15 Tipps für deine erste Indien-Reise

Du warst noch nie in Indien, möchtest aber unbedingt mal zum Taj Mahal, nach Goa oder ins bunte Rajasthan? Dann findest du hier die Starthilfe, um endlich mit der Planung zu beginnen.

Viele Reisende fühlen sich schon bei der Organisation ihrer Indien-Reise überfordert. Dabei ist es gar nicht so schwer, wenn du Schritt für Schritt vorgehst. Nachfolgend habe ich 15 Tipps zusammengestellt, die dir die Planung erleichtern werden:

 

1.) Kümmere dich rechtzeitig um dein Visum!

Ab Ende 2014 soll Touristen die Einreise nach Indien erleichtert werden. Aktuell gibt es jedoch noch kein „Visa on Arrival“. Daher musst du dein Visum vorab bei der indischen Botschaft oder einem indischen Konsulat beantragen. Das ist nicht ganz billig und eine Menge Papierkram. Bei einem Fehler im Formular kann es sein, dass es zurückgeschickt wird und du es komplett neu ausfüllen musst. Daher beantrage das Visum nicht auf den letzten Drücker. Falls du dir unsicher bist, helfen Agenturen gegen Aufpreis bei der Beschaffung des Visums. Wie bei fast allen Ländern muss dein Reisepass am Tag der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Mehr Infos zum Indien-Visum findest du hier.

visum_india

 

2.) Nimm dir Zeit für die Planung!

Indien ist ein riesiges Land, der siebtgrößte Staat der Erde. Dementsprechend musst du dir schon ziemlich genau überlegen, wohin du reisen möchtest. Daher lass dir Zeit bei der Planung, lies einen Reiseführer oder Reiseblogs und fertige eine Liste mit Orten an, die dich interessieren. Das ist allein schon deshalb sinnvoll, weil du dir viele der komplizierten Namen beim ersten Mal wahrscheinlich gar nicht merken kannst. Schreib einfach alles auf, hinterher kannst du immer noch streichen. Leg dir zum Beispiel bei Google Maps eine Karte an, und setze dort ein Fähnchen für jedes mögliche Ziel. So bekommst du ein Gefühl für Entfernungen und Zusammenhänge. Nie vergessen: Reisen planen macht Spaß!

Einige der schönsten Ziele findest du in meinem Guide zu Backpacking in Südostasien.

trivandrum

 

3.) Nicht zu viel auf einmal!

Wie gerade beschrieben ist Indien groß, um nicht zu sagen: sehr groß. Daher musst du dich irgendwann entscheiden, wohin es gehen soll. Folgendes zu akzeptieren, hilft dir vielleicht dabei:

„Es ist völlig egal, wie viel Zeit du hast, sie wird nicht für alles reichen!“

Daher mach dir keinen Stress beim ersten Mal und komm einfach noch mal wieder. Und bedenke bei der Route, dass in Indien einfach alles lange dauert. Ob das Warten am Ticketschalter oder in der Post, Geduld ist ständig gefragt. Zudem kann dich jederzeit ein Magenproblem oder eine klimaanlagenbedingte Erkältung aus der Bahn werfen. Gut, wenn du dann zeitliche Puffer eingeplant hast. Meines Erachtens solltest du für eine selbstorganisierte Indienreise mindestens drei Wochen Zeit haben, und dabei höchstens sieben Orte ansteuern, besser nur fünf, wenn dir Erholung wichtig ist.

Madurai

 

4.) Wenn du weniger Zeit hast …

Du kannst es nicht erwarten und willst in kurzer Zeit möglichst viele Sehenswürdigkeiten in Indien besuchen? Dann ist vielleicht eine Studienreise (z.B. Studienreisen.de) das Richtige für dich. Die kostet zwar etwas mehr, dafür hast du ein gut organisiertes Kompaktprogramm, bei dem du dich selbst um nichts mehr kümmern musst.

Mumbai

 

5.) Wähle die richtige Reisezeit!

Die beste Reisezeit in Indien ist von Oktober bis März, die Hochsaison geht etwa von Dezember bis Ende Februar. In diesem Zeitraum sind die Temperaturen am angenehmsten. In der Nebensaison von April bis Juni ist es knackig heiß, da wird die Besichtigung eines Tempels schon mal zur Tortur. Viele Nationalparks sind dann geschlossen. Ab Juni bringt der Monsun reichlich Regen ins Land. Den kannst du auch noch in Zwischensaison von Juli bis Oktober ausgiebig erleben.

