Myanmar mit Kind: Tipps und Erfahrungen

Myanmar gehört zu den Ländern in Südostasien, in denen es noch richtig viel zu entdecken gibt. Doch eignet sich das Land auch für eine Reise mit Kleinkind? Hier findest du einen Erfahrungsbericht mit viele nützlichen Tipps.

Nina und Sebastian lieben es, mit ihrem Sohn Karl die Welt zu bereisen. Auf ihrem Blog Karl-reist.de schreiben sie über ihre Familienreisen, geben Tipps zum Reisen mit Kindern und zur Budgetplanung. In diesem Beitrag haben sie die wichtigsten Erfahrungen ihrer Myanmar-Reise zusammengefasst. Mehr über ihre Erlebnisse findest du auf Facebook und Twitter.

 

Erfahrungsbericht: Reisen mit Kind in Myanmar

Reisen mit Kindern muss nicht nur Pauschalurlaub auf Mallorca bedeuten. Das auch Individualreisen nach Südostasien und überall sonst auf der Welt möglich sind, haben wir als Familie schon oft getestet.

Angefangen von einer zweimonatigen Reise mit unserem damals einjährigen Sohn nach Thailand und Kambodscha, über verschiedene Europa-Trips bis hin zur individuellen Rundreise durch Myanmar. Wir reisen gern und am Liebsten abseits von den großen Touristenströmen.

 

Wie wir nach Myanmar kamen

Myanmar ist erst seit einigen Jahren offen für den klassischen Tourismus und dementsprechend ist es auch noch unberührter als zum Beispiel einige Teile von Thailand. Wir wollten schon lange mal dorthin, aber irgendwie trauten wir uns nicht so recht, mit unserem Kleinkind dorthin zu fahren, also planten wir eine Reise in den Isaan nach Thailand.

Doch dann schlug das Schicksal zu. Vier Wochen vor unserer Abreise nach Thailand starb leider der verehrte König Bhumibol und wir überlegten, ob wir wirklich während der Trauerphase durch Thailand reisen wollten. Die Antwort war »eher nein«, aber wohin sollte es stattdessen gehen? Vielleicht doch nach Myanmar?

Leider gibt es zu Familienreisen nach Myanmar bisher kaum Informationen im Netz, aber ein Bekannter von uns kam gerade von dort zurück und meinte, dass das Land super zu bereisen wäre und auch mit Kind wäre es bestimmt kein Problem. Wir überlegten noch ein wenig, ob wir es wagen sollten, und dann kam auch noch ein Super-Sonderangebot für Flüge von Bangkok nach Yangon dazu und wir schlugen zu. Kurz darauf fanden wir uns in Myanmar wieder.

Tolle Aussicht vom Sagaing Hill nahe Mandalay

Tolle Aussicht vom Sagaing Hill nahe Mandalay

 

Die drei wichtigsten Infos für Reisen mit Kindern in Myanmar

Insgesamt blieben wir zwei Wochen im Land und besuchten in der Zeit Yangon, Bagan und Mandalay. Von Mandalay machten wir Tagesausflüge in die nähere Umgebung, wie zum Beispiel nach Sagaing oder Mingun.

Myanmar bietet Reisenden wunderschöne Ecken und Sehenswürdigkeiten, die gern auch mal eine Tagesreise mit dem Boot oder dem Bus entfernt sind. Und dabei legt man noch nicht mal riesige Entfernungen zurück, aber die Straßen sind oftmals nicht im besten Zustand und dementsprechend lang können Reisen von A nach B dauern. Zum Beispiel haben wir für die 180 Kilometer zwischen Bagan und Mandalay etwa acht Stunden benötigt. Unseren (verzweifelten und nicht ganz ernst gemeinten) Reisebericht dazu könnt Ihr übrigens hier lesen.

