Negombo: Warum du länger bleiben solltest als nur eine Nacht

Der Küstenort Negombo ist oft die erste oder letzte Station eines Urlaubs in Sri Lanka. Doch anstatt direkt am nächsten Morgen weiterzureisen, kannst du auch in Negombo einiges unternehmen. Hier findest du Tipps zu Ausflügen und Sehenswürdigkeiten.

 

Wer kennt es nicht: langer Flug und Vorfreude auf das nächste Land. Da sucht man häufig erstmal einen Platz, an dem man sich gemütlich akklimatisieren kann. Gerne auch mit Strand und Meer.

Nicht wenige nutzen das idyllische Hafenstädtchen Negombo, im Norden der ceylonesichen Hauptstadt Colombo, als Eintrittstür in den Sri Lanka-Urlaub. So ist die Fahrt vom internationalen Flughafen Bandaranaike nach Negombo wesentlich kürzer als der Weg in die wichtigste und größte Stadt des Landes. Mit Three Wheeler, Bus oder Taxi erreichst du den beliebten Urlaubsort bereits nach ca. 30 Minuten Fahrzeit.

Aufgrund der Gunstlage in Flughafennähe entwickelte sich Negombo schnell zum favorisierten Reiseziel der internationalen Touristen. Bereits in 1970er Jahren wurden die Strandabschnitte gangbar erschlossen. Meist teilte sich die Urlauberschar in den zwei Hauptzielen des Landes auf. Zog es Vagabunden, Globetrotter und Hippies in die Enklave Hikkaduwa an der Südwestküste, so bevorzugten die Pauschaltouristen die goldgelben Strände Negombos.

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Die großen luxuriösen Hotels sind auch heute noch an dem langen Streifen im Norden Negombos, der Poruthota Road, zu finden. Die Stadt aber darauf zu beschränken, damit tut man ihr wahrlich unrecht. Schon in direkter Umgebung hat sich ein gemütliches Viertel mit preisgünstigen und schönen Unterkünften herausgebildet.

In der Lewis Place tummeln sich neben Einheimischen mittlerweile auch viele Rucksacktouristen. Die Menschen sind unheimlich freundlich und du kommst leicht mit ihnen in Kontakt. Schneller als wir gucken konnten, fanden wir uns bei einer Tasse Tee und 35 Grad im kleinen Häuschen einer älteren Dame wieder.

Am Abend kannst du einen phänomenalen Sonnenuntergang am Strand erleben. An manchen Tagen sorgt ein kleiner Markt mit Essensständen für eine gemütliche Atmosphäre mit Blick auf den Indischen Ozean.

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Besonders auffällig ist, dass Negombo im vorwiegend buddhistisch geprägten Sri Lanka eine Ausnahme darstellt! Bereits auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt kannst du unzählige Kirchen und Kathedralen bestaunen. Wie kann es sein, dass sich eine kleine christliche Enklave gebildet hat? Ganz einfach: Im 16. Jahrhundert erreichten die Portugiesen den kleinen Inselstaat an der Südostküste Indiens. Prompt wurde versucht, Religion und Glauben zu verbreiten.

Da Negombo aufgrund seiner Lage ein wichtiger Umschlagplatz Portugals war, sind heute knapp 60 Prozent der ansässigen Bevölkerung vom Katholizismus geprägt. Nicht selten heißen die Einheimischen Santos oder Fernando, was auf die europäischen Händler zurückzuführen ist.

Fisherman’s friend

Die Kaste der Fischer war eine der meist missionierten, weshalb heute noch zu beobachten ist, dass an Sonntagen nur ganz wenige Katamarane (Oruwas) auf dem Meer vor der Küste unterwegs sind. Jene, die trotzdem fischen, sind meist die Boote der muslimischen Arbeitskollegen. Wer sich fragt, warum es keine buddhistischen Fischer gibt: In deren Religion ist das Töten von Tieren natürlich nicht erlaubt …

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Dass die Fischerei eine große Rolle in der Region spielt, erkennst du besonders am großen Fischmarkt der Stadt. Dieser liegt direkt am Strand und die Fischer bringen fangfrisch den Ertrag in den Verkauf. Unweit des Zuflusses zur Lagune Negombos werden riesige Flächen zur Fischtrockung benutzt. Wer sich auf einen Besuch dort einlässt, sollte eine stabile Nase haben. Interessant ist es jedoch auf jeden Fall.

Der Markt ist in zwei Bereiche unterteilt: Zum einen die große Trocknungsfläche am Strand, zum anderen die Markthallen, wo lautstark um die besten Preise gefeilscht wird. Von großen Thunfischen über Haie, Krabben und Krebse bis hin zum Hauptverkaufsfisch des Marktes, dem Seerfisch (eine der Makrele ähnlichen Fischart), ist das Angebot vielfältig. Fisch gilt eben als eines der Grundnahrungsmittel der Insel. Fliegende Händler bringen die Ware mit ihren Fahrrädern unter die Leute.

