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Langzeitaufenthalt Thailand: Tipps für Workation, Sabbatical & Elternzeit

Stell dir vor, du könntest mehrere Wochen oder sogar Monate in Thailand verbringen, ohne jeden zweiten Tag deinen Koffer packen zu müssen. Was früher vor allem Backpackern oder Aussteigern vorbehalten war, ist inzwischen für deutlich mehr Menschen eine realistische Option. Sei es als Workation, Sabbatical oder Elternzeit mit Kind.

So unterschiedlich die Gründe auch sein mögen, die Grundfrage bleibt dieselbe: Wie baut man sich über mehrere Monate hinweg einen normalen Alltag an einem fremden Ort auf?

Thailand ist aus mehreren Gründen ein gutes Ziel für einen Ortswechsel. Das Wetter ist über weite Teile des Jahres verlässlich warm, das Visum für längere Aufenthalte ist relativ unkompliziert zu erhalten und in den meisten Regionen gibt es stabiles WLAN, das dir die Arbeit erleichtert. Hinzu kommt eine solide medizinische Versorgung in den größeren Städten sowie viele Annehmlichkeiten, die dir den Alltag über mehrere Monate spürbar erleichtern.

In diesem Artikel erklären wir dir, wie du einen längeren Aufenthalt richtig planst, wie du dabei sparen kannst und wo es besonders schön ist.

Workation in Thailand

Eine Workation klingt zwar nach Laptop am Strand, aber im Alltag sind andere Dinge wichtig. Zum Beispiel ein richtiger Schreibtisch, solides Internet, das während Meetings nicht aussetzt, und ein gekühlter Raum, wenn es draußen 35 Grad hat.

All das und mehr findest du in Thailand. Egal, ob du dich für Bangkok, Chiang Mai oder eine der beliebten Inseln entscheidest: Du kannst Unterkünfte mit stabilem Internet, Coworking-Spaces und Cafés finden, in denen du problemlos ein paar Stunden arbeiten kannst.

Hinzu kommt, was eine Workation in Thailand so besonders macht. Du kannst vor der Arbeit im Meer schwimmen, abends Streetfood essen statt selbst zu kochen und am Wochenende spontan auf eine andere Insel fahren. So ergibt sich die perfekte Kombination aus Alltag und Urlaub.

Frau sitzt mit einem Laptop auf dem Schoß auf der Terrasse und schaut in die grüne Berglandschaft.
So schön es auch klingen mag, mit dem Laptop auf dem Balkon oder im Strandstuhl zu sitzen: Wer regelmäßig arbeitet, braucht früher oder später einen Schreibtisch.

Visum für die Workation in Thailand

Mit einem Touristenvisum oder bei visumfreier Einreise darfst du in Thailand nicht arbeiten. Das gilt unabhängig davon, für wen du tätig bist.

Für eine Workation ist das Destination Thailand Visa (DTV) eine gute Option. Es ist fünf Jahre lang gültig, erlaubt mehrfache Einreise und pro Einreise einen Aufenthalt von bis zu 180 Tagen. Zudem ist es einmal um weitere 180 Tage verlängerbar. Die Gebühr dafür beträgt 350 Euro.

Mit dem DTV ist allerdings nur Remote-Arbeit für Arbeitgeber und Kunden im Ausland erlaubt. Für thailändische Arbeitgeber oder Kunden darfst du damit nicht arbeiten und auch keine Zahlungen aus Thailand annehmen.

Um es zu beantragen, musst du deine Finanzen nachweisen. Dafür brauchst du entweder Kontoauszüge der letzten drei Monate von einer oder mehreren Banken mit einem Mindestguthaben von 500.000 Baht (circa 13.200 Euro) oder eine Verpflichtungserklärung. Zusätzlich reichst du einen Arbeitsvertrag oder eine Arbeitgeberbescheinigung ein. Wenn du freiberuflich tätig bist, genügt ein Portfolio mit laufenden Aufträgen.

Tipp unserer Autorin: Ich habe mich vor zwei Jahren für ein DTV beworben. Als Nachweis meiner freiberuflichen Tätigkeit habe ich den Link zu meinem eigenen Blog, meinen Artikeln bei Faszination Südostasien und zu anderen Kunden eingereicht.

Hier ist ein Screenshot der offiziellen Seite für das Destination-Thailand-Visum.
Das „Destination Thailand Visa“ (DTV) bietet Optionen für Langzeitaufenthalte.

