Thailand Slow Travel: Warum sich drei Wochen und mehr besonders lohnen
In den letzten Jahren hat sich Slow Travel zu einer immer beliebteren Reiseform entwickelt – und das aus gutem Grund. Wer langsamer reist, hat oft mehr von seinem Urlaub, als von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen.
Kaum ein Land eignet sich besser für Slow Travel als Thailand. Bei der langen Anreise lohnt sich jeder zusätzliche Tag. Wer drei Wochen oder länger bleibt, reist ohne Zeitdruck: Du hast Zeit zum Entspannen und kannst einen Regentag einfach entspannt im Café aussitzen. Beim Slow Travel geht es nicht darum, noch mehr Stopps auf die Route zu packen, sondern darum, an weniger Orten richtig anzukommen.
Wie du deinen Slow-Travel-Urlaub optimal planst, dabei bares Geld sparst und die Entschleunigung perfektionierst, zeigt dir dieser Guide.
Zwei Wochen Thailand? Viel zu kurz!
Auf den ersten Blick klingen 14 Tage nach viel Zeit. Natürlich kannst du in zwei Wochen Thailand eine großartige Reise machen. Bei einer Fernreise sieht die Rechnung jedoch etwas anders aus als bei zwei Wochen Urlaub am Mittelmeer. Die lange Anreise bleibt immer gleich, denn egal, wie lange du deinen Urlaub planst, du musst erst einmal nach Thailand kommen.
Durch zahlreiche Luftraumsperrungen haben sich die Flugzeiten in den letzten Monaten selbst bei Direktflügen verlängert. Hast du einen günstigen Flug mit Zwischenstopp ergattert, musst du sowieso mit ein paar Extrastunden rechnen. Egal wie, um nach Thailand zu kommen, dauert es einfach etwas.
Dazu kommen je nach Abflughafen zur eigentlichen Flugzeit noch die Anreise zum Flughafen, Wartezeiten, der Check-in und gegebenenfalls ein Umstieg hinzu. Am Zielort musst du dich noch um Immigration, Gepäckausgabe und den Transfer zum ersten Hotel kümmern.
Der erste Tag fühlt sich deshalb häufig nicht wie ein voller Urlaubstag an. Und auch der letzte Tag ist zumindest teilweise von Abreise und Flug bestimmt. Zusätzlich ist für viele der Jetlag ein leidiges Thema, das einen in den ersten paar Tagen vor Ort nerven kann.
So oder so wird dir hier und da etwas von deiner eigentlichen Urlaubszeit für die Reisezeit und Eingewöhnung abgezwackt. Das lässt sich leichter verkraften, wenn du etwas länger vor Ort bist.
Zwei Wochen und volles Programm?
Was wollen wir in zwei Wochen sehen? Bangkok mit seinen internationalen Flughäfen ist für die meisten ein Muss. Dann wären Chiang Mai und die Berge toll und natürlich darf auch ein Strandbesuch nicht fehlen. Denn was wäre ein Thailandurlaub ohne ein paar Tage am Meer? Aber wohin? Phuket? Krabi? Koh Samui? Oder vielleicht doch lieber eine kleinere Insel? Am besten gleich mehrere – die Inseln liegen doch gefühlt sowieso alle nebeneinander.
So wird aus einer zweiwöchigen Thailand-Reise schnell ein kleiner Logistik-Marathon.
Alle paar Tage woanders hin bedeutet: immer wieder packen, auschecken, zum Bahnhof oder Flughafen fahren, warten, weiterreisen, wieder einchecken und sich in einer neuen Umgebung orientieren. Jeder einzelne Transfer mag für sich genommen problemlos sein und dauert vielleicht gar nicht so lange. In der Summe kosten diese Ortswechsel aber erstaunlich viel Urlaubszeit.
Besonders, wenn du verschiedene Orte in Thailand besuchen möchtest, sind zwei Wochen auf einmal gar nicht mehr so lang.
