tempel und jeder Pagode, untersagt. Als Eintritt ist lediglich eine Kameragebühr in Höhe von 1.000 Kyat zu entrichten. Die beste Zeit für den Besuch ist der frühe Abend, um von hier aus den Sonnenuntergang zu erleben.

Kuthodaw Pagode/Sandamuni Pagode

Zu Füßen des Mandalay Hill liegen die Kuthodaw Pagode und die Sandamuni Pagode. „Kuthodaw“ bedeutet übersetzt „729 Pagoden“, und das ist keineswegs Schätzung oder Übertreibung. Auf dem Gelände befinden sich 729 einzelne Stupas, jede von ihnen beherbergt eine Steintafel, welche ein Blatt des größten Buches der Welt darstellt. Legenden zufolge wurde hier das fünfte buddhistische Konzil abgehalten, in dem sich die Gelehrten auf eine einheitliche Lehrmeinung verständigten. Diese wurden zum größten Buch der Welt zunächst auf Palmenblättern zusammengetragen und später auf ebendiese Steintafeln gemeißelt. Direkt nebenan liegt die Sandamuni Pagode, die von König Mindon zu Ehren seines verstorbenen Bruders errichtet wurde. Man gelangt über die Kuthodaw Pagode zu ihr.

Mahamuni Pagode

Die Mahamuni Pagode ist eine sehr wichtige Pilgerstätte in Myanmar und ein Ort hoher Spiritualität. In der Pagode befindet sich ein großes goldenes Abbild Buddhas, das als Akt der Verehrung und Opfergabe von religiösen Pilgern mit Blattgold verziert wird – dadurch ist die Statue mittlerweile ein wenig unförmig geworden. Das Berühren des Buddhas ist ausschließlich Männern vorbehalten, Frauen müssen Abstand halten. In der Pagode wird man vielen betenden Menschen begegnen, die man auf keinen Fall stören sollte. Ein respektvolles und zurückhaltendes Verhalten ist hier als Besucher angebracht. Auch hier ist eine Kameragebühr in Höhe von 1000 Kyat zu entrichten.

Weitere Pagoden in Mandalay (Auswahl)

  • Eindawya Pagode
  • Kyauktawgyi Pagode.
  • Set Kya Thiha Pagode
  • Shwe Kyi Myint Pagode

Goldschläger und andere Handwerksbetriebe

Mandalay ist eine absolute Handwerkerstadt, und wie bereits erwähnt, haben sich die einzelnen Zünfte nach Stadtteil oder Straßenzügen aufgeteilt. Allein um die 50 Familien schlagen Blattgold, dazu gibt es Steinmetzbetriebe, Holzschnitzereien, Glockengießereien und Webereien. Die meisten Betriebe kannst du problemlos und umsonst besichtigen, natürlich freuen sich die Handwerker, wenn du ihnen was abkaufst oder „spendest“. Bist du interessiert, erkundige dich am besten im Hotel, welche Betriebe offen für Besucher sind.

Die bekannteste und beliebteste Zunft ist die Blattgoldschlägerei, welche immer noch ohne Maschinen und mit eigener Muskelkraft erfolgt. Der Beruf des Goldschlägers ist ebenso hart wie begehrt. Im Süden der Stadt, auf dem Weg zur Mahamuni Pagode, gibt es zahlreiche Schauwerkstätten.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Hier findest du einen Bericht über Sehenswürdigkeiten in Mandalay sowie ein Programm für drei Tage Mandalay.

Touren, Ausflüge und Aktivitäten

Sagaing

Sagaing ist vereinfacht gesagt ein eigenes Gebiet von Pagoden, welches auf einem Hügel liegt und zu den wichtigsten religiösen Zentren des Landes zählt. Etwa 600 Pagoden, Tempel und Klöster, eingebettet in tiefgrüne dichte Vegetation, sind hier beheimatet. Mandalay und Sagaing sind durch die große Ava-Brücke miteinander verbunden, auch Kolonialbrücke genannt, weil sie einst von den Briten errichtet wurde. In Sagaing kannst du unter anderem die U Min Thonze-Pagode und die Sun U Ponnya Shin Pagode besichtigen, um nur ein paar zu nennen. Von den Pagoden hast du einen herrlichen Blick auf den Irrawaddy und die schöne Landschaft.

