Drei Märkte in Siem Reap, die du kennen solltest

Nach den Tempelbesichtigungen kannst du in Siem Reap noch einiges mehr unternehmen. So gibt es einige schöne Märkte und Nachtmärkte wie den Old Market, den Angkor Night Market und den Art Center Night Market (Night Bazaar). Hier die wichtigsten Infos.

 

Wie überall in Südostasien gibt es auch in Siem Reap ein paar tolle Märkte. Drei davon stelle ich dir in diesem Artikel vor.

Siem Reap selbst ist kein besonders großer Ort, und der Ortskern, in dem die Hotels, Restaurants und eben auch die Märkte liegen, ist noch kleiner. Das hat den Vorteil, dass alles fußläufig zu erreichen ist. Die Märkte sind sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen sehr beliebt und daher immer gut besucht.

 

Märkte in Siem Reap

1.) Old Market
2.) Angkor Night Market
3.) Art Center Night Market (Night Bazaar)
4.) Tipps zum Marktbesuch
5.) Streetfood

 

1.) Old Market (Psar Chaa)

Es ist schwer, nicht automatisch am Old Market vorbeizukommen, insofern musst du deinen Besuch nicht planen – er wird einfach passieren. Das liegt hauptsächlich an der Lage mitten im Zentrum von Siem Reap in der Nähe der hochfrequentierten Pub Street. Da es hier unzählige Restaurants, Bars und Cafés gibt und sich hier der größte Teil des touristischen Lebens abspielt, kommt eigentlich jeder Besucher mal in das Viertel. Mittendrin liegt der Old Market.

Dieser ist teils überdacht, aber einige Marktstände vor der Halle weisen unmissverständlich darauf hin, dass man angekommen ist. Drinnen geht es, je nach Tageszeit, meistens recht wuselig zu. Trotz der vielen Touristen in diesem Teil Siem Reaps hat sich der Old Market einen traditionellen Charme und viel Authentizität bewahrt. Die Einheimischen kaufen hier täglich ihre frischen Lebensmittel ein, die Verkäufer schlafen zwischen ihren Waren, es ist schmutzig und es riecht eigentümlich – aber möchte man nicht irgendwie genau das erleben? Drinnen werden auch Speisen frisch zubereitet und verkauft, weiterhin sehr zu empfehlen der unfassbar leckere Eiskaffee, der praktisch überall angeboten wird. Dazu haben sich Souvenirverkäufer, Textil- und Schmuckhändler sowie Handwerker und Künstler im Old Market niedergelassen.

Egal, ob du Frühstück, ein handgeschnitztes Bücherregal oder ein Angkor-T-Shirt suchst, hier wirst du auf jeden Fall fündig. Die Preise sind natürlich recht niedrig, wobei ich sagen muss, dass sie trotzdem noch etwas höher sind als auf dem »Russischen Markt« in Phnom Penh – zumindest was Souvenirs angeht.

Öffnungszeiten hat der Old Market eigentlich nicht; die Händler bauen morgens ihre Stände auf und gehen, wenn sie genug verkauft haben. Insbesondere in den Abendstunden öffnen dazu viele Garküchen ringsherum, bei denen du von den berühmten frittierten Insekten über Nudelgerichte bis zum Banana Pancake allerlei Köstliches bekommt.

Auf dem Old Market in Siem Reap, Kambodscha

Auf dem Old Market

Auf dem Old Market in Siem Reap, Kambodscha

Frische Früchte

Früchte auf dem Old Market in Siem Reap, Kambodscha

Auf dem Old Market in Siem Reap, Kambodscha

Leckere Köstlichkeiten

Auf dem Old Market in Siem Reap, Kambodscha

Auf dem Old Market in Siem Reap, Kambodscha

Auf dem Old Market in Siem Reap, Kambodscha

In den Markthallen des Old Market

 

2.) Angkor Night Market (Nachtmarkt)

Der Angkor Night Market ist der offizielle Nachtmarkt, obwohl auch der Old Market bis in die Nacht geöffnet hat. »Nachtmarkt« bedeutet eigentlich, dass dieser Markt erst später am Tag öffnet. Lustigerweise gibt es hierzu viele unterschiedliche Berichte. Ich habe erlebt, dass die rund 250 Händler, die im überdachten Markt selbst verkaufen, zum Sonnenuntergang gegen 17 Uhr ihre Stände aufbauen. Jedoch gibt es auch hier ringsherum Garküchen sowie andere kleine Shops und Stände, die den ganzen Tag über geöffnet sind.

Der Angkor-Nachtmarkt liegt unweit des Old Market entfernt und befindet sich damit ebenfalls im touristischen Kern Siem Reaps. Hier kauft man hauptsächlich Textilien, Schuhe, Taschen und Mobiltelefone, aber wir haben auch einige ungewöhnliche Souvenirs für unsere Familien gefunden, die es sonst nirgends gab (z.B. Zitronengras-Schnaps in hübschen Geschenkverpackungen). Außerdem gibt es hier Gewürze, Gewürze und nochmals Gewürze.

Ich fand es schön, mich am späten Nachmittag in einem der kleinen Restaurants am Nachtmarkt niederzulassen und das rege Treiben beim Aufbauen des Marktes zu beobachten, bis es dunkel wurde – natürlich, um dann selbst auf Schnäppchenjagd zu gehen.