Drei Wochen machen sich für ein entspannteres Reisetempo auf jeden Fall bemerkbar. Vier oder fünf Wochen Urlaub sind für viele Reisende jedoch schwierig. Drei Wochen sind dagegen zumindest für einen Teil der Berufstätigen gelegentlich machbar, etwa durch eine geschickte Kombination mit Feiertagen oder Wochenenden. Und schon diese zusätzliche Woche verändert eine Thailand-Reise deutlich.
Doppelte Zeit ist nicht gleich das doppelte Programm
Slow Travel bedeutet nicht, in vier Wochen doppelt so viel von Thailand zu sehen. Wenn du statt zwei Wochen plötzlich drei oder vier Wochen Zeit hast, musst du deine bisherige Route nicht einfach verlängern oder gar das Doppelte ins Programm packen.
Genau das Gegenteil kann für einen entspannten Urlaub viel besser sein.
Weniger Orte, mehr Zeit
Eine klassische Thailand-Reise kann beispielsweise aus sechs Stopps mit jeweils zwei bis vier Übernachtungen bestehen. Eine Slow-Travel-Reise kann dagegen aus nur drei Stationen bestehen, wobei du jeweils eine Woche bleibst.
Plötzlich musst du morgens nicht schon beim Frühstück überlegen, wann der Minivan am nächsten Tag zum Pier fährt. Du kannst den Strand besuchen, der eigentlich erst für übermorgen geplant war – einfach, weil sich heute der perfekte Strandtag ankündigt. Du kannst ein Restaurant ein zweites Mal besuchen, weil es dir gefallen hat. Oder sogar ein drittes Mal und jedes Mal Pad Khra Pao bestellen.
Du kannst auch einen Tag lang überhaupt nichts unternehmen und das gute WLAN mit ein paar Folgen Netflix genießen. Du kannst Yoga machen oder ins Fitnessstudio gehen – wie zu Hause auch. Und wenn es regnet, ist das noch lange keine kleine Urlaubskatastrophe.
Weniger Orte geben dir mehr Zeit für Spontanität, Gelassenheit und auch mal einen schönen Alltag.
Du musst Thailand nicht „abhaken“
Thailand ist ohnehin kein Land, das du nach einer Rundreise abhaken kannst. Selbst Menschen, die seit vielen Jahren regelmäßig dorthin reisen, entdecken immer wieder neue Orte. Oder sie kehren gerne zu ihren Lieblingsorten zurück.
Warum also versuchen, in einer einzigen Reise möglichst viele Regionen miteinander zu kombinieren? Bangkok und Nordthailand haben beispielsweise wenig mit den Inseln im Golf von Thailand gemeinsam. Chiang Mai ist eine ganz andere Reise als Krabi. Koh Chang fühlt sich anders an als Phuket, und auch zwischen den anderen Inseln gibt es große Unterschiede.
Hör doch einfach mal in dich hinein, worauf du Lust hast, und entscheide nach deinem Bauchgefühl. Vielleicht ist es für dich gar kein Verlust, nach drei Wochen Thailand nach Hause zu fliegen, ohne Chiang Mai gesehen zu haben. Die Stadt läuft dir nicht weg und könnte ein Ziel für die nächste Reise sein. Vielleicht entscheidest du dich aber auch, dass du die perfekte Thailand-Insel für dich gefunden hast und nichts anderes mehr brauchst.
Slow Travel – die ideale Urlaubsart für Familien
Slow Travel ist zudem die ideale Reiseart, wenn du mit Kind in Thailand unterwegs bist. Du kannst einen größeren Teil der sechswöchigen Sommerferien ausfüllen und immer mehr Eltern verbringen einen Teil ihrer Elternzeit mit Baby in Thailand.
Thailand ist extrem familienfreundlich und mehr Zeit vor Ort bedeutet mehr Entspannung für alle. Eltern und Kinder müssen sich nicht hetzen und haben Zeit, den Jetlag zu überwinden. Mit mehr Puffer reist es sich auch im Land ohne große Quengeleien, und das Auspacken der Koffer lohnt sich ein bisschen mehr.