Auslandskrankenversicherung für die Workation

Eine gute Auslandskrankenversicherung ist bei jedem längeren Aufenthalt in Thailand Pflicht – unabhängig vom Visum. Zwar musst du für das DTV keinen Krankenversicherungsnachweis erbringen, aber das heißt nicht, dass du keine Versicherung abschließen solltest.

Achte darauf, dass die Police ambulante und stationäre Behandlungen abdeckt und für die gesamte Aufenthaltsdauer gilt. Gute Optionen für längere Aufenthalte bietet die Hanse Merkur. Deine Police musst du allerdings vor Reiseantritt abschließen.

Wichtig: Viele Policen schließen Verletzungen aus, die während der Arbeit entstehen. Das ist meist eher für Jobs wie Bergführer oder Tauchlehrer relevant. Dennoch solltest du abklären, ob und wie Unfälle während deiner Arbeit in Thailand abgedeckt sind, auch wenn du „nur“ am Schreibtisch sitzt.

Schild des Bangkok Hospitals an einer Hauptverkehrsstraße
Die medizinische Versorgung ist in Thailand vor allem in den größeren Städten gut.

Internet in Thailand für Remote-Arbeit

In Thailands größeren Städten und auf touristisch erschlossenen Inseln ist Glasfaser inzwischen Standard. Die Zahlen zeigen, wie stark die Infrastruktur ausgebaut wurde. Laut den von DataReportal veröffentlichten Ookla-Daten lag die mittlere Downloadgeschwindigkeit bei mobilen Verbindungen Ende 2025 bei rund 124 Mbit/s und bei Festnetzanschlüssen sogar bei gut 262 Mbit/s.

Das bedeutet allerdings nicht, dass das WLAN in jedem Bungalow auf jeder kleinen Insel perfekt funktioniert. Wenn du beruflich auf Videokonferenzen oder große Uploads angewiesen bist, solltest du die Verbindung deiner Unterkunft vor einer längeren Buchung unbedingt prüfen. Zudem kann es hier und da immer mal zu Stromausfällen kommen, gerade in der Regenzeit.

Es gibt zwei Schilder aus Holz: eines mit der Aufschrift „Fresh Coffee” und das andere mit „Free WiFi”.
Free WiFi gibt es überall. Wer allerdings große Datenmengen versenden oder an Videocalls teilnehmen muss, benötigt eine stabile Verbindung.

Für unterwegs empfehlen wir entweder eine eSIM mit langfristigem Datenpaket oder eine thailändische SIM-Karte. Das mobile Netz ist in weiten Teilen des Landes sehr gut ausgebaut. In abgelegenen Inselregionen und Berggebieten solltest du allerdings vorher prüfen, welcher Anbieter vor Ort den besten Empfang bietet.

Tipp unserer Autorin:

Ich nutze seit Jahren eine SIM-Karte von dtac. Damit habe ich auch eine thailändische Telefonnummer, die ich für Apps wie LINE und auf Webseiten wie Lazada angebe. Das ist sehr praktisch. Außerdem kann ich mein Guthaben über die dtac-App wieder aufladen und mit meiner im System hinterlegten Kreditkarte bezahlen. Die Daten sind unglaublich günstig, sobald du deine SIM-Karte und die App installiert hast.

Eine eSIM ist allerdings auch sehr praktisch, denn du kannst sie schon vor der Reise einrichten. So sparst du dir den Vergleich der verschiedenen Anbieter vor Ort und bist direkt nach der Landung online.

Wenn du dein mobiles Internet als Backup fürs Homeoffice nutzen willst, lohnt sich für mehrere Monate ein Tarif mit großem oder unbegrenztem Datenvolumen. Gute Angebote für bis zu 90 Tage gibt es beispielsweise vom Anbieter Holafly. Wenn du länger unterwegs bist, kannst du dort alternativ ein eSIM-Abo, einen sogenannten „Plan“, abschließen.

Stand von DTAC am Flughafen Bangkok Suvarnabhumi.
Für längere Aufenthalte reicht die Tourist-SIM nicht mehr aus. Dafür gibt es günstigere Alternativen.

Coworking-Spaces in Thailand

In Bangkok gibt es die größte Auswahl an Coworking-Spaces. Von kleinen Cafés mit Arbeitsplätzen bis hin zu professionellen Anbietern mit eigenen Meetingräumen ist alles dabei. Auch Chiang Mai gilt seit Jahren als Zentrum für digitale Nomaden und bietet entsprechend viele Räumlichkeiten, die sowohl zum Arbeiten als auch zum Kennenlernen anderer geeignet sind. Auf Koh Lanta und anderen beliebten Inseln findest du kleinere, oft familiär geführte Coworking-Spaces direkt am Strand.

