12 Stunden Bangkok: ein unvergesslicher Tag in Thailands Hauptstadt

Bangkok bietet eine Reihe von Attraktionen. Doch welche Optionen gibt es abseits der Touristenströme? Gabriele Dünwald hat 17 aufregende Monate in Thailand Hauptstadt gelebt. Hier verrät sie dir ihre Geheimtipps für ein unvergessliches Tagesprogramm.

Gabriele arbeitet als Art-Direktorin für Magazine. Seit ihrer Zeit in Thailand ist sie viel und leidenschaftlich – gern monatelang – durch Asien gereist. Ihr Blog Soiblossom ist Ausdruck ihres subjektiven Blicks auf diese fremde Welt.

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Für ihre Internetseite hat sie alles gesammelt, was ihr in diesen vielen Monaten an Bemerkenswertem über den Weg gelaufen ist. Zum Beispiel mystische Orte, einsame Strände, sensationelle Restaurants und einfache Adressen, die nicht unbedingt in jedem Reiseführer stehen. Das beinhaltet einen Blick auf ein Leben, das jenseits des Mainstreams stattfindet, ausgewählt, fotografiert und beschrieben nach ihren ganz persönlichen Kriterien.

 

Hier sind ihre Tipps für einen tollen Tag in Bangkok:

 

10.00 Uhr

Die Sonne scheint mir ins Gesicht, was ein Wunder, draußen vor dem Fenster meines Hotels wartet Bangkok auf mich.

Ich freue mich auf den Tag, erst mal frühstücken. Da ich ausnahmsweise nicht in meinem liebsten Stadtteil Ari, sondern an der Sukhumvit übernachte, werde ich heute ein, mir noch unbekanntes, Frühstückscafé ausprobieren. Neue, westlich gestylte Cafés wachsen in diesen Tagen wie Pilze aus Bangkoks fruchtbarem Boden. Und dieses ist mir von kulinarisch erfahrenen Freunden empfohlen worden.

Das Gram ist nicht viel mehr als ein schickes kleines Hole in the Wall, wie der Engländer sagt, liegt dafür aber im super-trendy Thonglor und hat auch dementsprechende Preise, aber der Cappuccino ist vom feinsten und mein Pancake mit Äpfeln wird in einer putzigen gusseisernen Mini-Pfanne serviert.

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11.15 Uhr

Sehr zufrieden und nicht mehr hungrig nehme ich mir ein Taxi zum Khlong-Bootanleger Soi Thonglor. Diese schnellen, öffentlichen Boote, nicht zu verwechseln mit denen auf dem Chao Praya Fluss, befahren leider nur noch einen letzten Klong (Kanal) in Bangkok.

Die vielen, vielen anderen Kanäle zuzuschütten, war ein großer Fehler der Stadtregierung, kann man doch auf diesem Weg am besten die immer und ständig auftretenden Monsterstaus elegant umgehen. Ich fahre bis zur Endstation am Golden Mount. Es schaukelt, es spritzt, der Khlong stinkt. Die zum Teil sehr windschiefen Behausungen am dicht bebauten Ufer fliegen an mir vorbei. Das klingt jetzt erstmal nicht nach großem Spaß, ist es aber.

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12.35 Uhr

Von der Pan Fah Bridge laufe ich zur Giant Swing. Direkt vor der gigantisch hohen, roten Schaukel liegt einer der schönsten Tempel der Stadt, der Wat Suthat, berühmt für seine wunderschönen Wandmalereien. Auf dunklem Untergrund leuchten hunderte fein gezeichneter Gestalten, epische Geschichten wurden bis unter den Dachfirst des eleganten Gebäudes gemalt, indem ein großer, gütig blickender, goldener Buddha fast den gesamten Raum einnimmt.

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Nach einer Umrundung des Viharn entlang der schattigen Kolonnaden verlasse ich das Tempelgelände in der Mittagshitze. Ich bummle noch ein wenig durch dieses spannende Viertel, das bekannt ist für seine Tempel-Devotionalien-Geschäfte. Sowie bei uns Schuhe in Schaufenstern stehen, funkeln mir aus unzähligen Ladenlokalen in Folie gewickelte Buddhafiguren entgegen, die auf Käufer warten.

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14.15 Uhr

Der Weg führt mich ins Krua Apsorn zu einem traditionellen Thai Lunch. Sogenannte Big Hair Ladys bevölkern diesen sehr unspektakulär eingerichteten, aber nichtsdestotrotz berühmten Laden. Big Hair Ladies werden in Thai wohlhabende ältere Damen genannt, die durch pechschwarz gefärbte Haare in voluminösen Formen auffallen. Dazu werden gerne mit Strass verzierte riesige Sonnenbrillen getragen.

Das Menü im Krua Apsorn ist klein, aber das Essen ist exzellent. Mein Reisegefährte und ich teilen uns eine Portion Miang Kam, Betelblätter, die mit köstlichen Kleinigkeiten gefüllt werden und ein Curry mit Krebsfleisch.