Zudem gibt es in Thailand so viele Apartments und Ferienhäuser, in denen du Platz für die ganze Familie findest, in denen du kochen kannst und in denen es oft auch eine Waschmaschine gibt.
Auch das Programm kannst du entspannt angehen lassen und alle dürfen mitentscheiden. Wenn du einige Tage mehr an einem bestimmten Ort verbringst, müssen nicht nur die besten Sehenswürdigkeiten abgehakt werden, sondern es bleibt auch Zeit für faule Strandtage, Wasserparks und Spielplätze.
Slow Travel ist nachhaltiger
Es lässt sich nicht schönreden: Flugreisen sind nicht sehr umweltfreundlich. Und leider sind auch Thailandflüge keine Ausnahme.
Wenn du das Beste aus deinem Flug und der damit verbundenen Umweltbelastung herausholen willst, solltest du möglichst lange bleiben. Das geht am besten, wenn du länger bleibst. Ein Flug für drei Wochen Thailand lohnt sich mehr als einer für eine Woche.
Wenn du vor Ort mehr Zeit hast, kannst du dir den einen oder anderen Inlandsflug sparen und stattdessen Bus oder Bahn nehmen, ohne Angst zu haben, zu viel Zeit zu verschwenden.
So sparst du beim Slow Travel in Thailand
Der Langstreckenflug ist normalerweise der größte Einzelposten einer Thailand-Reise. Das war schon immer so, wobei die Flugpreise nach Thailand in den letzten Jahren noch weiter konstant angestiegen sind. Allerdings solltest du Folgendes bedenken: Je länger du bleibst, desto günstiger wird der Flug pro Urlaubstag.
Was bedeutet das konkret? Schon ab Oktober steigen die Flugpreise nach Thailand, denn dann beginnt langsam die Hochsaison. Laut KAYAK kostet ein Hin- und Rückflugticket von Deutschland nach Bangkok im Oktober durchschnittlich ab 809 Euro und im Dezember ab 943 Euro.
Natürlich sind solche Preise Momentaufnahmen, denn die genauen Daten, der Buchungszeitpunkt, das Gepäck, die Fluggesellschaft und die verfügbaren Tarife können den tatsächlichen Preis erheblich verändern – nach oben und nach unten.
Gehst du allerdings von einem Flugpreis von 800 Euro aus, dann musst du bei einem 14-tägigen Urlaub mit 57,14 Euro pro Urlaubstag rechnen. Bleibst du drei Wochen, sind es nur 38,10 Euro und bei 28 Tagen sogar nur 28,57 Euro pro Tag.
Das Flugticket kostet in allen Fällen dasselbe, doch bei vier Wochen Thailand betragen die Flugkosten pro Urlaubstag rechnerisch fast nur noch die Hälfte als bei zwei Wochen. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Günstiger Tagespreis = günstiger Gesamtpreis?
Eine vierwöchige Thailand-Reise ist natürlich insgesamt teurer als ein zweiwöchiger Urlaub. Jede zusätzliche Nacht kostet Geld, du musst essen und wirst wahrscheinlich auch etwas unternehmen. Es wäre also nicht korrekt, zu behaupten, dass vier Wochen Thailand billiger sind als zwei.
Allerdings werden die Reisekosten pro Tag weiterhin günstiger. Nehmen wir zusätzlich zu dem 800-Euro-Flug zum Beispiel ein durchschnittliches Budget von 70 Euro pro Tag vor Ort.