In vielen Regionen bieten Cafés heute stabiles WLAN und Steckdosen. Wenn du dir regelmäßig einen Kaffee bestellst, sind Arbeitende gerne gesehen.

Allerdings möchte oder kann nicht jeder Publikum beim Arbeiten haben. Wenn das auch auf dich zutrifft, solltest du bei der Wahl deiner Unterkunft auf einen brauchbaren Arbeitsplatz achten. Viele Zimmer haben heutzutage einen Schreibtisch, einen guten Stuhl findest du zur Not bei IKEA. In Thailand gibt es inzwischen fünf Läden und nach deinem Aufenthalt kannst du ihn weiterverkaufen.

Coworking Space auf einer Dachterrasse in Bangkok. Mehrere Menschen sitzen dort an ihren Laptops und arbeiten.
In Thailand hast du eine große Auswahl an Coworking Spaces. Schau, ob die Bedingungen für deine Arbeit ausreichen.

Was du bei der Workation in Thailand sonst noch bedenken solltest

Die Zeitverschiebung zu Deutschland beträgt im Winter sechs und im Sommer fünf Stunden. Für Meetings und Anrufe mit deinem Team oder deinen Kunden lohnt es sich, die Überschneidung der Arbeitszeiten im Auge zu behalten.

Ein thailändisches Bankkonto zu eröffnen ist für Reisende mit einem DTV in der Praxis schwierig. Inzwischen verlangen die meisten Banken eine thailändische Arbeitserlaubnis oder einen anderen Aufenthaltstitel. Für den Alltag reichen allerdings meistens internationale Kreditkarten und Wallet-Apps aus.

Muss ich in Thailand Steuern bezahlen? Vielleicht, denn bei den Steuern zählt die 180-Tage-Regel. Das heißt, wenn du dich in einem Kalenderjahr 180 Tage oder länger in Thailand aufhältst, bist du Steuerresident. Seit 2024 wird ausländisches Einkommen, das nach Thailand überwiesen wird, unabhängig vom Jahr des Verdienstes in Thailand versteuert. Das solltest du bei der Planung deiner Workation im Blick behalten.

Hältst du dich mit einem Langzeitvisum wie dem DTV länger als 90 Tage am Stück in Thailand auf, musst du dich zudem bei der Einwanderungsbehörde melden. Diese sogenannte 90-Tage-Meldung (TM47) reichst du online ein, persönlich bei der Immigration, per Post oder über eine bevollmächtigte Person.

Sabbatical in Thailand

Ein Sabbatical ist eine längere Auszeit vom Job von meist mehreren Monaten, in der du nicht arbeitest. In Deutschland ermöglichen viele Arbeitgeber dies über ein Arbeitszeitkonto. Das bedeutet, dass du vorher Überstunden oder Gehaltsanteile ansparst. Während der Auszeit zahlt dir der Arbeitgeber davon ein Gehalt weiter aus. Alternativ kannst du dich auch auf unbezahlten Urlaub einigen.

Wie das genau abläuft, hängt vom Unternehmen ab. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig ein Gespräch mit der Personalabteilung zu führen, wenn du mit dem Gedanken eines Sabbaticals spielst.

Thailand ist ein tolles Ziel für ein Sabbatical. Im Gegensatz zu einem regulären Urlaub musst du das Land nicht in ein paar Wochen „abarbeiten”. Anstatt Bangkok, Chiang Mai, Krabi, Phuket und mehrere Inseln in eine Reise zu pressen, verbringst du beispielsweise sechs Wochen im Norden und ziehst anschließend für zwei Monate an die Küste.

Visum für das Sabbatical in Thailand

Das Schöne an einem Sabbatical ist, dass du nicht arbeiten musst. Allerdings fällt dann die Option des DTVs weg, da hierfür eine Tätigkeit vorausgesetzt wird.

Für ein reines Sabbatical bleiben dir vor allem zwei Optionen. Das Touristenvisum (Single Entry) erlaubt dir einen Aufenthalt von 60 Tagen, den du einmalig um 30 Tage vor Ort verlängern kannst, sodass du maximal 90 Tage am Stück bleiben kannst. Wenn du mehrmals ein- und ausreisen möchtest, beispielsweise für einen Trip in ein Nachbarland, ist das Multiple Entry Touristenvisum (METV) besser geeignet. Es gilt sechs Monate und erlaubt dir in dieser Zeit mehrere Einreisen mit jeweils bis zu 60 Tagen Aufenthalt.

