Inle Lake: Leben auf dem Wasser

Wer Myanmar besucht, kommt an einer Bootstour auf dem Inle Lake fast nicht vorbei. Auf Stelzen gebaute Häuser, schwimmende Märkte und die Besonderheiten des Fischfangs machen den See zu einem beliebten Reiseziel.

Der Inle Lake ist rund 22 Kilometer lang und 10 Kilometer breit. Er wirkt noch größer, da er zudem von Sümpfen, Flüssen und gefluteten Feldern umgeben ist.

Reisebericht Inle Lake

Als Ausgangspunkt dient in der Regel Nyaung Shwe, eine kleine Stadt am Rande des Sees. Der Ort ist überschaubar und richtet sich mehr und mehr auf den zunehmenden Tourismus ein. Hotels, Restaurants und Bars prägen bereits das Bild in einigen Straßen.

Essen, Touren, Sehenswürdigkeiten

Der lokale Markt lockt mit Auslagen voller Obst, Gemüse, Reis, Gewürzen und selbstgedrehter Zigaretten. Eine örtliche Spezialität ist ein Tofu-Salat, der mit Chili, Koriander und Sesamöl zubereitet wird.

Überhaupt kann man in Nyaung Shwe gut essen. Neben den Restaurants bieten Straßenhändler ihre Speisen an. Abends wird an der Hauptstraße gegrillt. Eine große Auswahl an Gemüse-, Fleisch-, Tofu- und Fischspießen liegt dort bereit. Ich wähle einige davon aus, lege sie in einen Korb und überreiche diesen dem Mann am Grill. Kurze Zeit später bekomme ich die Spieße knusprig zubereitet mit ein paar leckeren Saucen serviert.

Nach dem Essen planen wir den nächsten Tag. Es ist nicht schwer, Anbieter für eine Tour auf den Inle Lake zu finden, doch wie die richtige Wahl treffen? Wir wissen es nicht. Schließlich lassen wir uns den Ausflug vom freundlichen Besitzer des Min Min´s-Restaurants organisieren. Er fragt uns, was wir sehen wollen, und worauf wir Wert legen.

Die Bootsfahrt beginnt am darauffolgenden Morgen um 8 Uhr. Mit einem langen aber schmalen Holzboot fahren wir hinaus auf den See. Bereits die Fahrt dorthin über den Kanal ist interessant. Wir beobachten Menschen bei der Feldarbeit, beim Wäschewaschen im Wasser und bei den täglichen Besorgungen mit kleinen Booten oder Kanus.

Die Fischer vom Inle Lake

Der See ist riesig. Wasser, Wasser und nochmals Wasser. Irgendwo dahinter ragen die Shan-Berge in den Himmel. Auf dem See sind Fischer mit ihren Booten unterwegs. Da in dem meist flachen See sehr viele Pflanzen wachsen, haben sie hier ihre eigenen Fangmethoden entwickelt. Manche spannen Netze und wirbeln dann das Wasser mit Paddelschlägen auf, damit die Fische aus den geschützten Räumen unter den Pflanzen hervorkommen. Andere stellen einen mit Netzen bespannten Korb auf den dicht bewachsenen Grund des Sees. Anschließend stochern sie mit einer Stange hinein, damit die Fische aus ihren Verstecken nach oben schwimmen und ins Netz geraten. Das geht alles nur sehr mühsam, und große Fänge sind nicht zu erwarten.

Beachtlich ist jedoch die Fortbewegungstechnik. Während die Fischer am Ende des Bootes stehen, haben sie Ihr Ruder zwischen ein Bein geklemmt und nutzen Bewegungen zum Antrieb. Sieht interessant aus und funktioniert. Unsereins würde garantiert ins Wasser fallen.

Schwimmende Dörfer und Gärten

Wir schauen dem Treiben ein wenig zu, bevor wir unsere Fahrt fortsetzen. Wir besuchen einen großen Markt am Ufer und fahren durch schwimmende Dörfer. Das ganze Leben spielt sich hier auf dem Wasser ab. Unter den Häusern liegen die Boote, die die Familien benötigen, wenn sie ihre Unterkunft verlassen wollen. Oft ist noch ein kleiner Stall angebaut, wo Schweine oder Hühner leben. Oder es gibt künstliche Gärten, die in der Regenzeit überflutet sind, jetzt aber in voller Blühte stehen. Ob Blumenkohl, Tomaten oder Bohnen: Die Menschen verstehen, das fruchtbare Land zu nutzen.

Knapp fallen bei uns die Besichtigungen von Webereien und anderen Fabriken aus. In der Regel handelt es sich um reine Verkaufsveranstaltungen: Der Webstuhl startet in dem Moment, als wir das Haus betreten. Wir fahren lieber noch länger mit dem Boot durch Siedlungen und schauen uns ein Kloster an. Anschließend geht es zurück nach Nyaung Shwe, zumal es bei hochstehender Sonne auf dem Wasser ganz schön knackig wird.