Ebenfalls wichtig für deine Reiseplanung: In Indien gibt es viele große Feste/Festivals, deren Besuch sich lohnt. Daher vergleiche die Termine mit deiner Reiseroute, vielleicht hast du Glück und kannst bei einem dabei sein. Ein Blick auf den indischen Terminkalender macht allerdings auch dann Sinn, wenn du das Festival nicht besuchen möchtest, da in den Tagen drum herum viele Züge und Unterkünfte ausgebucht sind.

Varkala

 

6.) Kümmere dich um deine Impfungen!

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Indien Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis A & B, Typhus und ggf. Windpocken. Je nach Reiseroute und Dauer des Aufenthalts werden zudem Impfungen gegen Japanische Enzephalitis, Meningitis, Tollwut und Tuberkulose empfohlen. Am besten lässt du dich bei einem Tropeninstitut oder einem Arzt mit Schwerpunkt Reisemedizin beraten. Zwar ist vieles auch noch kurzfristig möglich, doch am besten gehst du drei bis vier Monate vor Reisebeginn zur Sprechstunde. Denn nicht immer sind alle Impfstoffe vorrätig und für manche Impfungen sind mehrere Termine nötig.

Übrigens: Die meisten Krankenkassen bezahlen die vom Arzt für eine Reise empfohlenen Impfungen.

 

7.) Lass dich nicht verrückt machen!

Noch vor einigen Jahren standen in manchen Reiseführern die Gefahren durch Krankheiten oder giftige Tiere auf den ersten Seiten. Zum Glück sind diese Listen des Grauens in den meisten Ratgebern nach hinten gewandert, denn es ist doch angenehmer, zuerst die schönen Seiten eines angedachten Reiseziels kennenzulernen. Dabei geht es mir nicht um Verharmlosung, denn einige Gefahren sind durchaus real. Allerdings musst du dich deshalb nicht verrückt machen. Mit ein wenig Vorsicht und gesundem Menschenverstand kannst du den meisten Gefahren aus dem Weg gehen und Risiken minimieren.

Kühe am Chaung Tha Beach

 

8.) Beachte als Frau die besonderen Sicherheitstipps!

In den letzten Jahren gab es immer wieder Berichte über Vergewaltigungen und sexuelle Belästigungen. Und in der Tat ist es etwas anderes, ob du als Frau nach Thailand fährst oder in Indien unterwegs bist. Aber auch hier gilt, dass du mit der richtigen Vorbereitung viele Gefahren vermeiden kannst. Wertvolle Tipps für Frauen, die (allein) durch Indien reisen, haben die Reiseblogs Bravebird, Pink Compass und Weltenbummlerin zusammengestellt.

 

9.) Mach dir eine Packliste!

Eine gute Planung ist auch in der Frage, was du mit nach Indien nehmen möchtest, nötig. Am Ende ist es meistens zu viel, und trotzdem fehlt immer irgendetwas. In meiner Packliste habe ich die meines Erachtens wichtigsten Dinge zusammengestellt, auch im Hinblick auf die Reiseapotheke. Ich denke, sie ist für dich hilfreich.

 

10.) Kläre deine Finanzen und dein Budget!

Vor der Reise solltest du klar haben, wie hoch dein Budget ist. Plane dabei einen entsprechenden Puffer ein, damit unerwartete Ausgaben dir nicht die Reise versauen. Zudem solltest du dir Gedanken machen, wie du in Indien an Bargeld kommst. Worauf du dabei achten musst, habe ich in meinem Artikel über Geld und Kreditkarten auf Reisen zusammengestellt.

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11.) Spare nicht zu viel bei den Unterkünften!

In Indien kannst du fast überall sehr preiswert wohnen. Ein Bett bekommst du zum Teil schon für ein bis zwei Euro pro Nacht. Doch bedenke, dass Indien (sehr) anstrengend ist. Wenn du den ganzen Tag unterwegs bist, und Tausende Eindrücke auf dich wirken, bist du vielleicht abends froh, einen Rückzugsraum zu haben. Dann ist es von Vorteil, in einem Zimmer zu wohnen, in dem du dich gerne aufhältst, und nicht in einer ranzigen Besenkammer. Viele Hotels um die 15-20 Euro bieten ein tolles Preis-/Leistungsverhältnis. Gönn dir lieber etwas mehr, wenn es dir damit in Indien besser geht.