Versicherung für das Sabbatical in Thailand

Für Thailand benötigst du in jedem Fall eine Auslandskrankenversicherung, da deine gesetzliche oder private Krankenversicherung aus Deutschland dort nicht greift. Wie bei einer Workation brauchst du eine Police, die dich für die gesamte Dauer deines Sabbaticals absichert.

Zwar kannst du viele Jahresversicherungen für unbegrenzt viele Reisen nutzen, aber die einzelne Reisedauer ist dabei begrenzt. Bei den meisten Anbietern liegt diese Grenze bei rund zwei Monaten. Allerdings solltest du prüfen, was das konkret bedeutet: Oft sind es nur 59 Tage. Danach musst du wieder nach Deutschland reisen, bevor du die nächste Reise antreten kannst. Im Ernstfall wird das von der Versicherung anhand deines Flugtickets überprüft.

Wenn du ein längeres Sabbatical planst, hol dir im Vorfeld lieber gleich eine Langzeitversicherung. Bei der HanseMerkur kannst du dich beispielsweise auf den Tag genau bis zu insgesamt fünf Jahre versichern und deine Police sogar vom Ausland aus verlängern.

Was du für dein Sabbatical in Thailand sonst noch bedenken solltest

Wenn du während der Auszeit kein Gehalt erhältst, lohnt sich ein realistischer Blick auf das Budget für mehrere Monate. Dabei musst du auch deine laufenden Kosten in Deutschland, zum Beispiel für Miete oder Versicherungen, bedenken, denn diese laufen während des Sabbaticals meist weiter.

Kläre vor der Abreise mit deinem Arbeitgeber, wie die Rückkehr geregelt ist und ob du während des Sabbaticals erreichbar sein musst.

Bedenke auch während eines Sabbaticals die 90-Tage-Meldung. Diese gilt nämlich unabhängig davon, ob du arbeitest oder nicht, sobald du länger als 90 Tage am Stück in Thailand bleibst.

Elternzeit in Thailand

Die Elternzeit bietet nicht nur die Möglichkeit, den Nachwuchs kennenzulernen, sondern auch, als Familie zusammenzuwachsen. Inzwischen nutzen immer mehr Eltern die Elternzeit, um diese besonderen Wochen oder Monate fernab des Alltagsstresses zu verbringen. Thailand ist dafür ein ideales Ziel, denn neben den extrem kinderfreundlichen Thais findest du hier eine tolle Infrastruktur für Familien. Hinzu kommen ein gutes Klima, moderate Preise und ein überwiegend gut ausgebautes Verkehrsnetz im Land.

Gerade mit einem Baby oder Kleinkind zahlt sich das aus. Wenn du einen Teil deiner Elternzeit in Thailand verbringst, hast du die Vorteile von Urlaub und entspanntem Alltag in einem. Du kannst die Tage nach dem Rhythmus des Kindes planen, ohne dich von Terminen, den Einkaufszeiten im Supermarkt oder dem deutschen Nieselregen stressen zu lassen. Da du länger vor Ort bist als ein regulärer Thailandurlauber, bleibt dir zudem ein oft zu straffes Urlaubsprogramm erspart.

Hier findest du ausführliche Informationen zu Thailand mit Kind.

Ein Kleinkind in Badehose sitzt auf einer Schaukel am Strand und schaut aufs Meer
Eine gute Idee: Elternzeit in Thailand.

Visum für die Elternzeit in Thailand

Für dich und dein Kind gelten dieselben Optionen wie beim Sabbatical. Ihr könnt ein Touristenvisum mit 60 Tagen plus einmaliger Verlängerung um 30 Tage oder das Multiple-Entry-Touristenvisum mit sechs Monaten Gültigkeit und mehreren Einreisen zu je 60 Tagen beantragen.

Dein Kind braucht ein eigenes Visum, da es nicht mit dem Visum der Eltern einreisen kann. Bereits ein Baby benötigt einen eigenen Reisepass (in Deutschland ist das der Kinderreisepass), ein eigenes Visum oder den visumfreien Einreisestempel sowie eine eigene TDAC. Das gilt ab der Geburt, ganz egal, wie alt dein Kind ist.

