Die Malediven auf eigene Faust entdecken

Du möchtest die Malediven individuell bereisen? Zwei Wochen mit zwei Personen an tollen Stränden für weniger als 1.500 Euro? Eine Anleitung.

Die Malediven – kristallklares Wasser, das Riff direkt vor der Tür, unzählige bunte Fische, saubere Unterkünfte mit Frühstück, Transfers, Verpflegung, SIM-Karte, Schnorcheln, Kokosnüssen und auch mal Tauchen für etwas mehr als 600 Euro pro Person ohne Flug. 14 Tage. Klingt unmöglich? Stimmt, klingt unmöglich. Ist es aber nicht. Wir haben es probiert. Mehrfach. Auf verschiedenen Inseln – wir verraten dir, wie es funktionieren kann.

Der Artikel stammt von Marina und Micha. Zusammen sind die Gründer der Plastikrebell-Bewegung und der Vorstand des gemeinnützigen Vereins Ozeankind® e.V., der sich gegen Plastikmüll und für den Schutz von Natur und Umwelt einsetzt. Zudem haben die beiden den lesenswerten Reiseführer “Die echten Malediven Low Budget entdecken” herausgegeben.

Die Malediven auf eigene Faust entdecken

Die Flugzeugtüren öffnen sich. Während wir über das Rollfeld in die kleine Flughafenhalle laufen – natürlich gibt es hier keinen Bus für die wenigen Meter – merken wir: alles ziemlich übersichtlich hier. Und heiß. Aber was haben wir erwartet, wir sind soeben auf einer kleinen Insel im Indischen Ozean gelandet.

Und hier schon der erste Tipp: Wenn Du es eilig hast, versuche ausnahmsweise möglichst schnell aus dem Flieger zu kommen, denn sonst kann es mitunter ein wenig länger dauern bei der Einreisekontrolle, und fülle vor allem unbedingt noch im Flugzeug das Einreisekärtchen aus – denn das brauchst du schneller als gedacht.

Rufiyaa, Oooredoo, Weiterfahrt

Nachdem das mit der Einreise geklappt hat und du hoffentlich auch direkt deine Koffer vom Band genommen hast, kann es direkt weitergehen.

Um auf den Malediven möglichst wenig Geld auszugeben und trotzdem unsere Zeit hier genießen zu können, brauchen wir unbedingt drei Dinge: ausreichend Rufiyaa (so heißt die Landeswährung) oder Dollar, wobei der Umrechnungskurs auf der Insel manchmal eher nicht zu deinen Gunsten ist, eine lokale Handykarte und Tickets für zwei verschiedene Fähren.

Den Geldautomaten der Bank of Maldives findest du direkt auf der linken Seite – daneben ist übrigens auch ein kleiner Shop, in dem du Getränke bekommst. Auch am Bankautomaten kann es nicht schaden, wenn du schnell bist und mindestens zwei Kreditkarten dabei hast – denn die Automaten sind erstens manchmal etwas zickig und zweitens kann es sein, dass die letzte Auffüllung ein paar Tage her ist.

Sollten die Automaten nicht funktionieren, musst du dir wohl oder übel Geld in Malé-City holen … und vorher ein paar Dollar in Rufiyaa wechseln. Da ist ein Schalter direkt neben den Bankautomaten. Ausreichend Bargeld ist wichtig, denn je nach Insel könnte es sein, dass die Automaten hier am Flughafen bzw. die auf Malé die Einzigen sind, die du in den kommenden Tagen sehen wirst.

Nächster Halt – Mobilfunkshop

Es gibt zwei Shops: einen von Dhiraagu und einen von Ooredoo. Wir haben mit Oooredoo immer super Erfahrungen gemacht. Kartenzahlung ist hier übrigens nicht möglich. Aber auch hier, du kannst es dir sicher denken, solltest du von der schnellen Sorte sein – wir sprechen da aus Erfahrung. Denn wenn du vor dir erstmal eine mehrköpfige Reisegruppe hast, die ihre sieben Karten in Euro oder Yen bezahlen wollen, kann das mitunter etwas länger dauern. Denn mit Euro oder Yen wird das nicht gehen. Wundere dich nicht, wenn sich der eine oder andere Local dazwischen drängelt, die haben alle keine Zeit.

Die Karten selbst bekommest du nur entweder hier am Flughafen oder auf ein paar wenigen Einheimischen-Inseln. Es reicht anfangs ein kleines oder mittleres Datenpaket, aufladen kannst du deine Karte später bequem per App oder im Inselshop. Check vielleicht erstmal das Insel-W-LAN.

