Beeindruckende Inselgruppe: Was du auf den 1.000 Islands entdecken kannst

Rund 50 Kilometer vor Jakartas Küste liegen die Thousand Islands. Rund um die Insel Pramuka erwarten dich schöne Strände und eine tolle Unterwasserwelt. Ein Erfahrungsbericht.

 

Bolle und Marco haben sich ihren großen Traum verwirklicht und befinden sich seit September 2015 auf Weltreise. Einige Wochen haben sie dabei in Indonesien verbracht. Über den Ausflug zu den 1.000 Islands, der zu den bisherigen Highlights ihrer Reise gehört, berichten sie in diesem Beitrag. Wenn du mehr von den beiden lesen möchtest, schau doch mal auf ihrem tollen Blog »Komm wir machen das einfach« oder auf ihrer Facebook-Seite vorbei.

 

Eine unglaubliche Reise zu den Thousand Islands

Wenn du Indonesien hörst, wirst du wahrscheinlich an Bali denken, vielleicht noch an Sumatra oder Java. Aber von den Thousand Islands nördlich von Jakarta haben bisher die wenigsten gehört.

Da die Inselgruppe mit rund 130 Inseln als Reiseziel noch relativ unbekannt ist, findest du dort noch ein sehr einfaches, ursprüngliches Indonesien vor.

Vielleicht war der Besuch der Inselgruppe, die offiziell Palau Seribu heißt, auch deshalb eines der Highlights während unserer Reise durch Indonesien. Kristallklares Wasser, eine unglaubliche Unterwasserwelt, menschenleere Inseln und einsame Strände – was willst du mehr?

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1000 Islands – Tipps zur Anreise

Unsere Reise startete in Jakarta, denn von hier aus fahren die Boote von den Häfen Marina Anchol oder Marina Angke zu den Inseln.

Wenn du also die ca. 50 Kilometer von Jakarta nach Pramuka nicht schwimmen möchtest, hast zwei Alternativen: das langsame Holzboot für 50.000 IDR (ca. 3,20 €) vom Marina Angke Hafen (Fish Market), dessen Überfahrt drei Stunden dauert, oder das Speedboot vom Marina Anchol Hafen.

Die Fahrt mit dem schnellen Boot dauert nur knapp eine Stunde und kostet 175.000 IDR (ca. 12 €). Los geht es um 8 Uhr, der Ticketverkauf startet jedoch bereits eine Stunde vorher! Du solltest auf jeden Fall frühzeitig dort sein, da so ein Boot nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen hat und eben nur einmal am Tag verkehrt.

Nach unseren Informationen fährt das langsame Holzboot (eine Art Fähre) bereits um 7 Uhr morgens ab, ganz verlassen würden wir uns auf diese Abfahrtszeit jedoch nicht. Am besten fragst du einfach noch einmal in deiner Unterkunft in Jakarta nach, vielleicht wissen die Angestellten ja mehr.

Wenn du dich für Pramuka Island entscheidest, kannst du täglich um 13 Uhr mit dem Holzboot oder um 15 Uhr mit dem Speedboot zurück nach Jakarta fahren. Auch diese Boote fahren nur einmal am Tag!

Es gibt zudem aber noch einige Anbieter, die Tagesausflüge oder mehrtägige Touren zu den Inseln wie zum Beispiel Bidadari, Putri oder auch Ayer durchführen. Bereits für weniger als 20 € kannst du zu einem Tagestrip aufbrechen. Das war aber nicht das, wonach wir suchten.

Wir machten uns daher rechtzeitig auf den Weg und bekamen unsere Tickets am Hafen. Das Boot startete pünktlich und gemeinsam mit anderen Einheimischen erreichten wir nach knapp einer Stunde Pramuka Island. Sofort fiel uns das atemberaubend schöne Wasser auf. Türkisblau und so unfassbar klar, man konnte sogar den Grund noch in drei Meter Tiefe sehen.

 

Unterkunft auf Pramuka Island

Nach der Ankunft ging es dann erstmal zur Homestay-Unterkunft, die wir vorab auf AirBnB für drei Nächte gebucht hatten.

Auf dem Weg dorthin wurden wir von allen Seiten neugierig beäugt. Westliche Touristen sind hier wohl sehr selten zu sehen. Besonders die Kinder begrüßten uns mit einem schüchternen »Hello Mister«, um sich danach gleich hinter einem Baum zu verstecken. Auch wenn man sich an die Blicke erst gewöhnen muss, ist es dennoch schön, nicht der millionste Besucher des Tages zu sein.

