Ella – Hideaway in den Bergen

Wer auf seiner Reise durch Sri Lanka auch das als Klimascheide fungierende Zentrale Hochland besuchen möchte, der sollte unbedingt einen Halt im kleinen Städtchen Ella einlegen. Hier findest du Tipps und Infos.

 

Gelegen an der Eisenbahnstrecke zwischen Kandy und Badulla bietet alleine die Anreise mit der Bahn schon unzählige Highlights entlang der Strecke. Die Fahrt durch Berge, Täler und Teeplantagen ist einer der absoluten Höhepunkte auf jeder Sri Lanka-Reise. Der kleine provinzielle Bahnhof oberhalb Ellas ist der Einstieg zu einem der schönsten Orte des Landes.

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Ella besteht lediglich aus einer kleinen Hauptstraße, einer kleinen Polizeistation, die gleichzeitig eine Tourist-Information ist, sowie einigen wenigen Geschäften. Ella bietet eine überschaubar Zahl an Unterkünften für jeden Geldbeutel. Wenn auch der Ort auf der Beliebtheitsskala der Reisenden ganz weit oben liegt, so ist der ganz große Tourismusboom hier noch nicht eingetroffen. Ein Großteil der Schlafmöglichkeiten sind kleine, gemütliche Gästehäuser, die häufig von Familien betrieben werden.

Meist trifftst du hier auf Individualtouristen, die gerne etwas entschleunigen möchten und die Ruhe der Berge genießen wollen. Als Ausgangspunkt für Wanderungen und Touren in das Umland ist Ella optimal und bietet nebenbei noch eine atemberaubende, bildschöne Umgebung. Wer aus den warmen Küstenregionen hier ankommt, wird abends etwas überrascht sein. Die knapp 1.000 Höhenmeter Unterschied wirken sich doch deutlich auf die Temperaturen aus.

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Umgeben von malerischen Teeplantagen, rauschenden Wasserfällen und tiefen Schluchten schlängelt sich die Straße in Serpentinen den Berg hinauf.

 

Nach der Ankunft lohnt es sich, an der einzigen Kreuzung des Ortes einen der famosen Curds zu genießen. Curd ist ein spezieller Joghurt, der aus Wasserbüffelmilch hergestellt wird. Zusammen mit Honig und Früchten ist er ein wirklich leckeres Frühstück und ein gern verzehrter Snack für Zwischendurch. Einige kleine aber feine Restaurants bieten allerhand Auswahl und offerieren leckere Gerichte, die den Geldbeutel schonen. Ob Rice & Curry oder Kottu Rotti, wer auf sri-lankische Kulinarik abfährt, wird hier fündig werden.

Paradoxerweise wird, auf Grund des kühleren Klimas der Bergregion, Gemüse angebaut, das wir primär eigentlich nicht in einem tropischen Land wie Sri Lanka erwartet hätten. So kommt nicht selten Brokkoli-, Blumenkohl-, Kartoffel- oder Tomatencurry auf die Tische der Restaurants. Der obligatorische Tee aus den umliegenden Plantagen, darf natürlich zu keiner Zeit des Tages fehlen!

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Ella Sehenswürdigkeiten

Hier eine Auswahl der schönste Orte in Ella.

 

Ella Gap

Empfehlenswert sind auf jeden Fall die zahlreichen Aussichtsmöglichkeiten, die sich in und um Ella bieten. So kannst du von der Terrasse des Grand Ella Motel einen unvergesslichen Blick durch das sogenannte Ella Gap in die fast 1000 Meter tiefer gelegene Ella-Schlucht werfen. Es wirkt wie ein Tor in eine völlig andere Landschaftsform. Die tolle Aussichtsterrasse wird auch gerne als Hochzeitslocation von Einheimischen genutzt. Du kannst diese problemlos betreten, wenn du den Eingangsbereich des Hotels passierst. Das Personal war sehr freundlich und hat uns gerne erlaubt, den Ausblick zu genießen.

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Wasserfall und Höhle

Unterhalb des Ortes rauschen die Ravana-Wasserfälle über verschiedene Ebenen fast 100 Meter tief ins Tal. Solltest du Lust auf einen ausgedehnten Spaziergang haben, kannst du zu Fuß zu den Fällen laufen. Der einstündige Marsch führt entlang der Serpentinen Richtung Welawaya in südlicher Richtung. Auf der rechten Seite entdeckst du bald dein Ziel, das du gar nicht verfehlen kannst. Für kleines Geld steht dir aber auch am Ortsausgang oder am Straßenrand ein Three-Wheeler zur Verfügung.