Weiter mit der Fähre

Nächster Halt: der Ticketschalter für die Flughafenfähre. Für umgerechnet etwas mehr als einen Euro pro Nase geht es auf die Hauptstadtinsel Malé. Denn nur dort gibt es die Anschlussfähren und Speedboote, die dich auf die verschiedenen Inseln bringen.

Du solltest im Übrigen jedem Fall genau planen, an welchem Wochentag du auf den Malediven landest. Freitag ist hier wie ein Sonntag bei uns – viele Fähren und Speedboote fahren entweder gar nicht oder seltener. Im schlimmsten Fall musst Du eine Nacht auf Malé verbringen.

Das kann sich zwar auch lohnen, vor allem, wenn du besondere Lebensmittel brauchst, aber die meisten möchten direkt weiter. Die Speedboote fahren übrigens nicht unbedingt dort, wo deine Fähre ankommt – es gibt zwei Terminals. Das ist jedoch kein Problem, denn wenn es etwas auf Malé gibt, dann Taxen.

Assalaam Alaikum, my friend – ab auf die Insel

Unser Gastgeber empfängt uns am Hafen von Rasdhoo und hilft uns mit dem Gepäck. Apropos, viel mehr als Flip-Flops, T-Shirts, vielleicht zwei Hosen (eine kurze, eine lange), Hut/Cap, Sonnenbrille, Handtuch, Schnorchelset und ausreichend Sonnenschutz brauchst du auf den Malediven eigentlich nicht. Wirklich nicht. Ganz ehrlich nicht. Auch keine Socken.

Autos oder Busse gibt es hier natürlich auch nicht und die Wege sind dementsprechend kurz. Rasdhoo ist nur 500 Meter lang und 600 Meter breit. Auf diesem relativ kleinen Fleckchen Erde wohnen etwa 1.500 Menschen, allerdings bekommt man von dieser Anzahl auf kleinem Raum eher wenig mit.

Rasdhoo und das gleichnamige Atoll sind vor allem für viele grandiose Tauch- und Schnorchelspots in unmittelbarer Nähe bekannt. Du hast die Chance auf Mantarochen, zahlreiche Fische und (leider selten geworden) auf Hammerhai-Schulen.

Ein Tauchgang kostet pro Person 60 Euro inkl. Ausstattung. Im Luxus-Resort gegenüber zahlst du locker das Doppelte für die gleichen Tauch-Spots. Keine Sorge, die Jungs hier sind top ausgebildet, die Ausstattung ist einwandfrei.

Rasdhoo Inselguide

Auf dem Weg zur Unterkunft kommen wir an mehreren kleinen Restaurants, Souvenir-Shops und zwei Einkaufsläden vorbei. Davon gibt es auf einer Insel wie Rasdhoo natürlich auch noch mehr – genauso findest du dort Cafés, ein Krankenhaus, mehrere Tauchcenter und Mobilfunk-Shops. Auch eine Bäckerei, die von außen gar nicht so aussieht und etwas versteckt liegt, gibt es hier.

In den Läden erhältst du viele Basics wie Süßigkeiten, Nudeln, Reis, Saucen, Getränke oder lokales Obst und Gemüse – verhungern wirst du also definitiv nicht. Den kleinen Hunger am Mittag nach dem ersten Sonnenbad oder der ersten Schnorchel-Session des Tages kannst du hier preisgünstig und leicht bekämpfen.

Generell sind die Menschen auf Rasdhoo an Touristen gewöhnt. Gegenüber von Rasdhoo liegt eine der ersten Resort-Inseln auf den Malediven überhaupt: Kuramathi. Die Menschen aus dem Resort kommen immer mal rüber, um einzukaufen oder um sich ihr Resort mal von der anderen Seite anzuschauen.

Und das geht auch andersherum. Falls du dir einen Tag im Luxus-Resort gönnen und unbedingt Alkohol trinken möchtest, den gibt es auf Einheimischen-Inseln nämlich generell nicht, kosten dich so ein paar Stunden am Strand liegen als Besucher „auf der anderen Seite“ locker 100 US Dollar pro Tag (ohne Zimmer, ohne Essen, ohne alles).