Versicherung für die Elternzeit in Thailand

Auch in Thailand greift für deine Familie die deutsche Krankenversicherung nicht. Du brauchst eine Auslandskrankenversicherung für die ganze Familie, die den gesamten Aufenthaltszeitraum abdeckt. Achte bei der Auswahl des Tarifs darauf, dass Kinderarztbesuche, Impfungen und eventuelle Notfälle bei Babys und Kleinkindern mitversichert sind, denn das ist nicht bei jedem Tarif automatisch der Fall.

Was du für deine Elternzeit in Thailand sonst noch bedenken solltest

Da Hitze und Luftfeuchtigkeit kleinen Kindern stärker zu setzen, plane genug schattige und klimatisierte Rückzugsorte ein. In Bangkok, Chiang Mai und Phuket gibt es internationale Krankenhäuser mit englischsprachigem Personal und Kinderärzten. Außerhalb der großen Städte wird die medizinische Versorgung dünner.

Sprich auf jeden Fall vor der Reise mit einem Reisemediziner oder Tropeninstitut über die notwendigen Impfungen für dein Kind. Die reguläre Grundimmunisierung deines Kindes nach STIKO-Empfehlung sollte vor dem Flug abgeschlossen sein.

Über weitere Reiseimpfungen solltest du mit dem Kinderarzt sprechen. Eine Tollwutimpfung wird bei kleinen Kindern sogar öfter angeraten als bei Erwachsenen, da sie gegenüber Tieren unvorsichtiger sind und häufiger gebissen oder gekratzt werden.

Vereinbare den Termin bei einer reisemedizinischen Praxis oder dem Kinderarzt rechtzeitig vor der Reise, damit genug Zeit für die einzelnen Impfungen bleibt.

Windeln, Babynahrung und Kinderausstattung bekommst du problemlos in den großen Supermärkten und Drogerieketten. Allerdings ist das Angebot auf kleineren Inseln meist etwas eingeschränkter. Wenn dein Baby bestimmte Marken oder Produkte benötigt, solltest du im Zweifelsfall vorsorgen und genügend Vorrat von zu Hause mitnehmen.

Hier ist unsere Packliste für Thailand mit Baby/Schulkind.

Für den Anspruch auf Elterngeld brauchst du einen Wohnsitz in Deutschland. Wenn du deine Wohnung behältst und der Aufenthalt in Thailand zeitlich begrenzt ist, ist das in der Regel aber unproblematisch. Kläre das trotzdem vorab mit deiner Elterngeldstelle.

Langzeitaufenthalte in Thailand: So sparst du Geld

Wenn du nur zwei Wochen in Thailand bist, rechnest du anders als bei einem längeren Aufenthalt. Man gönnt sich schneller etwas, denn man ist ja im Urlaub. Bei einem Langzeitaufenthalt musst du anders budgetieren. Ausgaben, die bei einer kurzen Reise kaum vermeidbar sind, zum Beispiel ein teurer Flug oder Essen in Restaurants, verlieren mit der Zeit an Gewicht. Andere Posten, allen voran die Miete, beeinflussen dann viel stärker, wie günstig oder teuer dein Aufenthalt am Ende wird.

Wir haben für dich zusammengestellt, welche Kostenpunkte du bei einem längeren Aufenthalt in Thailand beachten musst und wo du sparen kannst.

Flug nach Thailand

Bei einem regulären Urlaub macht der Flugpreis oft den größten Teil der Kosten aus. Bei einem längeren Aufenthalt relativiert sich dieser jedoch oft. Dafür teilst du die Kosten für deinen Flug einfach durch die Anzahl der Tage deines Aufenthalts. Bei zwei Wochen macht der Flugpreis pro Tag einen spürbaren Anteil des Budgets aus. Bleibst du hingegen drei Monate, verteilt sich derselbe Flugpreis auf so viele Tage, dass er kaum noch ins Gewicht fällt.

Kostet dein Flug beispielsweise 1.000 Euro, dann sind das bei zwei Wochen rund 71 Euro pro Tag. Bei vier Wochen sind es nur noch 36 Euro und bei drei Monaten sogar nur noch elf Euro pro Tag. Der Flug wird dadurch natürlich nicht billiger, aber sein Anteil an den gesamten Kosten sinkt erheblich.

Wichtig: Auch bei einem längeren Aufenthalt kommst du nicht umhin, einen Nachweis über deine Weiter- oder Rückreise zu erbringen. Zwar wird dieser Nachweis oft nicht verlangt, aber ohne ihn kann dir das Boarding beim Check-in verweigert werden. Ein flexibles oder stornierbares Ticket lohnt sich, wenn du dein genaues Abreisedatum noch nicht kennst. Zudem ist ein sogenanntes Return-Ticket auf internationalen Langstrecken nachweislich immer billiger als zwei einzelne One-Way-Tickets.

