Bukittinggi: Sumatras lebendige Marktstadt

Im Westen der indonesischen Insel Sumatra liegt Bukittinggi. Die Stadt bietet eine Reihe interessanter Sehenswürdigkeiten und ist Ausgangspunkt für Touren in die attraktive Umgebung. Hier findest du die Highlights sowie Tipps zu Unterkünften und zur Anreise.

Bukittinggi befindet sich sicherlich nicht auf jedermanns Reiseroute für die Insel Sumatra. Die Stadt liegt fernab der typischen Ziele, die von den meisten internationalen Touristen angesteuert werden. Ein Aspekt, die Bukittinggi für manche Reisende hingegen besonders reizvoll macht.

Wenngleich die Stadt nichts von einer Großstadt hat, ist sie ähnlich wuselig und lebendig. Das Herz Bukittinggis ist der große Markt, der sich durch die Stadt zieht und mancherorts sogar den Verkehr lahmgelegt.

 

Sehenswertes in und um Bukittinggi

Hier einige der schönsten Orte:

 

Uhrturm

Nicht verpassen solltest du Bukittinggis Wahrzeichen: den Uhrturm im Zentrum. Der Turm an sich ist nicht superspektakulär, aber es ist ein guter Ort, um Leute zu beobachten. Auf dem Platz um den Turm herum tummeln sich stets viele (überwiegend einheimische) Touristen sowie mehrere »professionelle« Fotografen, die ihre Dienste anbieten, das perfekte Gruppenfoto inklusive Uhrturm zu schießen. Außerdem hast du vom Rande des Platzes die Aussicht auf einen tieferliegenden Teil der Stadt.

Uhrturm in Bukittinggi, Sumatra

Bukittinggis Wahrzeichen: der Uhrturm

Uhrturm in Bukittinggi, Sumatra

Uhrturm in Bukittinggi, Sumatra

 

Markt

Ein Besuch des Marktes sollte definitiv auf dem Plan stehen. Unweit des Uhrenturms geht es los mit Souvenirständen und Klamotten. Es gibt aber auch Bereiche mit frischem Gemüse, Obst und anderen Lebensmitteln. Zwischendurch werden an manchen Ständen sogar Hühner frisch geschlachtet.

Besonders toll sehen die bunten Gewürzstände mit unzähligen Chilis aus. Am besten ist es, einfach drauf loszulaufen, da sich der Markt kreuz und quer durch die Stadt zieht. Alternativ ist es auch möglich, sich wie die Einheimischen in Pferdekutschen über den Markt transportieren zu lassen.

Du solltest unbedingt die Spezialität der Region probieren! Diese sieht aus wie Kartoffelchips, sie wird aber aus Cassava, in Deutschland als Maniok bezeichnet, hergestellt. Die Chips sind in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich und es ist in Ordnung, verschiedene Sorten zu probieren, bevor etwas gekauft wird.

Markt in Bukittinggi, Sumatra

Buntes Treiben auf dem Markt

Markt in Bukittinggi, Sumatra

Gewürzstand

Markt in Bukittinggi, Sumatra

Fisch auf dem Markt in Bukittinggi, Sumatra

Markt in Bukittinggi, Sumatra

 

Panorama Park & Koto Gadang

Lohnenswert ist auch ein Ausflug in den Panorama Park. Der Eintritt kostet 20.000 IDR (1,20 Euro). Die Aussicht auf die angrenzende Schlucht ist super. Außerdem befindet sich dort der Eingang zu einem Tunnelsystem mit vielen Räumen, das von den Japanern – unter Einsatz von Kriegsgefangenen aus Java – errichtet wurde.

Die Tunnel bzw. die Räume sehen sich alle sehr ähnlich und es gibt leider kaum Erklärungen dazu. Wir waren mit einem Guide unterwegs, der uns im Park angesprochen hatte. Er konnte uns viel zu den Hintergründen erklären, allerdings in schwer verständlichem Englisch.

Auf der anderen Seite der Tunnel, auch ohne Guide ist der Weg kein Problem, befindet sich der Ort Koto Gadang, der für seine Silberschmieden bekannt ist. Bevor du in den Ort gelangst, wartet allerdings noch eine etwas ungewöhnliche Touristenattraktion: eine schwache Nachbildung der Chinesischen Mauer, die sich aber immerhin durch schöne Natur schlängelt.

Auf dem weiteren Weg in das Dorf hinein wächst unglaublich viel Obst, Gemüse und Kakao am Straßenrand. Selbst einige Gewürze haben wir gesehen, von denen ich bis dato gar nicht gewusste hätte, wie sie wachsen. Ohne unseren Guide hätten wir allerdings vieles davon gar nicht gesehen oder erkannt.

