Inle Lake: Ausflug zum Indein-Pagodenkomplex

Westlich des Inle-Sees befindet sich der beeindruckende Indein-Pagodenwald. Hier findest du Tipps zur Anreise, geschichtliche Hintergründe und jede Menge Fotos.

Wenn du während deiner Myanmar-Reise den Inle See besuchst, solltest du einen Abstecher zum Pagodenwald im Dorf Indein einplanen.

Die mehr als 1.000 Pagoden, Stupas und Tempel aus mehreren Jahrhunderten Zeitgeschichte ziehen jeden Besucher in ihren Bann und erzählen von längst vergangenen Königreichen der damaligen Shan-Fürsten.

Lass dich verzaubern von den Legenden der sagenumwobenen Ruinen Indeins!

Der Inle See gehört zu den schönsten Zielen Myanmars und somit zu fast jeder Reiseroute. Hier läuft die Zeit noch etwas langsamer und du merkst bereits nach kurzer Zeit, wie auch du in den Entspannungsmodus schaltest.

Du kannst unter anderem die vielen schwimmenden Dörfer auf ihren Stelzen-Häusern besuchen oder eine spritzige Bootstour auf dem rund 22 Kilometer langen See unternehmen.

Eines der Highlights in der Nähe des Inle Sees solltest du allerdings auf keinen Fall verpassen: den Indein Pagoden-Komplex mit unzähligen faszinierenden Stupas, auch Shwe Inn Thein-Pagode genannt.

Anreise nach Indein

Das Dorf Indein liegt westlich des Inle Sees und ist per Boot aus zu erreichen. Alleine die Anfahrt über den See und durch den anschließenden Kanal Nam Pilu ist wunderschön: Rund acht Kilometer tuckert das Boot gemütlich durch den von Bäumen gesäumten Zufluss stromaufwärts.

Grüne Reisfelder ziehen vorbei, während du den Landwirten mit ihren Wasserbüffeln oder lachenden Kindern beim Baden zuwinken kannst. Im Dorf Indein angekommen, steigst du an der Anlegestelle aus und befindest dich bereits mitten im Geschehen.

Indein: Kleines Dorf, großer Markt

Die Dorfbewohner waschen sich und ihre Wäsche im Fluss, Männer und Frauen mit ihrer bunten Kopfbedeckung befreien fleißig das vom Gras bewachsene Ufer. Roller, Fahrräder und Kuhherden bewegen sich über die angrenzende Holzbrücke.

Die ersten Kinder kommen angelaufen, um den ankommenden Touristen ihre bunten Tücher zu zeigen. Hier gibt es bereits einiges zu sehen, also nimm dir ruhig einige Minuten Zeit und beobachte das bunte Treiben vor Ort.

Weiter geht es geradeaus in Richtung eines überdachten Aufgangs. Dieser erstreckt sich über sage und schreibe einen Kilometer und führt dich an vielen Marktständen vorbei hinauf zum Pagoden-Komplex.

Der Markt selbst wird oft auch separat als Ausflugsziel für die Besucher des Inle Sees angeboten, allerdings findet dieser hier nur alle fünf Tage statt. Hier werden viele verschiedene Alltags-Dinge, Gemüse, Obst, Fisch und Fleisch verkauft, doch immer häufiger sprießen Souvenirstände aus dem Boden, was den Charme des Marktes etwas einbüßt.

Schon auf dem Weg hinauf kannst du die ersten Stupas sehen und bereits erahnen, was dich oben angelangt erwarten wird.

Eintrittspreis

Das Ticket zum Pagodenfeld ist bereits im Eintrittspreis für die Inle See-Zone (15.000 Kyat) enthalten, es werden jedoch weitere 1.000 Kyat Kameragebühr fällig.

Indein: Geschichte und Sehenswürdigkeiten

Nachdem du den Eingang passiert hast, betrittst du eine Anlage, die dich ganz bestimmt sprachlos werden lässt.

Über 1.000 Stupas, Pagoden und Tempel verteilen sich dschungelartig auf dem rund ein Quadratkilometer großen Areal, das auch als „Pagodenwald“ oder „Pagodenfeld“ bezeichnet wird.

Die Stupas dienten früher als Gräber für Herrscher und religiöse Oberhäupter und wuchsen nach und nach zu einer großen buddhistischen Friedhofs- und Gedenkanlage heran. In den Tempeln findest du auch heute noch gut erhaltene Buddha-Figuren in ihrer Originalfarbe, andere wiederum sind bis zur Unkennbarkeit zerstört.

Viele Ruinen sind bereits verfallen oder wurden vor langer Zeit von Plünderern und Eindringlingen angegriffen. Manche Pagoden sind überwuchert mit Sträuchern, kleine Bäume ragen aus ihren Dächern heraus und die Baumwurzeln haben sich magisch um die alten Backsteine gewickelt.

