Die besten Tipps für 3 Tage Singapur

Der Stadtstaat am Südzipfel von Malaysia ist ein hochinteressantes Reiseziel. Hier erfährst du alles über Sehenswürdigkeiten, Stadtviertel, Aussichtspunkte, Shopping und Ausflugsziele.

Im Jahr 2013 hat Kai Hochow im Rahmen eines Auslandssemesters mehrere Monate in Singapur gelebt. In dieser Zeit hatte er die Gelegenheit, die Stadt ausführlich kennenzulernen. In seinem Beitrag führt er dich zu den schönsten Zielen der Metopole. Kai hat mit alltheplaces.net übrigens auch einen spannenden Reiseblog. Du findest ihn zudem auf Facebook. Wenn du jetzt seinen Newsletter abonnierst, erhältst du kostenlos ein Südostasien-eBook.

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Und nun übergebe ich das Wort an Kai:


Singapur: die besten Tipps & schönsten Ziele

 

Der direkt an Malaysia angrenzende Stadtstaat mit über 5 Millionen Einwohnern ist als Finanzmetropole vor allem für seinen Reichtum bekannt und wartet in Downtown mit einer beeindruckenden Skyline auf. Die für asiatische Verhältnisse relativ hohen und mit europäischen Großstädten vergleichbaren Lebenshaltungskosten, das tropische Klima ohne spürbare Jahreszeiten und die enorme kulturelle Vielfalt sind weitere Merkmale für die Löwenstadt.

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Innerhalb kürzester Zeit kannst du beim Besuch des arabischen Viertels, von Little India oder Chinatown die verschiedenen Einflüsse Singapurs kennenlernen und Einblicke in die Eigenarten der jeweiligen Herkunft und Religionen erhalten. Das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlichen Glaubens auf dem in Singapur sehr begrenzten Raum ist in dieser Form sicherlich einzigartig. So überrascht auch ein mitten in Chinatown gelegener Hindutempel nicht. Durch das Dasein als kultureller Schmelztiegel verfügt Singapur zudem über eine äußerst abwechslungsreiche Küche. Auch für den kleinen Geldbeutel ist in einem der unzähligen Hawker Centres (halboffene Bereiche mit vielen aneinanderliegenden Ständen) für jeden Geschmack etwas dabei.

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Bereits in wenigen Tagen kannst du viel von der Stadt entdecken. Einige lohnenswerte Orte möchte ich dir daher an dieser Stelle vorstellen und empfehlen.

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Der höchste Pool der Welt und einiges mehr: Marina Bay

Das Areal rund um das Marina Bay Sands ist sicherlich Touristenziel Nummer eins in ganz Singapur. Das hat aber auch seine Berechtigung. Die pompöse Architektur und den totalen Fokus auf Luxus vor allem innerhalb der Shopping Mall musst du selbst nicht mögen – es sollte aber kein Grund sein, dir dieses Spektakel nicht zumindest einmal anzuschauen. Und solltest du die Möglichkeit finden, in den Pool des Marina Bay Sands zu gelangen, beispielsweise. durch eine (sehr teure) Nacht im dazugehörigen Hotel, wirst du den Ausblick und das großartige Gefühl nie wieder vergessen.

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Doch auch ohne eine Nacht im Hotel kannst du zumindest etwas von diesem Gefühl für dich mitnehmen. Für die Aussicht vom Dach des Marina Bay Sands gibt es eine eigene Besucherplattform (SkyPark), die mit ca. 16 Euro zu Buche schlägt. Ich empfehle allerdings darauf zu verzichten und stattdessen im Erdgeschoss des Turmes auf der linken Seite (von der Stadt aus kommend) an der Rezeption zu sagen, dass du in der Bar auf dem Dach einen Drink zu dir nehmen möchtest. Dies ist etwas günstiger als das Ticket, du hast mehr Ruhe als auf der Plattform, einen Drink in der Hand und bist zudem noch näher am Pool.

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Innerhalb der Shopping Mall des Marina Bay Sands gibt es im Untergeschoss einen sehr guten Food Court mit einer riesigen Auswahl an Gerichten verschiedenster Nationen. Die Preise sind etwas höher als bei den Hawker Centres, aber immer noch akzeptabel und nicht so teuer, als wenn du in einem »richtigen« Restaurants essen gehst.