Es ist wirklich spannend, so vieles in der Natur zu sehen, was man sonst nur aus dem Supermarkt kennt. Außerdem haben wir auf dem Weg noch eines der schönen traditionellen Häuser der Minangkabau gesehen (Info siehe weiter unten), für die die Gegend bekannt ist. Der anschließende Besuch in einem Laden mit Silberschmuck war für uns eher langweilig. Allerdings ist das Handwerk typisch für die Gegend. In manchen Geschäften soll es spannende Erklärungen oder Vorführungen zum Arbeitsprozess geben.

Der Rückweg führte leider nur auf gleichem Weg zurück. Es lohnt sich aber, die Sicht auf die Schlucht nochmals von dieser Seite aus zu genießen. In der Dämmerung besteht die Chance, Flughunde zu sehen. Leider sind dann auch viele Mücken unterwegs.

Das alles ist problemlos auch ohne Guide machbar. Wir wurden allerdings im Park von einem angesprochen. Aufgrund des niedrigen Preisangebotes von 100.000 IDR (6,20 Euro) für eine zweieinhalbstündige private Tour, wollten wir es einfach mal ausprobieren. Wir waren insgesamt super zufrieden.

Panorama Park in Bukittinggi, Sumatra

Blick auf die Schlucht vom Park aus

Panorama Park in Bukittinggi, Sumatra

Blick in die Schlucht von der anderen Seite

Panorama Park in Bukittinggi, Sumatra

Eingang zu den japanischen Tunneln

Panorama Park in Bukittinggi, Sumatra

Nachbau der chinesischen Mauer

Panorama Park in Bukittinggi, Sumatra

Traditionelles Haus der Minangkabau

Panorama Park in Bukittinggi, Sumatra

 

Luwak-Kaffee Produktion

Unweit der Stadt gibt es eine kleine Kaffeeproduktion mit dem Namen House of Rafflesia Luwak Coffee, die sich auf organischen Luwak Kaffee (Kopi Luwak genannt) spezialisiert hat.

Luwak-Kaffee wird ausschließlich aus Kaffeebohnen gewonnen, die vorab von den so genannten Fleckenmusangs (auf Englisch »civets«, sie gehören zur Familie der Katzen) gefressen und verdaut wurden. Die Bohnen werden von den Tieren als Ganzes gefressen und vor der Weiterverarbeitung von ihrer Schale befreit. So ist es ganz hygienisch.
Diese spezielle Produktion nutzt ausschließlich Kot von wilden Tieren, der in der umliegenden Gegend gesammelt wird. So müssen die Tiere nicht, wie anderenorts häufig, in Gefangenschaft leben. Die Chefin hier war sehr nett und voller Leidenschaft für ihren Job. Sie stellt mit zwei weiteren Frauen den Kaffee her, wobei das meiste noch in Handarbeit abläuft.

Wir sind einfach unangemeldet aufgetaucht und wurden freundlich empfangen. Vor Ort kann natürlich der Luwak-Kaffee gekostet werden (20.000 IDR/1,20 Euro pro Tasse), wozu kostenlos Kekse und frisches Zimtpulver gereicht werden. Letzteres schmeckt sowohl im Kaffee als auch zu den Keksen gut. Außerdem haben wir einen sehr ausführlichen Vortrag zur Produktion aber auch zu den besonderen Vorzügen des Kaffees bekommen und unsere Gesichter und Hände wurden mit Kaffee gepeelt. Eine sehr lustige Erfahrung.

Selbstverständlich kann am Ende auch gerne der Kaffee in Pulver- oder Bohnenform erworben werden, um ihn mit nach Hause zu bringen. Wir haben zwar ein Päckchen mitgenommen, hatten aber nicht das Gefühl, etwas kaufen zu müssen.
Wer hier hinkommen möchte, leiht sich am besten einen Roller. Der Weg ist leicht zu finden, einfach die Stadt über die Hauptstraße verlassen, die Richtung Nordwesten führt. Der Straße dann ca. zehn Kilometer folgen, bis am Straßenrand ein Schild auf die Kaffeeproduktion hinweist. Von da an ist der Weg ausgeschildert.

Kaffeeproduktion in Bukittinggi, Sumatra

Eine Tasse organischer Luwak Kaffee (Kopi Luwak genannt)

Kaffeeproduktion in Bukittinggi, Sumatra

Kaffeeproduktion in Bukittinggi, Sumatra

Kaffeebohnen im Laufe der Produktion

 

Königinnen- und Königspalast

Die Gegend bei Bukittinggi ist die Heimat der Minangkabau, eine Ethnie, die bis heute auf Sumatra existiert. Das Besondere ist, dass es sich um das bis heute größte bekannte matriarchale Volk der Welt handelt. Das bedeutet zum Beispiel, dass Besitz in der Familie immer von der Mutter an die Tochter vererbt wird und dass Männer nach der Hochzeit zur Familie der Frau ziehen. Die Minangkabau haben zudem einen besonderen Baustil. Wer sich die traditionellen Häuser näher anschauen möchte, sollte sich den Palast der Königin und den Palast des Königs in ansehen. Leider sind diese relativ weit entfernt von der Stadt nahe Silinduang Bulan gelegen, weshalb wir den Trip zeitlich nicht geschafft haben. Am leichtesten ist es, sich selbst einen Roller zu mieten und mit Hilfe einer Karte oder Google Maps hinzufahren. Ansonsten soll es auch einen öffentlichen Bus geben, wobei das letzte Stück per Taxi zurückgelegt werden muss.