Die Unterkunft an sich war sehr einfach: Matratzen auf dem Boden, Plumpsklo und ein Fernseher – das war grob gesagt die Ausstattung unserer vier Wände. Aber so lebt man hier nun einmal – einfach, aber immerhin funktionell. Das störte uns auch nicht weiter, wir waren dort um uns die schönen Inseln anzuschauen und vor allem die Unterwasserwelt zu bewundern.

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Die Insel Pramuka

Pramuka selbst ist klein – zu Fuß brauchst du nur etwas zehn Minuten, um von der Ostseite zur Westseite zu laufen. Es gibt sicherlich schönere Inseln, aber hier hast du die einmalige Gelegenheit, vollkommen in das Leben der Einheimischen eintauchen zu können.

Am Hafen liegen die vielen Fischerboote, überall laufen Katzen umher und die Kinder fahren auf Inlinern oder kleinen Rollern um dich herum. Bei den Locals kannst du günstig Nudel- und Reisgerichte für knapp ein bis zwei Euro verzehren.

Du findest auf der Insel hier und da kleine Shops, in denen du das Notwendigste kaufen kannst. Auf dem zentralen Platz befinden sich eine schöne Moschee, weiter hinten auf der Insel ein Fußballplatz und sogar eine Aufzuchtstation für Schildkröten.

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Der erste Bootsausflug

Am Morgen nach unserer Ankunft war es uns trotz aller Bemühungen mit Händen und Füßen nicht gelungen, am kleinen Fischerhafen ein Boot für einen Tagestrip zu chartern. Englisch redet hier natürlich niemand.

Glücklicherweise konnte die Besitzerin unseres Homestays bei der Organisation weiterhelfen. Per Whatsapp schilderten wir unsere Vorstellung und innerhalb weniger Minuten organisierte sie alles, obwohl sie gar nicht vor Ort war.

Mit den Jungs, die für die Zimmer im Homestay verantwortlich waren, ging es mit einem Holzboot zu den Inseln Semak Dau und Palau Air. Wir vereinbarten einen Preis von 400.000 IDR (knapp 27 Euro) für diesen Ausflug inklusive Schnorchelausrüstung.

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Kurz vor Semak Dau wechselte die Farbe des Wassers vom schönsten Blau, das wir je gesehen haben, zu einem traumhaften türkisblau. Anders als auf Pramuka Island gibt es hier einen Sandstrand, der sich komplett um die winzige Insel zieht. Perfekt also, um endlich in das kühle Nass zu springen!

Mehr kannst du auf dieser Insel, die gerade mal 150 Meter im Durchmesser hat, auch nicht machen. Einfach an den Strand setzen oder ins Wasser gehen, dich an der tollen Umgebung erfreuen, die Augen schließen und den Augenblick genießen …

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Langsam wurde es aber auch Zeit, die Unterwasserwelt zu erkunden! Nach einer weiteren kurzen Bootsfahrt sahen wir bereits vom Boot aus die Korallen unter uns. Jetzt hieß es nur noch: Flossen an, Brille auf, Schnorchel rein und los!

So etwas haben wir vorher noch nie gesehen. Ein riesiges Korallenfeld, das sich vermutlich komplett um die (große) Insel erstreckt, eine grandios lebhafte Unterwasserwelt mit unzähligen Fischen, Pflanzen und Muscheln. Das kann man gar nicht in Worte fassen. Leider hat unsere Unterwasserkamera bei den meisten Bildern kläglich versagt.

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Am späten Abend trieb uns der Hunger zurück Richtung Pramuka. Die Jungs fuhren uns zu einem Restaurant, das sich direkt auf dem Wasser befindet (Floating Restaurant). Um uns herum nur das Meer – einfach großartig. Dort knipsten wir dann noch mit den spielenden Kindern Erinnerungsfotos und ließen den ereignisreichen Tag bei einem unglaublich leckeren Teller Mie Goreng nochmals Revue passieren.

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Der nächste Tag: Palau Bira und Schnorcheln am Riff

Am nächsten und letzten Tag im Paradies wollten wir nochmal abtauchen. Nach einem Keksfrühstück – mehr gab es hier irgendwie nicht zu kaufen – ging es mit den Jungs wieder aufs Boot, diesmal fuhren wir Richtung Norden, genauer gesagt nach Palau Bira und zu einem Schnorchelspot ganz in der Nähe. Für diesen Trip machten wir einen Preis von 600.000 IDR aus (knapp 40 Euro).