Inwa

Irgendwo im Nirgendwo außerhalb von Mandalay zeugen Ruinen von der Hauptstadt eines ehemaligen Königreichs: Die Rede ist von Inwa. Die historische Stätte erreichst du am besten im Rahmen eines Tagesausfluges in Kombination mit Amarapura und Sagaing. Inwa ist von Sagaing aus über den Irrawaddy-Fluss ausschließlich mit Fähre oder Longtailboot zu erreichen – die Überfahrt dauert aber nur wenige Minuten. Sehenswert machen Inwa unter anderem das alte, komplett aus Teakholz erbaute Bagaya-Kloster sowie viele andere alte Klöster und Pagoden. In Inwa angekommen bewegst du dich in der Regel per Pferdekutsche fort, die unzähligen Kutschen erwarten dich schon am Flussufer und bringen dich für kleines Geld zu den Sehenswürdigkeiten.

Amarapura

Was die meisten mit dem wohlklingenden Ort Amarapura verbinden, ist die U Bein Bridge, die längste Teakholzbrücke der Welt, die 1850 vom damaligen Bürgermeister U Bein erbaut wurde und zusammen mit dem Taungthaman-See ein malerisches Bild abgibt. Die meisten Reisenden kommen für ein Foto zum Sonnenuntergang her, aber auch ein Ausflug am Nachmittag lohnt sich, weil man hier dann eher hier mit burmesischen Touristen zusammenkommt und interessante Gespräche führen kann, außerdem ist es da noch nicht so voll.

Amarapura selbst ist ebenfalls eine alte Königsstadt und bedeutet übersetzt „Stadt der Unsterblichkeit“, allerdings gibt es bis auf kleinere Pagoden und die zahlreichen Kunsthandwerkbetriebe nicht viel zu sehen.

Mingun

Um viele Städte und religiöse Bauten in Myanmar ranken sich teilweise kuriose Legenden, so auch in Mingun. Die Hauptattraktion ist die Mingun Pahtodawgyi Pagode. Diese wurde nie fertiggestellt, da ihrem Erbauer, dem sehr bauwütigen König Bodawpaya, bei Abschluss des Pagodenbaus der Tod prophezeit wurde. Pragmatischerweise beendete er den Bau daher einfach nicht. Daneben gibt es in Mingun die größte hängende Glocke der Welt und einige andere Bauwerke zu besichtigen.

Weitere Ausflugsziele

Hier noch eine Auswahl von Orten, die du in der Nähe von Mandalay besichtigen kannst:

  • Paleik: Heimat der Schlangenpagode, der Hmwe Paya Pagode, in der der es neben vielen Schlangenstatuen auch zwei lebende Pythons gibt, die als heilig verehrt und täglich im Rahmen einer Zeremonie gewaschen werden. Ja, das ist eine wahre Geschichte.
  • Monywa: Zwischen Bagan und Mandalay kannst du auch Monywa besuchen, eine verschlafene Handelsstadt, die ebenfalls einige schöne Pagoden und eine wunderbare Landschaft bietet.
  • Taungbyon: Während des August-Vollmondes finden hier Feierlichkeiten statt, im Rahmen derer du ganz in das einheimische Leben abtauchen und mitfeiern kannst.

Essen & Trinken: Restaurants in Mandalay

Die Küche in Mandalay ist vielfältig, gute Restaurants können aber versteckt und daher nicht leicht zu finden sein. Generell gibt es aber hauptsächlich burmesische, chinesische und indische Restaurants. Die Gegend rund um das Flussufer bietet beispielsweise ein gutes Angebot an Restaurants, teilweise mit schönem Blick aufs Wasser. Etwas versteckter in der Nähe des Fort Mandalay liegen die sehr empfehlenswerten Restaurants Rainforest und Marie Min, letzteres ist ausschließlich vegetarisch.

Die Küche in Myanmar ist extrem facettenreich und stark von den Nachbarländern beeinflusst, ergänzt um einige Eigenheiten. Was Raffinesse und Komplexität der Gerichte angeht, kann Myanmar sich aber nur schwer mit seinen Nachbarn Thailand, Indien und China messen, dafür gibt es hier noch richtig viel zu entdecken. Wie wäre es zum Beispiel mit einer duftenden Fischsuppe (Mohinga, das Nationalgericht) oder einem Salat aus Teeblättern (Lapet Thoke)? Auch Curries, sowie gebratene Nudeln und gebratener Reis, sind in den Straßen Mandalays allgegenwärtig – jedoch in einer sehr fettigen Variante, da in Myanmars Küchen großzügig mit dem Erdnussöl umgegangen wird. Achtung Erdnuss-Allergiker – das könnte schwierig werden!