Die täglichen Kosten für Slow Travel in Thailand sind in der Regel deutlich niedriger als bei einem Urlaub mit vollgepacktem Tagesprogramm und mehreren Ortswechseln.

Eine Maschine beim Boarding am Flughafen von Koh Samui.
Thailand verfügt über ein gut ausgebautes Netz an Inlandflügen.

Unterkunft für mehrere Monate

Wer Thailand nur aus dem Urlaub kennt, achtet bei der Unterkunft meist auf den Preis pro Nacht. Bei einem mehrmonatigen Aufenthalt funktioniert der Markt jedoch anders. Viele Apartments und Condos werden monatlich vermietet und je länger die Mietdauer, desto besser wird oft der Preis. Bei klassischen Langzeitverträgen zahlst du in der Regel eine Kaution sowie eine oder mehrere Monatsmieten im Voraus.

Wie viel du zahlst, hängt stark von der Lage, der Ausstattung, der Mietdauer und der Saison ab. Die Spanne reicht von kleineren Condos oder Bungalows ab 10.000 Baht (ca. 260 Euro) im Monat bis zu über 30.000 Baht (ca. 790 Euro). Strom, Wasser und teilweise Internet kommen je nach Vertrag noch hinzu, wobei vor allem die Klimaanlage die Stromrechnung spürbar in die Höhe treiben kann. Zum Ende deiner Miete musst du oft eine Endreinigung und die Wartung der Klimaanlage bezahlen.

Erkundige dich im Vorfeld, wann du was wie bezahlen musst. Hast du kein thailändisches Bankkonto, musst du etwaige Gebühren und den Umrechnungskurs bedenken – das kann sich summieren.

Tipp unserer Autorin: Ich habe meine Miete in Bangkok mit Wise überwiesen. Schwieriger war es jedoch, nach sechs Monaten meine Kaution zurückzubekommen, da ich selbst kein thailändisches Konto habe. Letztendlich konnte ich das Konto einer Freundin nutzen, die in Thailand arbeitet. Es kann jedoch sinnvoll sein, solche Details schon vor Abschluss des Mietvertrags zu besprechen.

Wenn du Thailand noch nicht gut kennst, würden wir dir empfehlen, keine Wohnung für einen längeren Zeitraum von Deutschland aus zu buchen. Besser ist es, für die ersten ein oder zwei Wochen ein Hotel oder Apartment zu nehmen und dir vor Ort verschiedene Stadtteile anzusehen. Eine Wohnung, die auf Fotos perfekt aussieht, kann beispielsweise direkt an einer stark befahrenen Straße liegen oder ohne eigenes Fahrzeug im Alltag unpraktisch sein. Das gilt besonders auf den Inseln: Zwei Kilometer zum Supermarkt klingen erst einmal wenig, werden bei Hitze und ohne Gehweg im Alltag aber schnell lästig.

Zudem musst du deine Fixkosten zu Hause bedenken. Läuft deine Miete in Deutschland während deines Aufenthalts weiter, musst du sie mit einrechnen. Alternativ kann es sich lohnen, die Möglichkeit einer Untermiete für die Zeit deiner Abwesenheit zu prüfen, um einen Teil der Kosten aufzufangen.

Essen in Thailand

Langfristig macht es finanziell einen Unterschied, ob du jeden Tag in Restaurants oder an Streetfood-Ständen isst oder zumindest teilweise selbst kochst. Einzelne Mahlzeiten auswärts sind in Thailand zwar günstig, doch über Wochen und Monate summieren sie sich.

Wenn du selbst kochst, lohnt es sich, auf die Einkaufspreise zu achten. Lokale Zutaten wie Reis, Gemüse und Obst vom Markt sind günstig. Importierte und internationale Produkte wie europäischer Käse, bestimmte Getreidesorten oder Markenprodukte aus dem Supermarkt kosten dagegen oft überdurchschnittlich viel. Wenn du deine Ernährung an die lokalen Produkte anpasst, kannst du auf Dauer deutlich mehr sparen als jemand, der versucht, seinen gewohnten Einkaufszettel eins zu eins zu übertragen. Wenn du statt Kokosnussöl lieber Olivenöl verwendest, kannst du ebenfalls sparen.

Gleiches gilt besonders bei alkoholischen Getränken. Wenn du Singha und SamSong trinkst, fährst du billiger als mit Riesling.