Einige der älteren Bauwerke sind stark einsturzgefährdet, passe daher etwas auf, wenn du durch die Anlage streifst. Doch auch viele Stupas wurden komplett neu errichtet oder saniert und glänzen in strahlendem Gold. Sogar so manch deutscher Stifter ist auf den jeweiligen Tafeln zu lesen, die sich an den Bauwerken befinden.

So ist mittlerweile ein bunter Pagoden-Dschungel aus Gold, Stuck oder nacktem Backstein entstanden, der für die Fotografen unter euch sicherlich ein Highlight eurer Myanmarreise darstellt.

Die Stupas sind vor allem dank ihrer Spitzen schön anzusehen: Die bis zu zehn Meter hohen, schmalen Türmchen sind je mit einer Art Krone geschmückt, an der viele Glöckchen hängen. Dieser Glöckchen-Klang begleitet jeden Besucher auf seinem Spaziergang und verzaubert die Anlage bei jedem neuen Windstoß aufs Neue.

Die Entstehung der Anlage

Die ältesten Ruinen werden vermutlich auf das 17. Jahrhundert datiert, einige wenige sogar auf das 14. Jahrhundert. Aufzeichnungen über die Geschichte Indeins gibt es allerdings keine.

Eine Theorie lautet, dass König Ashoka aus Indien einst um 300 vor Christus diesen Komplex errichten ließ, nachdem Siddharta Gautama (Budda) nach einer Lebensmittelvergiftung verstarb.

Die andere Legende besagt, dass die Stupas von König Bayintnaung in Auftrag gegeben wurden, nachdem er von seinem Zerstörungszug im benachbarten Ayutthaya in Thailand zurückkehrte.

Somit ist und bleibt das Pagodenfeld ein Mysterium, was den Besuch der Anlage für seine Besucher nur umso interessanter macht.

Vor dem Jahr 2000 war das Gelände für Touristen nicht zugänglich und erst ab 2008 begannen die Restaurationsarbeiten der Pagoden, Tempel und Stupas.

Die Dorfbewohner Indeins sind weiterhin tagtäglich darum bemüht, die Ruinen von Moos und Farnen zu befreien, die vielen Buddhafiguren in den Tempeln aus der rötlichen Erde auszugraben und neue Wege für ihre Besucher zu bahnen.

Es fühlt sich so an, als wäre man einer der wenigen Menschen, die bei der Entdeckung und Ausgrabung der Anlage von Anfang an mit dabei sind.

Wie du vielleicht merkst, ist dieser Ort noch voller Abenteuer und Mystik, auch wenn die Besucherzahlen jährlich steigen. Komme am besten so bald wie möglich her, um die Anlage und die Dorfbewohner Indeins noch in ihrer Ursprünglichkeit zu erleben.

Die geheimnisvollen Legenden des Inle Sees warten an diesem Ort darauf, von dir entdeckt zu werden. Also nichts wie hin!

Tipps zur Indein-Tour

  • Du kannst die Tour vor Ort in Reisebüros oder Hotels buchen. Zudem werden zahlreiche Indein-Touren auf Viator (gehört zu tripadvisor) und GetYourGuide angeboten.
  • Creme dich unbedingt mit einem guten Lichtschutzfaktor ein. Im Boot liegen zwar ausreichend Sonnenschirme bereit, jedoch wird die Sonne vom Wasser reflektiert und du kannst dir somit einen bösen Sonnenbrand einfangen.
  • Das Wetter am Inle See kann sich sehr schnell ändern. Du sitzt im Boot mitten auf dem See und es beginnt zu regnen? Kein Problem, in der Regel sind für jeden Besucher Regenjacken sowie Schirme vorhanden, um dich und deine Wertsachen vor der Nässe zu schützen. Schwimmwesten sind natürlich auch an Board und meist in sehr gutem Zustand.
  • Komme am besten so früh wie möglich oder am späten Nachmittag zu den Pagoden von Indein, um den Besuchermassen zu entgehen. Um die Mittagszeit wird es hier in den Monaten November bis März ziemlich voll.
  • In den Sommermonaten herrscht Regenzeit am Inle See. Hier kann es bei zu hohem Wasserstand vorkommen, dass keine Boote nach Indein fahren. Informiere dich im Hotel oder in einem Reisebüro über alternative Anreisen per Auto oder Bus.
  • Die Tour zur Shwe Inn Thein-Pagode ist nicht automatisch in einer Bootsfahrt über den Inle See mit inbegriffen. Spreche dies vorher mit deinem Bootsführer ab oder buche eine weitere Tour für den nächsten Tag dorthin.

Warst du schon an der Shwe Inn Thein-Pagode in Indein? Wie hat es dir gefallen?



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