Mit dem Fahrrad durch Kambodscha – die erste Etappe

Andrea und Klaus sind in Kambodscha angekommen. Mit Fahrrad und Drohne werden sie das Land vier Monate lang bereisen und dabei Spenden für ein Hilfsprojekt sammeln. Hier der Bericht von ihrer ersten Etappe.

 

Wenn du mehr über das Projekt von Andrea und Klaus wissen möchtest, kannst du hier das Interview lesen, das ich mit den beiden kurz vor dem Start geführt habe. In den nächsten Wochen werden die beiden hier auf der Seite regelmäßig über ihre Erlebnisse berichten.

Nun übergebe ich das Wort an Andrea:

 

Kambodscha: Ankunft und erste Etappe

Wir haben es geschafft. Wir sind in Kambodscha. Mit unseren Brompton-Falträdern und einer Drohne im Anhänger. Vier Monate werden wir das Land bereisen. Und wir wissen jetzt schon: Langweilig wird es uns nicht werden.

 

Heute ist Tag 8 unserer Reise und Tag 5 in Kambodscha. Wir sind in Battambang. In der kurzen Zeit haben wir schon wieder so viel erlebt, dass es sich wie ein ganzer Monat anfühlt.

Das Ganze fing schon mit der abenteuerlichen Bahnfahrt von Bangkok zum Grenzübergang Pointe an.

Unsere Kiste passte natürlich nicht durch die Tür. Aber kein Problem, die kräftigen Jungs in der Bahn schoben sie einfach durch das Fenster und später wieder raus. Stelle man sich das Mal in Deutschland vor …

 

Neben mir verweilte während der Fahrt eine Ratte, nein, nicht lebendig, sonder tot, neben allerlei anderen toten Fischen, Würmern und Insekten. Herrliche Spezialitäten! Vielleicht sollte ich an dieser Stelle mal erwähnen, dass ich Vegetarier bin.

Der Übergang an der Grenze nach Kambodscha war unkompliziert. Das Visum hatten wir uns schon in Deutschland besorgt, also nur noch den Stempel für die Ausreise aus Thailand organisieren und dann den Stempel für die Einreise nach Kambodscha. Ein unglaubliches Gewusel, aber irgendwie war doch alles in seinen Bahnen organisiert.

 

Dann sind wir in Kambodscha!

Monatelang haben wir davon geträumt, organisiert und uns „Sorgen“ gemacht. Und jetzt haben wir es geschafft.

Wir suchen uns ein Zimmer und schmeißen uns direkt in das »Chaos« auf den Straßen. Anders als bei Reisen in Europa hast du keine Chance in deiner kleinen Blase zu bleiben, du bist nicht nur Zuschauer, du steckst mittendrin.

Du wirst überall angelächelt, man ist zurückhaltend freundlich und manchmal werden wir auch einfach nicht verstanden. Denn viele Gesten, so wissen wir jetzt schon, werden einfach anders verwendet. Wenn wir zum Beispiel mit den Fingern eine 4, um vier Reiskuchen zu bestellen, dann wird der Kopf geschüttelt. Großes Fragezeichen. Ein paar Tage später wissen wir, die Dame am Stand dachte, wir wollen 4.000 Riel zahlen.

Also geben wir ab sofort das Geld und bekommen dann dafür die entsprechende Anzahl an was auch immer. So sind wir dann neulich stolze Besitzer von 15 Reisküchlein geworden. Wenn ihr schon mal so einen gegessen habt, dann wisst ihr, wie froh man ist, wenn man zwei schafft. Reiskuchen werden mit Zuckerrohr gesüßt und sind ziemlich »nahrhaft« …

 

Die erste Kilometer

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück folgte dann die erste Tour mit den Fahrrädern nach Sisophon.

Wir haben die Sonne unterschätzt. Ein selbstgebastelter Sonnenschutz muss her, bis wir einen Markt finden, auf dem wir zwei langärmlige Hemden kaufen können.

 

Sisophon ist ein Ort mit mehreren Gästehäusern und Hotels. Wir nehmen das Erste am Ortseingang und erkunden mit dem Fahrrad den Ort.
Der nächste Markt. Ein Platz voller Tierleichen und sterbender Fische. Aber auch voll von wunderbarem Gemüse und Obst.

