Indonesien: Abenteuer Nord-Sumatra

Der Norden der indonesischen Insel Sumatra lockt mit vielen interessanten und abwechslungsreichen Reisezielen auf relativ engem Raum. Ein Überblick.

Die Tipps hat Heiko Meyer vom Reise- und Food-Blog Wo der Pfeffer wächst zusammengestellt. Auf seiner Seite findest du eine ganze Reihe spannender Berichte über Indonesien und andere südostasiatische Reiseziele. Folge ihm auch auf Facebook oder Twitter.

 

Die schönsten Ziele in Nord-Suamatra

Schon seit Jahrzehnten zieht es ausländische Touristen nach Sumatra. Aufgrund zurückliegender Naturkatastrophen und ethnischer Konflikte kommen aber deutlich weniger Besucher als früher auf die sechstgrößte Insel der Welt. Ein großer Fehler! Denn dieser Teil Indonesiens bietet eine Fülle an interessanten Orten, die meist sogar sehr günstig zu bereisen sind.

 

Orang-Utans in Bukit Lawang

Ganz oben auf der Liste vieler Besucher steht Bukit Lawang, etwa 100 Kilometer von der Großstadt Medan entfernt. Direkt hinter den Häusern des kleinen Ortes, der sich beiderseits eines Flusses erstreckt, erhebt sich der dichte Dschungel des Gunung-Leuser-Nationalparks wie eine steile, grüne Wand.

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Der kleine Ort Bukit Lawang liegt an einem Flusses.

 

In Bukit Lawang lassen sich Orang-Utans aus nächster Nähe beobachten. Fast alle Besucher unternehmen dafür eine ein- bis mehrtägige Trekkingtour. Die Wahrscheinlichkeit, den rothaarigen Menschenaffen in freier Wildbahn zu begegnen, beträgt nahezu 100 Prozent! Wer die Anstrengungen scheut, besucht die Fütterungsplattform einer Rehabilitationsstation.

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Orang-Utans lassen sich aus nächster Nähe beobachten.

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Aber es gibt noch viele andere Urwaldbewohner.

 

Trekking ist ein Highlight in Bukit Lawang – Tubing ein anderes: Sich auf Traktorreifen den Fluss entlang treiben zu lassen, macht riesigen Spaß! Überhaupt ist Bukit Lawang ein sehr entspannter Ort. Tagsüber genießen alle die beeindruckende Natur, abends wird zusammengesessen.

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Ein anderes Highlight in Bukit Lawang ist Tubing.

 

Bei den Batak am Toba-See

Toba ist nicht nur der größte See Südostasiens, sondern zudem der größte und tiefste Vulkankratersee der Welt. Um ihn erheben sich bis zu 1200 Meter hohe Berge. Statt Moscheen, wie meist in Indonesien, stehen in dieser christlich geprägten Region viele Kirchen. Die traditionellen Wohnhäuser des hier lebenden Batak-Volkes besitzen mit ihrem geschwungenen Dach eine ganz eigene Architektur.

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Um den Toba-See erheben sich bis zu 1200 Meter hohe Berge.

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Mit der Fähre geht es zur Insel Samosir nach Tuk Tuk.

 

Inmitten des riesigen Toba-Sees befindet sich die Insel Samosir. Sie ist etwa so groß wie Singapur. Die meisten Touristen auf Pulau Samosir verschlägt es in einen Ort namens Tuk Tuk am Ufer des Toba-Sees. Dort gibt es eher mehr als weniger Unterkünfte. Deshalb kannst du in Tuk Tuk besonders günstig die Seele baumeln lassen. Nach einem Bad im Toba-See bietet sich eine Fahrradtour durch die schöne Umgebung an. Dabei werden Besuchern in manchen traditionellen Batak-Dörfern makabre Geschichten aus vorchristlicher Vergangenheit aufgetischt.

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Die traditionellen Wohnhäuser des Batak-Volkes besitzen eine ganz eigene Architektur.

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Auch diese Touristinnen aus Medan genießen den Ausflug an den Toba-See.

 

Moloch Medan

Der Flughafen von Medan ist häufig Start- oder Endpunkt eines Trips nach Sumatra. Der Name von Indonesiens drittgrößter Stadt fällt gelegentlich nur dann, wenn sich Reisende über die schlimmsten von ihnen besuchten Orte unterhalten. Ganz so schrecklich ist die an Sehenswürdigkeiten arme Metropole jedoch sicher nicht. Zumal der Eindruck entscheidend von der Perspektive abhängt. Wer gerade per Flug aus Europa eintrifft, wird vom Moloch Medan wahrscheinlich wenig begeistert sein. Wer aber von einer mehrtägigen Dschungelwanderung zurückkommt, weiß die Vorzüge dieser Großstadt sicher zu schätzen.