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Eine grüne Oase: Gardens by the Bay

Vermutlich eines der bekanntesten Fotomotive neben dem Marina Bay Sands stellt der direkt hinter dem Marina Bay Sands liegende Bereich Gardens By the Bay mit seinen Supertrees dar. Diese künstlichen Bäume und der dazugehörige Park reihen sich in die Vielzahl futuristischer Attraktionen in Singapur ein und sind sowohl am Tag als auch bei Dunkelheit den Besuch mehr als Wert.

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Einmal Indien und zurück: Little India

Der Zeitpunkt, in dem du dich durch Little India in Singapur bewegt, spielt in der Art und Weise, wie du diesen Stadtteil erlebst, eine erhebliche Rolle. Willst du in Ruhe durch die Märkte streifen oder etwas essen, kannst du dies an jedem Werktag oder Samstag machen. Möchtest du aber darüber hinaus »echtes« indisches Feeling, so kann ich den Besuch am Sonntagabend empfehlen!

Zu dieser Zeit trifft sich ein Großteil der (überwiegend männlichen) indischen Bevölkerung Singapurs in den Straßen und lässt diese aus allen Nähten platzen. Sobald du aus der MRT-Station aussteigst, scheinst du dich urplötzlich mitten in Indien zu befinden. Sonntags haben die meisten Inder in Singapur frei und versammeln sich zum gemeinsamen Austausch oder um an einer der scheinbar unendlichen Schlangen vor den Money-Transfer-Shops anzustehen, um dann ihr in der Woche zumeist auf den Baustellen Singapurs hart verdientes Geld zu Ihren Familien zu schicken. Wem das Treiben zu wuselig oder eng erscheint, der kann jederzeit durch einen kurzen Fußweg den Ausweg finden und das beschaulichere Singapur genießen. Sollte sich dein Besuch also über einen Sonntag erstrecken, ist Little India ein Pflichttermin.

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Gutes Essen und Kultur: Chinatown

Neben Little India gehört auch Chinatown auf die Liste der Sehenswürdigkeiten in Singapur. Hier kannst du sowohl den Buddha Tooth Relic Temple (Buddhismus) als auch den Sri Mariamman Temple (Hinduismus) besuchen. Beide Bauwerke liegen nur knapp 100 Meter voneinander entfernt. Wer an der MRT-Haltestelle Chinatown aussteigt, begegnet direkt einer Fülle an Verkaufsständen und Restaurants. Mehr zu empfehlen ist allerdings der ca. 200 Meter entfernte Maxwell Road Hawker Centre gegenüber des buddhistischen Tempels. Hier gibt es eine große Auswahl an Gerichten mit guter Qualität, was sich auch daran zeigt, dass hier viele Singapurer essen gehen. Hier – und auch an vielen anderen Plätzen in Singapur – gibt es zudem sehr leckere, frisch gepresste Fruchtgetränke, die in der Hitze der Stadt eine willkommene Abkühlung darstellen.

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Die Stadt im Detail: Singapore City Gallery

Nach dem Essen im Maxwell Road Hawker Centre kann ich einen Besuch der direkt hinter dem Food Court gelegenen Singapore City Gallery sehr empfehlen. Der Eintritt ist kostenlos und die Gallery liefert Informationen zur Geschichte der Stadt und mit vielen detailreichen Miniaturbauten einen tollen Überblick. Viele der Räume sind interaktiv und sehr modern gestaltet. Hier wird deutlich, wo Singapur geschichtlich herkommt und vor allem wie es sich noch weiter entwickeln möchte. In den aus Holz gebauten Miniaturen sind auch Gebäude integriert, die aktuell oder in der Zukunft gebaut werden.

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Über der Stadt schweben: Singapore Flyer

Der Singapore Flyer ist das Riesenrad in der Marina Bay. Hier hast du ebenfalls die Möglichkeit, die Stadt aus der Vogelperspektive zu bewundern. Vor allem rund um den Sonnenuntergang lohnt sich die Fahrt. Um diesen voll auszukosten, solltest du ca. eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang in einer der Gondeln losfahren, um dann zum richtigen Moment auf der höchsten Stelle des Riesenrads anzukommen. Etwas früher solltest du dich bereits um die Tickets kümmern, damit dieses Erlebnis nicht der Warteschlange zum Opfer fällt.

