Haputale: Wandern, Tee und tolle Aussicht

Die Kleinstadt Haputale liegt im landschaftlich reizvollen Hochland Sri Lankas und ist eine interessante Alternative zu den touristischeren Orten wie Ella oder Nuwara Eliya. Hier findest du Infos zu Sehenswürdigkeiten, Anreise und Hotels.

 

Haputale liegt an der Bahnstrecke zwischen den beiden genannten und deutlich bekannteren Orten. Wir haben alle drei Ziele besucht, und auch wenn es fast unmöglich ist, sie zu vergleichen, bin ich geneigt zu sagen, dass Haputale mein Favorit war. In jedem Fall ist es eine Überlegung wert, hierher zu kommen!

 

Anreise nach Haputale

Die Anreise ist leicht und bequem möglich, da es direkt in Haputale einen Bahnhof gibt. Da insgesamt nur eine Bahnlinie durch das Hochland führt, gibt es nur zwei Richtungen, aus denen du kommen kannst. Entweder startet der Zug in Colombo-Fort und fährt über Kandy durch das Hochland bis nach Badulla oder andersherum.

Wie immer bei der sri-lankischen Eisenbahn solltest du dich darauf einstellen, deutlich länger unterwegs zu sein, als du es für vergleichbare Strecken in Europa gewöhnt bist. Besonders für weite Strecken wie Kandy – Haputale lohnt es sich, darauf zu achten, einen »schnellen« Zug zu erwischen, da es zwischen den verschiedenen Zugkategorien nochmals deutliche Zeitunterschiede geben kann.

Da die Strecke sehr beliebt ist, kann es voll werden. Wer sicher einen Sitzplatz möchte, kann sein Ticket bereits im Voraus an einer anderen Zugstation inklusive eines festen Sitzplatzes kaufen. Die Preise sind entsprechend teurer, wenn auch immer noch günstig. Genauere Infos dazu finden sich in den Zugstationen.

Die Strecke durchs Hochland gilt als die schönste in ganz Sri Lanka und das zu Recht. Die Ausblicke sind zum Teil atemberaubend, auch wenn man leider nicht immer auf der richtigen Seite sitzt, um die beste Sicht zu haben.

 

Unterkünfte und Restaurants in Haputale

Haputale ist klein und du merkst schnell, dass es hier noch nicht viel Tourismus gibt. Super also für all diejenigen, die sich genau nach solchen Zielen sehnen. Haputale stellt meiner Meinung nach im Hochland das Gegenstück zum touristischen Ella dar.

Es sollte kein Problem sein, eine Unterkunft zu finden, entweder direkt im Ort oder auch ein Stückchen weiter die Straße entlang. Die Mehrheit der Unterkünfte hier ist schlicht und günstig, oftmals Homestays, die auf den langsam wachsenden Tourismus reagieren. Für einen anspruchsvolleren Geschmack gibt es noch keine große Auswahl.

Falls du lieber vorab buchst – es gibt auch eine Auswahl an Unterkünften bei Agoda* und Booking*.

Auch an Essensmöglichkeiten bietet Haputale wenig. Es gibt einige typische, kleine Restaurants mit Reis, Currys und Rotis, die sich aber nicht speziell an Touristen richten. Von Ambiente kann also nicht die Rede sein, dafür sind die Preise unschlagbar und das Essen ist in Restaurants für Einheimische meistens lecker.

Empfehlen würde ich einen Besuch in der großen Bäckerei. Wer eine Runde durch das (wirklich) kleine Zentrum dreht, kann diese eigentlich nicht verfehlen. Hier gibt es eine riesige Auswahl an typischen Teigwaren zu günstigen Preisen.

Umgehauen hat uns eine Art Toffee, die uns als indische Süßigkeit vorgestellt wurde. Die kleinen Quadrate in verschiedenen Geschmacksrichtungen waren vergleichsweise etwas teurer, aber dafür super lecker und große Mengen kann man davon sowieso nicht essen. Sie zergehen auf der Zunge und sind sehr süß. Wir haben alle neutralen Farben probiert und waren begeistert von heller und dunkler Schokolade, Kokos oder Erdnuss. Die quietsch-bunten haben wir lieber links liegen gelassen.