Nachtleben in Mandalay

Bis auf die Hotelbars gibt es kein Nachtleben in Mandalay – wer eine Party-Destination sucht, ist hier leider in der falschen Stadt.

Shopping/Einkaufstipps

Es gibt ein paar Märkte, der größte und bekannteste ist wohl der Zegyo Markt, der aber eher chinesisch geprägt ist. Mandalay ist keine Shopping-Destination, und auch auf den Märkten wird man außer den üblichen Souvenirs nichts Besonderes finden. Wen es eher in ein Einkaufszentrum zieht, der kann dem Ocean SuperCenter einen Besuch abstatten.

Mandalay mit Kind

Wenn die Kinder Pagoden-begeistert sind, ist Mandalay sicher eine tolle Destination – ansonsten könnte es langweilig werden. Wie in ganz Myanmar gibt es in Mandalay auch traditionelle Puppenshows, aber darüber hinaus bietet die Stadt kein besonderes Angebot für Kinder. Darüber hinaus ist die Infrastruktur schlecht, es gibt nicht überall Gehwege und der Verkehr kann sehr unübersichtlich werden.

Tipps für deinen Aufenthalt in Mandalay

Übernachten in Mandalay

Die Zimmerpreise liegen leicht über dem südostasiatischen Durchschnitt, denn in Mandalay gibt es vergleichsweise wenig Hotels. Diese sind meist eher einfach gehalten, aber sauber und komfortabel. Zu empfehlen ist z.B. das Hotel Emperor in der Nähe des Fort Mandalay.

Öffentliche Verkehrsmittel

Öffentliche Verkehrsmittel gibt es in Mandalay nicht, man bewegt sich hier zu Fuß, per Fahrrad, oder mit einem privaten Taxi fort. Wenn du dich traust, kannst du dir auch einen Roller mieten, der Verkehr kann aber unübersichtlich werden und die Unfallrate ist nicht gerade niedrig.

Budget: Wie teuer ist Mandalay?

Die Preise für Essen und Trinken sind extrem niedrig, die Hotelpreise sind auf mittlerem Niveau – was sich läppert, sind die vielen Eintrittsgelder plus die Kosten für einen privaten Fahrer, wenn du dir die Gegend anschauen willst. In Mandalay selbst gibt es außer kulturellem Sightseeing nicht viel zu erleben.

Geldautomaten/Geld abheben in Mandalay

Geldautomaten zu finden, ist kein überhaupt Problem. Um sie zu benutzen, muss man vielleicht ein paar Dinge wissen. Der maximale Abhebebetrag beträgt landesweit 300.000 Kyat, das sind ungefähr 180 € – damit kann man schon eine Menge anfangen. Je nachdem, ob du Visa, Mastercard, oder eine EC-Karte benutzt, wirst du feststellen, dass manche Geldautomaten deine Karte sofort akzeptieren und andere gar nicht. Woran das liegt, weiß kein Mensch. Manchmal sind die Automaten einfach leer oder außer Betrieb. Einfach weiterversuchen und nicht aufgeben lautet die Devise. Wichtig ist, im Vorfeld einmal der Hausbank Bescheid zu geben, dass du dich in Myanmar aufhältst, damit die Karte nicht aufgrund ungewöhnlicher Aktivitäten gesperrt wird. Das Problem gab es in der Vergangenheit unter Reisenden vereinzelt. Transaktionsgebühren fürs Abheben werden in jedem Fall fällig (meistens um die 5000 Kyat), dazu kann noch die Gebühr der Hausbank kommen.

Geld sparen kannst du, wenn du eine Reise-Kreditkarte hast, die dir gebührenfreies Abheben im Ausland erlaubt. Direkt mit Kreditkarte zu zahlen ist in Myanmar noch unüblich und in Mandalay auch kaum irgendwo möglich – auch Hotels bevorzugen Bargeld.

Wichtig zu wissen ist, dass die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung Kyat nicht erlaubt ist. Es kann hilfreich sein, neben einer Kreditkarte ein paar US-Dollar als Bargeld mitzunehmen, um flüssig zu sein, falls die ATMs mal wieder streiken und keine Wechselstube in Sicht ist. Knittrige, schmutzige oder rissige Dollar-Scheine werden nicht akzeptiert. Eigentlich sollten US-Dollar laut Gesetz allgemein nicht mehr akzeptiert werden, aber die Erfahrung zeigt, dass Dollar nach wie vor gern gesehen sind.

