7 Tipps für deine Reise nach Hanoi

Viele Vietnam-Besucher zieht es zu den Hotspots im Süden. Doch der Norden des Landes hat einiges zu bieten. Und auch ein Abstecher in die lebendige Hauptstadt Hanoi lohnt sich. Hier die ultimativen Tipps.

Hanoi ist vielleicht nicht so modern wie die Ho Chi Minh City, für mich gehört die Stadt jedoch in jedem Fall zu den schönsten Zielen in Vietnam. Gerade die vielen alten Häuser und engen Straßen tragen für mich zum besonderen Charme bei.

Daher solltest du ein paar Tage in der Stadt einplanen, bevor es von hier weiter zu anderen Zielen wie Sapa, der Halong Bucht oder nach Hue geht.

Nachfolgend findest du Ideen und Tipps für ein paar schöne Tage.

 

Hanoi: Tipps zu  Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

 

1.) Spaziergang durch die Altstadt

Der historische Stadtkern ist ein Geflecht aus schmalen Straßen und engen Gassen, durch die sich täglich ein nicht enden wollender Strom von Mopeds und Autos quält. Den Rahmen bilden unzählige kleine Geschäfte und Verkaufsstände. Wenn man den Pulsschlag der Metropole irgendwo spüren kann – dann hier. Einkaufen, essen, Atmosphäre schnuppern. Der erste Spaziergang wird sicher nicht langweilig.

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Enge Straßen, viel Verkehr – die Altstadt von Hanoi

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Besonders einprägsam sind die sogenannten Röhrenhäuser, die es hier, aber auch überall sonst in Vietnam gibt. Viele dieser Bauwerke sind zur Straße hin nur zwei bis drei Meter breit, dafür nach hinten aber 50 bis 60 Meter lang. Das liegt daran, dass die Steuern früher anhand der Größe der Ladenfront berechnet wurden. Die Bauweise ähnelt einander: vorne ein Ladenlokal, dahinter Werkstätten und danach dann die Wohnbereiche.

Hanois Altstadt wird bisweilen als goldener Slum bezeichnet. Die Grundstückspreise steigen rasant, trotzdem ist das Leben hier alles andere als angenehmen. Einem Haushalt mit durchschnittlich zehn Personen stehen etwa 21 m² zur Verfügung, wobei die Toilette meist noch mit den Nachbarn geteilt werden muss. Hinzu kommen Abwasserprobleme, Lärm und Luftverschmutzung.

Für ein paar Tage kann man es hier jedoch gut aushalten.

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Katzenfotos sind gut für die Besucherzahlen. 😉

 

2.) essen!

In Hanoi wirst du satt. Unzählige Restaurants bieten eine breite Palette an vietnamesischen und internationalen Speisen. Da ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei.

Zu den Highlights gehören besonders die vielen Garküchen und die einfachen Restaurants. Die Straßenstände mit ihren sehr günstigen Preisen eignen sich optimal, um mal etwas Unbekanntes auszuprobieren. Nur Mut!

Einen Überblick kannst du dir auch verschaffen, indem du dich zum Beispiel für eine Streetfood-Tour* anmeldest.

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Fresh Springrolls

 

3.) Dem Straßenverkehr zusehen

Für ungeübte Europäer ist es jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer, die großen Straßen Hanois zu überqueren. Wer anfangs noch glaubt, in der fließenden Blechlawine würde sich schon noch eine Lücke auftun, wird in den nächsten Minuten eines Besseren belehrt. Wer auf eine gute Gelegenheit wartet, wird man manche Straße wahrscheinlich nie überqueren können. Daher lautet die einfach Formel: Einfach losgehen und in gemäßigtem aber gleichmäßigem Tempo zur anderen Seite laufen. Und niemals stehen bleiben!

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Jeder wie er will.

Erstaunlicherweise klappt das sogar, denn alle Motorräder und Autos weichen aus. Bleibt jedoch jemand mitten auf der Straße stehen, weiß niemand mehr, wie er fahren soll. So funktioniert der Verkehr hier. Trotzdem macht sich jedes Mal ein Gefühl der Erleichterung breit, vielleicht ist auch ein wenig Stolz dabei, wenn man auf der anderen Seite steht.

Der Straßenverkehr gehört zu den unausgesprochenen Highlights in Hanoi. Wirklich alles Vorstellbare wird auf Motorrädern transportiert: Einkäufe, Möbel, Tiere, Baumaterial und natürlich jede Menge Menschen. Vier Personen auf einem kleinen Moped sind keine Seltenheit. Und wenn es sein muss, kommt auch noch der Hund vorne auf den Tank.

Das folgende Video zeigt eindrucksvoll die Dimensionen des Straßenverkehrs in Hanoi:

Daher such dir eine Kneipe mit „Street-View“ und bestaune mit einem Kaffee oder Bier Vietnams alltäglichen Wahnsinn.