Dann ergibt sich:
14 Tage
- Flug: 800 €
- Vor Ort: 980 €
- Gesamtkosten: 1.780 €
- Kosten pro Tag: 127 €
21 Tage
- Flug: 800 €
- Vor Ort: 1.470 €
- Gesamtkosten: 2.270 €
- Kosten pro Tag: 108 €
28 Tage
- Flug: 800 €
- Vor Ort: 1.960 €
- Gesamtkosten: 2.760 €
- Kosten pro Tag: 99 €
Bei vier Wochen bist du doppelt so lange unterwegs wie bei zwei Wochen. Die Gesamtkosten steigen in diesem Beispiel jedoch nicht auf das Doppelte, da der Flug nur einmal bezahlt werden muss.
In diesem Rechenbeispiel wurde ein weiterer Effekt des Slow Travels noch gar nicht berücksichtigt. Wenn du länger an einem Ort bleibst, kannst du in deiner Unterkunft günstigere Langzeitraten erfragen, in der Ferienwohnung kochen oder langsamere, aber günstigere Verkehrsmittel für Strecken im Land wählen. Somit kannst du deine täglichen Kosten vor Ort zusätzlich reduzieren.

Jeder Ortswechsel kostet Geld
Die größte Ersparnis entsteht zunächst durch die Verteilung der Kosten für den internationalen Flug auf mehr Tage. Doch auch innerhalb Thailands kann Slow Travel die Reisekasse schonen.
Ein Transfer besteht nämlich selten nur aus dem eigentlichen Ticket. Zum Inlandsflug kommen möglicherweise Taxi- oder Bahnfahrten zum Flughafen, Gebühren für einen Sitzplatz oder Gepäck, ein teurer Kaffee am Flughafen und dann wieder der Transfer vom Zielflughafen zum Hotel hinzu.
Bei Inselwechseln kommen Fähren, Transfers zum Pier und teilweise gemeinsame Minivan-Tickets hinzu. Wenn du während einer zweiwöchigen Reise fünfmal den Ort wechselst, addieren sich diese Beträge. Wenn du stattdessen eine Woche auf Koh Phangan bleibst und nicht nach drei Tagen nach Koh Tao weiterreist, gibst du an diesen Tagen zunächst einmal gar nichts für einen Ortswechsel aus.
Mit mehr Zeit werden Zug und Bus attraktiver
Bei einer kurzen Reise gewinnt fast immer die schnellste Verbindung, aber bei einer Reise von drei oder vier Wochen verändert sich diese Rechnung. Dann kann plötzlich auch die Zugfahrt von Bangkok nach Chiang Mai interessant sein. Nach aktuellem Fahrplan verkehren täglich mehrere Züge auf der Strecke, darunter Nachtzüge. Bei einer solchen Reise wird die Fahrt selbst zum Erlebnis – und im Schlafwagen ersetzt sie gleichzeitig eine Hotelübernachtung.
In Richtung Südthailand gibt es ebenfalls Nachtverbindungen nach Surat Thani. Von dort aus kannst du beispielsweise weiter zu den Golfinseln reisen.
Bei solchen Transfers zeigt sich, dass der Weg das Ziel wird, besonders, wenn du mehr Zeit hast und nicht das Gefühl hast, etwas verpassen zu müssen.
Alternative Unterkünfte
Wenn du nur ein paar Nächte an einem Ort bleibst, ist ein klassisches Hotel meist die beste Wahl. Bleibst du jedoch zehn Tage oder zwei Wochen an einem Ort, kannst du auch ein Apartment oder ein Ferienhaus in Betracht ziehen. Zudem bieten viele kleine Resorts, Gästehäuser und andere Unterkünfte günstige Wochen- oder Langzeitraten.
Dadurch wird jedoch nicht jede Unterkunft automatisch billiger. Aber bei längeren Aufenthalten lohnt es sich deutlich eher, die Preise für sieben, zehn oder vierzehn Nächte miteinander zu vergleichen oder direkt nach einer solchen Langzeitrate zu fragen.
Und natürlich spart auch eine kleine Küche oder eine Waschmaschine auf längeren Reisen irgendwann Geld.