 

Unterkünfte und Restaurants

Die Stadt ist für Sumatras Verhältnisse sehr touristisch. Das fällt allerdings nicht direkt auf, da es sich überwiegend um einheimische Touristen handelt. Es zeigt sich allerdings durch die große Anzahl an Hotels, die sich zum Teil eins neben dem anderen die Straße entlang reihen. Einige der Unterkünfte lassen sich tatsächlich online finden, wenngleich, wie immer auf Sumatra, viele Hotels noch nicht online vertreten sind.

An Essensmöglichkeiten mangelt es ebenfalls nicht. Für alle, die westliches Essen vermissen, gibt es sogar einen Pizza Hut. Als günstige Option kann ich das De Kock Café empfehlen, wo es sowohl indonesisches als auch westliches Essen gibt.

 

Anreise

Bukittinggi liegt im Westen der Insel und damit wirklich ab vom Schuss von anderen bekannten Zielen, die eher im Norden liegen.

Der vermutlich bequemste Weg führt von Medan mit dem Flieger nach Padang, der größten Stadt im Westen. Einheimische Billigflugairlines machen diese Option sogar ziemlich erschwinglich. Wir haben spontan gebucht und 25 Euro pro Person bezahlt für einen Weg. Im Padanger Flughafen lässt sich leicht ein Fahrer nach Bukittinggi finden. Wir haben uns mit zwei weiteren Reisenden zusammengetan und für das ganze Auto 300.000 (18,60 Euro) bezahlt. Hätten wir gewartet, bis alle Plätze voll geworden wären, hätte das den Preis noch leicht gesenkt, allerdings nicht signifikant. Die Fahrt dauert ca. zwei Stunden und der Fahrer setzt einen auf Wunsch direkt bei der Unterkunft ab. Wer zuerst nach Padang selbst möchte, sollte auch von dort aus problemlos einen Bus oder Minibus nach Bukittinggi finden.

Die Alternative zum Fliegen ist den Bus zu nehmen. Sicherlich etwas günstiger und besser für die Umwelt, allerdings sollten Reisende für die Option genügend Geduld und Abenteuerlust mitbringen. Ab Medan sollen Busse am Amplas Bus Terminal losfahren. Am besten ist es immer, sich nochmal in der Unterkunft zu informieren. Ich habe gelesen, dass der Preis irgendwo zwischen 200.000 und 320.000 IDR liegen soll. Die Busse fahren mehrmals täglich und sind 16-20 Stunden unterwegs. Ich habe allerdings auch schon von 24 Stunden gelesen. Abgesehen von Medan fahren auch direkte Busse bzw. Minibusse von Parapat los, dem Ort am Toba See, von wo aus die Fähre nach Tuktuk geht. In Tuktuk selbst, wo wahrscheinlich die meisten unterkommen, die den Toba See besuchen, gibt es an kleinen Touristeninformationen Tickets und Infos zu den Bussen. Auch manche Unterkünfte verkaufen Tickets.

Achtung: Da Tuktuk sehr touristisch ist und die Tickets über Dritte verkauft werden, könnten die Preise überteuert sein. Die Fahrt ab Parapat soll etwa 16 Stunden dauern.

Wer am Toba See ist, aber definitiv nicht so lange mit dem Bus fahren möchte, kann auch die vergleichsweise kürzere Fahrt nach Medan in Kauf nehmen (ca. 4/5 Stunden) und von dort aus fliegen.

 

Bukittinggi: Weitere Fotos

Eindrücke Bukittinggi, Sumatra

Eindrücke Bukittinggi, Sumatra

Eindrücke Bukittinggi, Sumatra

Uhrturm im Zentrum von Bukittinggi, Sumatra

Traditionelles Haus in Bukittinggi, Sumatra

 

 

Text und Fotos: Sophie Sperlich

Sophie verbringt die meiste Zeit des Jahres mit ihrem Studium in Lüneburg. Seitdem sie im Rahmen eines Schüleraustauschs ein Jahr in Taiwan gelebt hat, zieht es sie nach Asien. In den Semesterferien packt sie deshalb ihren Rucksack, um ihrem Fernweh nachzugehen. Immer mit dabei ist ihr Freund alias persönlicher Foto- und Videograf.

 

Weitere Fotos:

Pagaruyung Royal Palace von cherry-hai / Shutterstock.com

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Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

Veröffentlicht von Stefan Diener am 17. Januar 2018. Zuletzt aktualisiert am 15. April 2018.

Kommentare1 Kommentar

  1. Wow ist das cool! Ich will sofort wieder zurück :))

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