Ansonsten wird die Essensversorgung vermutlich hauptsächlich über die Unterkünfte laufen. Zumindest Frühstück und Abendessen werden die allermeisten anbieten, da sie ja auch über die magere Auswahl im Ort Bescheid wissen. In einfachen Unterkünften wird es als typisches Abendessen Reis mit verschiedenen Currys geben.

 

Was tun in Haputale?

In Haputale direkt ist nicht viel los. Es gibt einen kleinen Markt, der etwas versteckt liegt. Er richtet sich an Einheimische und es ist definitiv eine interessante Erfahrung, sich unter die Leue zu mischen und zu sehen, wie von Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch über Klamotten bis hin zu Werkzeugen alles auf kleinem Raum, meist auf dem Boden ausgebreitet, verkauft wird.

 

Deutlich interessanter als der Ort selbst ist seine Umgebung. Die Lage ist nämlich ein Traum, mitten in den Bergen mit einer unfassbaren Aussicht auf Teefelder – so weit das Auge reicht.

Wir haben nicht im Ort selbst gewohnt, sondern zehn Minuten die Straße hinauf. Den gesamten Weg entlang ist der Ausblick phänomenal. So haben wir uns auch nicht die Chance entgehen lassen, diesen beim Sonnenuntergang zu genießen.

 

Aufstieg zum Lipton’s Seat

Rund um Haputale gibt es zudem noch Einiges zu erleben. Mein Highlight war der Ausflug zum Lipton’s Seat. Dahinter versteckt sich ein Aussichtspunkt auf der Spitze eines Berges, mit – wer hätte es gedacht – einem tollen Ausblick. Allerdings nur, wenn das Wetter mitspielt. Es lohnt sich, zum Sonnenaufgang zu kommen, auch wenn du dafür viel zu früh aufstehen musst und es sehr, sehr kalt sein wird.

 

Für alle, die sich also entweder im Dunkeln auf den Weg machen oder auch nicht auf übermäßige sportliche Herausforderungen stehen, empfiehlt es sich, ein Tuk-Tuk zu nehmen. Wir haben one-way bis fast ganz oben 1.000 Rs (ca. 6,60 Euro) für zwei Personen bezahlt. Tuk-Tuks können über die Unterkünfte organisiert werden, was sich in jedem Fall empfiehlt, wenn du früh morgens los willst. Preise unbedingt immer vorher absprechen, genauso wie die Frage, bei wem bezahlt wird (Unterkunft oder Fahrer), dann sollte alles glatt laufen.

Der Fahrer kann den größten Teil der Strecke den Berg hochfahren, lediglich das letzte Stück (ca. anderthalb Kilometer) muss zu Fuß zurückgelegt werden. Der Eintritt kostet 50 Rs pro Person und wird dort bezahlt, wo du aussteigen musst, um weiter zu laufen.

Oben erwartet dich eine Plattform direkt am Hang, ein Denkmal von Sir Lipton, der der Namensgeber des Lipton’s Seat ist und ein kleiner Aussichtsturm. Achtung, es ziehen oft Wolken auf und verdecken die Sicht. Ein Grund mehr, früh morgens dort zu sein, weil du dann wohl die besten Chancen auf gute Sicht hast.

Wir haben es leider nicht mehr pünktlich zu Sonnenaufgang geschafft, obwohl wir zur empfohlenen Zeit unseres Gastgebers aufgebrochen sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte mindestens eine halbe Stunde vor der empfohlenen Zeit aufbrechen oder wenn möglich, jemanden fragen, der selbst vor kurzem oben war, da sich die Zeiten sicherlich über das Jahr ändern und die Hotelbesitzer vielleicht auch deshalb nicht immer die richtige Zeit nennen können.