Die unbezahlbaren Vorteile des Slow Travels
Beim Slow Travel in Thailand kannst du bares Geld sparen. Für uns liegt der schönste Vorteil einer längeren Reise durch Thailand jedoch woanders: Zeit verändert die Art, wie du einen Ort erlebst, und dein Urlaub wird entspannter.
Tage dürfen verbummelt werden
Bei einer zweiwöchigen Reise wirkt ein Regentag schnell wie verlorene Urlaubszeit, bei einer vierwöchigen Reise hingegen ist ein Regentag einfach ein Regentag. Du kannst in Ruhe frühstücken, ein Buch lesen, zur zigsten Massage gehen oder ein Mittagsschläfchen machen.
Es kann richtig entspannend sein, ein bisschen Zeit zu verschwenden – aber nur, wenn du weißt, dass morgen auch noch ein Urlaubstag ist.
Vertraute Orte, vertrauter Alltag
Nach zwei Tagen weißt du, wie du zu deinem Hotel kommst. Nach einer Woche kannst du jedoch mit Überzeugung sagen, wo das beste Pad Thai serviert wird. Du kennst den Weg zum Nachtmarkt, hast ein Lieblingsrestaurant und musst nicht mehr für jeden kleinen Weg Google Maps öffnen.
Aus einem Reiseziel wird für kurze Zeit ein Ort, an dem du dich auskennst, und es kann sich fast wie zu Hause anfühlen. Genau solche Orte bleiben später oft stärker in Erinnerung als die zwölfte Sehenswürdigkeit auf einer Liste.
Tipp unserer Autorin: Ich reise einen Großteil des Jahres, weil es zu meinem Beruf gehört. So schön das auch ist, es kann anstrengend werden – sowohl körperlich als auch mental. Wenn ich irgendwo länger bleibe, kann ich ein Stückchen Alltag finden, was sehr entspannend sein kann. Ins Fitnessstudio oder in den Supermarkt gehen, anschließend kochen und jeden Tag in denselben Coffeeshop, wo man irgendwann den Namen kennt – herrlich!
Spontanität eine Chance geben
Vielleicht erfährst du morgens von einem Markt, der nur an einem bestimmten Tag stattfindet, oder von einem Festival, von dem du bisher nichts wusstest. Vielleicht lernst du unterwegs auch ein paar neue Leute kennen, mit denen du noch einen Ausflug machen möchtest. Vielleicht gefällt dir auch eine Insel so gut, dass du spontan noch ein paar Nächte länger bleiben möchtest.
Solche unerwarteten Dinge und Begegnungen kannst du nur genießen, wenn dein Urlaubsprogramm nicht von vorne bis hinten durchgetaktet ist. Slow Travel schafft Platz für diese schönen Zufälle.
Weniger Transfers bedeuten weniger Stress
Wer schon häufiger durch Südostasien gereist ist, kennt diese Tage: Der Wecker klingelt um 5:30 Uhr, und du schleppst dich mit knurrendem Magen ins Taxi. Am Flughafen ist es schon voll und die Schlange am Check-in braucht ihre Zeit. Dann musst du durch die Sicherheitskontrolle: Alles muss aus der Tasche raus, danach wieder rein. Und dann stellst du dich in die Schlange bei Starbucks. Dann musst du wieder anstehen, um in den Bus zu steigen, und gleich noch einmal, um in den Flieger zu kommen.
Die Sitze sind zu klein, der Vordermann stellt die Lehne zurück und du bist froh, dass der Flug nur 45 Minuten dauert. Danach wartest du wieder, um auszusteigen, dein Gepäck abzuholen und ein Grab zu bekommen. Im neuen Hotel angekommen, ist dein Zimmer noch nicht bereit und die Dusche muss warten. So oder so, der halbe Tag ist auf jeden Fall schon weg und wie Urlaub hat sich dieser Tag noch nicht angefühlt.
