Mumbai: Unterwegs in der Mega-Metropole

Menschen kommen mit den unterschiedlichsten Erwartungen nach Indien. Manch einer um mich herum wird die seinen schon in der Ankunftshalle des Flughafens bestätigt sehen. Stromausfall. Und das in der Halle mit den Gepäckbändern.

Endlich Indien! Und direkt in Mumbai, der Mega-Metropole. Wie viele Menschen hier mittlerweile leben, weiß niemand so genau. 12,5 Millionen sind es nach einer Volkszählung von 2011 mindestens, und da ist das Umland noch nicht einmal eingerechnet. Das frühere Bombay gehört zu den größten Metropolregionen der Welt.

Nachdem die Gepäckbänder wieder laufen, begrüßen wir die Stadt mit einer Fahrt im Taxi. Fast 60.000 soll es davon in Mumbai geben. Viele der kleinen schwarzen Fahrzeuge vom Typ Premier Padmini erinnern an Trabis. In Wahrheit sind sie jedoch dem Fiat 1100 nachempfunden. Wenn es nach dem Willen der Regierung geht, sollen die meisten von ihnen in den nächsten Jahren aus dem Stadtbild verschwinden. Ein neues Gesetz sieht vor, dass kein Taxi älter als 25 Jahre sein darf. Premier hat die Padmini-Produktion bereits 2000 eingestellt, tausende Fahrzeuge haben schon jetzt die Altersgrenze überschritten.

Taxis in Mumbai

Sehenswürdigkeit auf vier Rädern: Taxis in Mumbai

Wir bekommen einen ersten Vorgeschmack auf Mumbai und seinen Straßenverkehr. Rote Ampeln haben nicht unbedingt eine Bedeutung und überholt werden darf jederzeit auf jeder Seite. Grundsätzlich gilt: Das größere Auto hat Vorfahrt.

Es ist 5 Uhr morgens und noch stockdunkel, doch es herrscht bereits Betrieb auf den Straßen. Wir sehen Massen von Menschen auf den Gehwegen schlafen, kochen, miteinander sprechen.

 

Luxus und Armut dicht beieinander

Im Viertel Colaba finden wir ein Zimmer im Carlton, einem einfach eingerichteten Guesthouse direkt gegenüber des Taj Mahal-Hotels. Mumbai ist ein Ort der Gegensätze. Vom Balkon blicken wir auf die teuerste Unterkunft der Stadt, unter uns lebt eine Familie auf dem Gehweg. Die Kinder werden gerade gewaschen und das Frühstück zubereitet. Die Sicherheitsabsperrungen der Polizei, die nach den Anschlägen von 2008 vor dem Taj Mahal errichten wurden, dienen als Wäscheleine. Daneben: Hunde, Straßenverkäufer, Müllberge.

Das Taj Mahal-Hotel in Mumbai

Das Taj Mahal-Hotel in Mumbai

Das Carlton Hotel in Mumbai

Das Carlton-Hotel hat eine kleine Terrasse mit Aussicht

Wir nutzen den ersten Tag, um die Gegend zu erkunden. Bus fahren erfordert von ungeübten Europäern Höchstleistungen, zum Ein- und Aussteigen bleibt nicht viel Zeit. Wenn der Bus überhaupt richtig hält. Frauen haben eigene Plätze, hinten bei den Männern wird Quetschen und Drücken zur olympischen Disziplin.
Ohne Ziel und Zeitdruck ist der Straßenverkehr ein Anblick zum Genießen. Mühsam schiebt sich die Blechkarawane durch die Stadt: Taxis, Busse, Lastwagen und PKWs, dazwischen Mofas, Ochsenkarren und Menschen, die einen Holzwagen schieben. Natürlich ist alles überladen. Den Rahmen bildet ein ohrenbetäubendes, niemals endendes Hupkonzert. Die Hupe wird hier benutzt, um im Verkehr auf sich aufmerksam zu machen, was ununterbrochen geschieht.

Mumbai Busse

mumbai-transport-handkarren

Mumbai Eis-Transporter

Die etwas andere Version eines Kühlwagens

 

Die indische Küche schafft es, die bereits hohen Erwartungen zu übertreffen. Ob Thali, Samosas oder Masala Dosa, man könnte hier den ganzen Tag nur essen.

 

Treffpunkt Stadtstrand

Abends besuchen wir den Chowpatty Beach, den populären Stadtstrand von Mumbai. Tausende Inder kommen jeden Nachmittag hierher, um sich zu vergnügen. Es gibt Spiele für Jung und Alt, von Hand betriebene Karussells, Luftballonverkäufer und natürlich Essensstände. Während wir fotografieren, wie die Sonne hinter der Stadt untergeht, werden wir selbst auch immer wieder zum Fotomotiv. Vor allem junge Inder bitten um ein gemeinsames Bild.