Wer Lust hat, kann es bei gutem Wetter den Einheimischen gleich tun und im unteren Pool des Wasserfalls ein kurzes Bad nehmen. Häufig finden sich hier Familien zum Picknick zusammen und genießen den Tag. Ein Stückchen weiter kannst du auch die 700 Stufen zur Ravana-Höhle erklimmen. Mit ein bisschen Glück begleiten dich ein paar der putzigen Ceylon-Hutaffen, die ab und zu durch die Bäume stromern.

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Welch ein Ausblick

Wenn du es gerne etwas sportlich magst, kannst du aus dem Ortszentrum den einstündigen Weg zur Erhebung des Little Adams Peak auf dich nehmen. Er führt durch saftige, grün leuchtende Teeplantagen, in denen nicht selten Tee-Pflückerinnen bei der Arbeit zu beobachten sind. Nach dem Motto „Two leafs and a bud“ ernten Sie in beschwerlicher Arbeit die Knospen und jungen Blätter der Teepflanzen. Spricht dich eine an und fragt, ob du nicht ein Foto schießen möchtet, sei gewarnt, denn ganz umsonst ist dieses Bild nicht. Es wird erwartet, dass du anschließend einen kleinen Obulus spendest. Wir hatten Glück und die liebe Frau auf dem Foto hat uns das unentgeltlich erlaubt.

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Wer etwas bequemer eingestellt ist, kann sich auch von einem der vielen Tuk Tuks einen Teil der Strecke hinauf fahren lassen. Das letzte Stück muss dann aber schon aus eigener Kraft absolviert werden. Einigermaßen festes Schuhwerk ist ebenso zu empfehlen wie ein kleiner Vorrat an Wasser.

Oben angekommen erwartet dich ein atemberaubender Ausblick ins Tal und es lohnt sich dort ein wenig zu verweilen. Wir haben uns extra an den Straßenständen mit frischen Bananen und Mangos eingedeckt und oben eine kleine Frühstückspause eingelegt. Sehr imposant ist der gegenüberliegende Ella-Rock, der noch um einige Meter höher ist. Es lohnt sich früh zu starten, da sich das Wetter im Laufe des Nachmittags häufig zuzieht und es zu kurzen aber heftigen Regenschauern kommen kann.

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Dowa Tempel in Ella

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Dowa Tempel, der sich ca. 7 km westlich von Ella befindet. Du steigst einfach in einen der Busse, die in hoher Frequenz Richtung Bandarawela fahren und wirst nach kurzer Zeit an einer Kreuzung ausgesetzt. Wenn lieb gefragt wird, geben dir die einheimischen Mitreisenden im Bus gerne Auskunft, wo genau du aussteigen musst.

Der Felsentempel verfügt über Malereien, die bereits einige hundert Jahre alt sind. Auffällig ist die ausgeprägte Nutzung von Farben und die vielen bunten Motive.

Besonders markant ist die ca. 10 m hohe Buddha Statue, die außerhalb des Höhlentempels in den Granitfelsen geschlagen wurde. Angeblich ist dieses nicht ganz fertig gestellte Bildnis an die 2000 Jahre alt.

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Fazit Ella

Für Naturliebhaber ist die Bergregion um Ella ein Paradies. Gute frische Luft und leckerer Tee sorgen dafür, dass man auch mal gemütlich die Seele baumeln lassen kann. Wer allerdings Unterhaltung und Nachtleben sucht, wird hier leider enttäuscht. Schon relativ früh fällt das Örtchen in einen tiefen Schlaf, aus dem es erst früh am nächsten Morgen wieder erwacht.

Ella – ein kleines Hideaway im Zentralen Bergland Sri Lankas!

Ayubowan!

 

Text und Fotos: Christoph Bauer

Auf diversen Reisen mit dem Rucksack durch Südostasien hat sich Christoph in Menschen, Kultur, Natur und natürlich in das asiatische Essen verliebt. Wenn er sich nicht gerade irgendwo zwischen Sri Lanka und Indonesien herumtreibt, lebt er an der Südlichen Weinstraße.

 

 

 

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 17. September 2016. Zuletzt aktualisiert am 16. März 2017.

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