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Licht aus – Spot an: Helix Bridge & Lasershow

Auch nach dem Sonnenuntergang lohnt es sich, noch eine Weile in der Marina Bay zu bleiben. Vom Singapore Flyer aus gelangst du über die wunderschöne Helix Bridge zum Komplex rund um das Marina Bay Sands und kannst dir entweder hier oder auf der gegenüberliegenden Seite, die tägliche Lasershow mit Musikuntermalung anschauen.

Die Zeiten für die Lasershow können auf yoursingapore.com veröffentlicht.

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Noch mehr Einblicke: Arabisches Viertel/Arab Street

Der arabische Teil Singapurs befindet sich nicht allzu weit entfernt von Little India und kann entweder zu Fuß oder mit der MRT (der Metro) – beispielsweise über die Haltestelle Bugis oder Bras Basah – erreicht werden. Hier gibt es mit der Masjid Sultan eine Moschee, die für Besucher (zu bestimmten Besuchszeiten) zugänglich ist.

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An nur einem einzigen Tag hast du demnach die Möglichkeit, in nur einer Stadt sowohl den Buddhismus, den Hinduismus als auch den Islam besser kennenzulernen.

In der Gegend rund um die Moschee und die Arab Street gibt es zudem viele kleine Cafes und Designerläden von lokalen Künstlern. Wer also auf der Suche nach wertigen Souvenirs ist, wird in einem der Läden sicherlich fündig. Den Tag kannst du in den Straßen und Läden in gemütlicher Atmosphäre bei einer Wasserpfeife ausklingen lassen.

 

Dschungelfieber: Das MacRitchie Reservoir

Dass Singapur vor einigen Jahrzehnten noch mitten im Dschungel lag, lässt sich bei einem Ausflug in das geografisch gesehen zentral gelegene MacRitchie Reservoir erkennen. Das Naturgebiet mit großen Wasser- und Waldflächen wird auch von der lokalen Bevölkerung gerne für Ausflüge oder für Sport genutzt. Wer Affen in freier Wildbahn und etwas Dschungel-Feeling erleben möchte, sollte also einen ganzen oder einen halben Tag für das MacRitchie-Reservoir inklusive des schönen Tree Top Walk einplanen. Sollte es vorher geregnet haben, bietet sich festes Schuhwerk an.

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Weitere Tipps für die Abendgestaltung

Vorab: Singapur ist in puncto Budget sicherlich nicht der beste Ort, um feiern zu gehen oder Cocktails zu trinken. Dennoch möchte ich ein paar Tipps nicht außen vor lassen.

 

Hoch hinaus: 1-Altitude Rooftop-Bar (One Raffles Place)

Das mit 280 Metern höchste Gebäude (zusammen mit zwei weiteren Bauwerken der gleichen Höhe) Singapurs verfügt über eine Rooftop-Bar und lässt von dort aus selbst das Marina Bay Sands klein aussehen. Üblicherweise zahlst du unten vor dem Aufzug einen Eintritt von ca. 14 Euro und erhältst dafür eine Getränkemarke, mit der du dir oben an der Bar ein Glas Wein, ein Mixgetränk o.ä. abholen kann. Wie auch sonst in Singapur üblich, ist der Dresscode eher schick, die Flip Flops und Bermuda Shorts sollten also vorher gewechselt werden. 😉

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Bars und Drinks: Club Street

Entgegen des Namens findest du in der Club Street weniger »echte« Clubs, sondern vielmehr einige schicke Bars. Dazu zählt beispielsweise die Bar The Screening Room mit einer tollen Dachterrasse.

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Viel los am Flussufer: Clarke Quay

Der Vollständigkeit halber führe ich den Bereich rund um Clarke Quay mit auf. Mir persönlich hat die Gegend nicht sonderlich zugesagt, da es hier sehr touristisch zugeht. Allerdings kannst du hervorragend und auch völlig kostenlos auf der gegenüberliegenden Seite der Bars am Flussufer sitzen und das zuvor im Supermarkt gekaufte Bier trinken. By the way: Singapur ist bei vielen Leuten für seine immensen Strafen bekannt, trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit ist jedoch nicht verboten!