Günstige Unterkunft

Die Unterkunft, die wir auf Rasdhoo gewählt haben, kostet 800 Dollar inklusive Zimmer, Klimaanlage, eigenem Bett, eigenem Bad, WLAN, Frühstück und Abendessen – für zwei Personen – für zwei Wochen!

Bikini Beach

Die Religion der Malediven ist der Islam. Immer wieder hört man Geschichten von Touristen, die Angst haben, dass sie in voller Montur am Strand liegen müssen. Natürlich solltest du Rücksicht auf die Traditionen nehmen und dich dementsprechend kleiden. Aber keine Panik, ein Kopftuch brauchst du nicht und es gibt auf fast jeder Insel, auch auf Rasdhoo, einen sogenannten Bikini-Beach.

Rasdhoos Bikinistrand findest du im Süden der Insel. Dort kannst du dich genau so verhalten wie sonst auch, wenn du am Strand liegst. Und auch während du über die Insel läufst, gibt es keine Probleme (Schultern und Knie bedecken).

Am Strand mit flachem Zugang zum Wasser gibt es etwas Vegetation, so dass du hier ganz sicher ein schattiges Plätzchen findest. Auch ein paar kostenlose Liegen befinden sich dort.

Bei Ebbe ist es etwas schwierig über das Riff zu kommen, da man die Überreste der scharfen Korallen passieren muss. Also in der Unterkunft nach Ebbe und Flut fragen oder auf das Smartphone schauen, die App „Windy“ ist dabei sehr hilfreich.

Aktivitäten

Das Freizeitangebot ist vielfältig. Du kannst zum Beispiel tauchen, Jetski fahren, schnorcheln, Stand-up-Paddeln oder ein Kajak mieten. Auf einer Sandbank namens Madivaru Finolhu besteht die Möglichkeit zu kiten (frage auf Rasdhoo nach Rishaan – wenn er noch immer auf der Insel ist, ist er dein Ansprechpartner).

Zudem kannst du auch die verschiedensten Tagesausflüge buchen. Diese werden von vielen Unterkünften angeboten, die Preise variieren maximal um wenige Dollar.

Oder du genießt einfach die Insel. Auf Rasdhoo gibt es noch ausreichend türkisblaues Wasser wie aus dem Bilderbuch, endlose Strände mit feinem Sand, unfassbar nette Menschen, tausende bunte Fische am Hausriff, hier und da mal eine Schildkröte oder kleine Haie und hunderte Erlebnisse, die man nie vergisst.

Und vor allem sind dort meist nur wenige Touristen – denn noch glauben viele Menschen, dass die Malediven teuer oder gar unbezahlbar sind. Ein Gerücht, wie wir festgestellt haben.

Fazit: Malediven-Urlaub geht auch günstig

Warum fliegst du auf die Malediven? Wegen der Resorts oder wegen der Magie? Korallenriffe, Tauchspots, Palmen, feine Sandstrände und all die anderen tollen Dinge gibt es nicht exklusiv auf den Resort-Inseln, sondern auch an vielen anderen Orten.

Auf kleinen Inseln mit vielen unglaublich tollen Menschen, denen es erst seit wenigen Jahren überhaupt erlaubt ist, Gäste aus anderen Ländern der Welt in Ihrem Zuhause begrüssen zu dürfen. Und das tun sie, wie wir festgestellt haben, sehr gerne.

Und das Beste: Wenn wir danach alles zusammenrechnen – zwei Wochen Unterkunft, Verpflegung, einmal Tauchen, einmal Sandbank-Trip, Snacks, Obst, etc. – kommen wir im Schnitt auf etwas mehr als 40 Euro pro Tag pro Person.

Malediven Insider-Reiseführer

Wenn du auch einmal eine ähnliche Erfahrung machen möchtest, schnapp dir den Reiseführer “Die echten Malediven Low Budget entdecken”. Darin teilen Marina und Micha ihr ganzes Malediven-Insiderwissen und stellen dir neben Rasdhoo noch zwei weitere Inseln vor. Dazu gibt es viele weitere Tipps und Antworten, zum Beispiel

  • Wie komme ich auf meine Insel?
  • Wo kann ich auf den Malediven surfen?
  • Welche Insel hat das beste Hausriff?
  • Empfehlungen für coole Tauch- und Schnorchelspots
  • Welche der Low Budget Unterkünfte soll ich nehmen?
  • Warum lohnt sich ein Besuch auf Malé?
  • Und jede Menge weiterer hilfreicher Antworten auf Fragen, die Du nicht bei Google findest.

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