Abendstimmung am Irrawaddy-Fluss bei New Bagan

Abendstimmung am Irrawaddy-Fluss bei New Bagan

 

Myanmar: Wichtige Fakten zur medizinischen Versorgung

Vor einer Reise nach Myanmar sollte dir bewusst sein, dass die medizinische Versorgung nicht dem europäischen Standard entspricht. Ohne Kind waren wir da immer relativ schmerzbefreit und sind an die entlegensten Orte gereist, aber seitdem wir die Verantwortung für unseren Sohn tragen, sind wir sensibler und informieren uns gern genau. Denn Kinder sind einfach viel anfälliger für Krankheiten und ein einfacher Magen-Darm-Virus kann schnell zu schwerwiegenden Problemen führen. Uns war daher wichtig eine gewisse Krankenversorgung in greifbarer Nähe zu haben. Wegen der schlechten Straßen und der damit verbundenen langsamen Fortbewegung haben wir uns daher bewusst dafür entschieden, nur Städte auszusuchen, die relativ leicht erreichbar sind und auch einen Flughafen haben.

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Impfberatung vom Tropeninstitut in Hamburg. Dort erhielten wir die Information, dass es in Myanmar Tollwut gibt, dort jedoch keine Impfstoffe dagegen erhältlich sind.

Hinzu kommt: Tollwut ist bei infizierten Tieren nicht erkennbar, erst im Endstadium gibt es das bekannte Schäumen vor dem Maul, und ein Kratzer kann reichen, um Tollwut zu übertragen.

In so einem Fall hast du höchstens 24 Stunden Zeit, um dir die Impfung zu holen, und selbst wenn du bereits in Deutschland gegen Tollwut geimpft wurdest, hast du nur geringfügig mehr Zeit, um eine erneute Spritze zu bekommen. Es mag sich paranoid anhören, aber in Myanmar sterben jährlich etwa 1.000 Menschen an Tollwut und es wird vermutet, dass ein Großteil der streunenden Hunde diese Krankheit hat. Uns war es also wichtig, dass wir im Fall der Fälle umgehend an einen Flughafen kommen und z.B. nach Bangkok, Kuala Lumpur oder Singapur fliegen können, um dort die richtigen Impfstoffe zu erhalten.

Diese Informationen wirken jetzt nicht gerade verlockend, aber zum Reisen gehören auch immer mal wieder schlechte News. Trotzdem ist es uns auf Grundlage dieser Informationen gelungen, eine Reiseroute auszuarbeiten, die uns ein gutes Gefühl gibt.

 

Burmesen und Kinder

Bist Du immer noch interessiert an einer Reise nach Myanmar? Herzlichen Glückwunsch! Das ist super, denn dann kannst du eine wundervolle Reise machen. Dich erwarten beeindruckende Sehenswürdigkeiten, abwechslungsreiche Städte und eines der faszinierendsten Reiseziele der Welt: Bagan.

Die vielen tausend Tempel im Sonnenaufgang zu sehen gehört zu unseren schönsten Reiseerlebnissen, wenn es nicht sogar DAS Schönste war. Selbst die Tempel von Angkor in Kambodscha, die wir mit unserem damals Einjährigen besucht haben, wirkten nicht so nach wie die Ebene von Bagan.

Heißluftballons über den Tempeln von Bagan zum Sonnenaufgang

Heißluftballons über den Tempeln von Bagan zum Sonnenaufgang

 

Aber es sind nicht nur die Sehenswürdigkeiten, weshalb eine Reise nach Myanmar Ei wertvolles Erlebnis ist. Die Einwohner machen das spezielle Extra. Natürlich ist es, wie auch in anderen asiatischen Ländern, teilweise unglaublich wuselig, aber die Menschen strahlen eine unglaubliche Ruhe und Zufriedenheit aus. Sie haben dort oft nicht viel, aber geben trotzdem unglaublich gern. Zum Beispiel kamen wir bei einem Besuch der Shwedagon-Pagode mit einem Pärchen ins Gespräch, die uns aus ihrem Leben erzählten und dabei gern ihr Mittagessen mit uns teilen wollten.