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12.) Fahre günstig mit dem Zug!

Das Geld für die Unterkunft kannst du hier sparen, denn eine der günstigsten Möglichkeiten zur Fortbewegung in Indien ist die Bahn. Dank des zweitgrößten Streckennetzes der Welt kommst du auf diesem Weg fast überall hin, und es kostet fast nichts. Zwar dauert eine Fahrt über 300 Kilometer oft zehn Stunden, dafür zahlst du aber auch nur um die 5,- Euro in der Sleeper Class. Natürlich kannst du auch in der klimatisierten 1st Class fahren.

Da die Bahn viel genutzt wird, kommt es immer wieder vor, dass Züge im Vorfeld ausgebucht sind. Einfach am Tag vor der Fahrt zum Ticketschalter gehen ist daher keine gute Idee. Da bleibt oft nur die Warteliste. Am einfachsten ist es, wenn du deine Fahrkarten im Internet buchst. Das geht ab 90 Tagen vor der Fahrt. Auf erail findest du eine Liste aller Züge. Zum Kauf von Tickets musst du dich bei IRCTC registrieren, allerdings wird dafür eine indische Handynummer benötigt. Alternativ kannst du die Karten gegen geringen Aufpreis bei Cleartrip buchen. Deine Tickets kannst du später wieder stornieren. Das Geld, abzüglich einer Bearbeitungsgebühr, wird dann zurücküberwiesen. Die beste Übersicht zum Thema Bahnfahren in Indien findest du auf Seat61.

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13.) Nutze Inlandsflüge als Alternative!

Die ökologischen Aspekte mal außer Acht gelassen, kann es sich anbieten, zum Zeitsparen einen Inlandsflug zu buchen. Hierfür gibt es in Indien zahlreiche (Billig-)Airlines, wie zum Beispiel Air India, GoAir, Indigo, Jet Airways und Spicejet. Plattformen wie Skyscanner vergleichen die Preise.

 

14.) Gehe dort essen, wo auch die Inder essen!

Die indische Küche gehört zu den besten der Welt. Leider speisen viele Indien-Urlauber aus Angst, sich den Magen zu verderben, nur in gehobenen Restaurants. Doch dadurch entgeht dir einiges, denn oftmals ist das Essen dort dem westlichen Publikum angepasst. Die einzigartigen Geschmackserlebnisse hast du meist in eher einfachen Restaurants. Und die sind zudem noch deutlich günstiger. Manchmal wirst du dort schon für einen Euro satt.

Und wegen der Sorgen: Ich habe in Indien bisher fast ausschließlich an Straßenständen und in kleinen Restaurants gegessen und hatte fast nie Probleme. Dabei habe ich immer darauf geachtet, ob dort auch (viele) Einheimische essen. Denn das ist ein Zeichen dafür, dass das Essen gut ist. Natürlich kannst du dir auch dort den Magen verderben, aber das kann dir in jedem anderen Restaurant ebenfalls passieren. Vorsicht ist vor allem bei schlecht frequentieren Lokalen mit westlicher Speisekarte geboten.

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15.) Durchatmen!

Indien ist anstrengend, ein Land voller Gegensätze und auch definitiv kein einfaches Reiseziel. Vielleicht verliebst du dich in Indien und verbringst dort eine wunderschöne Zeit, vielleicht bist du enttäuscht und kommst nie wieder. Stell dich auf eine mühsame Fortbewegung ein, auf Reizüberflutung und darauf, dass du vieles nicht verstehst. Lass dir Zeit und nimm es hin. Einmal durchatmen anstatt sich aufzuregen, wird vieles einfacher machen. Und es wird helfen, die faszinierenden Seiten dieses Landes zu genießen. Gute Reise!

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Du hast noch Fragen zu deinem ersten Indien-Urlaub?

Dann ab damit in die Kommentare.

Ich bin Stefan. Seit 2006 ist Südostasien zu meiner zweiten Heimat geworden, seit 2013 berichte ich über die schönsten Ziele auf diesem Blog. Mehr über mich erfährst du hier. Du willst nichts verpassen? Dann folge mir auf Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram.

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Veröffentlicht von Stefan Diener am 22. Juli 2014. Zuletzt aktualisiert am 19. Oktober 2015.