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15.20 Uhr

Eigentlich bin ich sehr satt, aber ein winziges Dessert würde noch gehen, schräg gegenüber vom Rathaus liegt der Toastladen Mont.

Toast? Genau Toast! Die Thais lieben Toastwürfel mit verschiedenen Aufstrichen, wie Taro, Kokosnuss oder Kürbismus. Mein Favorit ist Toast mit Erdnussbutter und dazu trinke ich einen frischen Zitronensaft mit Salz.

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16.10 Uhr

Jetzt brauche ich aber dringend einen Verdauungsspaziergang. Er führt mich in Richtung Chao Praya, zum Anleger des Orange-Flag Bootes an der Phra Artit Road. Und weil das Licht so schön ist und die Stimmung so friedlich, setze ich mich noch etwas in den kleinen Park am Fort. Mit Blick aufs Wasser schaue ich den zotteligen Backpackern beim Yoga zu.

17.50 Uhr

Mit dem Orange-Flag Boot den Fluss entlang zu fahren, ist für mich auch nach dem 100. Mal immer noch ein Glückserlebnis erster Klasse. Am Anleger Ratchawong verlasse ich dieses grandiose und immer zuverlässige Verkehrsmittel und laufe in Richtung Yaowarat.

Die Yaowarat Road ist das heftig pulsierende Herz von Chinatown. Der absolut wahnsinnige Verkehr macht es dem Besucher nicht gerade einfach, aber der Spaß ist es in jedem Fall wert.

Mittlerweile ist es dunkel und Hunderte von Neonleuchten mit chinesischen Schriftzeichen färben die Straße gelb und rot. Ich schlendere entlang an Goldgeschäften, Apotheken mit jeder Menge seltsamer Kräuter und Pilzen in großen Glasbehältern und leider auch an vielen Restaurants, deren besondere Spezialität Haifischflossengerichte sind.

18.45 Uhr

Ich könnte schon wieder was essen …
Nichts einfacher als das in Chinatown. Einer meiner All-Time-Favourits ist, wenn auch aus gutem Grund kein Geheimtipp mehr, das Lek Rut, eines von zwei gegenüberliegenden Open Air Seafood-Lokalen.

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Lek Rut ist das linke, das Rote. Ein Teller mit gegrillten Scampis und frische Erbsensprossen sind quasi mein Stammessen, was ich wie immer auf einem wackeligen Klappstuhl – halb auf der Kreuzung – zu mir nehme. Jetzt kann ich aber wirklich nichts mehr essen, aber wenn ich könnte, würde ich ein paar Meter weiter bei Sweet Times noch ein paar mit Sesam gefüllte Teigbällchen in Ingwertee bestellen.

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20.30 Uhr

Ein wunderbar ereignisreicher, und sehr leckerer Tag neigt sich dem Ende zu. Vielleicht geh ich noch ins Kino.

Die Kinos in Bangkok sind kein Vergleich zu den engen, miefigen Etablissements in Deutschland. Es sind luxuriöse Filmtempel, einzig die Temperaturen liegen deutlich unter meiner Wohlfühlgrenze. Es empfiehlt sich daher, einen Pullover mitzunehmen. Aber dann steht einem unterhaltsamen Abend, z.B. im obersten Stock der Luxusmall Siam Paragon, nichts mehr im Wege.

 

22.15 Uhr

Nach dem spannenden Film will ich jetzt nur noch nach Hause, da bietet es sich an, ein Taxi zu nehmen. Doch Taxi fahren in Asien hat so seine Tücken, deswegen folgt zum Schluss noch eine kleine Anleitung zum Taxifahren in Bangkok:

Du winkst am Straßenrand einen Wagen ran (am besten die pinke oder gelbe Variante). Der Fahrer hält, du öffnest die Tür und nennst dein Ziel.

Jetzt wird es spannend. Kennt der Fahrer das Ziel und signalisiert Interesse, könntest du theoretisch einsteigen, nennt er allerdings sofort den Endpreis, NICHT einsteigen, denn dann zieht er dich über den Tisch. Immer nur mit Taxameter fahren, alles andere ist Betrug.

Grundsätzlich ist Taxi fahren in Bangkok eine feine Sache, nur auch da gilt während der Rushhour: lieber nicht! Ich hab schon mal eine geschlagene Stunde im Fond gesessen, ohne dass sich der Wagen auch nur einen Millimeter bewegt hat.

 

Adressen:

GRAM: 1/F, 49 Terrace, Sukhumvit Soi 49 Bangkok, KRUA APSORN: 169 Dinso Road, nähe Rathaus, Bangkok (nur Lunch)
MONT: 160/1-3 Dinsor Road, Phra Nakhon, Bangkok
LEK RUT: Kreuzung Yaowarat Road und Thanon Phadung Dao Street, Chinatown, Bangkok
WAT SUTHAT: Bamrung Mueang Road, Altstadt (Rattanankosin) Bangkok

Khlong Boat mit Fahrplan

 

Wie sind lauten deine Tipps für einen perfekten Tag in Bangkok?

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 27. März 2014. Zuletzt aktualisiert am 3. Juni 2015.

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