Adam’s Peak – Sonnenaufgang am heiligsten Berg Sri Lankas

4.500 schweißtreibende Stufen sind es bis zum Gipfel – doch oben erwartet dich ein unvergesslicher Ausblick. Hier findest du einen Erlebnisbericht mit vielen Tipps zum Aufstieg und zur Anreise.

 

Auch wenn der Adam's Peak mit seinen 2.243 Metern nicht der höchste Berg Sri Lankas ist, so ist er mit Sicherheit der heiligste unter ihnen. Und er gehört zu den schönsten Zielen in Sri Lanka. Auf singhalesisch wird er »Sri Pada« genannt und liegt idyllisch mitten im grünen Bergland der Insel.

 

Anreise zum Adam's Peak und Unterkünfte:

Von Kandy aus kannst du mit Zug oder Bus in südliche Richtung bis nach Hatton fahren und dort in einen Bus Richtung Dalhousie umsteigen. Der kleine Ort ist der Ausgangspunkt für einen Aufstieg zum Gipfel und natürlich eher ausgelegt für einheimische Pilger als für westliche Touristen.

Zwar findest du in Dalhousie problemlos ein Zimmer und auch etwas zu essen, allerdings ist die Kleinstadt alles andere als einladend und es lohnt sich nicht, länger als eine Nacht dort zu bleiben.

Am Ende der Straße fängt auch gleich der Pilgerweg an und hier kannst du dir am frühen Abend bereits ein sehr schönes Bild von dem machen, was dich auf den nächsten paar Kilometern erwarten wird. Ein Souvenirshop neben dem anderen, Getränkestände und Obstverkäufer reihen sich aneinander. Aber jetzt wird erst mal geschlafen, schließlich ist die Nacht kurz und 4.500 Stufen laufen sich nicht von alleine!

 

Start mitten in der Nacht

Um 2:00 Uhr morgens ist es dann so weit. Müde, aber doch irgendwie aufgeregt, laufen wir los. Die erste Stunde geht es kaum bergauf und die Verkaufsstände scheinen kein Ende zu nehmen. Alles ist beleuchtet und trotzdem sind noch relativ wenige Menschen unterwegs. Ein paar einheimische Gruppen gehen singend nach oben, viele andere sind bereits auf dem Weg nach unten.

Irgendwann fangen dann die Stufen an, erst nur wenige, dann wird der ganze Weg zu einer einzigen Treppe. Nach einer gewissen Zeit wird es dann auch voller. Auf der linken Seite gehen immer noch viele Einheimische nach unten, teilweise mit schlafendem Baby auf dem Rücken, der Oma im Arm und das ganze sogar barfuß. Und auf der rechten Seite ein paar Touristen umringt von hunderten einheimischen Pilgern.

Während uns nach und nach die Puste ausgeht, müssen wir doch immer noch staunen, wie viele, vor allem ältere Leute und auch Kinder, sich anscheinend jede Nacht auf den langen Weg zum Gipfel machen. Entlang des Weges kommen immer wieder kleine Teestuben, hier lohnt es sich auf jeden Fall, die eine oder andere Pause einzulegen, sei es nur, um einen heißen Tee zu trinken oder auch eine Kleinigkeit zu essen. Aber abgesehen davon ist es auch schön, dem ganzen Treiben für eine Zeitlang zuzuschauen und mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen.

 

Stau am Gipfel

Zum Ende hin wird es leider ein bisschen mühselig. Die Treppe wird eng und es geht nur sehr zäh voran. Dann ist es zwar nicht mehr anstrengend, dafür wird es aber langsam sehr kalt. Als wir dort waren, ging ab einem bestimmten Zeitpunkt gar nichts mehr voran. Wir sind dann zum Sonnenaufgang aus der Schlange raus und auf einen kleinen Aussichtspunkt gegangen.

Der Sonnenaufgang von dort oben ist einfach unglaublich und war einer der besten, die ich je gesehen habe! Der Blick über das Tal mit den sich langsam auflösenden Nebelschwaden in Kombination mit dem orange leuchtenden Horizont, der sich nach und nach blau färbt – ein gigantisches Bild.

 

Danach ist dann aber doch Zeit für den Peak. Also stellen wir uns zurück in die langsame Schlange Richtung Tempel am Gipfel und warten und warten bis wir endlich oben ankommen.

Bis dahin ist der Himmel strahlend blau und nun kommen auch wir an die Reihe, um Buddhas Fußabdruck zu sehen und ein Mal an der Glocke zu läuten. Danach sehen wir uns noch ein bisschen um, bevor wir uns doch wieder hinsetzen und einfach nur die Landschaft und den Ausblick genießen.

 

Aber alles Schöne hat ein Ende, es wird langsam heiß und wir müssen auch wieder 4.500 Stufen nach unten laufen. Der Rückweg geht dann eindeutig schneller und außerdem schreit es förmlich nach Dusche und Frühstück, bevor es dann auch gleich weiter mit dem Bus und dem Zug zum Entspannen nach Ella geht.

 

Fazit Adam's Peak:

Du musst nicht supersportlich sein, um bis zum Tempel zu laufen, solltest aber ein bisschen Durchhaltevermögen mitbringen. Turnschuhe und warme Klamotten sind empfehlenswert, Einheimische machen das wie gesagt teilweise barfuß und mit Handtuch als Decke, aber du musst ja nicht alles nachmachen.

Nimm auch ein bisschen Kleingeld für Tee, Toilette und hier und da eine kleine Spende mit. Eine Taschenlampe benötigt man eigentlich nicht, der Weg ist gut beleuchtet und du wirst höchstwahrscheinlich nicht alleine sein. Und klar hast du die nächsten drei Tage Muskelkater, aber es lohnt sich wirklich – der Ausblick ist einfach so unglaublich schön!

 

Text & Bilder: Sandra Gruber

Sandra ist mit dem Rucksack auf dem Rücken fast zwei Jahre lang durch Südostasien gereist. Sie interessiert sich vor allem für die Menschen in den jeweiligen Ländern und hat eine Vorliebe für Indonesien. Wenn sie nicht gerade wieder unterwegs ist, lebt und arbeitet sie in München. Als ehemalige Reiseverkehrskauffrau informiert sie auf ihrer Seite ticketdeals-asien.de über aktuelle Flugangebote und gibt hilfreiche Tipps, wie du günstig nach Südostasien reisen kannst.

 

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 27. März 2017. Zuletzt aktualisiert am 18. Oktober 2017.

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