Hoi An: Vietnams Freiluft-Shopping-Mall

Die Altstadt Hoi Ans mit ihren engen Gassen und kleinen Läden gehört zu den beliebtesten Touristenzielen im Land. Doch lohnt sich der Besuch wirklich? Hier mein Reisebericht mit Tipps und Infos.

Nach meinem Aufenthalt in Hue und der Tagestour in die Entmilitarisierte Zone (DMZ) fahre ich mit dem Bus weiter Richtung Süden nach Hoi An.

Früher haben sich die Fahrzeuge auf dieser Strecke mühsam in Serpentinen durch die Berge über den so genannten Wolkenpass gequält, heute verkürzt ein langer Tunnel die Fahrt erheblich.

Allerdings hat der Weg so auch deutlich an Reiz verloren. Trotzdem gibt es unterwegs einiges zu sehen, und ich freue mich auf ein paar ruhige Tage in einem gemütlichen Städtchen.

vietnam_hoi_an_40

 

Hoi An ist ein malerischer kleiner Ort mit vielen alten Bauwerken. Fast der gesamte Ortskern mit seinen Tempeln, Ständehäusern und Pagoden steht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Altstadt ist durchsetzt von kleinen engen Gassen, die Häuser und Brücken sind mit Lampions verziert.

vietnam_hoi_an_japanische_bruecke

vietnam_hoi_an_29

vietnam_hoi_an_20

vietnam_hoi_an_09

 

Besonders abends bieten sich hier schöne Anblicke. Weil Hoi An im Krieg zu unbedeutend war, blieb der Ort weitestgehend verschont. Fast nirgendwo sonst in Vietnam findest du so viele historische Gebäude nebeneinander. Die meisten Straßen der Altstadt werden pro Tag für einige Stunden für den Verkehr gesperrt.

vietnam_hoi_an_12

vietnam_hoi_an_11

vietnam_hoi_an_10

 

Leider ist der Ort inzwischen eine Art Freiluft-Shopping-Mall. Es gibt hunderte Geschäfte, zum größten Teil Schneider, ein paar Souvenirläden und eine ordentliche Anzahl an Restaurants und Bars. In den engen Gassen wimmelt es von Touristen, die sich Anzüge, Jacken, Hosen und Hemden maßschneidern lassen.

Das ist irgendwie ein wenig schade. Zumindest habe ich mir Hoi An anders vorgestellt. Ja, die Häuser und Gassen sind wunderschön, die Lampions schaffen eine romantische Stimmung und in den hippen Cafés fällt es leicht, beim Lesen die Zeit zu vergessen. Trotzdem wirkt Hoi An etwas wie ein gut besuchtes Museum mit integrierten Shops.

vietnam_hoi_an_36

vietnam_hoi_an_32

vietnam_hoi_an_18

 

Doch schon am nächsten Tag habe ich mich angesteckt und verfalle ebenfalls diesem Kaufrausch. Auslöser sind die vielen schönen Jacken, die in den Geschäften hängen. Eigentlich wollen wir nur schauen, dann bestellen wir dieses und jenes und am Ende des Tages haben wir drei Übergangsjacken, eine Winterjacke, vier Hosen, vier Hemden, einen Rock und zwei Pullover in Auftrag gegeben. So kann es gehen.

Den darauf folgenden Tag verbringen wir in kleinen Cafés am Fluss. Aus zwei Gründen: Einerseits um der drückenden Hitze zu entgehen, mittlerweile erreicht das Thermometer fast 40 Grad. Andererseits um nicht noch mehr zu kaufen. Denn neben den vielen Kleidungsstücken sind am Vorabend auch noch einige bunte Lampions hinzugekommen. Die waren so günstig, da konnte man nicht nein sagen.

vietnam_hoi_an_24

 

Am späten Nachmittag geht es dann zur Anprobe. Viele Sachen passen schon perfekt, einige müssen noch nachgebessert werden. Als dann am nächsten Tag alles unseren Wünschen entspricht, bringen wir die Einkäufe ins Hotel und sitzen dort mit großen Augen zwischen einem Berg aus Plastiktüten. Wie sollen wir das alles nur hier wegbekommen?

Auf dem Markt kaufen wir uns eine riesige „Asiatentasche“. So nennen wir diese Dinger – rechteckig, vom Material her wie eine Zeltplane, mit Reisverschluss. In Vietnam sieht man sie überall, häufig anstelle von Koffern. Hier bekommen wir sämtliche Einkäufe rein.

Zwar ist jetzt alles verstaut, trotzdem haben wir einen Riesenturm mit Gepäck, den wir bis Bangkok mitschleppen müssen, da wir aus Vietnam nichts zurückschicken wollen. Ob das klappt?