 

Wer oben im Idealfall den Sonnenaufgang und in jedem Fall die Aussicht genossen hat, dem bieten sich für den Rückweg zwei Optionen. Entweder du verabredest mit dem Tuk-Tuk-Fahrer, dass er warten soll, und lässt dich wieder zurückfahren. Das kostet dann natürlich mehr. Alternativ und das würde ich empfehlen, machst du sich zu Fuß auf den Rückweg. Dieser ist leicht zu gehen und du befindest dich durchweg in saftig grünen Teefeldern mit tollem Blick auf die umliegenden Berge. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass sich die Strecke irgendwann doch ein wenig zieht, obwohl sie so schön ist. Aber das ist es allemal wert.

Nachdem du im letzten Stück noch ein Dorf durchquerst, kommst du bei der großen Teefabrik Dambatenne heraus. Hier kannst du für 250 Rs pro Person eine Führung bekommen. Über diese kann ich nichts sagen, da wir bereits eine andere Fabrik besucht hatten. In der Nähe der Teefabrik fährt aber auch der Bus ab, der dich zurück nach Haputale bringt. Am besten fragst du nach dem richtigen Bus, da hier möglicherweise mehrere parken. Es ist üblich, dass der Bus erst abfährt, wenn genügend Leute eingestiegen sind. Deshalb musst du möglicherweise eine Weile im Bus warten.

 

Horton Plains Nationalpark

Ein Ort in Sri Lanka, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut, ist der Horton Plains Nationalpark. Viele Besucher kommen für die einzigartige Natur, die sich von Sri Lankas sonstiger Vegetation unterscheidet. Der Nationalpark ist ein ganzes Stück von anderen touristischen Zielen entfernt. Die besten Ausgangsorte für einen Trip zum Park sind entweder Haputale oder Nuwara Eliya. Beide Städte sind ähnlich weit entfernt und die Transportkosten sind demnach auch vergleichbar (natürlich abhängig von der Transportart).

Es kann, in der Regel über die Unterkunft, ein privater Fahrer oder ein Tuk-Tuk-Fahrer gemietet werden, der dich in den Park fährt, dort wartet und dich dann wieder zurück bringt. Eine günstigere Variante wäre, sich einem Gruppentransport anzuschließen, entweder in einem Minibus oder einem Jeep. Auch diese Fahrt kann über viele Unterkünfte gebucht werden, allerdings kommt sie nicht jeden Tag zustande, weil es nicht immer genug Touristen gibt.

Die Touren beginnen immer früh morgens gegen 5 Uhr und etwa gegen Mittag bist du zurück, je nachdem, wie lange du im Park bleibst. Der Parkeintritt ist happig, wie viele Eintrittsgelder in Sri Lanka. Du bezahlst auch Eintritt für das Fahrzeug, das einige Kilometer in den Park reinfährt, damit du am Beginn der Wanderwege aussteigen kannst. Autos sind geringfügig teurer als Tuk-Tuks. Außerdem bezahlst du einen Eintritt pro Person. Für Gruppen gibt es Rabatt. Insgesamt kamen wir so zu zweit auf 6.000 Rs (ca. 38 Euro) für den Eintritt und 4.000 Rs (ca. 25,50 Euro) für die Fahrt.

Eine erste Attraktion wartet mit etwas Glück bereits am Parkplatz: die sehr fotogenen Sambarhirsche. Das Exemplar, dem wir begegneten, war mit Menschen schon sehr vertraut und wollte gefüttert werden, was du den Tieren zuliebe allerdings nicht tun solltest.

 

Es empfiehlt sich, nochmals die Toilette am Parkplatz zu nutzen, da die zwei Toiletten auf dem Weg in keinem guten Zustand waren.