 

Wir treffen zwei Deutsche, die uns Tipps für die Weiterreise geben. Sie leben hier und führen uns dann auch ein bisschen herum.

Und wir sehen, warum man wohl eigentlich kein Eis in die Getränke nehmen sollte.
Gut, dass wir das nicht vorher wussten.

 

Der empfohlene Weg am nächsten Morgen entpuppt sich als echter Glücksfall. Immer an einem Fluss entlang, gesäumt von Hütten und voller Menschen. Es ist Sonntag und die Kinder sind nicht in der Schule. Ein freundliches »Hallo« hier und da, immer ein Lächeln, wie es breiter nicht geht und auch mir tun nun mittlerweile die Gesichtsmuskeln vom Lächeln weh. Und irgendwie scheint unser Anhänger für großes Aufsehen zu sorgen. Wir halten immer mal wieder an, um zu genießen. Lachende Kinder schwirren in einem netten Abstand um uns herum und an verschiedenen Stellen packe ich meine Sofortbildkamera aus. Wenn sich das Bild entwickelt, wird gestaunt und die großen Kinderaugen werden noch größer.

 

Wir fahren weiter und kommen nach Bavel. Das ist ein kleiner Ort auf halber Strecke Richtung Battambang. Hier gibt es nur ein Hotel und das wird gerade umgebaut. Als Ersatz bekommen wir so etwas wie einen bewohnbaren Baucontainer. O.k., das reicht auch.

 

Von Bavel nach Battambang

Der nächste Morgen, wir essen wieder irgendetwas auf der Straße und packen Reiskuchen ein. So machen wir uns auf zur letzten Etappe nach Battambang. Dort wollen wir uns mit der NGO treffen, für die wir die Spenden sammeln, um das Projekt WASH vor Ort zu unterstützen.

Der Weg geht über ordentliche Schlammwege, die Fahrrad-Ketten knirschen und das erste und wahrscheinlich auch einzige Mal ist es von Vorteil, dass ich keine Schutzbleche habe. Bei Klaus am Fahrrad setzt sich ständig die Matsche zwischen Schutzblech und Reifen fest.

In Battambang machen wir kurz halt an einer Werkstatt. Das Ehepaar reinigt unsere Fahrräder, den Anhänger, unsere Schuhe, Füße und Beine. Sie strahlen und wehren ab, als wir ihnen Geld geben wollen.

 

Noch eine kurze Strecke und wir sind an einem Hotel. Kein Zimmer frei. Naja, vielleicht doch eins: auf dem Dach, ohne eigene Dusche und Toilette. Macht nix, wir nehmen es. Schließlich ist es mit Blick über Battambang und kostet nur 6 Dollar die Nacht.

 

Wir werden ein paar Tage bleiben, Berichte schreiben, fotografieren, „sehen lernen“ und vielleicht auch noch die eine oder andere Luftaufnahme machen. Auf der Fahrt hierher gab es schon ein paar Möglichkeiten für Luftbilder. Schade, dass es doch oft geregnet hat und das Licht nicht besonders war. Aber wir haben ja noch 4 Monate Zeit.

Schaut doch mal auf unsere Seite jokeair.com/donation, dort könnt ihr schon unsere ersten Luftaufnahmen sehen, die an die Spender für das Projekt WASH gegangen sind.

Demnächst werden wir ausführlicher über das Projekt WASH berichten, aber auch über die verschiedenen Landschaften, die wir schon jetzt durchquert haben. Und darüber, dass ein Tag mit wundervollem Essen, liebevollen Begegnungen und dem Treten in die Pedalen ein Tag ist, der schöner nicht sein könnte.

 

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 20. Dezember 2017. Zuletzt aktualisiert am 20. Dezember 2017.

Kommentare (2)

  1. Ein Land voller Eindrücke und den, bis dato freundlichsten Menschen. Ich vermisse Cambodia. Viel Spaß auf der weiteren Tour und viel Glück mit eurem Projekt!

  2. Klasse Bericht…wenn die Kids mal groß sind…dann aber

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