Mingun: Die unvollendete Riesenpagode und die größte Glocke der Welt

Ein interessantes Ausflugsziel von Mandalay ist das Dorf Mingun. Dort erwarten dich eine gigantische Tempelruine und die größte Glocke der Welt. Hier alle Infos.

Im Herzen Myanmars liegt die zweitgößte Stadt des Landes: Mandalay. Was sie so spannend macht, sind vorranging die Ausflugsziele in der Umgebung. Die U-Bein-Bridge in Amarapura oder die Pagoden und Klöster von Sagaing sind die bekannten Highlights. Hier findest du eine Übersicht der Sehenswürdigkeiten von Mandalay.

In diesem Artikel möchte ich dir aber unbedingt einen Besuch in Mingun empfehlen – denn auf der Hitliste der kuriosen Sehenswürdigkeiten Myanmars befinden sich hier definitiv einige der oberen Plätze.

Unterkunftstipp für deinen Aufenthalt in Mandalay:
Einen Infinity Pool mit tollem Blick über Mandalay sowie komfortable Zimmer in zentraler Lage bietet das äußerst beliebte Mandalay Yadanarbon Hotel (hier anschauen bei Booking.com oder hier bei Agoda). Weitere Hoteltipps in verschiedenen Preisklassen sowie Empfehlungen für Touren findest du am Ende des Artikels.

Mingun, das ist ein kleines, verschlafenes Dörfchen in der Nähe Mandalays. Ich möchte gar nicht erst anfangen, mir Tipps und Wissenswertes über Mingun selbst aus dem Ärmel zu leiern, denn eigentlich ist hier echt nicht viel los – das wird auch deutlich, wenn man sich Mingun auf der Karte anschaut.

Doch warum gibt es gerade in diesem abgelegenen Dorf so viel zu sehen? Nun, Myanmars einstweilen etwas kuriose Geschichte nahm auch hier ihren Lauf. Im 18. Jahrhundert herrschte hier der König Bodawpaya, dessen Regierungsstil sich nicht gerade durch Bescheidenheit auszeichnete.

Seinen unglaublichen 120 Nachkommen (62 Söhne, 58 Töchter) wollte er Großes hinterlassen, und so ordnete er den Bau der größten Pagode der Welt an, nebst Gießung der größten Glocke der Welt. Diese damaligen Superlative gelten zwar heute schon lange nicht mehr, für damalige Verhältnisse waren Bodawpayas Bauvorhaben allerdings mehr als stattlich.

Heute sind sie immer beliebter werdende Ausflugsziele und spülen so wenigstens ein bisschen touristischen Umsatz in Minguns Kassen. Hier herrschen nämlich sonst, wie in so vielen ländliche Gebieten in Myanmar, ärmliche Verhältnisse.

Seit Juni 2017 engagiert sich hier deshalb der deutsche Förderverein Myanmar e.V., der erfolgreiche das Projekt einer Grundschule für Mingun betreibt und das hübsche Orientierungsschild gestiftet hat:

Sehenswürdigkeiten Mingun

Neben einigen kleineren Sehenswürdigkeiten waren für mich insbesondere drei Hauptattraktionen interessant.

Hsinbyume Pagode

Gerade, wenn die Sonne scheint, wirkt diese komplett weiße Pagode fast surreal. Die Bedeutung ist für Nicht-Buddhisten etwas kompliziert, aber kurz gesagt steht sie für den buddhistischen Weltenberg Meru, das Zentrum des Universums.

Die wellenförmigen Terrassen stellen die sieben Weltmeere dar. Dabei wurde die Pagode eher aus amourösen als aus religiösen Gründen errichtet – ihr Auftraggeber war Bagyidaw, ein Sohn Bodawpayas, gewidmet war sie seiner Lieblingsgemahlin Hsinbyume.

Aufgrund ihrer selten schönen Optik und ihrer beeindruckenden Symmetrie ist die weiße Pagode eines der bekanntesten Fotomotive Myanmars. Touristen kommen hauptsächlich wegen der Hsinbyume Pagode nach Mingun, und schauen sich, weil sie eh gerade da sind, auch die anderen Sehenswürdigkeiten an.