Die erste Bewährungsprobe steht noch am selben Tag an. Die Weiterfahrt nach Ho Chi Minh City (Saigon). Ein Taxi bringt uns zum Bahnhof in der nahegelegenen Stadt Da Nang. Der Fahrer grinst, als er unseren Gepäckberg sieht. Schnell ist jedoch alles verladen und über dunkle Straßen verlassen wir abends um 20 Uhr Hoi An. Vor uns liegt eine 17-stündige Zugfahrt. Und draußen sind es immer noch 34 Grad.

 

Fazit Hoi An:

Ja, wie war es denn nun? In jedem Fall hatte ich eine schöne Zeit während meiner Tage in Hoi An. Viele nette Leute, eine entspannte Stimmung in den Bars und Cafés. Aber hatte ich mir das alles so vorgestellt? Als ich im Taxi saß, sagte ich als Fazit: „Es war schön hier.“ Aber wäre ich auch gekommen, wenn ich gewusst hätte, wie es hier wird? Ehrlich gesagt, ich bin mir nicht sicher.

vietnam_hoi_an_13

 

Tipps für Hoi An:

Hoi An: Sammelticket

Das Betreten der Altstadt ist kostenfrei. Lediglich für einige Tempel, Ständehäuser und Museen wird Eintritt verlangt. Es gibt bei der Touristeninformation Sammeltickets für etwa 120.000 Dong (ca. 4,65 Euro), mit denen du dir fünf Sehenswürdigkeiten anschauen kannst.

vietnam_hoi_an_23

vietnam_hoi_an_22

 

Hoi An: Anreise/Flughafen

Der internationale Flughafen von Da Nang liegt etwa 30 Kilometer nördlich von Hoi An. Ich habe Informationen über Inlandsflüge in Vietnam sowie Flüge von Vietnam in die südostasiatischen Nachbarländer zusammengestellt. Günstig Flüge findest du zum Beispiel bei Skyscanner* und Momondo*. Hier weitere Tipps, wie du bei Flugbuchungen Geld sparen kannst.

Der nächste Bahnhof ist ebenfalls in Da Nang. Von hier gibt es mehrmals täglich Verbindungen, zum Beispiel in den Norden nach Hue (3-4 Stunden) und Hanoi (15-20 Stunden) sowie in den Süden nach Nha Trang (9-12 Stunden) oder Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon/16-20 Stunden).

Bahnverbindungen anzeigen:

 

Hier kannst du nach weiteren Verbindungen suchen*:

 

Open-Tour-Busse halten zum Teil direkt in Hoi An. Infos hierzu gibt es bei den jeweiligen Veranstaltern. Verbindungen und Tickets findest du ebenfalls über die Suchmaske.

 

Hoi An: Hotels und Unterkünfte

Es gibt unfassbar viele Hotels rund um den Ortskern von Hoi An. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist meist gut. In der Regel ist es nicht nötig, Zimmer vorab zu reservieren. Ob es rund um das Laternenfestival knapp wird, kann ich nicht sagen. Wenn du mit Vorabreservierung entspannter reisen kannst, empfehle ich dir Agoda* oder Booking*. Die beiden haben für Südostasien meist die besten Preise.

Bei meinem Aufenthalt übernachtete ich im sehr schönen Vinh Hung II*. Die Zimmer dort waren groß und sauber, es gab einen kleinen Swimming-Pool, gutes Frühstücksbuffet und sehr freundliches Personal. Preis ca. 30,- Euro die Nacht.

vietnam_hoi_an_vinh_hung_II_3

vietnam_hoi_an_vinh_hung_II_2

 

Hoi An: Essen und Trinken

Es gibt ein großes Angebot an Bars, Cafés und Restaurants in Hoi An. Ich habe dort jedes Mal sehr gut gegessen. Zudem gibt es in einigen Läden leckeres frisch gebrautes Bier zu unschlagbar günstigen Preisen.

vietnam_hoi_an_fresh_beer

vietnam_hoi_an_14

 

Hoi An: Schneider

Gerne würde ich dir einen Tipp geben, wo du am besten deine Sachen machen lässt. Aber jetzt – mit ein wenig Abstand zu meinem Besuch in Hoi An – muss ich feststellen, dass die Qualität der Waren sehr unterschiedlich ist. Während ich die Jacken immer noch trage, verloren die Hemden schon nach kurzer Zeit ihre Form. Und auch bei den Hosen lösten sich Nähte oder bildeten sich Risse.

