Viele Wege führen zu besseren Reise-Fotos

Einmal um die Welt geflogen und dann nur schlechte Bilder mit nach Hause gebracht? Das muss nicht sein. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, das Beste aus deinen Fotos herauszuholen. Hier meine Tipps zu Grundwissen, Equipment und Bildbearbeitungssoftware.

 

Manchmal erinnere ich mich noch an die Zeiten vor der Digitalfotografie. In den Urlaub nahm ich maximal drei 36er-Filme mit – das musste damals reichen. Nach der Rückkehr wurden die Aufnahmen zum Entwickeln im Supermarkt abgeben und sofort begann ungeduldiges Warten. Auch wenn vier bis fünf Werktage als Bearbeitungszeitraum angeben waren, stand ich meist schon zwei Tage später wieder im Laden und durchsuchte die Fotomappen unter dem Buchstaben „D“.

Sobald ich den Umschlag in der Kiste fand, habe ich mir die Ergebnisse noch vor dem Bezahlen im Geschäft angesehen. Erst jetzt wusste ich, ob die Fotos etwas geworden sind. Oft waren sie unscharf, über- oder unterbelichtet. Mal hatten die fotografierten Personen die Augen zu, mal waren die Füße abgeschnitten.

Heute ist es da natürlich einfacher. Egal ob du die Fotos mit dem Handy oder einer teuren Spiegelreflex-Kamera knipst, du kannst direkt vor Ort schauen, ob das Bild in etwa deinen Ansprüchen genügt. Bewegt sich das Motiv nicht, hast du die Möglichkeit nachzubessern.

Trotzdem kann es sein, dass du am Ende des Tages mit der Ausbeute unzufrieden bist. Immer noch sind einige Aufnahmen zu dunkel oder unscharf, fremde Personen befinden sich auf dem Foto und die Farben weichen zu stark ab.

 

Doch es gibt viele Wege zu besseren Fotos:

1.) Die richtige Kamera-Ausrüstung für deine Reisen
2.) Lerne besser zu fotografieren!
3.) Benutze ein Bildbearbeitungsprogramm!

 

1.) Die richtige Ausrüstung für deine Reisen

Über Fotoequipment lassen sich ganze Bücher schreiben. Grundsätzlich sind folgende Fragen für dich ausschlaggebend:

  • Was ist dir bei deinen Fotos besonders wichtig?
  • Welche Anforderungen hast du an Gewicht und Größe des Equipments?
  • Welche Erfahrung hast du im Umgang mit Kameras?
  • Wie wichtig ist die Video-Funktion?
  • Wie viel Geld möchtest du investieren?

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In meiner Packliste verrate ich dir, welche Kameras ich benutze. Wenn du dir aber noch nicht sicher bist, was für eine Art von Kamera überhaupt die richtige für dich ist, dann empfehle ich dir folgende Tipps von anderen Reisebloggern:

 

2.) Lerne besser zu fotografieren!

Du fragst dich, warum sich alle Bilder, die du nach Einsetzen der Dämmerung gemacht hast, eigentlich nur für den Papierkorb eignen? Du hast keine Ahnung, was es mit ISO auf sich hat? Du hast noch nie die Belichtungszeit manuell eingestellt? Und was ist überhaupt eine Blende?

Bis du ein richtig guter Fotograf bist, ist es ein weiter Weg. Aber bereits mit ein wenig Grundwissen kannst du deine Fähigkeiten in kurzer Zeit deutlich verbessern. Nimm die Kamera und geh damit an zwei Wochenenden in den Park. Probier in Ruhe Motive und Einstellungen aus, und ich bin sicher, dass die nächsten Reisefotos erkennbar besser werden.

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Um dein Können auszubauen, hast du verschiedene Optionen. Neben den kostenpflichtigen Varianten wie ein Fotokurs oder der Kauf eines entsprechenden Buches findest du im Internet jede Menge kostenlose Anleitungen. Einige der Besten habe ich hier zusammengestellt:

 

3.) Benutze ein Bildbearbeitungsprogramm!

Um deinen Aufnahmen den letzten Schliff zu verpassen, solltest du dir Software zu Bearbeitung von Fotos zulegen. Damit kannst du zum Beispiel:

  • Bilder in andere Formate konvertieren
  • Bilder beschneiden oder skalieren
  • die Auflösung verändern
  • Bilder drehen oder spiegeln
  • Farben und Tonwerte korrigieren
  • Bilder schärfen
  • Helligkeiten und Kontrast ändern

Das Angebot an Bildbearbeitungsprogrammen ist groß, daher solltest du dir zuerst einen Überblick verschaffen, welche Funktionen du wirklich benötigst.

 

Hier ein paar ausgewählte Programme:

Der Platzhirsch: Photoshop

Das Maß aller Dinge im Hinblick auf digitale Bildbearbeitung ist und bleibt Adobe Photoshop. Fast alle Profis, die beruflich mit dem Thema zu tun haben, nutzen das Programm. Und daran wird sich wohl auch auf absehbare Zeit nichts ändern. Allerdings ist diese Software recht teuer und mittlerweile nur noch als Monatsabo (ab 11,85 Euro) im Rahmen der Creative Cloud erhältlich. Zudem ist sie nicht unbedingt etwas für Anfänger. Der Umfang der Funktionen ist so gewaltig, dass du dich zu Beginn schnell überfordert fühlen kannst. Darüber hinaus nutzt du bei der Bearbeitung deiner Urlaubsschnappschüsse wahrscheinlich nur einen Bruchteil davon.