Angkor Night Market in Siem Reap, Kambodscha

Stand auf dem Angkor Night Market

Angkor Night Market in Siem Reap, Kambodscha

Angkor Night Market in Siem Reap, Kambodscha

 

In den Einkaufsstraßen, die die Märkte miteinander verbinden, haben sich viele Spa- und Wellness-Einrichtungen niederlassen. Beliebt ist auf jeden Fall das »Fish Spa«, wo kleine Garra-Rufa-Fische die tote Haut von den Füßen abnagen.

Etwas ungewöhnlicher ist die Prozedur, für die sich mein Freund entschieden hat: Ear Candling. Hierbei sollen die Ohren mittels der Wärme einer Kerze von innen gereinigt werden – wie ich hinterher gelesen habe, ist diese Anwendung jedoch umstritten.

Mein Freund schwört aber, dass es total angenehm und entspannend war, und freut sich schon jetzt auf sein nächstes Mal. Ear Candling kostet 5-8 Dollar, ist meist verbunden mit einer kleinen Kopf- und Nackenmassage – vielleicht ist auch das der angenehme Part –und wird ganz pragmatisch auf einer Liege an der Straße durchgeführt.

Angkor Night Market in Siem Reap, Kambodscha

Eingang des Angkor Night Markets

Angkor Night Market in Siem Reap, Kambodscha

Buntes Treiben

In den Gassen des Angkor Night Markets

Angkor Night Market in Siem Reap, Kambodscha

Angkor Night Market in Siem Reap, Kambodscha

Angkor Night Market in Siem Reap, Kambodscha

 

3.) Art Center Night Market (Night Bazaar)

Ebenfalls beim Old Market um die Ecke, aber auf der anderen Seite des Flusses, befindet sich der Art Center Night Market. Die Brücken am Fluss sind nachts wunderschön beleuchtet. Auf dem Art Center Night Market gibt es, wie man vermuten würde, hauptsächlich „Arts and Crafts“ – also Kunsthandwerk und alles, was von Hand gearbeitet ist (Gemälde, Schals, Schnitzereien, etc.).

Die Preise sind hier recht hoch, was zum einen an der höheren Qualität der Waren liegt, und zum anderen an der ganz klar touristischen Ausrichtung. Einheimische kaufen hier eher nicht. Zudem gibt es kostenlose Folklore zu sehen, eine Apsara-Tanz-Show findet täglich von 20 bis 21 Uhr statt.

Art Center Night Market in Siem Reap, Kambodscha

Hier bleiben keine Wünsche offen

 

4.) Ein paar Tipps zum Marktbesuch

Eigentlich liegt es auf der Hand, dass eine Luis-Vuitton-Tasche für umgerechnet 20 € eventuell gefälscht sein könnte. Das Gleiche gilt für Mobiltelefone und sonstige Markenartikel.

Handeln ist auf den Märkten Kambodschas generell erwünscht, du zahlst sonst viel zu viel für deine Souvenirs. Am Anfang ist es normal, sich ein bisschen über den Tisch ziehen zu lassen, wir Europäer haben einfach keine Übung im Handeln.

Irgendwann hast du aber den Dreh raus. Natürlich zahlst du so oder so für alles mehr als die Locals, aber du hast auch mehr Geld als sie. Behalte trotzdem dabei im Kopf, dass die meisten der hübschen Souvenirs nicht aus Kambodscha sind, sondern meistens Massenware aus China. Wenn du auf der Suche nach authentischem Kunsthandwerk bist, solltest du in den Ort fahren und direkt bei den Künstlerwerkstätten einkaufen.

Vermeide es unbedingt, Artefakte zu kaufen, z.B. gemeißelte Steintafeln, die angeblich direkt aus den Tempeln Angkors kommen. Im besten Fall sind sie unecht und du hast Unsummen für wertlosen Nippes ausgegeben. Im schlimmsten Fall sind sie echt, und du ermunterst mit deinem Kauf die Diebe zur weiteren Zerstörung eines Wunders der Menschheitsgeschichte. In beiden Fällen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dir die Artefakte am Zoll direkt wieder abgenommen werden. Am besten gleich die Finger davon lassen.

 

5.) Streetfood

Beim Marktbesuch solltest du Hunger mitbringen! Das Essen ist nirgends besser, frischer und günstiger – und die Köche sind nirgends versierter. Statt in die touristischen Restaurants zu gehen, probiere dich doch mal durch die zahlreichen Garküchen. Sei es als Mutprobe, dann koste die frittierten Taranteln, oder als neue kulturelle Erfahrung (die meisten Händler sprechen wenig Englisch – zeige einfach auf das, was du essen möchtest). Hier kannst du deinen Horizont erweitern.

 


Text und Fotos: Josie

Josie lebt in Hamburg und hat vor ein paar Jahren ihr Herz an Südostasien verloren. Hauptberuflich sitzt sie im Büro, aber ihre Leidenschaft sind unentdeckte Orte, unbekannte Speisen, und natürlich, all das zu fotografieren. Neben ihrer großen Liebe Bangkok, zu der sie immer wieder gern zurückkehrt, entdecken sie und ihre Kamera auf jeder Reise neue Dinge, von denen sie gerne berichte. Weitere Bilder und Geschichten von Josie findest du bei Instagram, Nutzername: like_a_gipsy 

 

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 18. März 2018. Zuletzt aktualisiert am 18. März 2018.

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