Ein Besuch auf dem Markt ist einfach Pflicht, wenn du in Negombo bist. Du erhältst einen tollen Einblick in das alltägliche Geschäftsleben der Eiheimischen. Außerdem weißt du nun, wo der sensationell leckere und frische Fisch herkommt, den du dir möglicherweise am Vorabend genüsslich zu Gemüte geführt hast.

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Leben und Arbeiten in der Lagune

In unmittelbarer Nähe zum Fischmarkt befindet sich die Lagune von Negombo. Der eigentlich vom Meer abgetrennte Süßwasserbereich erhält aufgrund der Gezeiten von Ebbe und Flut regelmäßig Zufluss von Salzwasser. Die Lagune bietet eine vorzügliche Lebensgrundlage für Krabben und Fische. Dies lockt natürlich viele Vogelarten wie Störche und Kormorane an.

Auch größere Warane haben den Lebensraum für sich entdeckt. Mit etwas Glück kann man die dinosaurierartigen Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum entdecken. Einige Resorts haben sich mittlerweile auch gebildet und es werden stetig Rundfahrten auf kleinen Booten angeboten. Bei Ebbe ist es auch möglich, die trocken gefallenen Sandbänke zu Fuß zu begehen und direkt bis an die Mangroven vorzudringen.

Die atemberaubende Flora und Fauna wird flankiert von unzähligen Fisch- und Krabbenfarmen.

2004 erreichte der furchtbare Tsunami aus dem Indischen Ozean auch die Küsten Sri Lankas. Die Lagune diente den Fischern als Rückzugsort. Obwohl man überall zerschellte Schiffe sieht, überlebten die meisten Fischer und fast alle ihrer Häuser.

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Fischfarm Lagune Sri Lanka

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Zimtkanäle

Sehenswert sind auch die vielen Kanäle, die durch die ganze Stadt verlaufen. Ursprünglich von holländischen Kolonialisten gebaut um den absoluten Exportschlager der Insel, Ceylon-Zimt, von den Plantagen zum Abtransport am Indischen Ozean zu bringen, werden die Kanäle heute als kleine Wasserstraßen und als Anliegerkanal für Fischer genutzt. Sie erleichtern den Zugang zur Lagune und natürlich zum Meer.

Auch hier kannst du dich auf kleinen Booten umher schippern lassen. Dabei fühlst du dich ein bisschen zurückversetzt in die Zeit, als noch Gewürze und andere Waren über diese Wasserstraßen transportiert wurden. Zudem herrscht stets ein reges Treiben, wenn Anwohner hier ihre Wäsche waschen, baden gehen oder alltäglichen Arbeiten nachgehen.

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Uhrturm und Zentrum

Ist der Strandbereich um Lewis Place und die Poruthota Road doch eher von touristischer Infrastruktur geprägt, verliert sich diese doch relativ schnell, wenn du dich Richtung Zentrum der 120.000-Einwohner-Stadt aufmachst. Schnell weichen Souvenirshops und Reisebüros den Geschäften, die den alltäglichen Bedarf der lokalen Bevölkerung abdecken. Hier werden Kleidung, Elektrogeräte, Haushaltswaren, Edelsteine oder Lebensmittel angeboten.

Dazwischen gesellen sich immer mal wieder kleine gemütliche Imbissbuden, wo du herrliches Rice & Curry essen kannst. Hier erlebst du, wie das Leben in der Stadt tatsächlich abläuft. Es lohnt sich, sich ein schönes Plätzchen zu suchen und bei einer Tasse Tee dem munteren Treiben zuzuschauen.

Wer mittenrein will, der kann dies auf den Märkten der Innenstadt tun.

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Fazit:

Aufgrund der Nähe zum internationalen Flughafen eignet sich Negombo vorzüglich als Ausgangs- oder Endpunkt deiner Sri-Lanka-Reise. Früher als Zentrum für Prostitution und Drogenhandel verschrien, ist davon heute nicht mehr viel zu sehen. Die große Bedeutung der Fischerei sorgt dafür, dass es in den Restaurants und Stränden Negombos Sri Lankas bestes Seafood gibt.

Die Küstenstraßen, an denen sich seit den 1970er Jahren große Hotelketten angesiedelt haben, versorgen mittlerweile nicht nur mehr Pauschalurlauber. Stattdessen hat sich mit der Zeit eine Vielzahl an Übernachtungsmöglichkeiten auch für den kleineren Geldbeutel gebildet. Zudem bieten unzählige Reisebüros Tagestouren zu umliegenden Sehenswürdigkeiten an. Auch immer mehr Individualtouristen nutzen Negombo als Eintrittstor in die faszinierende und vielfältige Inselwelt Sri Lankas.

 

 

Text und Fotos: Christoph Bauer

Auf diversen Reisen mit dem Rucksack durch Südostasien hat sich Christoph in Menschen, Kultur, Natur und natürlich in das asiatische Essen verliebt. Wenn er sich nicht gerade irgendwo zwischen Sri Lanka und Indonesien herumtreibt, lebt er an der Südlichen Weinstraße.

 

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 1. Dezember 2016. Zuletzt aktualisiert am 16. März 2017.

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