Ein Streetfood-Stand auf einem Nachtmarkt in Thailand.
Thailändisches Streetfood ist nach wie vor unschlagbar günstig.

Transport in Thailand

Achte im Alltag zudem auf deine laufenden Transportkosten. Grabs und die BTS mögen auf den ersten Blick günstig erscheinen, doch mit der Zeit können sich schnell größere Summen anhäufen. Bei einem längeren Aufenthalt rechnet sich häufig ein Abo für die Rollermiete mehr als eine Tages- oder Wochenmiete. So verteilt sich der monatliche Preis nämlich auf mehr Tage und du wirst unabhängiger von Taxis und Apps.

Für kurze Aufenthalte reicht ein internationaler Führerschein in Verbindung mit dem deutschen Führerschein. Bleibst du länger als drei Monate, benötigst du allerdings eine thailändische Fahrerlaubnis. Diese kannst du beim Department of Land Transport (DLT) in deiner Stadt beantragen, entweder als Umschreibung deines deutschen Führerscheins oder als komplett neue Fahrerlaubnis, für die du einen Seh- und Fahrtest absolvieren musst. Dafür benötigst du unter anderem deinen Reisepass, dein Visum, einen Adressnachweis und ein Gesundheitszeugnis.

Sonstige laufende Kosten

Neben Miete, Essen und Transport kommen bei einem längeren Aufenthalt weitere Posten hinzu, die bei einer kurzen Reise selten berücksichtigt werden müssen.

Dazu gehört beispielsweise deine Mitgliedschaft im Fitness- oder Pilatesstudio. Viele Studios bieten Monatsabos ohne lange Laufzeiten an, die auf jeden Fall günstiger sind als Tagestickets.

Beachte, dass sich Kleidung im tropischen Klima schneller abnutzt als zu Hause, besonders aufgrund von Hitze, Feuchtigkeit und dem damit häufigeren Waschen. Rechne damit, dass du unterwegs das eine oder andere Teil ersetzen musst.

Wie beim Essen lohnt sich auch bei Hygiene- und Kosmetikprodukten ein Blick auf das Herkunftsland. Lokale Produkte sind meist günstiger als importierte Marken und sind passenderweise auf die tropischen Temperaturen zugeschnitten.

Bei Hygieneprodukten wie Tampons oder Binden musst du allerdings oft tiefer in die Tasche greifen, wenn du deine gewohnte Marke haben möchtest. Du kannst entweder einen entsprechenden Vorrat mitnehmen oder auf Periodenunterwäsche oder eine Menstruationstasse umsteigen.

Es gibt aber natürlich einiges, was in Thailand günstiger ist als zu Hause: Wäscheservice, Maniküre oder Massagen sind hier keine Luxusleistungen.

Tipp unserer Autorin: Du musst nicht nach Korea fliegen, um fantastische koreanische Pflegeprodukte zu bekommen. In den meisten thailändischen Drogerien bekommst du Produkte von Torriden & Co. und zwar zu unglaublich guten Preisen.

Die besten Orte für eine längere Auszeit in Thailand

Ob Workation, Sabbatical oder Elternzeit: Je nach Situation unterscheiden sich die Ansprüche an den Aufenthaltsort. Beim Arbeiten sind stabiles Internet und Coworking-Spaces wichtig, beim Sabbatical eher Ruhe und Raum zum Entdecken. Mit Kind spielen Ärzte und kurze Wege eine größere Rolle.

Trotzdem überschneiden sich die Anforderungen mehr, als man zunächst denkt. In allen drei Fällen bleibst du länger an einem Ort. Das bedeutet, dass du eine verlässliche Infrastruktur, eine angemessene Unterkunft und im Zweifel eine schnelle medizinische Versorgung brauchst.

Hier sind einige besonders beliebte Orte in Thailand für einen längeren Aufenthalt:

Bangkok: maximale Infrastruktur und Großstadtleben

Keine andere Stadt in Thailand bietet dir eine größere Auswahl als Bangkok. Moderne Apartments, Coworking-Spaces, Krankenhäuser, Einkaufszentren und Restaurants aus aller Welt liegen hier dicht beieinander. Hinzu kommt ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz, das den Alltag ohne eigenes Fahrzeug erleichtert.

Wenn du viel arbeitest oder das Großstadtleben magst, ist Bangkok wahrscheinlich die beste Wahl. Die Stadt eignet sich außerdem gut als Ausgangspunkt für Ausflüge innerhalb Thailands und in andere Länder Südostasiens.