Medizinische Versorgung in Mandalay

Mandalay gilt als malariafrei, in der Stadt selber ist das Moskitoaufkommen auch überschaubar. Auf Ausflügen allerdings sollte man sich gut schützen, denn die Gegend rund um Mandalay ist sehr ländlich. Dort gibt es jede Menge Moskitos, die unangenehme Krankheiten wie Dengue-Fieber, Zika und Malaria übertragen können. Bist du abseits der Trampelpfade unterwegs, schau unbedingt immer, wo du hintrittst – Myanmar nimmt weltweit den ersten Platz ein, wenn es um Todesfälle durch Schlangenbisse geht. Tatsächlich leben die Giftschlangen zumeist in den Regenwäldern und Grenzregionen, wo dir als Tourist der Eintritt sowieso verwehrt ist. Trotzdem solltest du wachsam sein und nicht in Sandalen durch hohes Gras laufen.

Ein immer wieder leidliches Thema sind Magen-Darm-Erkrankungen. Viele Reisende haben mit Reisedurchfall zu kämpfen, der aber nach spätestens drei Tagen vorüber sein sollte. Ist das nicht der Fall, und kommen vielleicht noch andere Beschwerden wie Fieber, Erbrechen oder Schmerzen dazu, solltest du dich auf jeden Fall durchchecken lassen. Lass dich vor deiner Reise von einem ausgebildeten Reisemediziner zu Risiken, Impfungen und Hygiene-Maßnahmen beraten.

Es gibt in Mandalay keine internationale Klinik, und auch keine offizielle Anlaufstelle für internationale Reisende. Die beste Reputation hat das City Hospital. Die nächste internationale Klinik findest du in Bagan, ungefähr 3-4 Stunden mit dem Auto von Mandalay entfernt.

Bei schweren Krankheitsfällen oder Operationen ist es jedoch wahrscheinlich (und auch in deinem Interesse), dass du nach Bangkok verfrachtet wirst, wo eine erstklassige medizinische Versorgung auf jeden Fall gewährleistet ist.

So oder so muss eine Behandlung im Ausland immer sofort bezahlt werden. Hast du eine Auslandskrankenversicherung, kannst du dir die Kosten später erstatten lassen. Dafür unbedingt alle Behandlungsnachweise und alle Belege sorgfältig aufbewahren!

In Mandalay gibt es auch einige Apotheken. Eine einfache Grundversorgung an Medikamenten dabeizuhaben, kann aber insbesondere in Myanmar definitiv nicht schaden. Hier findest du Tipps für die eigene Reiseapotheke.

Packliste für Mandalay

Manchmal kann ja eine Checkliste nicht schaden, deshalb findest du hier einen Vorschlag für eine Myanmar-Packliste. Da die Shoppingmöglichkeiten in Mandalay eher begrenzt sind, sollte an die wichtigsten Dinge gedacht sein – eine Zahnbürste oder Duschgel bekommst du aber natürlich auch hier.

Klima, Wetter, beste Reisezeit

Mandalay kannst du ganzjährig bereisen. Als die beste Reisezeit gelten die Monate Dezember bis Februar, die in weiten Teilen Südostasiens Hauptsaison bedeuten. Es herrschen für uns Europäer angenehme Temperaturen und es regnet selten. Von März bis April wird es teilweise unerträglich heiß (bis 40 °C).

Ab Mai ist „rainy season“ angesagt, was zwar immer noch sommerliche Temperaturen bedeutet, aber auch vermehrten Niederschlag. Die Regenzeit geht manchmal bis Oktober, manchmal bis November – dann wird es trockener, wärmer, und die Hauptsaison beginnt wieder. Alle Jahreszeiten haben eine hohe Luftfeuchtigkeit gemein.

Hier findest du weitere Infos zum Klima und zur besten Reisezeit für Myanmar.