 

Katastrophentourismus in Banda Aceh

Bis zum 26. Dezember 2004 kannten nur wenige in der westlichen Welt die Region Aceh. Bis zu jenem verheerenden Tsunami, der einem Seebeben vor der Westküste Sumatras folgte. Über 250.000 Menschen starben. Am schlimmsten betroffen war Indonesiens westlichste Provinz Aceh. Allein hier ließen 132.000 Menschen ihr Leben. Weitere 37.000 wurden vermisst.

In der modernen, sauberen 200.000-Einwohner-Stadt Banda Aceh sind trotz raschen Wiederaufbaus noch immer viele Spuren dieser Naturkatastrophe sichtbar. Noch heute liegt ein 2600 Tonnen schweres Schiff fünf Kilometer im Inland und zeugt von der gigantischen Kraft des Tsunamis. Im Zentrum der Stadt erinnert das Tsunami-Museum an eine der größten Naturkatastrophen in der Geschichte der Menschheit. Ein auf Hausdächer geschwemmter Fischkutter wurde als Denkmal in dieser Position belassen.

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Dieses Schiff wurde vom Tsunami fünf Kilometer ins Inland gespült – und liegt noch heute dort.

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Ein Museum erinnert an den großen Tsunami.

 

Von Aceh aus nahm übrigens einst die Verbreitung des Islams in Indonesien ihren Lauf. Heute ist Aceh die einzige Provinz des Landes, in der die Scharia, das islamische Rechtssystem, gilt. Aber der strenge Islam ist nur eine Facette. Viele Bewohner der Universitätsstadt sind weltoffen und herzlich.

Und auch jenseits von Katastrophentourismus gibt es jede Menge zu sehen: etwa die große Raya-Baiturrahman-Moschee und das kulturelle Museum Aceh. Wenige Kilometer außerhalb von Banda Aceh lässt sich in Lampuuk eine entspannte Zeit am schönen Strand verbringen – allerdings ohne Bikini.

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Die Raya-Baiturrahman-Moschee in Banda Aceh

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Auch am Strand von Lampuuk nahe Banda Aceh gelten muslimische Kleidervorschriften.

 

Inselparadies Pulau Weh

Pulau Weh liegt zwei Fährstunden von Banda Aceh entfernt und stellt den westlichsten Punkt Indonesiens dar. Die Insel genießt angesichts der artenreichen Unterwasserwelt vor allem bei Tauchern und Schnorchlern einen guten Ruf. Aber auch über Wasser lässt es sich dort gut aushalten.

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Ankunft mit der Fähre in Pulau Weh

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Pulau Weh ist eine entspannte Insel.

 

Wer wert auf einen schönen Strand legt, sollte in Sumur Tiga im Nordosten nahe der Inselhauptstadt Sabang übernachten. Im Dörfchen Iboih im Nordwesten ist der Strand nicht so schön. Dafür ist die Atmosphäre angenehm und chillig. Tagsüber gehen alle tauchen, schnorcheln oder schwimmen. Am Abend wird mit netten Leuten zusammengesessen, gegrillt und getrunken. Da wie überall in der Provinz Aceh auch auf Pulau Weh die Scharia gilt, ist Alkohol nur unter der Hand erhältlich.

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Die wahren Highlights liegen unter Wasser.

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Schräge Palmen am Iboih Beach

 

Noch mehr interessante Ziele

Sumatra ist die sechstgrößte Insel der Welt. Allein der nördliche Teil bietet genug interessante Reiseziele für mehrere Wochen oder sogar Monate. Dazu gehören der Vulkan Sinabung bei Berastagi, die Banyak– und die Mentawei-Inseln, Pulau Nias, das Minangkabau-Hochland bei Bukittinggi sowie die Stadt Padang.

Anreise: Die schnellste Variante aus Europa ist ein Langstreckenflug nach Kuala Lumpur in Malaysia. Von dort geht es zum Beispiel mit AirAsia oder Firefly nach Medan oder Banda Aceh. Innerhalb Indonesien gibt es täglich zahlreiche Flüge von der Hauptstadt Jakarta nach Medan und Banda Aceh. Hinzu kommen regionale Verbindungen.

 

Hast du weitere Tipps für den Norden Sumatras?

 

 

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 28. Januar 2015. Zuletzt aktualisiert am 18. Februar 2016.

Kommentare1 Kommentar

  1. Danke an Heiko für sie Tipps.

    Eine Reise nach Sumatra und vorallem Pulau Weh steht auch schon länger auf unserer Bucket List. Dein Blogeintrag hilft uns gerade bei der Reiseplanung. Zuerst gehts bei uns jetzt aber nach Raja Ampat zum Tauchen.

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