Bangkok: Auf Streifzug durch die Altstadt

Die meisten denken bei Bangkok an Wolkenkratzer und Shoppingmalls, aber das ehemalige Venedig des Ostens hat auch noch eine andere, eine zauberhafte Seite. Impressionen von einem Spaziergang durch die Altstadt.

 

Die Altstadt von Bangkok mit ihren schönen alten Holzhäusern und Handwerksbetrieben gibt dir in der sich sonst immer weiter modernisierenden Stadt einen letzten Einblick in das alte Bangkok.

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Die Altstadt liegt auf der durch Kanäle künstlich angelegten Insel Rattanakosin und erstreckt sich von Wat Po bis zum Phra Sumen nördlich der Khaosan Road und im Osten bis zum Golden Mount.

Dieser Stadtteil von Bangkok ist bis heute gekennzeichnet durch die alten Shophouses und die bedeutendsten Tempel der Stadt, wie etwas Wat Phra Kaeow, Wat Po oder Wat Suthat.

Ich möchte dich auf einen Streifzug durch die versteckten Gassen und zu den kleinen Schönheiten dieser Gegend mitnehmen. Mein Spaziergang dauert circa drei bis vier Stunden – je nachdem, wie viele Tempel du besuchst. Aber natürlich kann auch abgekürzt werden. Ganz bewusst nehme ich Wat Po und den Königspalast raus, denn diese würden definitiv den Rahmen sprengen.

Der Spaziergang beginnt am großen Ratchadamnoen Klang Boulevard, da viele Touristen rund um die berühmte Khaosan Road wohnen.

Diese breite Straße wurde von König Rama V erbaut und als Flaniermeile zwischen Königspalast und Dusit Palast genutzt. Früher wurde sie von Mahagonibäumen gesäumt, die leider bei der Neugestaltung der Straße gefällt wurden. Es geht in Richtung Golden Mount, aber nicht entlang der heute lärmenden Straße, sondern du solltest auf der rechten Straßenseite parallel ins Gassengewirr abtauchen. Hier triffst du auf zahlreiche schön restaurierte Holzhäuser, in denen teils Gästehäuser, Hostels oder Cafés eingezogen sind.

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Wenn du dich tiefer bzw. weiter südlich vorwagst, dann triffst du auf den königlichen Tempel Wat Mahanaparam, der vor allem wegen eines großen heiligen Bodibaumes bekannt ist. Dieser Tempel war auch der Ort für die erste Schule Bangkoks.

Auf Höhe der kreuzenden Thanon Dinso siehst du, wenn du nach links schaust, in der Mitte des großen Boulevards das Democracy Monument. Es wurde 1939 als Zeichen des Übergangs von der Monarchie zur Demokratie erbaut und ist bis heute oftmals der Ort von Demonstrationen. Entweder läufst du von hier weiter entlang der Thanon Ratchadamnoen Klang oder wieder parallel in den schmalen Gassen, in denen du alte Wohnviertel entlang der kleinen Khlongs findest.

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Dann triffst du irgendwann auf die Thanon Mahachai. Entweder kannst du hier nach links zum bereits weithin sichtbaren Höhepunkt – dem Golden Mount abbiegen, oder, wenn du hier bereits warst, gleich zu den beiden Schmuckstücken Wat Theptidaram und Wat Ratchanadda mit dem Loha Prasat, die direkt an der Thanon Mahachai liegen, weiterlaufen.

 

Golden Mount – Wat Saket

Der Golden Mount ist ein künstlich aufgeschütteter Hügel der neben einer teils skurrilen Gestaltung – bestehend aus viel Grün, einem Friedhof und zahlreichen religiösen Darstellungen – auch den Tempel Wat Saket beherbergt. Ein Schmuckstück dieses Tempels ist neben der Aussicht vor allem die kleine aber feine Bibliothek am Fuße des Berges. Mit etwas Glück ist diese geöffnet und du kannst die schönen Wandmalereien und Schriftrollen besichtigen.

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Außerhalb des Tempelgeländes findest du die typischen kleinen Gassen mit einigen Schreinereien, die unter anderem Türen und Dekorationen herstellen.

Jetzt geht es wieder zurück am Fort Mahakan vorbei und über die zauberhafte, aber leider wenig beachtete Phan Fa Lilat Brücke zum Maha Chesdabodin Pavillon mit der Statue von König Rama III. Falls dich auf dem Weg der Hunger überkommt, dann kann ich dir die kleine Garküche gleich rechts nach der Brücke vor dem 7-eleven empfehlen.

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Wat Ratchanadda mit dem Loha Prasat

Auf dem Gelände des Tempels Wat Ratchanadda findest du einen netten Amulettmarkt und eines der außergewöhnlichsten Gebäude Bangkoks – den Loha Prasat. Der Tempel wurde von König Rama III um 1824 zu Ehren seiner Nichte erbaut. Wirklich sehenswert ist aber der 12-türmige Eisenberg in Form einer dreistufigen Pyramide, der die Lehre Buddhas symbolisieren soll. Mit etwas Glück ist er geöffnet und du kannst die kleine aber feine Ausstellung im Inneren besuchen. Über eine steile Wendeltreppe geht es nach oben, von wo aus du einen tollen Blick auf die Umgebung hast.

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Wat Theptidaram

Gleich nebenan liegt der Tempel der Engelstochter, der nur ein paar Jahre nach seinem Nachbarn ebenfalls von König Rama III für seine Tochter erbaut wurde. Er hat durch Umwelteinflüsse stark gelitten und strahlte in den letzten Jahren einen morbiden Charme aus. Nach und nach wurde der Tempel restauriert und die Stuckfassaden und Chedis leuchten jetzt wieder in altem Glanz.