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Wenn du noch mehr Zeit hast:

Im Singapore Zoo bewegen sich sämtliche Tiere in Freigehegen, was den Besuch in dem mehrfach prämierten Zoo zu einem angenehm anderen Erlebnis macht und ihn von herkömmlichen Zoos unterscheidet. Vor allem die Night Safari ist zu empfehlen!

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The Southern Ridges ist eine Parkanlage, in der unter anderem die absolut beeindruckende und einzigartige Brücke Henderson Waves zu finden ist. Nicht weit von hier und fußläufig zu erreichen ist die Cable-Car-Station am Mount Faber, von der aus du in Richtung Sentosa Island fahren kannst. Sentosa ist eine künstlich angelegte Insel mit eigenem Sandstrand, den Universal Studios und vielen weiteren Möglichkeiten, Geld auszugeben. Mein Fall war es nicht, weshalb es auch bei einem Besuch blieb, aber wer Lust auf etwas Strand hat, ist hier gut aufgehoben.

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Shopping in Singapur

Apropos Geld ausgeben: DIE Einkaufsmeile in Singapur ist die Orchard Road. Von der MRT-Haltestelle Orchard kannst du die komplette Straße in Richtung Dhoby Gaut gehen und dabei unzählige Geschäfte von sehr kitschig bis hin zu sehr edel und sehr, sehr teuer durchforsten.

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Bootstour auf dem Singapore River

Du hast noch nicht genug von der Marina Bay? Dann kann ich eine Bootstour von der Vorderseite des Marina Bay Sands aus empfehlen, die dich kostengünstig über den Singapore River entlang von Esplanade (ein Theater mit der Form und äußeren Struktur der »Stinkefrucht« Durian) und durch den Colonial District mit wunderschönen Gebäuden führt.

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Fazit:

Singapur bietet sich durch den westlichen Standard als perfekter Start für Asien-Neulinge an. Wenn dich dann das Reisefieber gepackt hat, kannst du von hier aus günstig tiefer in den vielseitigen Kontinent eintauchen. Ob Indonesien, Kambodscha oder Vietnam, die Reihe der schnell zu erreichenden Reiseziele ist schier unzählig.

 

Wie lauten deine Empfehlungen für Singapur?

Hier findest du Tipps zu Hotels in Singapur.

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 30. Juli 2015. Zuletzt aktualisiert am 13. Dezember 2016.

Kommentare (7)

  1. Mir hat Singapur auch total gut gefallen. Auf den ersten Blick sieht es aus, als ob die Stadt nur aus Shoppingmalls und Luxushotels bestehen würde. Aber wenn man ein bisschen tiefer eintaucht, findet man richtig leckeres Essen und auch ein paar kulturelle Schätze. LG Franzi

  2. Danke für die Möglichkeit die tolle Stadt hier vorzustellen! 🙂
    Viele Grüße, Kai

  3. Singapur muss eine so krasse Stadt sein. Unglaublich!

  4. Danke für die vielen hilfreichen Tipps!
    Die kommen grade wie gerufen für mich. Ich bin nämlich bald auch wieder für ein paar Tage in Singapur und freue mich schon darauf die Stadt zu erkunden.
    Vielleicht schaffe ich es dieses Mal ins MacRitchie Reservoir. Da war ich noch nie.
    Liebe Grüße,
    Julia

  5. Meine Ergänzung zum Gardens by the Bay: Ich fand die Sound&Light Show toll. Eines der wenigen kostenlosen Vergnügen in Singapur und findet täglich um 19:45 und 20:45 statt. Unbedingt anschauen!

    Viele Grüße,
    Ivana

  6. Hi Stefan! Für mich gehts im März für ein Wochenende nach Singapur. Du hattest in deinem Artikel Sentosa gar nicht erwähnt. Lohnt sich deiner Meinung nach kein Ausflug dahin?

    Liebe Grüße, Kaja

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