Kommentare (16)

  1. Tolle Zusammenfassung und danke für den Link 🙂

    Liebe Grüße,
    Ivana

  2. 16. Egal wie sehr Du Dich vorbereitest, Indien haut dich vom Hocker: im Positiven und im Negativen 😉

    So sehr ich auch immer schimpfe, ich finde Indien gehört zu einem Backpacker Leben dazu!

    Eine offtopic Frage, Stefan:
    Das Bild mit der Backpackerstrasse, ist das Varkala in Kerala? Gibts in Kerala noch mehr Backpacker-Orte?

  3. Ich kann Flo nur zustimmen, wer Indien bereist hat, den haut so schnell nichts mehr um.
    @ Flo: ich mochte Kochi, Backwaters, Kathakali, Synagoge, Durch Palace, sehr relaxed, mehr auf meinem Blog. Es gab (heute? keine Ahnung) keine wirkliche Backpackerszene, aber eine Gegend mit günstigen Unterkünften und für ein paar Tage ist Kochi echt klasse, kann ich nur empfehlen.

    LG
    Ivana

    • Danke, da muss ich wohl nochmal hin! 😉

    • Wann warst du denn in Kochi, Ivana? Ich war vor elf Jahren dort und da gab es dort bereits eine richtige Backpackerszene. Natürlich nicht so wie in an der Khao San, aber doch deutlich sichtbar. Ich nehme mal an, dass sich das nicht massgeblich verändert hat. Und ja: Kochi gefiel mir auch sehr gut.

  4. 17. Schmutz / Dreck /Mül
    Stell dich darauf ein, dass du viel Müll in den Strassen sehen wirst (neben all den beeindruckenden Palastanlagen)

    Lg Thomas

    P.S. Beruht auf unsere Indienrundreise im Nov. 2013

    • Oh ja, auf Müll sollte man sich einstellen. Und auf Kühe, die mittendrin stehen. 😉

  5. Alle Achtung! – Super Tipps! – Dem ist nichts hinzuzufügen, außer weiterhin alles Gute und viel Erfolg!
    Walter Bracun

  6. Hey,
    ich hab heute mit ner freundin überlegt in 4 Wochen nach Indien zu fliegen und hab gerade deinen Blog studiert.
    Super Hilfreich und ich kann es kaum erwarten!
    Lisa

    • Hallo Lisa,
      vielen Dank. Freut mich sehr, dass dir meine Seite gefällt.
      Wünsche euch eine tolle Reise!

      Stefan

  7. Hallo,
    was mich mal interessieren würde, ist, wie schwierig oder einfach ist es für eine allein reisende Frau, kurzfristig eine gute Unterkunft zu bekommen, oder sollte ich das dann doch schon von Deutschland aus buchen?
    lg
    sylvia

  8. danke stefan, für den guten artikel. mir ging es mit meiner ersten indienreise vor 15 jahren genauso. ich war froh nach 4 wochen wieder raus zu sein, aber dieses jahr war ich zum 3.mal da. anstrengend, aber grossartig! ich möchte allen neugierigen reisenden auch den norden ans herz legen. diesmal war ich in darjeeling und in sikkim unterwegs, und es war die mühen wert. grandiose landschaft, tolle menschen! ich war bestimmt nicht das letzte mal in indien.
    liebe grüße
    gabriele

  9. Ich habe als Backpacker Anfänger gleich mit Indien begonnen und wir waren 6 Wochen da – Es hat bestimmt 3-4 Wochen gedauert bis ich nicht mehr den gedanken hatte blos schnell weg zu wollen. Nach unserer Heimreise sagte ich nur „nie wieeeeder“. Jetzt mit abstand blicke ich sehnsüchtig auf die Fotos und das erlebte und mich zieht es wieder hin. Es ist total Verrückt. Es ist laut nervig – dreckig und stinkt wirklich oft – aber du wirst belohnt mit vielen eindrücken die du nie mehr vergessen wirst. Ich möchte nun wieder nach Indien – man darf sich nicht dagegen wehren – man darf indien nicht wie einen Fremdkörper abstoßen. Man muss es einfach akzeptieren und mit dem Strom schwimmen – dann wird vieles einfacher und man kann es auch mehr genießen 😉

    • Ja, so geht es viel.
      Liebe auf den zweiten, dritten oder gar erst vierten Blick. 🙂

      Danke, dass du deine Erfahrungen gepostet hast.

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