Die zweistündige Fahrt fühlte sich dank des heftigen Seegangs an, als wären wir doppelt so lange unterwegs gewesen. Der Magen schaukelte synchron zum Boot von rechts nach links. Bolle wollte schon aufgeben, als sich das Meer glücklicherweise etwas beruhigte. Noch mit flauem Magen kamen wir auf Palau Bira an. Ein langer Steg verbindet die Insel mit den anliegenden Booten. Der blaue Himmel, das Grün der Bäume und das kristallklare Wasser neben dem Steg schmolzen zu einem gigantischen Anblick zusammen.

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Auf Palau Bira wurde einst ein Golf-Resort erbaut. Mittlerweile ist die Insel jedoch verlassen, die Überbleibsel des Resorts heruntergekommen, das Wasser des damaligen Swimmingpools inzwischen dunkelgrün und undurchsichtig. Das tut der Schönheit der Insel jedoch keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, sie ist so friedvoll. Außer den tierischen Bewohnern und dem Meeresrauschen hörten wir weit und breit nichts.

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Nachdem wir eine Weile am Ufer entlang liefen, setzten wir uns auf einen Baumstamm. Wir sprachen kein Wort, lauschten nur dem Zwitschern der Vögel und sahen auf das unendliche Meer vor uns. Die einheimischen Jungs versuchten währenddessen ein paar kleine Tintenfische mit einer Schnur zu angeln – was ihnen auch gelang.

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Vor der Rückfahrt zu unserer Insel wollten wir noch ein letztes Mal die Schönheit der Unterwasserwelt mit eigenen Augen sehen. Und auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht, denn der Schnorchelspot bei Palau Bira ist nochmal eine Ecke beeindruckender als der Spot am Tag zuvor.

Diesmal haben wir neben einem riesigen Korallenriff auch Seeanemonen und Clownfische gesehen. Was die Unterwasserwelt hier zu bieten hat, ist echt traumhaft. Wir hätten dort Stunden verbringen können.

Bei der Rückfahrt haben wir versucht den Jungs bewusst zu machen, welchen Schatz sie da vor ihrer Haustüre haben. Wir hoffen von ganzem Herzen, dass diese Gegend niemals von rücksichtslosen Touristenmassen besucht wird. Wir möchten Orte wie diese nämlich auch noch unseren Kindern zeigen können.

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Die Tage auf den Thousand Islands waren definitiv ein Highlight der bisherigen neun Monate unserer Weltreise. Einen Besuch dieser Inseln können wir jedem ans Herz legen, der untouristische Orte erkunden, gerne auch die Welt unterhalb der Wasseroberfläche sehen oder einfach mal zur Ruhe kommen möchte.

Luxus solltest du hier nicht erwarten – stattdessen ist es eben ursprünglich, einfach und einheimisch. Aber ist es nicht gerade das, was ein Abenteuer ausmacht?

Du solltest dich auf jeden Fall den Umständen entsprechend verhalten und die Kultur und das Leben der Menschen dort respektieren. Wenn du offen für Neues bist, dich mit wenig zufriedengibst, keine Probleme damit hast, einfach zu leben, dann bist du hier genau richtig.

 

Weitere Tipps

Link: Airbnb Homestay
Link: Anbieter von Touren

 

Andere bekannte Inseln:

  • Pulau Bidadari: küstennah gelegen
  • Pulau Ayer: bekannter Strand, Cottages
  • Pulau Kotok: bekannt als Schnorchel- und Tauchgebiet
  • Pulau Putri: zahlreiche Restaurants, Cottages
  • Pulau Sepa: eine der kleineren Inseln, tolle Strände, Schnorcheln, Tauchen, Jetski
  • Pulau Bira: gute Strände und tolle Schnorchelspots
  • Pulau Pantara – Outdoor-Aktivitäten, Cottages
  • Pulau Pramuka – Schildkröten-Aufzucht-Station, Verwaltungsinsel, Homestays, Floating Restaurant

 

Inseln und Preise ab Marina Anchor (Stand: Mitte 2016):

Montag – Freitag:

  • Bidadari/Ayer – 80.000 IDR
  • Untung Jawa – 80.000 IDR
  • Tidung – 135.000 IDR
  • Pari/Pramuka – 135.000 IDR
  • Kelapa/Kotok/Putri/Pelang/Sepa – 220.000 IDR
  • Pantara – 330.000 IDR

Samstag – Sonntag – Ferien:

  • Bidadari/Ayer – 105.000 IDR
  • Untung Jawa – 105.000 IDR
  • Tidung – 160.000 IDR
  • Pari/Pramuka – 160.000 IDR
  • Kelapa/Kotok/Putri/Pelang/Sepa – 270.000 IDR
  • Pantara – 375.000 IDR

 

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Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 21. Juli 2016. Zuletzt aktualisiert am 21. Juli 2016.

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