Ein Nachteil sind die Mietpreise. Zwar kannst du hier immer noch günstiger leben als in vielen europäischen Metropolen, in beliebten Vierteln zahlst du jedoch deutlich mehr als in den meisten anderen Ecken des Landes.

Tipp unserer Autorin: Wenn du ein paar BTS- oder MRT-Stationen weiter draußen wohnst, bekommst du spürbar mehr Wohnung fürs Geld. Allerdings darfst du die Wege in Bangkok nicht unterschätzen. Die können trotz guter Verkehrsanbindung nämlich ganz schön lang werden, je weiter draußen du wohnst.

Die Skyline von Bangkok bei Sonnenuntergang
Bangkok ist eines der beliebtesten Reiseziele in Thailand.

Chiang Mai: die Stadt der digitalen Nomaden

Chiang Mai zählt seit vielen Jahren zu den bekanntesten Treffpunkten für digitale Nomaden in Südostasien – und das aus gutem Grund. Die Stadt ist überschaubar, bietet zahlreiche Cafés, Restaurants und Coworking-Spaces und ist im Vergleich zu Bangkok oder Phuket weiterhin relativ preiswert.

Auch für ein Sabbatical lohnt sich ein Blick nach Chiang Mai. Rund um die Stadt liegen Berge, Nationalparks und kleinere Orte, die sich perfekt für Ausflüge ins Grüne eignen. Aufgrund der Nähe zur Natur ist Chiang Mai auch für Familien mit kleinen Kindern eine hervorragende Wahl.

Gerade im Herbst und Winter sind die Temperaturen in Chiang Mai unvergleichlich gut. Zwischen Februar und April, der sogenannten Burning Season, solltest du allerdings einen anderen Ort in Thailand wählen, da die Luftqualität dann rapide sinkt.

Tempel in Chiang Mai
Chiang Mai ist allein schon wegen der vielen Tempel einen Besuch wert.

Phuket & Koh Samui: Arbeiten und Leben am Meer

Wenn deine Auszeit unbedingt am Meer stattfinden soll, bieten dir Phuket und Koh Samui die beste Infrastruktur.

Phuket wartet mit einer riesigen Auswahl an Stränden und Wohngegenden auf. Dazu gibt es internationale Restaurants, große Einkaufszentren, Krankenhäuser und einen internationalen Flughafen. Dafür zahlst du allerdings im wahrsten Sinne des Wortes einen hohen Preis. Phuket zählt inzwischen nämlich zu den teuersten Reisezielen Thailands.

Koh Samui wirkt in vielen Ecken etwas überschaubarer, ist aber ebenfalls kein Billigziel. Vor allem moderne Häuser und Apartments in Strandnähe schlagen bei der Monatsmiete deutlich zu Buche.

Dafür bekommst du auf beiden Inseln etwas, das dir Bangkok und Chiang Mai nicht bieten können: ein Feierabendbier mit Meerblick oder sogar direkt am Strand.

Der Mae Nam Beach auf Koh Samui bei Sonnenschein.
Koh Samui bietet tolle Strände und eine gute Infrastruktur.

Hua Hin: entspannter Alltag zwischen Bangkok und Strand

Bei Workations wird Hua Hin oft übersehen, dabei eignet sich die Küstenstadt besonders für alle, denen Phuket zu touristisch und Bangkok zu hektisch ist.

Es gibt Einkaufszentren, Krankenhäuser, Restaurants, Märkte und zahlreiche Apartments. Und trotzdem liegt der Strand mitten in der Stadt. Auch Bangkok erreichst du bequem auf dem Landweg, sodass du nicht für jede Reise ins Flugzeug steigen musst.

Im Vergleich zu vielen thailändischen Inseln ist Hua Hin nicht spektakulär. Für einen ruhigen Alltag über zwei oder drei Monate kann das aber ein Vorteil sein.

Strand in Hua Hin mit Spaziergängern und Palmen
Hua Hin liegt an der Küste und ist von Bangkok aus gut erreichbar.

Abseits der bekannten Orte

Bangkok, Chiang Mai, Phuket, Koh Samui und Hua Hin decken zwar die meisten Bedürfnisse ab, sind aber bei Weitem nicht alles, was Thailand für einen längeren Aufenthalt zu bieten hat.

Wenn du es ruhiger magst oder einfach neugierig auf weniger bekannte Ecken des Landes bist, findest du abseits der üblichen Routen einige spannende Alternativen. Welche das sind, erfährst du unter anderem in unserem Artikel über sechs günstige Provinzen abseits des Massentourismus.

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