Fahrradtour nach Maing Thauk

Am nächsten Tag mieten wir uns Fahrräder für eine Tour ins etwa 15 Kilometer entfernte Maing Thauk. Die Stadt liegt zur einen Hälfte auf dem Land und zur anderen auf dem See. Wir hielten eine Fahrradtour für eine gute Idee und eine schöne Abwechslung, haben die Rechnung aber ohne den desolaten Zustand der Straße gemacht. Schlagloch um Schlagloch, sowie viel Sand und kleine Steine machen die Tour zu einem zweifelhaften Vergnügen. Eigentlich haben wir schon nach der Hälfte des Hinwegs keine Lust mehr, wollen aber auch nicht umkehren und beißen daher die Zähne zusammen.

Links und rechts des Weges sind einige Felder, hin und wieder ein paar Hütten und Klöster. Es herrscht kaum Verkehr, so dass wir in der Mitte der Straße fahren können und im Slalom versuchen, den Löchern auszuweichen.

Als wir Maing Thauk erreichen, bietet sich ein schöner Anblick. Ein langer Steg führt über einen Kanal. An einer überdachten Stelle sind einige Bänke, wo wir eine Pause einlegen und die Ruhe genießen. Wir beobachten ein paar Kinder beim erfolglosen Versuch, Fische zu fangen und laufen anschließend weiter bis zum Ende des Stegs. Von hier geht es nur mit dem Boot weiter. Darauf verzichten wir jedoch, radeln stattdessen zurück nach Nyaung Shwe und haken den Ausflug schnell ab.

Einblicke ins Alltagsleben

Am Nachmittag wollen wir weg vom Standardprogramm und mit einem Fischer auf den See hinaus fahren. Wieder kann uns der Besitzer des Min Min´s-Restaurants helfen. Mit Motorrädern werden wir über Feldwege in ein kleines Dorf gebracht und sind mit einem Mal fernab aller Touristen.

Die Familie des Fischers empfängt uns herzlich in ihrem Haus. Alle eigenen Kinder und die aus der Nachbarschaft sind beim Gespräch dabei. Einer der beiden Motorradfahrer übersetzt die Fragen. Während uns vom Leben im Dorf berichtet wird, sitzen wir auf dem Boden der Hütte und trinken Tee. Nachdem auch wir etwas über uns erzählt haben, brechen wir mit einem kleinen Holzboot auf.

In der Regenzeit steht die ganze Landschaft zwischen den Häusern unter Wasser. Heute sind es jedoch nur kleine Kanäle und Flüsse, die sich Ihren Weg durch Schilf, Wiesen und Felder bahnen. Überall, wo wir vorbeikommen, ist erstmal großes Hallo angesagt. Wahrscheinlich waren noch nicht viele Touristen hier, und unser Bootsfahrer muss erklären, wen er da befördert. Für die Kinder sind wir eine Attraktion.

Es ist nicht die Fischertour, die wir eigentlich erwartet haben. Wir fahren auch gar nicht auf den See hinaus, sondern bleiben in den kleinen Flüssen und Kanälen rund ums Dorf. Dafür erklärt er uns die Fangtechniken, spannt Netze und stellt Fallen auf. Lediglich ein paar kleine Fische sind die magere Ausbeute, aber trotzdem ist diese Tour ein Erlebnis.

Nach zwei Stunden schippern wir im Licht der untergehenden Sonne zurück Richtung Dorf. Dort haben wir noch ein nettes Gespräch mit den Männern aus der Nachbarschaft, die mittlerweile von der Arbeit heimgekehrt sind. Den selbstgebrannten Reisschnaps müssen wir mehrfach probieren, bevor die Rückfahrt Nyaung Shwe ansteht. Ein interessanter Nachmittag mit herzlichen Begegnungen geht zu Ende.

Fazit

Der Inle Lake ist eines der schönsten Ziele in Myanmar. Bei den Touren ist es möglich, das Leben auf dem Wasser in seiner ganzen Vielfalt kennenzulernen. Zudem bieten sich die nahe gelegenen Shan-Berge für Wanderungen an. Besonders populär ist das Trekking von Kalaw zum Inle Lake.

Da es sich hier um eines der Topziele für Erstbesuche in Myanmar handelt, nimmt die Zahl der Touristen rapide zu. Der See und die umliegenden Flüsse und Kanäle sind aber so groß, dass es (noch) möglich ist, den Massen aus dem Weg zu gehen. Möglicherweise ändert sich das jedoch in den nächsten Jahren.

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