Solche Transfertage gehören nun mal zum Reisen dazu. Aber je weniger du davon hast, desto größer wird der Anteil deiner Reise, den du tatsächlich am Ziel verbringst. Wenn du dich auf einen oder wenige Orte konzentrierst und dort bleibst, tauschst du einen Teil dieser Logistik gegen echte Urlaubszeit ein.
Lohnt sich Thailand unter drei Wochen?
Selbstverständlich ist eine längere Thailand-Reise nicht für jeden machbar. In vielen Berufen ist es schwierig oder schlicht unmöglich, drei oder vier Wochen am Stück frei zu bekommen. Hinzu kommen Schulferien, die Betreuung von Kindern und Angehörigen, berufliche Verantwortung oder ein begrenztes Jahresurlaubskonto. Wer nur zehn oder vierzehn Tage zur Verfügung hat, kann diese Zeit nicht einfach durch eine bessere Reiseplanung verdoppeln.
Daher möchten wir dich an dieser Stelle beruhigen: Wenn du nur zwei Wochen Zeit hast, kannst du trotzdem einen fantastischen Urlaub haben und solltest auf keinen Fall auf eine Reise nach Thailand verzichten.
Vielleicht lässt sich der Slow-Travel-Gedanke dann einfach anders anwenden: nicht länger reisen, sondern wirklich langsamer und bewusster. Am einfachsten geht das, wenn du dich auf eine Region fokussierst oder weniger Stationen einplanst. So reduzierst du Transfers im Land und das Kofferpacken und gibst dir selbst mehr Zeit für echte Urlaubserlebnisse.
Slow Travel ist keine Frage der eigentlichen Urlaubstage, sondern wie du deine vorhandene Zeit nutzt.
Im Urlaub eine Region Thailands erkunden
Thailand eignet sich beispielsweise hervorragend dafür, eine Reise nicht nach einzelnen Sehenswürdigkeiten, sondern nach Regionen zu planen. Dabei ist es erst einmal egal, ob du zwei, drei oder vier Wochen unterwegs bist.
Viele Gegenden bieten genug Abwechslung für mehrere Wochen, ohne dass du ständig quer durchs Land reisen musst. Zudem kann es, was das Wetter betrifft, auch sinnvoll sein, in einer Ecke zu bleiben, denn selten wirst du zu einem bestimmten Zeitpunkt in ganz Thailand Sonnenschein finden.
Die westlichen Golfinseln: Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao
Die Inselwelt rund um Koh Samui ist ein perfektes Beispiel für Slow Travel. Koh Samui ist groß genug, um problemlos eine Woche oder länger zu verbringen. Es gibt lebhafte Orte, ruhige Strände, Tempel, Aussichtspunkte, Wasserfälle, Restaurants und ein großes Angebot an Unterkünften.
Anschließend könntest du nach Koh Phangan fahren. Wer die Insel nur mit der Full Moon Party verbindet, unterschätzt sie gewaltig. Rund um die Insel liegen ruhige Buchten und Strände, dazu kommen Wanderwege, Wasserfälle, Yoga- und Wellnessangebote sowie kleine, charmante Orte.
Wenn du schon einmal dort bist, kannst du im Anschluss gleich noch nach Koh Tao weiterreisen. Die Insel gehört zu den bekanntesten Tauchzielen Thailands, eignet sich aber ebenso zum Schnorcheln, Wandern oder für einige entspannte Tage am Meer.
Dazu kommt der Ang-Thong-Marine-Nationalpark als mögliches Ausflugsziel – und schon sind zwei oder drei Wochen erstaunlich schnell vorbei.
Das Beste daran ist, dass die Entfernungen nach der Anreise in den Golf über Surat Thani, Chumphon oder direkt Koh Samui überschaubar sind. Du musst nicht zwischendurch nach Bangkok zurückfliegen, um anschließend in eine andere Ecke des Landes weiterzureisen.
Die östlichen Golfinseln: Koh Chang, Koh Mak und Koh Kood
Der Slow-Travel-Gedanke wird im Osten Thailands noch deutlicher. Koh Chang ist die zweitgrößte Insel Thailands und bietet neben Stränden auch dichten Regenwald, Wasserfälle, Aussichtspunkte und kleinere Orte.