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Baan Bat Community – Monks Bowl Village

Nur einen Steinwurf entfernt, in der Soi Baan Bat (Kreuzung Thanon Bamrung Mueang), werden die letzten handgemachten Almosenschalen hergestellt. Früher war dies ein wichtiges Handwerk, denn jeder Mönch ging morgens mit einer dieser Schalen durch die Straßen, um die Gaben der Gläubigen entgegen zu nehmen. Heute sind die meisten Almosenschalen »made in China« und der Beruf am Aussterben. Umso schöner zu sehen, dass hier in dieser kleinen Gasse immer noch an diesem alten Handwerk festgehalten wird. Wahrscheinlich sind es die letzten ihrer Zunft in ganz Thailand.

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Du kannst den Schmieden beim Biegen und Schlagen des Metalls zusehen und eine der Schalen kaufen, auch wenn du nicht planst, in ein Kloster einzutreten. Es gibt sie in verschiedenen Größen und mit unterschiedlich kunstvollen Verzierungen.

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Vom Monks Bowl Village geht es weiter über die letzte der Rattanakosinbrücken, die unter König Rama V erbaut wurde, auf die Bamrung Mueang Straße in Richtung Wat Suthat. Auf diesem Abschnitt könnte man die Straße auch als Straße der Tempelausstatter bezeichnen. Es ist ein skurriler Anblick mit all den teils riesigen Buddhastatuen, die links und recht auf dem Gehweg auf ihre Reise zu ihrem Bestimmungsort warten.

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Giant Swing

Ein Stück weiter die Straße hinunter kommt ein weiteres skurriles Bauwerk in Sicht – die rote Giant Swing »Sao Ching Cha« ragt hier auf einer Verkehrsinsel in die Höhe. Sie ist über 200 Jahre alt und früher wurden hier tatsächlich Schaukel-Wettkämpfe veranstaltet. Nachdem es aber immer wieder zu teils tödlichen Unfällen kam, wurde die Wettkämpfe unter König Rama VIII eingestellt.

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Wat Suthat

Auf diesem Platz kannst du mit Wat Suthat auch einen der schönsten und bedeutendsten Tempel Bangkoks besuchen. Er wurde unter der Regentschaft von König Rama I Ende des 18. Jahrhunderts erbaut und besticht vor allem durch einen riesigen Viharn (Versammlungshalle) und Ubosot (Gebetshalle).

Die Lage in der damaligen Mitte der Stadt sollte den heiligen Berg Meru symbolisieren und die ganze Anlage des Tempelgeländes folgt einer strengen Symbolik. Der Tempel mit dem königlichen Rang erster Klasse beherbergt außerdem einige sehr wertvolle Buddhastatuen, wie zum Beispiel die 8 Meter hohe aus dem Wat Mahatat in Sukhothai stammende Statue, für die dieser Tempel auch gebaut wurde. Die Wände sind mit sehr schönen Malereien verziert.

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Wenn du und vor allem deine Beine noch nicht müde sind, möchte ich dich zum Abschluss dieses Streifzugs durch Bangkoks Altstadt noch zu einem meiner persönlichen Lieblingstempel entführen.

Folge der Thanon Bamrung Mueang bis zum Khlong Lod und biege dann links in die Thanon Atsadang oder du nimmst die Ti Thong Road nach Süden und biegst dann in Thanon Ratchabophit, die dich direkt zum Tempel führt.

Wenn du noch nicht genug von einer Zeitreise zurück ins alte Bangkok hast, dann solltest du noch einen Blick in die Soi Sukha, die von der Ti Thong abzweigt, werfen. Hier gibt es auch leckeres und absolut authentisches Streetfood.

 

Wat Ratchabophit

Dieser Tempel steht ebenfalls in der ersten königlichen Klasse und hebt sich durch seine wunderschönen fünffarbigen Kachelverzierungen ab.

Den Mittelpunkt bildet ein großer Chedi, in dessen goldener Spitze sich eine Reliquie Buddhas befindet. Umgeben wird er von einer Rundgalerie. Die Fenster des Viharn und auch dieser selbst sind überaus reich und farbenprächtig verziert. Der Ubosot glänzt im Inneren golden in italienischer Gothik. Diese Pracht wird an den Eingangstoren von geschnitzten hölzernen Soldaten bewacht.

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An diesem zauberhaften Tempel endet mein Spaziergang, den ich schon oft gegangen bin und bei dem ich immer wieder Neues entdecke. Aber natürlich gibt es noch viele weitere Gassen, versteckte Tempel und Parks in Bangkoks Altstadt zu erkunden.

 

Text & Fotos: Sabine Geier

Sabine bereist seit 10 Jahren Südostasien – zuerst mit dem Rucksack und später als Reiseleiterin auf dem Mekong und seinen Anrainerstaaten. Vor allem reizt sie der Kontakt zu den Menschen und deren Kultur. Ihre große Liebe sind Laos und Thailand.

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 19. Dezember 2016. Zuletzt aktualisiert am 9. März 2017.

Kommentare1 Kommentar

  1. Vielen Dank auch von meiner Seite! Bei meinen Recherchen lande ich immer wieder auf deiner Seite! Super Tipps mit viel Wissen und Mühen bereitgestellt! Danke dafür! Wirklich toll, dass du deine wertvollen Erfahrungen teilst!

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