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Kein anderes Bild am Abend

 

4.) Bier trinken!

Wo wir gerade beim Bier sind… Am späten Nachmittag werden an vielen Straßenecken ein paar kleine Tische und Hocker auf den Gehweg gestellt – und fertig ist die Bar. Von nun an wird Bia Hoi ausgeschenkt. Dabei handelt es sich um ein am selben Tag gebrautes Bier, das maximal 24 Stunden haltbar ist und frisch gezapft serviert wird. Meist so lange, bis es aufgebraucht ist. Danach gibt es bis zum nächsten Tag nur noch Flaschenbier.

Das Bia Hoi schmeckt gut und kostet für unsere Verhältnisse fast nichts. Ein Glas mit ca. 0,3 Litern ist für gerade einmal 5.000 Dong erhältlich. Das klingt viel, ist es aber nicht. Für einen Euro gibt es knapp 30.000 Dong. Oder halt sechs Bier. Du siehst, Bier trinken gehört definitiv zu den lohnenswerten Aktivitäten in Hanoi.

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Zwei Bia Hoi mit Erdnüssen

In geselliger Atmosphäre entstehen leicht Gespräche mit Einheimischen oder anderen Touristen. Essen wird herumgereicht und einander zugeprostet. Alle paar Minuten kommt jemand vorbei und bietet Snacks zum Kauf an. Maiskolben, Frühlingsrollen, Erdnüsse, Suppe, Nudeln und jede Menge Gerichte, die nur schwer zu definieren sind.

Wenn du erst mal sitzt und das kalte Bier vor dir steht, fällt es schwer, sich wieder aufzuraffen und weiter zu gehen. Und das liegt nicht nur an den niedrigen Hockern.

Die Rezeptur des Bieres haben übrigens tschechische Arbeiter vor vielen Jahren ins Land gebracht. Danke dafür!

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Der Nachschub kommt mit dem Motorrad

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5.) Onkel Ho besuchen

Ho Chi Minh ist unbestritten die Symbolfigur des Vietnamkriegs. Für viele Menschen hier gilt er als Vater der Nation, dem es gelang, das in Nord und Süd geteilte Land wieder zu vereinen.

Nach seinem Tod startete die vietnamesische Führung einen Personenkult um Onkel Ho. Die Stadt Saigon erhielt den neuen Namen Ho-Chi-Minh-City und in Hanoi wurde ein Mausoleum errichtet, in dem der einbalsamierte Leichnam aufgebahrt ist. Übrigens gegen seinen Willen, denn Ho Chi Minh wollte nach seinem Tod verbrannt werden. Es war sein Wunsch, dass die Asche in Nord-, Mittel- und Südvietnam beerdigt wird.

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Doch das Volk will ihn auch heute, mehr als 40 Jahre nach seinem Tod, immer noch sehen. Täglich kommen Tausende. Vor dem Eingang bildet sich über Stunden eine schier endlose Schlange. Es kostet bereits einige Zeit, deren Ende zu finden. Und dann geht es nur noch im Gänsemarsch voran.

Das Anstehen ist das eigentlich Interessante. Man spürt die Aufregung der Menschen. Viele der Vietnamesen sind von weit her angereist. Für sie ist es heute ein besonderer Tag.

Da viele aus kleinen Orten kommen, sind die wenigen westlichen Touristen so etwas wie das Event im Event. Das bedeutet: Hände schütteln, für Fotos bereitstehen und strahlenden Kindern zuwinken.

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Sonnenschutz für die Schlange

Die Atmosphäre ist offen und freundlich. Und es sind auffallend viele junge Menschen in der Schlange. Das ist Vietnam heute, nach einem Jahrhundert voller Kriege. Zwei Drittel der Menschen hier sind jünger als 30, über 50 Prozent der Bevölkerung ist unter 15 Jahren alt.

Irgendwann, nach viel Zeit in der Warteschlange, geht es in Mausoleum. Zahlreiche Sicherheitsbeamte im eiskalten Gebäude sorgen dafür, dass alle schnell am Leichnam Ho Chi Minhs vorbeigehen. Es soll bloß keiner stehen bleiben, draußen warten ja noch ein paar Tausend, die auch reinwollen.

Es ist seltsam, diesen gut erhaltenen Leichnam zu sehen. Ho Chi Minh ist ja immerhin schon mehr als vier Jahrzehnte tot. Viele der Vietnamesen, vor allem die Älteren, sind sehr ergriffen bei seinem Anblick. Mag es in der geschichtlichen Bewertung von Onkel Ho auch unterschiedliche Meinungen geben, für diese Menschen hat er den Sieg und damit letztendlich auch den Frieden gebracht.