Du kannst es dir vielleicht denken, aber allein bist du hier nie – chinesische Reisegruppen, fotohungrige Instagrammer, Souvenirverkäufer und einheimische Touristen teilen sich die Szenerie. Trotz des ganzen Trubels schafft es diese außergewöhnliche Pagode, nichts von ihrem Zauber einzubüßen.

Und falls du dich fragst, wie um alles in der Welt es möglich ist, dass die Hsyinbyume Pagode so weiß bleibt: Der Anstrich wird einmal jährlich nach der Regenzeit erneuert.

Mingun Pagode

Die für mich kurioseste Sehenswürdigkeit ist die Mingun Pagode, auch sehr trefflich „Unfinished Pagoda“ genannt. Gleichzeitig ist sie die Antwort auf die Frage, wie eigentlich Pagoden gebaut werden.

Wie eingangs erwähnt, sollte die Mingun Pagode mit geplanten 152 Metern eigentlich die größte der Welt werden – daraus wurde jedoch nichts. Was du hier heute noch siehst, ist lediglich ein großer Fels, aus dem man die Anfänge einer Pagode geschlagen hat.

Weil die damals eingesetzten Zwangsarbeiter nach dem Tod Bodawpayas 1819 verständlicherweise die Arbeit sofort einstellten, und auch niemand mehr den Bau vorantrieb, blieb sie unvollendet. Ein späteres Erdbeben bescherte dem Felsklotz einige gravierende Risse und besiegelte somit das endgültige Aus der Bauarbeiten.

So ist die Pagode bis heute „unfinished“, bis sie irgendwann mal vielleicht ganz auseinanderbröckelt – und gerade dieser morbide Charme macht sie so spannend. Erkennbar ist noch heute das Geröllfeld aus den abgeschlagenen Feldbrocken, sowie die erste Idee eines Eingangstores.

Im spärlichen Inneren gibt es neben gelangweilten Aufpassern einen kleinen, LED-geschmückten Buddha zu sehen.

Übrigens führt auch eine Treppe bis fast ganz zur Spitze des Sockels hinauf, ganz nach oben darf man leider nicht mehr. Trotzdem hast du von hier eine schöne Sicht über Mingun.

Die Mingun Bell

Wenn man ganz genau sein will, ist die Mingun Bell die größte intakte (!) Glocke der Welt. Geht es nach der reinen Größe, übertrumpft die Zarenglocke in Moskau das burmesische Exemplar, allerdings funktioniert diese nicht.

Die Mingun Bell hingegen kann von jedem mit einem Klöppel zum Schlagen gebracht werden. Die knapp 90 Tonnen schwere Glocke wurde von König Bodawpaya in Auftrag gegeben. Sie war dazu bestimmt, ihren Platz in der Mingun Pagode zu finden.

Daraus wurde bekanntlich nichts. Daher hängt sie heute ausgestellt in einem eigenen kleinen Gebäude. Ob die Mingun Bell nun eine richtige Sehenswürdigkeit ist, kann jeder für sich selbst entscheiden. Sie ist, am Ende des Tages, eine große Glocke.

Not-so-fun-fact: Als der Glockengießer der Mingun Bell 1790 sein Werk vollendet hatte, wurde er vom König persönlich ermordet. Nicht, weil der König mit der Arbeit unzufrieden war, im Gegenteil: Der Gießer sollte nicht die Gelegenheit bekommen, seine eigene Arbeit durch das Gießen einer größeren Glocke nochmal zu übertrumpfen.

Eintritt

Für deinen Mingun-Besuch wird eine Eintrittsgebühr von 5.000 Kyat fällig (etwa 3 Euro). Dafür kannst du dir alle Sehenswürdigkeiten anschauen.

Anreise Mingun

Mingun liegt am westlichen Ufer des Irrawaddy-Flusses, also von Mandalay aus gesehen stromaufwärts auf der anderen Seite. Um also dorthin zu gelangen, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder, du nimmst die Fähre, die täglich verkehrt, oder du heuerst einen privaten Fahrer an und fährst über Land.