In jedem Fall nicht zwanghaft nach dem günstigsten Preis suchen. Qualität ist immer etwas teuer. Zudem solltest du dir nur Sachen schneidern lassen, wenn du noch mindestens zwei Tage Zeit hast. Zwar wird dir garantiert versprochen, alles im Notfall am selben Tag fertigzumachen – oder es dir gar ins Hotel zu bringen – jedoch leidet darunter auch die Sorgfalt. Zudem ist es normal, dass Kleidungsstücke ein- bis zweimal nachgebessert werden müssen. Und die Zeit dafür solltest du einplanen.

 

Hoi An: Strand und Ausflüge

Beliebt sind Ausflüge zum weitläufigen Cua Dai Beach, der etwa vier Kilometer von Hoi An entfernt liegt und mit dem Fahrrad erreichbar ist. Noch vor wenigen Jahren gab es hier kaum Unterkünfte, inzwischen gibt es eine ganze Reihe (vor allem hochpreisige) Hotels. Etwas weiter nördlich befindet sich der schöne An Bang Beach.

Etwa 10 Kilometer vor der Küste liegen die Cham-Inseln. Hier kann getaucht werden. Auch Schnorcheltouren sind möglich. Die beste Zeit hierfür ist von April bis September.

Ein beliebtes Ausflugsziel ist die 50 Kilometer südlich von Hoi An gelegene Tempelstadt My Son. Zwar wurden große Teile der Anlage durch amerikanische Luftangriffe zerstört. Der Wiederaufbau hat jedoch begonnen und die UNESCO hat den Tempelkomplex zum Weltkulturerbe erklärt.

Einige Aktivitäten wie Laternenworkshops, Kochkurse, Schifffahrten oder Radtouren lassen sich auch online buchen*.

 

Hoi An: Lichtfest/Lampionfest

Sehr beliebt ist das Laternenfestival, das jeden Monat zu Vollmond stattfindet. Dann werden Straßen und Boote mit bunten Lampions geschmückt. In den engen Gassen wird Essen verkauft und Musik gespielt.

vietnam_hoi_an_28

vietnam_hoi_an_26

vietnam_hoi_an_25

 

Hoi An: Wetter, Klima und beste Reisezeit

Vor allem zwischen September und Januar regnet es viel in Hoi An. Als beste Reisezeit gelten die Monate März bis August. In dieser Zeit ist jedoch auch sehr heiß und die Temperaturen klettern ab April zum Teil deutlich über 30 Grad.

vietnam_hoi_an_35

Weitere Tipps zu Vietnam

vietnam_hoi_an_31

vietnam_hoi_an_27

vietnam_hoi_an_30

vietnam_hoi_an_21

vietnam_hoi_an_17

vietnam_hoi_an_06

vietnam_hoi_an_05

vietnam_hoi_an_04

vietnam_hoi_an_03

vietnam_hoi_an_02

vietnam_hoi_an_01


*=Affiliate-Links

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

Hat dir der Artikel gefallen?
Dann abonniere jetzt meinen kostenlosen Newsletter! So erhältst du ab sofort regelmäßig nützliche Tipps und Infos zu den schönsten Zielen in Südostasien. Kein Spam!

Veröffentlicht von Stefan Diener am 8. Januar 2015. Zuletzt aktualisiert am 30. Mai 2016.

Kommentare (4)

  1. Sehr schöner Bericht. Mir ging es wie dir. Eigentlich war es schön, aber ich hatte es mir ganz anders vorgestellt.

  2. Danke für den Link zu unserem Blog! Am Strand und in der Umgebung von Hoi An wart ihr offenbar gar nicht? Das ist schade, denn nach meinem Eindruck wurde die Stadt erst dann richtig schön, nachdem man eine Weile da war und abseits der touristischen Innenstadt herumgekommen ist.
    Hoi An gehört für uns zu den schönsten Erinnerungen an Vietnam. Liegt vielleicht auch daran, dass wir uns dort nichts schneidern lassen haben? 😉

    LG
    Jenny

    • Hi Jenny,

      ja, vielleicht hast du Recht. Einfach den Shopping-Kram links liegen lassen und den Rest genießen. 🙂
      Wir kamen damals gerade aus Malaysia und von den Philippinen und hatten – nachdem wir wochenlang an schönen Stränden relaxt haben – in Hoi An keine Lust auf Strand. Klingt rückblickend verrückt. 😉

      Viele Grüße
      Stefan

  3. Mit Freiluft-Shopping-Center hast du Hoi An treffend beschrieben. Ihr habt ja jedenfalls ziemlich grob eingekauft 😉 Aber es stimmt, die Versuchung dort ist gross, zumal es wirklich sehr schöne Sachen gibt.
    Ich fand Hoi An eigentlich ganz schön, romantisch mit den vielen Laternen und gut gegessen habe ich dort auch. Aber irgendwas fehlt. Villeicht der Charakter? Ich habs noch nicht rausgefunden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Faszination Südostasien bei Facebookschliessen
oeffnen