Mandalay: Events, Feste und Feiertage

Der Feiertagskalender in Myanmar richtet sich größtenteils nach dem burmesischen Mondkalender. Einige der wichtigsten Festivitäten finden bei Vollmond statt. Bewegliche Feiertage sind zum Beispiel:

Mahamuni-Pagodenfest

Das Fest findet zum Vollmondtag von Thabodwe (Ende Januar / Anfang Februar) statt und dauert etwa zwei Wochen. Während der Festtage pilgern Tausende Besuchen zur Mahamuni-Pagode und es gibt Tanzshows, Essenstände und allerlei buntes Treiben.

Das burmesische Neujahrfest

Das Neujahrsfest geht, wie z.B. auch in Thailand, über mehrere Tage. In größeren Städten machen sich die Menschen jetzt gegenseitig mit Wasserpistolen und Gartenschläuchen nass, auch in Mandalay feiern einige Menschen.

Vollmond von Kason

Der Vollmond im burmesischen Monat Kason (entspricht unserem April oder Mai) wird als Buddhas Geburts-, Erleuchtungs- und Todestag gefeiert. Dem entsprechend finden viele religiöse Feierlichkeiten rund um die Tempel und Pagoden in Bagan statt.

Buddhistische Fastenzeit

Die Fastenzeit der Buddhisten beginnt im Juni oder Juli (Monat Waso) und endet im Oktober (Monat Thadingyut). Je zu Beginn und Ende finden Zeremonien in Klöstern und Pagoden statt, zum Ende gibt es dann ein dreitägiges Fest im ganzen Land, und man sieht unzählige Himmelslaternen und Kerzen.

Daten und Fakten

Wie ist die Zeitumstellung?

Mandalay (GMT/UTC +6:30) ist Deutschland, Österreich und der Schweiz während der Sommerzeit viereinhalb Stunden voraus, zur Winterzeit sind es fünfeinhalb Stunden.

Wie ist die Währung?

Die Landes-Währung in Myanmar ist Kyat (gesprochen: “Tschatt”, internationale Abkürzung MMK). Je nach Wechselkurs bekommst du für einen Euro rund 1600 Kyat. Hier findest du den aktuellen Wechselkurs.

Kyat-Banknoten haben folgende Werte: 1,5,10,15,20,45,50,90,100,200,500,1000 und 5000.

Die Münzen heißen Pya und werden dir höchstens als Wechselgeld begegnen.

Welche Sprache wird gesprochen?

Burmesisch ist die Amtssprache in Myanmar und wird von etwa 35 Millionen Menschen gesprochen. Die burmesische Sprache hat ihr eigenes Alphabet, das für uns ohne viel Übung nicht lesbar ist. Die Verständigung auf Englisch ist zum großen Teil noch schwierig, selbst in Hotels oder am Flughafen.

Wie groß ist Mandalay?

Die Fläche von Mandalay beträgt 118,4 km².

Wie viele Einwohner hat Mandalay

Mandalay selbst hat etwa 1,5 Millionen Einwohner.

Post

Briefe und Postkarten brauchen von Mandalay aus circa zwei Wochen nach Europa, die burmesische Post gilt als einigermaßen zuverlässig. Briefmarken gibt es nur auf Postämtern zu kaufen, aber die meisten Hotels nehmen eure Postkarten auch entgegen und kümmern sich um das Porto. Die Hauptpost in Mandalay liegt in der 22nd Street 80/81, die Wartezeiten können hier enorm sein.

WLAN/SIM-Karte

Im ganzen Land noch problematisch, in Mandalay ebenfalls nicht besonders gut, ist die Qualität des Internets. Das Internet ist extrem langsam und bricht auch gern mal ganz ab, außerdem kann es sein, dass manche Seiten und E-Mail-Provider von der Regierung gesperrt werden (z.B. Hotmail).

Ein weiterer Spezialfall ist der Mobilfunk-Empfang. Um mit deiner SIM-Karte telefonieren und mobiles Internet nutzen zu können, muss dein Mobilfunkanbieter einen Vertrag mit einem Anbieter in Myanmar abschließen – und das ist praktisch so gut wie nie der Fall. Du kannst also davon ausgehen, dass Telefonieren, SMS schreiben und mobiles Internet mit deiner SIM-Karte nicht funktionieren (und wenn doch, dann wahrscheinlich zu Preisen, die sich gewaschen haben), und deine einzige Verbindung in die Welt das Hotel-WLAN ist. Natürlich kannst du vor Ort für umgerechnet ca. 12 € eine burmesische Prepaid-SIM-Karte kaufen, z.B. von Telenor, Ooredoo oder MPT, beachte dabei nur die Größe (Nano oder normal).