Zeitlich gesehen macht das kaum einen Unterschied, denn sowohl Auto als auch Fähre brauchen je nach Strömung/Verkehrslage etwa 60-90 Minuten. Die Fähre ist natürlich viel günstiger, allerdings musst du dich hierfür an starre Fährpläne halten und eine kurze Besuchszeit in Kauf nehmen.

Abfahrt ist jeden Morgen am Kai von Mandalay (26th Setreet) planmäßig um 9 Uhr (in der Realität, wenn das Boot voll ist). Tickets gibts am dort gelgenenen Ticketschalter für 5.000 Kyat. Die Fähre geht schon um 12:30 Uhr zurück von Mingun nach Mandalay, trödeln ist also mit dieser Variante nicht drin.

Wenn du also mehr Zeit in Mingun verbringen und nicht auf die Fähre angewiesen sein möchtest, ist ein privates Taxi von Mandalay durchaus empfehlenswert, aber natürlich ungefähr dreimal so teuer.

Falls du dich wunderst, warum das eigentlich schnellere Taxi genau so lange braucht wie ein Schiff: Die Strecke führt mangels einer direkten Brückenverbindung über Sagaing nach Mingun.

Deshalb fährt man von Mandalay ein ganzes Stück südlich, an Sagaing vorbei, über die Kolonialbrücken und auf der anderen seite des Flusses immer gen Norden nach Mingun. Deshalb lässt sich ein Ausflug kombiniert mit Sagaing und auch mit der U-Bein-Bridge natürlich hervorragend verbinden.

Zudem hast du die Möglichkeit, Mingun im Rahmen einer geführten Halbtagestour zu besuchen. Oder du entscheidest dich für eine Tagestour nach Mingun inklusive Amarapura, Sagaing und Innwa.


In Mingun kannst du dich, wenn du dich für die Fähre entschieden hast, entweder zu Fuß fortbewegen oder dich auf ganz traditionelle Weise mit einem Ochsenkarren kutschieren lassen.

Hotels & Touren

Zum Abschluss noch schnell ein paar Tipps für deinen Aufenthalt in Mandalay.

Hotels & Unterkünfte in Mandalay:

  • Günstig aber gut: Das beliebte Ace Star bnb Hostel befindet sich in zentraler Lage, bietet Übernachtungsmöglichkeiten ab 6,- € die Nacht und eine nette Dachterrasse (Booking.com / bessere Bilder bei: Agoda). Im Hotel Aurora erwarten dich gute Zimmer zu einem günstigen Preis. Auch hier gibt es eine schöne Dachterrasse sowie Leihfahrräder (Booking.com / Agoda).
  • Mehr Komfort: Das Hotel The Haven bietet sehr schöne Zimmer mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein wirkliches Highlight ist der Pool auf der Dachterrasse (Booking.com / Agoda). Das äußerst beliebte Mandalay Yadanarbon Hotel bietet komfortable Zimmer von Standard bis Suite in zentraler Lage. Sehr schöner Infinity Pool mit fantastischem Blick über Mandalay (Booking.com / Agoda).
  • Ganz schön schick: Das Hotel by the Red Canal ist ein mit viel Liebe zum Detail eingerichtetes Boutique-Hotel. Gemütliche Zimmer und schöner Pool (Booking.com / Agoda). Zum Mercure Mandalay Hill Resort gehört eine wirklich sehr schön gestaltete Anlage mit großem Pool. Darüber hinaus bietet das Hotel luxuriöse Zimmer, Fitness-Center und Wellnessbereich (Booking.com / Agoda).

Touren und Ausflüge:

Die vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt kannst du sehr gut im Rahmen einer privaten Tagestour entdecken. Ebenfalls beliebt bei Mandalay-Besuchern ist eine Tour nach Amarapura, Innwa und Sagaing, auf der du unter anderem faszinierende Tempel sowie ein buddhistisches Kloster besuchst.

Falls du Mandalay aktiv erkunden möchtest, bietet sich eine morgendliche Fahrradtour an. Alternativ gibt es auch interessante Radtouren nach Ava und Amarapura sowie zur berühmten U-Bein-Brücke – natürlich zum Sonnenuntergang, wenn es dort am Schönsten ist.

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