Bevor du auf den Rundweg kommst, musst du eine Kontrolle passieren, in der versucht wird, so viel Plastik wie möglich aus den Taschen der Besucher zu entfernen, um Müll zu vermeiden. Demnach gilt von vornherein, möglichst kein Plastik dabei zu haben. Großzügig waren die Mitarbeiter bei noch verschlossenen Produkten, wie zum Beispiel Keksen in einer Plastikverpackung. Der Rundweg, der neun Kilometer lang ist, kann von beiden Richtungen aus gestartet werden. Die Hauptattraktionen unterwegs sind das Small World’s End, das World’s End und ein Wasserfall. Die Aussicht am World’s End ist toll, aber du solltest dir durch den vielsagenden Namen nicht zu viel erhoffen. Außerdem lohnt es sich, möglichst früh da zu sein, weil meist im Laufe des Vormittags Wolken aufziehen und dann eventuell nichts mehr zu sehen ist.

 

Die Wege sind durchweg moderat. Zum Teil sind sie stark uneben, weshalb du durchaus vorsichtig laufen solltest. Festes Schuhwerk lohnt sich hier. Außerdem ist warme Kleidung extrem wichtig! Bedingt durch die frühe Uhrzeit und durch die Höhe des Parks war es der kälteste Ort, den wir in Sri Lanka besucht haben. Trotz mehrerer Schichten hieß es frieren, bis es mit fortschreitender Zeit immer wärmer wurde. Am späten Vormittag, als endlich die Sonne rauskam, war es dann wieder warm genug für ein T-Shirt.

 

Abgesehen vom Rundweg bietet der Park noch andere Wandermöglichkeiten für alle, die mehr Zeit mitbringen. Zu diesen Wegen kann ich leider nichts sagen, aber wer noch länger im Park wandern möchte, sollte daran denken, das vorher mit seinem Fahrer abzuklären.

Fazit zum Park: Horton Plains ist ein schöner Ausflug für alle, die sich an besonderen Landschaften erfreuen und bereit sind, dafür auch zu zahlen. Damit meine ich, dass es in Sri Lanka extrem viele wunderschöne Landschaften gibt. Und in den meisten Fällen kannst du sie umsonst (oder zumindest günstiger) genießen. Aus diesem Grund solltest du abwägen, ob sich Horton Plains wirklich lohnt. Als jemand der sehr stark auf das Budget achtet, hätte ich mich im Nachhinein gegen einen Besuch entschieden, nichtsdestotrotz war es ein tolles Erlebnis.

 

Zu Besuch im Kloster

Ein letzter kleiner Ausflug, der sich von Haputale aus anbietet, ist ein Besuch des Klosters. Dieses ist dort sehr bekannt, weshalb du die Empfehlung vielleicht sogar in deiner Unterkunft bekommst.

Das Kloster liegt etwas außerhalb von Haputale (wenige Minuten mit dem Tuk-Tuk). Von der Hauptstraße aus musst du noch ein Stück eine Straße den Berg hinauf. An der Hauptstraße steht ein großes Schild, sodass du den Aufgang nicht verpassen kannst.

 

Der Eintritt beträgt 150 Rs pro Person, aber Achtung, geöffnet ist nur am Wochenende! Es erwartet dich ein Gebäude aus der englischen Kolonialzeit. Einige Zimmer im Untergeschoss können besichtigt werden, sonderlich spannend war dies aber nicht. Der Ausflug lohnt sich eher für die schöne Aussicht und das durchaus hübsche Gebäude. Außerdem gibt es einen kleinen Shop mit Produkten, die von den Mönchen hergestellt werden. So zum Beispiel verschiedene Sorten Marmelade oder Likör. Die Preise sind in Ordnung, sodass du hier durchaus Mitbringsel für Daheimgebliebene erstehen kannst.

 

Text und Fotos: Sophie Sperlich

Sophie verbringt die meiste Zeit des Jahres mit ihrem Studium in Lüneburg. Seitdem sie im Rahmen eines Schüleraustauschs ein Jahr in Taiwan gelebt hat, zieht es sie nach Asien. In den Semesterferien packt sie deshalb ihren Rucksack, um ihrem Fernweh nachzugehen. Immer mit dabei ist ihr Freund alias persönlicher Foto- und Videograf.

 


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Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 16. März 2017. Zuletzt aktualisiert am 16. März 2017.

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