Karl zieht die Blicke der anderen Kinder auf sich.

 

Die Menschen wirkten nie so, als wären sie schon vom Tourismus »verdorben«. In anderen Ländern kann es immer passieren, dass du als Tourist gern über den Tisch gezogen wirst, aber Myanmar wirkt auf uns immer recht ehrlich und authentisch.

Und die Burmesen lieben Kinder. Und europäisch aussehende Kinder ganz besonders. Karl war ein Anziehungspunkt, wie wir es bisher nicht erlebt hatten. Ihm wurde ständig gewunken und ein Zurückwinken seinerseits sorgte für viele fröhliche Gesichter. Gern versuchten die Burmesen auch, unseren Dreijährigen zu fotografieren. Manchmal fragten sie um Erlaubnis, manchmal machten sie es einfach so und sehr oft auch heimlich. Wir fanden das ziemlich lustig und gingen bald dazu über, Leute zu fotografieren, die unser Kind fotografierten.

Freundliches Lächeln überall dort, wo Karl auftaucht.

 

Die Menschen berührten ihn auch gern im Vorbeigehen am Arm, aber Karl ist zum Glück sehr relaxt im Umgang mit Fremden und hat sich davon selten stören lassen. Wenn wir merkten, dass er sich nicht wohl fühlte, haben wir ihn auf den Arm genommen und abgewunken, wenn die Leute zu nah kamen. Dies wurde immer respektiert und so haben wir einen schönen Mittelweg gefunden, mit dem Karl zufrieden war.

Spielplatz in Yangon

Spielplatz in Yangon

 

Essen in Myanmar

Ein wichtiges Thema im Urlaub ist immer: Was gibt es zu essen und mag mein Kind das?

Wir haben echt Glück mit unserem reisefreudigen Sohn, der so ziemlich alles isst, was es gibt. Aber andere Kinder sind oft mäkelige Esser und da nicht so unkompliziert.

In Myanmar mischen sich viele Kulturen und dementsprechend gibt es viel Auswahl an verschiedenen Gerichten. Egal ob indisch, thailändisch oder sogar koreanisch: Es gibt eigentlich für jeden Geschmack etwas. Und zur Not kannst du natürlich immer leckere frische Früchte kaufen.

Die burmesische Küche selbst fanden wir okay, sie ist nicht scharf und gut bekömmlich, wenn auch manchmal etwas fettig. Besonders gut haben uns die klassischen Salate, wie beispielsweise Tomatensalat, und die tollen Nudelgerichte gefallen. Und das Barbecue ist einfach phantastisch. Lecker und frisch gegrillte Produkte, die du dir vorher am Kühlschrank aussuchst. Aber Vorsicht: Nach dem Grillen werden die Sachen manchmal noch mit einer Sauce überzogen oder extra gewürzt. So wurde unser einfacher Maiskolben dann plötzlich zum extrem würzigen Maissalat. Also vorher klären, wie das Gericht serviert werden soll.

Tea Leaf Salad

Tea Leaf Salad

Indisches Restaurant in Yangon

BBQ

 

Fazit zur Reise nach Myanmar mit Kind

Unser Myanmar-Aufenthalt war eine unserer schönsten Reisen bisher. Wir denken gern daran zurück und würden jederzeit wieder dorthin fahren. Unsere Empfehlung daher: Fahrt hin, bevor der Tourismus das Land überrollt und die Einstellung dieser wundervollen Menschen vielleicht zum Negativen verändert wird. Es wird gewiss ein tolles Erlebnis für die gesamte Familie.

Besuch im Zoo in Yangon

 

Hier findest du weitere Erfahrungsberichte zum Reisen mit Kind.

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 10. November 2017. Zuletzt aktualisiert am 10. November 2017.

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