 

Die günstige Alternative für Hobbyfotografen: Photoshop Elements

Wenn dir die Vollversion von Photoshop zu teuer ist, bist du auch mit der Elements-Version gut versorgt. Ich nutze sie bereits seit mehr als drei Jahren. Alle wichtigen Standard-Funktionen kannst du auch mit dieser Version ausführen. Dabei bieten sich dir Optionen wie die „intelligente Auto-Korrektur“ und die automatische Verarbeitung von mehreren Dateien nach derselben Vorgabe.

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Bilder bearbeiten und verwalten: Adobe Lightroom

Die meisten Fotografen nutzen die Software Lightroom zum Verwalten ihrer Bilder. Arbeitsabläufe lassen sich so perfekt organisieren. Mit dem Programm kannst du auch schon eine ganze Reihe Verbesserungen an den Fotos vornehmen. Lediglich aufwendige Arbeiten wie Montagen, Nutzung von Ebenen etc. sind nicht möglich. Viele Fotografen verwenden die Software daher in Kombination mit Photoshop oder Photoshop Elements. Lightroom ist etwas für dich, wenn du richtig große Menge an Bildern produzierst.

 

Gut zum Verwalten deiner Fotos: ACDSee

Lange Jahre habe ich das Programm ACDSee genutzt. Auch hiermit kannst du die wichtigsten Änderungen an deinen Bildern vornehmen. Zudem eignet sich die Software, um deine Fotos zu verwalten. So kannst du mehrere Dateien gleichzeitig umbenennen oder bearbeiten. Zudem ist es möglich, den Bildern Bewertungen, Kategorien, Schlagwörter oder Orte hinzuzufügen. Ein weiterer Vorteil: Die Software verbraucht vergleichsweise wenig Speicher und ist sehr einfach zu bedienen. Du hast übrigens auch einen Online-Ordner, mit dem du von unterwegs auf ausgewählte Bilder zugreifen kannst.

 

Kostenfreie Alternativen

Bereits seit 20 Jahren gibt es das Bildbearbeitungsprogramm GIMP. Die Open-Source-Software bietet umfangreiche Funktionen, benötigt jedoch einige Einarbeitungszeit, da die Bedienung gewöhnungsbedürftig ist. Trotzdem eines der besten kostenfreien Programme. Es gibt viele Tutorials und Foren, die bei Fragen helfen.

Weniger umfangreich dafür für Einsteiger einfacher ist Photoscape, das intuitiv zu bedienen ist, und mit dem du deine Bilder auch verwalten kannst.

Weitere Optionen für Einsteiger sind zum Beispiel IrfanView, Paint.NET und die Google-Software Picasa.

 

Welche Bildbearbeitungssoftware benutzt du?

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 13. Januar 2015. Zuletzt aktualisiert am 12. September 2016.

Kommentare (7)

  1. Ein super Beitrag, welcher die wichtigsten Eckdaten für ein tolles Urlaubsbild zusammen fast.

    Ganz herzlichen Dank auch für das Verlinken! 😉

    LG Thomas

  2. Dieser Beitrag kommt genau zur rechten zeit für mich. Bisher habe ich die bilder für meinen Blog mit dem Handy gemacht (shame on me). Ich habe aber eine Nikon D40. War nur zu faul diese zu benutzen. Dank deinem Beitrag und meinen Plänen ändert sich das nun. Vielen dank für die guten links.

    • Dann viel Erfolg bei deiner nächsten Reise! 🙂

    • Der Punkt im RAW Format zu Fotografieren kann ich unterstützen. Wir fotografieren immer im RAW-Format und „entwickeln“ die Bilder danach in Lightroom.
      Ich bin der Meinung die 10€ im Monat für Photoshop und Lightroom lohnen sich häufig mehr, als eine gute Kamera.

  3. Hi Stefan,

    ich kann hier noch ergänzend zu Punkt 3 den Tipp geben, dass man (sofern es die Kamera zulässt) immer zusätzlich RAWs schießen sollte und diese dann anschließend bearbeitet, statt der JPEGs. Ob man das nun mit Photoshop oder anderer Software macht, ist natürlich auch Budget- und/oder Geschmacksache.

    Die RAW-Dateien nehmen zwar sehr viel mehr Speicherplatz in Anspruch, aber ich finde es lohnt sich! Wir machen das immer so und mit etwas Übung und Wissen über Fotografie, Farben und die jeweilige Software kann man dadurch noch extrem viel rausholen, gerade auch bei Strandfotos.

    Bei einigen Motiven hingegen bringt es kaum etwas. Das ist aber alles Erfahrungssache – irgendwann weiß man, ob es sich lohnt das jeweilige Fotos aus dem RAW zu entwickeln, oder ob man sich lieber die Zeit spart und einfach das JPG nimmt.

    Ich kann abschließend jedem empfehlen, sich mal etwas damit zu beschäftigen 😉

    Viele Grüße
    Marcel

    • Hi Marcel,

      Danke für den Tipp. Das mit den RAW-Dateien nehme ich mir auch immer vor.
      Beim nächsten Mal ganz bestimmt. 😉

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