Rund um das Gebäude gibt es noch einige weitere Sehenswürdigkeiten. Zun Beispiel das Ho Chi Minh-Museum und den Ba Ding-Platz, auf dem Ho Chi Minh 1945 die Unabhängigkeitserklärung verlesen hat.

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Drei Monate im Jahr ist das Mausoleum übrigens geschlossen, da der Leichnam zum Einbalsamieren nach Russland gebracht wird. Das ist meist von Mitte September bis Dezember der Fall.

 

6.) Um den Hoan Kiem-See laufen

Zur Erholung bietet sich ein Spaziergang am zentral gelegene Hoan Kiem-See an. Wie um so vieles in diesem Land rankt um das Gewässer eine Legende. Le Lok, ein vietnamesischer Volksheld, kämpfte vor einigen Hundert Jahren sehr erfolgreich gegen die Chinesen. Das Schwert, das er bei den Schlachten bei sich trug, soll ihm beim Fischen im See ins Netz geraten sein. Als er dann Jahre später zu dem Ort zurückkam, entstieg dem Wasser eine riesige Schildkröte, die das Schwert wieder an sich nahm.

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Soweit die Legende. Tatsächlich soll im See noch heute eine große Schildkröte leben. Ein ähnliches Exemplar, das 1968 im See gefunden, anschließend konserviert und ausgestellt wurde, ist über zwei Meter lang. Im Jadeberg-Tempel, der auf einer kleinen Insel liegt, kann das angeblich 400 Jahre alte Tier aus der seltenen Gattung der Weichpanzer-Schildkröten bewundert werden.

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Die Schildkröte aus dem Hoan Kiem See.

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Der See gehört nicht nur für Touristen zu den Sehenswürdigkeiten. Viele Vietnamesen kommen abends zum Spazieren an den Hoan Kiem-See. Auch bei jungen Pärchen ist der Ort sehr beliebt.

 

7.) Rund um den Literaturtempel entspannen

Südostasien hat ein schier endloses Tempel-Angebot. Um eine Überdosis zu vermeiden, sollte man sich die schönsten raussuchen.

Der Literaturtempel Van Mieu gehört definitiv zu den empfehlenswerten Anlagen. Das liegt nicht nur an den Bauwerken und Figuren, sondern auch an der grünen Gartenanlage, die rundherum entstanden ist. Hier kann man sich vom Trubel der Metropole erholen und von der Stimmung vor Ort einfangen lassen.

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Weitere Tipps für Hanoi

 

Anreise nach Hanoi: So kommst du hin!

Selbstverständlich hat die Hauptstadt Vietnams einen internationalen Flughafen.

Inlandsflüge in Vietnam bekommst du schon ab 20,- Euro. Zudem gibt es Flüge in viele südostasiatische Nachbarländer, zum Beispiel nach Kuala Lumpur, Phom Penh oder Bangkok. Die besten Flugsuchmaschinen für Vietnam sind meines Erachtens Skyscanner* und Momondo*.

Inerhalb des Landes bist du auch gut mit dem Zug unterwegs. Es u.a. Verbindungen von:

Du kannst sogar bis nach Ho Chi Minh City fahren, wenn du 30 bis 40 Stunden Zeit hast. Wie Zugtickets für Vietnam online buchen kannst, erkläre ich in meinem Bahn-Artikel. Dort findest du auch umfangreiche Infos zu Fahrplänen, Streckenetz und Wagenklassen.

 

Hotels in Hanoi

Backpacking in Vietnam ist auch deshalb so beliebt, weil es viele günstige Hotels mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis gibt. Auch Hanoi verfügt über ein gutes Angebot an Unterkünften in jeder Preisklasse.

Zu den besten Hotelsuchmaschinen für Vietnam gehören Agoda* und Booking*.

Also aussuchen, einchecken, auspacken und ab ins Getümmel!

 

Ausflüge und Touren

Inzwischen kannst du viele interessante Touren in Hanoi online buchen*. Dazu gehören sowohl Tempel-Touren und Streetfood-Führungen als auch Ausflüge nach Sapa oder in die Halong-Bucht.

 

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Alles Wissenswerte für deine Reise findest du in meinem eBook „Faszination Vietnam. Nützliche Tipps für Backpacker und Individualreisende“.

 

Wie lauten deine Tipps für Hanoi?


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Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 11. Juni 2013. Zuletzt aktualisiert am 24. Oktober 2016.

Kommentare (2)

  1. Toller Artikel, vielen Dank! Werden in den nächsten Wochen nach Vietnam fahren und sicher das ein oder andere beherzigen. Schön geschrieben. Macht richtig Lust!

  2. Hej Stefan, ich war auch gerade in Hanoi. Jetzt verstehe ich auch, warum das Ho-Chi-Minh Mausoleum geschlossen war… Schade! Oder ein weiterer Grund wieder zu kommen!

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