Mumbai Sonnnenuntergang

Sonnenuntergang am Chowpatty Beach

Chowpatty Beach Luftballonsmumbai-chowpatty_beach-luftballons

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Mumbai Chowpatty Beach Spiele

mumbai-chowpatty_beach

Ein Tag auf den Straßen Mumbais

Für den nächsten Tag haben wir uns von einem Taxifahrer eine Stadtrundfahrt aufschwatzen lassen. Er war lustig, sprach perfekt Englisch und der Preis war akzeptabel. Direkt nach dem Frühstück werden wir abgeholt.

Es gibt viel zu sehen. Allein schon zur Beobachtung des Alltags in Mumbai lohnt sich eine solche Tour. Zudem halten wir vor dem Rathaus, der Universität, im Reichenviertel und schließlich vor einem schönen Tempel. Danach besuchen wir einen Park – diese Ruhe! – und das Haus, in dem Ghandi lange gelebt hat.

mumbai-ufer

Mumbai Tempel

Mumbai Tempel

Mumbai Tauben

Mumbai: Haus Ghandi

Während unserer Fahrt werden wir Zeugen der indischen Version von Essen auf Rädern. Rund 5.000 Dabbawalas liefern in der Mittagszeit rund 200.000 in Privathaushalten produzierte Mittagessen aus. Eine logistische Meisterleistung.

Mumbai Dabbawalas

Dabbawalas im Einsatz

Gleiches gilt für die Mahalaxmi Dhobi Ghat, die größte Wäscherei Mumbais. Hier wird alles noch per Hand gewaschen. Wäscheleinen so weit das Auge reicht, ein faszinierender Anblick.

Mahalaxmi Dhobi Ghat

Mahalaxmi Dhobi Ghat, die größte Wäscherei Mumbais

Mumbai Mahalaxmi Dhobi Ghat

Mahalaxmi Dhobi Ghat Mumbai

Zum Ende des Tages gibt es auch noch die Aufklärung, warum der gesprächige Taxifahrer vom Vortag heute so wortkarg war. Nach unserer letzten Etappe fragt er: „Where did you meet my brother yesterday?“ Er lacht, wir auch.

 

Ausflug mit dem Schiff

Am nächsten Tag steht eine Fahrt zur Elefanten-Insel an. Dort gibt es zahlreiche Höhlen und Tempel. Ein bei Indern sehr beliebtes Ausflugsziel. Wir sind nur mäßig begeistert, die einstündige Bootsfahrt mit Blick auf die Skyline von Mumbai war im Grunde das Beste an der Tour.

Elefanteninsel Mumbai

Taj Mahal Hotel Mumbai

Tipps für Mumbai

  1. Im Stadtteil Colaba findet sich auf der Nawroji Furdunji Rd das kleine Restaurant Laxmi Villas. Das Essen ist ausgezeichnet, vor allem Masala Dosa müsst ihr probieren. Aber auch mit den anderen Gerichten könnt ihr nicht falsch liegen.
  2. Da es in Mumbai drei große Bahnhöfe gibt, solltet ihr euch beim Kartenkauf genau erkundigen, von welchem ihr abfahrt. Zudem sind Tickets, zum Beispiel nach Goa, oft für Tage ausgebucht. Schon manch einer musste deswegen länger in Mumbai bleiben oder mit dem Bus fahren. Informationen über Bahnverbindungen gibt es auf der Seite der Indian Railways.
  3. Wer sich für das System der Essensauslieferung der Dabbawalas interessiert: Hier gibt es einen Al Jazeera Bericht, und hier wurde ein Mitarbeiter einen Tag begleitet.
  4. Inzwischen kannst du einige Mumbai-Touren auf Plattformen wie Getyourguide* online buchen und dir dort die Bewertungen ansehen.
  5. Preiswerte Hotelzimmer sind –was mich verwundert hat – in den beliebten Vierteln von Mumbai nur selten zu finden. Am besten informierst du dich vorab auf Plattformen wie Agoda* oder Booking*.
  6. Beachte auch meine Tipps für die erste Indien-Reise.

Mumbai Zug

Mumbai Sonnenuntergang

Mumbai Wohnungen

Gateway of India

Das bekannteste Wahrzeichen Mumbais: Das Gateway of India

Mumbai Ziege

Mumbai Parade

 

Welche Tipps habt ihr für Mumbai?

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 19. April 2013. Zuletzt aktualisiert am 17. Februar 2016.

Kommentare (2)

  1. Hallo Stefan,
    toller Beitrag! Habe erst letztens auch über Mumbai berichtet auf http://www.vetaretus-5.de und auch ein tolles Rezept ausprobiert 🙂 Freue mich wenn Du vorbeischaust!

  2. Ach wie herrlich, in habe 2 Monate in Mumbai gelebt…Da werden Erinnerungen wach („Rote Ampeln haben nicht unbedingt eine Bedeutung“ – haha, kenne ich nur zu gut). Schau gerne mal rein unter http://ichreisealsobinich.de/asien/indien/mumbai-reisebericht/. LG

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