Von dort aus kannst du weiter nach Koh Mak reisen, einer deutlich kleineren und ruhigeren Insel.
Wenn du noch Zeit hast, bietet sich danach Koh Kood mit traumhafte Stränden an.
Genau darin liegt der Reiz: Du musst dort nicht jeden Tag eine Sehenswürdigkeit abhaken. Du kannst einen Tag Kajak fahren, einen Tag schnorcheln und einen Ausflug zum Wasserfall planen oder einfach nur faulenzen, lesen, baden und gut essen.
Zusammen mit einigen Tagen auf dem Festland rund um Trat lässt sich aus dieser Inselgruppe problemlos eine eigene Thailand-Reise gestalten.
Die Andamanenküste: Khao Lak, Phuket, Koh Yao Noi, Krabi und Koh Lanta
Noch größer ist die Auswahl an der Andamanenküste. Hier kannst du locker vier Wochen verbringen, ohne dass es langweilig wird. Allein Krabi hat weit mehr zu bieten als nur Ao Nang und einen Tagesausflug nach Railay. Es gibt Strände, Kalksteinfelsen, Inseln, heiße Quellen und Naturgebiete. Dazu die tolle Insel Koh Lanta und zahlreiche weitere kleinere Ziele, die genug Stoff für Wochen bieten.
Nordwestlich liegen Phuket und Khao Lak mit den Similan– und Surin-Inseln, wobei die Entfernungen nicht zu unterschätzen sind.
Im Osten Phukets schließt sich die Phang-Nga-Bucht mit den Inseln Koh Yao Noi und Koh Yao Yai an. Sie eignen sich hervorragend für einen längeren Aufenthalt. Du könntest drei oder vier Wochen ausschließlich in dieser Region verbringen und trotzdem ganz unterschiedliche Reiseerlebnisse haben – und das ganz ohne nervige Inlandsflüge.
Nordthailand: Eine Reise ganz ohne Strand
Auch Nordthailand kann problemlos den Rahmen einer kompletten Reise füllen. Anstatt nach drei Tagen Chiang Mai weiterzufliegen, könntest du eine Woche oder länger bleiben, verschiedene Stadtviertel kennenlernen, Ausflüge unternehmen und anschließend langsam weiterziehen.
Auch Chiang Rai, Lampang, Lamphun, Pai und andere kleinere Orte sowie Nationalparks sind einen Besuch wert, ohne dass du anschließend zwingend noch nach Phuket oder Koh Samui musst.
Warum sich Slow Travel in Thailand so lohnt
Ein Flug nach Thailand ist teuer und die Anreise ist lang. Genau deshalb lohnt es sich, eine Urlaubsplanung für drei oder vier Wochen zu machen. Ein Slow-Travel-Urlaub bedeutet nicht, dass die Reise insgesamt billiger wird. Der hohe Preis des Langstreckenflugs verteilt sich jedoch auf deutlich mehr Tage und du gibst gleichzeitig weniger Geld und Zeit für ständige Ortswechsel in Thailand aus.
Vor allem verändert sich aber der Charakter deiner Reise, denn du musst nicht mehr alles sehen. Vielleicht reicht dieses Mal die Andamanenküste, die Golfinseln oder das spannende Nordthailand. Du kannst eintauchen und entspannen statt Sehenswürdigkeiten abzuhaken.
Thailand ist kein Land für eine Reise, sondern ein Ziel, das die meisten Reisenden immer wieder zurückzieht. Und manchmal besteht der größte Luxus einer Fernreise nicht darin, möglichst viel zu erleben, sondern genug Zeit und Muße zu haben, um die Seele eines Landes in Ruhe zu erkunden. Einfach mal einen Tag zu „verschwenden“ – einer der vielen Vorteile des Slow Travel.