Reiseführer für Mandalay

Hilfreiche Reiseführer sind immer wieder die altbewährten von Stefan Loose und Lonely Planet. Diese behandeln das ganze Land, aber natürlich sind hier auch viele Tipps zu Mandalay enthalten.

Mandalay: Anreise und Weiterreise

Die zweitgrößte Stadt des Landes ist über sämtliche Verkehrsmittel mit dem Rest des Landes und auch dem näheren Ausland vernetzt und daher verhältnismäßig leicht zu erreichen. Straßenwege und Schienen sind jedoch, abgesehen vom Highway nach Yangon, in keinem guten Zustand, weshalb du ausreichend Zeit für die Anreise einplanen solltest. Um dir selbst einen Überblick zu verschaffen, schau dir die Stadt ruhig einmal bei Google Maps an, das hilft der Orientierung ungemein.

Mit dem Flugzeug

Mandalay ist einer der drei Städte in Myanmar, die über einen internationalen Flughafen verfügt. Du kannst also direkt über Mandalay einreisen. Der internationale Airport befindet sich im Norden der Stadt, etwas außerhalb, und ist nicht über öffentliche Verkehrsmittel an Mandalay angebunden. Am Airport warten aber genügend Taxis darauf, dich zu deinem Hotel zu bringen. Ein Visum musst du vorher bei der burmesischen Botschaft beantragen, entweder auf dem Postwege oder als E-Visa. Mehr dazu findest du in diesem Artikel. Mandalay ist noch nicht über Direktflüge von Deutschland aus zu erreichen, die günstigste Anreise aus dem Ausland ist über Bangkok möglich (z.B. mit Air Asia oder Bangkok Airways), du kannst aber auch von Chiang Mai (Thailand) oder Kunming (China) direkt nach Mandalay fliegen. Natürlich ist Mandalay weiterhin sehr günstig aus dem Inland zu erreichen, z.B. von Yangon, Heho oder Nyaung U und vielen weiteren Städten. Hier erfährst du mehr Details zu Verbindungen und Preisen für Inlandsflüge in Myanmar.

Für jeden Zweck sind als Flugsuchmaschinen Momondo und Skyscanner zu empfehlen.

Mit der Bahn

Bahnfahrten sind in Myanmar extrem populär und auch ein tolles Erlebnis – wenn du denn genügend Zeit mitbringst. Fahrten mit der staatlichen Eisenbahn dauern sehr lange, da das Land sehr groß ist und der Zug nicht gerade schnell. Von Mandalay gibt es viele Verbindungen, z.B. nach Yangon, Monywa oder Lashio. Abfahrt ist meist sehr früh morgens vom Bahnhof Mandalay in der 78. Straße. Du kannst dein Ticket entweder direkt dort kaufen, oder vorab im Internet buchen, zum Beispiel bei 12go.asia.

Mit dem Boot/der Fähre

Durch die direkte Lage am Irrawaddy ist Mandalay auch per Wasserweg zu erreichen, populär ist die Schiffsfahrt von und nach Bagan (Nyaung U). Hier verkehren mehrere Schiffsgesellschaften, z.B. bei MGRG Express oder bei Gandawun Shwe Bagan. Die Fahrt kann zwischen zehn und zwölf Stunden dauern und kostet um die 40 Dollar. Buchen kannst du vor Ort und auch online bei den Anbietern.

Mit dem Bus/Minibus

Busfahrten sind neben Bahnfahrten wohl das beliebteste Transportmittel und landschaftlich auch eher zu empfehlen als die Bootsfahrt. Möchtest du dein Busticket vorab buchen, sind myanmarbusticket.com oder ebenfalls 12go.asia zu empfehlen. Hier kannst du für wenig Geld komfortable Reisebusse mit breiten Sitzen und viel Beinfreiheit buchen. Die Busse verbinden viele Städte Myanmars miteinander und die Abwicklung funktioniert reibungslos. Es sind allerdings auch noch immer Busse unterwegs, die größere Menschen vor echte Probleme stellen.

Privater Transfer

Natürlich kannst du dir auch ein privates Taxi chartern, wenn das aufgrund der Entfernung möglich ist. Hierzu erkundigst du dich am besten in deinem Hotel, bei Reiseagenturen vor Ort, oder direkt bei den Taxifahrern. Die Preise variieren je nach Dauer, Fahrzeugtyp, und Verhandlungsgeschick.

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